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	<title>Triple Performance - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-30T13:57:45Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://de.tripleperformance.ag/index.php?title=Klimawirkung_der_biologischen_Landwirtschaft&amp;diff=9336</id>
		<title>Klimawirkung der biologischen Landwirtschaft</title>
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		<updated>2025-05-28T09:24:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Klima, Boden&lt;br /&gt;
| Image= Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat  1.jpg&lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft spielt im Klimawandel eine bedeutende Rolle. Als Verursacherin von Klimagasen trägt sie einerseits zur globalen Erwärmung bei, verfügt aber andererseits auch über ein grosses Potenzial zur Minderung des Klimawandels. Gleichzeitig wird die Landwirtschaft durch die negativen Auswirkungen der Klimaveränderungen belastet.Der Biolandbau stellt eine Möglichkeit zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel dar. Biologisch bewirt-schaftete Böden geben weniger klimaschädliches Lachgas ab als konventionell bewirtschaftete Äcker. Die vielfältigeren und aktiveren Mikroorganismen in den Bioböden können zudem zu einer besseren Anpassungsfähigkeit der Biokul-turen an klimatisch bedingte Stresssituationen beitragen. Mit der Humuswirtschaft können Biobetriebe den im Boden gespeicherten Kohlenstoff erhalten und steigern. Reduzierte Bodenbearbeitung kann zu einer zusätzlichen Anreicherung von Kohlenstoff im Boden führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Landwirtschaft – wichtige Akteurin im Klimawandel==&lt;br /&gt;
===Anstieg des Kohlenstoffs in der Luft===&lt;br /&gt;
Der Kohlenstoff in der Atmosphäre ist neben anderen Treibhausgasen (THG) dafür verantwortlich, dass auf der Erde eine mittlere Jahrestemperatur von +15 °C herrscht und das Leben in der bekannten Form möglich ist. Je mehr THG vorhanden sind, desto mehr erwärmen sich die Erdoberfläche und die Atmosphäre. In den letzten 250 Jahren führte der menschengemachte Ausstoss von THG zu einem Anstieg der atmos phärischen CO₂Konzentration  von  280 ppm  auf  aktuell 405 ppm. Damit einher geht eine Steigerung der durchschnittlichen globalen Jahrestemperatur um 1 °C (bis 2017). In der Schweiz verzeichnen wir im gleichen Zeitraum sogar einen Anstieg um 2 °C !&lt;br /&gt;
===Hohe Emissionen der Landwirtschaft===&lt;br /&gt;
Direkt verursacht die Landwirtschaft weltweit 11,2 % der THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;Tubiello et al. (2015). The Contribution of Agriculture, Forestry and other Land Use activities to Global Warming, 1990-2012. Global Change Biology 21, 2655-2660.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Rechnet man aber die Emissionen hinzu, die für die Bereitstellung der landwirtschaftlichen Betriebsmittel wie chemische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel, sowie die Emissionen, die durch Rodungen von Urwald zur Futtermittelerzeugung verursacht werden, stam-men 21 % bis 37 % der weltweiten THG-Emissio-nen aus der Landwirtschaft, bzw. aus dem globalen Ernährungssystem&amp;lt;ref&amp;gt;IPCC, (2019). Climate Change and Land Summary for Policymakers.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 2018 lag der Anteil der Landwirtschaft in der Schweiz bei 12,8 % der gesamten THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;FOEN (2020). Switzerland’s Greenhouse Gas Inventory 1990–2018: National Inventory Report and reporting tables (CRF). Submission of April 2020 under the United Nations Framework Convention on Climate Change and under the Kyoto Protocol. Federal Office for the Environment, Bern.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Abb. 2 auf Seite 3 zeigt die Verteilung der Emissionen der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2015&amp;lt;ref&amp;gt;AgroCleanTech, (2019). Übersicht der landwirtschaftlichen Treibhausgase inkl. Vorleistungen, Treibund Brennstoffen und Bodenkohlen stoff (LULUC) 2015. &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.agrocleantech.ch/images/Klimaschutz/Treibhausgasemissionen_Landwirtschaft/&amp;lt;/nowiki&amp;gt; THG_2015_Kreisdiagramm_gross.png.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Grafik berück-sichtigt auch die Emissionen, die durch Landnut-zungsänderungen, Treib- und Brennstoffe, sowie die Vorleistungen zur Produktion von Düngemit-teln etc. verursacht werden. Dem Sektor Landwirt-schaft werden offiziell nur die grünen Bereiche zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Treibhausgase ====&lt;br /&gt;
Die wichtigsten THG der Erdatmosphäre sind Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2), Ozon (O3), Methan (CH4) und Lachgas (N2O). CO2, CH4 und N2O sind die THG, die durch menschliche Aktivitäten stark beeinflusst werden, während die Konzentrationen von Wasserdampf und Ozon langfristig stabil sind, bzw. nur indirekt durch den Menschen beeinflusst werden. Von den globalen THGEmissionen aus der Landwirtschaft entfallen 46 % auf N2O, 45 % auf CH4 und 9 % auf CO2. &lt;br /&gt;
Fluorkohlenwasserstoffe sind die einzigen THG, die nur durch menschliche Aktivität erzeugt werden. Sie kommen nur in geringen Konzentrationen in der Atmosphäre vor, haben aber aufgrund ihres extrem hohen Erwärmungspotentials (bis zu 14 800 mal höher als CO2) einen deutlichen Einfluss auf das Klima. CO2 stammt aus Abbau und Veratmungsprozessen der lebenden Biomasse sowie aus Verbrennungen im Rahmen menschlichen Aktivitäten; CH4 vornehmlich aus Abbauprozessen in Böden unter Luftabschluss (Nassreisanbau und Moorgebiete) und aus anaeroben Prozessen in den Mägen von Wiederkäuern, und N2O entsteht insbesondere während und kurz nach der Ausbringung von stickstoffhaltigen (Hof)düngern.&lt;br /&gt;
==== CO2Äquivalente ====&lt;br /&gt;
Die verschiedenen THG CO2, CH4 und N2O haben unterschiedliche Erwärmungspotenziale. Damit man die Wirksamkeit aller THG vergleichen kann und weil CO2, über alle Sektoren hinweg das mit Abstand wichtigste THG ist, wird dessen Potenzial gleich 1 gesetzt. Demnach hat CH4 ein 24fach und N2O ein 298fach höheres Potenzial zur Erwärmung der Atmosphäre als CO2. Die unterschiedliche Lebensdauer der THG in der Atmosphäre wird in dieser Potenzialberechnung auch berücksichtigt. &lt;br /&gt;
==== Gigatonne (Gt) ====&lt;br /&gt;
Gigatonne ist eine weitverbreitete Einheit für THGMengen. Eine Gigatonne sind 1.000.000.000 Tonnen (1 Milliarde) und entspricht 1×1015 Gramm oder 1 Billiarde Gramm. Ein anderer Begriff für die gleiche Grössenordnung ist 1 Petagramm (Pg). Wir verwenden die Begriffe Humus und organische Bodensubstanz (OBS) synonym, baiserend auf dem gemessenen organischen Kohlenstoffgehalt des Bodens multipliziert mit 1.72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Kohlenstoffkreislaufs.jpg|Légende=Abb. 1 :  Vereinfachte Darstellung des globalen Kohlenstoffkreislaufs.&lt;br /&gt;
Humusauf- und -abbau spielen in den für das Klima relevanten Kohlenstoffflüssen eine wesentliche Rolle. Der CO2-Gehalt der  Atmosphäre nimmt zurzeit jährlich um 3,3 Gt C zu. Der C-Austausch mit den Karbonatgesteinen, dem mit Abstand größten Kohlenstoffspeicher, geht wesentlich langsamer und ist deshalb hier nicht aufgeführt. Quelle: Grafik nach Heinz Flessa angepasst durch FiBL, Daten IPCC}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Boden – ein wichtiger CO2-Speicher ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2018 wurden weltweit, vor allem durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern, 34 Gi-gatonnen CO₂-Äquivalente emittiert. Diese jähr-lichen Emissionen sind im Kontext des globalen Kohlenstoffkreislaufs eigentlich gering (Abb. 1 auf Seite 2). Insgesamt befinden sich nämlich 75 Mio. Gigatonnen Kohlenstoff auf der Erde. Davon ist je-doch der grösste Anteil (99,94 %) in Kalkgesteinen gebunden. Nur 0,05 % sind in den Ozeanen und 0,0037 % in Böden gebunden. Böden enthalten dop-pelt so viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre und die terrestrische Biomasse zusammen, die jeweils 0,001 % ausmachen (Abb. 1). Um die Emissionen aus den verschiedenen Quellen und Treibhausga-sen zu vergleichen, wird CO₂ als einheitliche Wäh-rung verwendet und oft als CO₂-Äquivalent (CO₂-eq.) ausgedrückt. Der Mensch kann nur die Kohlenstoffgehalte von Atmosphäre, Boden und Vegetation beeinflus-sen. In diesem Zusammenhang spielt die Landwirt-schaft eine wichtige Rolle, um den Klimawandel abzumildern. Durch die Anreicherung von Humus kann der Boden Kohlenstoff speichern. Kleine Än-derungen der Kohlenstoffmenge im Boden haben grosse Auswirkungen aufs Klima. Darüber hinaus hält die Landwirtschaft aber noch weitere Optionen bereit, welche die Dynamik des menschengemachten Klimawandels beeinflus-sen können. Die landwirtschaftliche Produktion könnte dadurch an den Wandel angepasst werden und handlungsfähig bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biolandbau: nachweislich klimafreundlich ==&lt;br /&gt;
Langzeitversuche wie der DOKVersuch in Therwil / CH, der Bodenbearbeitungsversuch in Frick /CH, sowie Literaturstudien (MetaAnalysen) und Ergebnisse aus dem EU Horizon 2020Projekt iSQAPER, wie auch Betriebsvergleiche von Agroscope, lassen bezüglich der Klimawirkung des Biolandbaus folgenden Schlüsse zu: &lt;br /&gt;
* Biologisch wirtschaftende Betriebe mit Kleegrasanbau, Mist und Gülle aus der Viehhaltung bieten gute Voraussetzungen für die Erhaltung oder Steigerung des Humusgehaltes im Boden. &lt;br /&gt;
* Reduzierte Bodenbearbeitung kann auch im biologischen Landbau die Humusmenge im Boden zusätzlich erhöhen. &lt;br /&gt;
* Dank niedrigeren Stickstoffgaben und einer besseren Bodenfruchtbarkeit sind die Lachgasemissionen im Biolandbau um 40 % tiefer als im konventionellen Anbau. &lt;br /&gt;
* Dank vielfältigeren und aktiveren mikrobiellen Gemeinschaften im Boden mineralisieren biologisch bewirtschaftete Böden bei Trockenstress effizienter Stickstoff und sind somit besser an den Klimawandel angepasst. &lt;br /&gt;
* Pro Ernteeinheit benötigten die biologischen Anbauverfahren im DOKVersuch 19 % weniger Energie als die konventionellen Verfahren. Bezogen auf die Fläche waren es sogar 30–50 % weniger.&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Treibhausgas emissionen.jpg|Légende=Abb. 2 :  Komplette, sektorenübergreifende Treibhausgasemissionen der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2015}}{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 2.jpg|Légende=Der Biolandbau trägt mit dem Aufbau des Humusgehaltes im Boden aktiv zur Verbesserung der Fruchtbarkeit, Wasserhaltekapazität und Struktur des Bodens bei. Er sichert damit die langfristige Leistungsfähigkeit der Böden, verbessert das Wasserangebot für die Kulturen und reduziert Bodenverluste durch Erosion}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höhere Kohlenstoffbindung im Humus===&lt;br /&gt;
In einer umfassenden Literaturstudie konnte gezeigt werden, dass biologisch bewirtschaftete Böden 170 kg bis 450 kg mehr Kohlenstoff pro Hektar und Jahr im Humus speichern als konventionell bewirtschaftete Böden&amp;lt;ref&amp;gt;Gattinger et al. (2012). Enhanced top soil carbon stocks under organic farming. Proceedings of the National Academy of Science, 109: 18226-18231.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Unterschied resultiert vor allem aus dem mehrjährigen Anbau von Kleegras und der organischen Düngung. Ein höherer Humusgehalt im Boden erhöht die Wasserinfiltration und speicherfähigkeit des Bodens, sowie die Stabilität der Bodenaggregate, was auch der Erosion von Böden vorbeugt&amp;lt;ref&amp;gt;Bünemann, et al. (2018). Soil quality – A critical review. Soil Biology and Biochemistry 120, 105-125.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ausserdem verbessert der dynamische Teil des Humus über biologische Mechanismen die Pflanzengesundheit&amp;lt;ref&amp;gt;Bongiorno et al. (2019a). Sensitivity of labile carbon fractions to tillage and organic matter management and their potential as com-prehensive soil quality indicators across pedoclimatic conditions in Europe. Ecological Indicators 99, 38-50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bongiorno et al. (2019b). Soil suppressiveness to Pythium ultimum in ten European long-term field experiments and its relation with soil parameters. Soil Biology &amp;amp;amp;amp; Biochemistry 133, 174-187.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Analysen von 2000 Bodenproben in der 40jährigen Laufzeit des DOKVersuchs bei Basel, dem weltweit bisher längsten Vergleichsversuch zwischen biologischen und konventionellen Anbausystemen&amp;lt;ref&amp;gt;Mäder et al. (2002). Soil fertility and biodiversity in organic farming. Science 296, 1694-1697.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Fliessbach et al. (2007). Soil organic matter and biological soil quality indicators after 21 years of organic and conventional farming. Agriculture Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 118, 273-284.&amp;lt;/ref&amp;gt;, zeigen, dass: &lt;br /&gt;
*der Humusgehalt bei biologischdynamischem Anbau mit Kompostanwendung leicht ansteigt.&lt;br /&gt;
*der Humusgehalt im konventionellen Anbau mit rein mineralischer Düngung deutlich abnimmt.&lt;br /&gt;
*die Humusgehalte im konventionellen Anbau mit gemischt organischer und mineralischer Düngung und im organischbiologischen Anbau annähernd stabil bleiben.Die in den biologischen Systemen über sechs Fruchtfolgeperioden und alle Kulturen gemittelten und im Vergleich zum konventionellen System um 20 % geringeren Erträge, werden mit deutlich geringerem Düngemitteleinsatz und ohne chemischsynthetische Pestizide erzielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reduzierte Bodenbearbeitung als Potenzial===&lt;br /&gt;
Auf den Pflug zu verzichten, ist nicht nur aus Gründen des Bodenschutzes gut; reduzierte Bodenbearbeitung hat auch Potenzial zum Klimaschutz. Ein weitgehender Ersatz des tiefen Pflügens durch flachere und meist nichtwendende Bodenbearbeitung im Biolandbau kann den Humusgehalt deutlich über das Niveau der biologischen Bewirtschaftung mit Pflug heben&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Cooper et al. (2016). Shallow non-inversion tillage in organic farming maintains crop yields and increases soil C stocks: a me-ta-analysis. Agronomy for Sustainable Development, 36: 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im 13jährigen Bodenbearbeitungsversuch des FiBL in Frick konnte der Humusgehalt in den oberen 50 cm um 8 % erhöht werden. Über die gesamte Laufzeit des Versuchs stieg der Humusgehalt unter reduzierter Bodenbearbeitung bei gleichbleibenden Treibhausgasemissionen um rund 700 kg C pro Hektar und Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;Krauss et al. (2017). Impact of reduced tillage on greenhouse gas emissions and soil carbon stocks in an organic grass-clover ley winter wheat cropping sequence. Agriculture Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 239, 324-333.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Krauss et al. (2020). Enhanced soil quality with reduced tillage and solid manures in organic farming – a synthesis of 15 years. Scienti-fic Reports volume 10, Article&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Studie zu Untersuchungen auf 60 Betrieben im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «NFP 68 Ressource Boden», bei denen Flächen von Biobetrieben mit Flächen von konventionellen und NotillBetrieben verglichen wurden, zeigen, dassdie biologische Bewirtschaftung den Humusaufbau ebenso gut fördert wie Notill unter konventioneller Bewirtschaftung&amp;lt;ref&amp;gt;Büchi, L., Walder, F., Banerjee, S., Colombi, T., van der Heijden, M.G.A., Keller, T., Charles, R., Six, J., 2022. Pedoclimatic factors and management determine soil organic carbon and aggregation in farmer fields at a regional scale. Geoderma 409, 115632.&amp;lt;/ref&amp;gt;. NotillBetriebe verzichten komplett auf den Pflug, bekämpfen das Unkraut aber chemisch mit Round up, einem glyphosathaltigen Herbizid. Im Vergleich zu den Notill und konventionellen Betrieben weisen die Felder der Biobetriebe ein aktiveres und komplexeres Bodenleben auf&amp;lt;ref&amp;gt;Banerjee et al. (2019). Agricultural intensification reduces microbial network complexity and the abundance of keystone taxa in roots. The ISME journal, doi.org/10.1038/s41396-019-0383-2.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 3.jpg|Légende=Im direkten Vergleich: links traditionelle Bodenbearbeitung mit dem Pflug und rechts reduzierte Bodenbearbeitung mit dem Grubber.}}{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 4.jpg|Légende=Der Humusgehalt im Boden kann sowohl durch eine biologischdynamische Bewirtschaftung als auch durch reduzierte Bodenbearbeitung gesteigert werden.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Niedrigere Lachgasemissionen im Biolandbau===&lt;br /&gt;
Eine Auswertung der weltweit verfügbaren Literatur über N₂OEmissionen im Feld zeigt, dass biologisch bewirtschaftete Böden zwar pro Fläche weniger N₂O ausstossen als konventionell bewirtschaftete Böden, pro Ertragseinheit aber leicht mehr&amp;lt;ref&amp;gt;Skinner et al. (2014). Greenhouse gas fluxes from agricultural soils under organic and non-organic management — A global meta-analy-sis. Science of The Total Environment, 468–469: 553-563.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Metaanalyse zur Folge würde ein Mehrertrag von 9 % in der biologischen Produktion ausreichen, um die ertragsbezogenen N₂OEmissionen auf das Niveau der konventionellen Produktion zu reduzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Studie des FiBL im 40jährigen DOKVersuch [16] zeigt, dass biologisch und biodynamisch bewirtschaftete Böden flächenbezogen im Mittel 40 % geringere N₂OEmissionen aufweisen als konventionell bewirtschaftete Böden. Die Gründe dafür sind eine geringere NDüngung und eine bessere Bodenqualität in den biologischen Anbauverfahren. Besonders niedrig sind die N₂O Emissionen im biodynamischen Anbau. Dort wurden im Vergleich zum konventionellen Anbau auch ertragsbezogen ein Drittel weniger N₂O Emissionen gemessen&amp;lt;ref&amp;gt;Skinner et al. (2019). The impact of long-term organic farming on soil-derived greenhouse gas emissions. Scientific reports, 9(1), 1702.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 5.jpg|Légende=Bestimmung der Treibhausgasemissionen im Ackerbau. Mithilfe von manuellen Kammern, die regelmässig auf einen im Boden versenkten Ring montiert werden, können die vom Boden emittiertenTreibhausgase gesammelt, nach einer kurzen Zeit mit einer Spritze entnommen (Bild) und anschliessend im Labor an einem Gaschromatographen gemessen werden.|Alignement=Right}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bessere Anpassungsfähigkeit von Bioböden===&lt;br /&gt;
Der Klimawandel bringt wahrscheinlich mehr Starkregenereignisse und Trockenperioden mit sich. Forschungsergebnisse des FiBL zeigen, dass biologisch bewirtschaftete Böden besser an diese Herausforderungen angepasst sind als konventionelle.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So weisen die Bioböden im DOKVersuch infolge der höheren Humusgehalte eine bessere Aggregatstabilität auf&amp;lt;ref&amp;gt;Siegrist et al. (1998). Does organic agriculture reduce soil erodibility? The results of a long-term field study on loess in Switzerland. Agriculture, Ecosystems and Environment 69, 253-264.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dadurch sind diese Böden besser gegen Erosion infolge von Starkregenereignissen geschützt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Literaturstudie wurde nachgewiesen, dass die mikrobielle Aktivität in biologisch bewirtschafteten Böden deutlich höher ist als in konventionell bewirtschafteten, unter anderem auch in Bezug auf die Proteaseaktivität&amp;lt;ref&amp;gt;Lori et al. (2017). Organic farming enhances soil microbial abundance and activity – A meta-analysis and meta-regression. PloS one 12, e0180442.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Protease ist ein Enzym, welches den ersten Schritt in der Mineralisierung von organisch gebundenem Stickstoff katalysiert. In einem Topfexperiment mit Böden aus dem DOKVersuch konnten Forschende vom FiBL zeigen, dass die Böden aus dem biologischorganischen Anbau bei Trockenheit 30 % mehr Stickstoff aus einer Gründüngung mineralisierten als die Böden im konventionellen Anbau&amp;lt;ref&amp;gt;Lori et al. (2018). Distinct nitrogen provisioning from organic amendments in soil as influenced by farming system and water regime. Frontiers in Environmental Science, 1-14.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dabei konnte die bessere Mineralisierungsleistung auf eine erhöhte Vielfalt der Mikroorganismen in den biologisch bewirtschafteten Böden zurückgeführt werden. Eine kürzlich publizierte Studie bestätigt : Extensive Bewirtschaftung führt dank vielfältigeren mikrobiellen Gemeinschaften zu einer besseren Anpassung an Trockenstress in Acker und Grasländern&amp;lt;ref&amp;gt;Lori et al. (2020). Compared to conventional, ecological intensive management promotes beneficial proteolytic soil microbial commu-nities for agro-ecosystem functioning under climate change-induced rain regimes. Scientific Reports volume 10, Article number: 7296&amp;lt;/ref&amp;gt;. Weitere FiBLStudien haben gezeigt, dass bakterielle und pilzliche Impfmittel insbesondere im mediterranen und trockenen subtropischen Klima die Erträge in lowinput Systemen deutlich steigern konnten&amp;lt;ref&amp;gt;Mäder et al. (2011). Inoculation of root microorganisms for sustainable wheat–rice and wheat–black gram rotations in India. Soil Biology and Biochemistry, 43(3), pp.609-619.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Schütz et al. (2018). Improving crop yield and nutrient use efficiency via biofertilization—A global meta-analysis. Frontiers in plant science, 8, p.2204.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Mathimaran et al. (2020). Intercropping transplanted pigeon pea with finger millet: Arbuscular mycorrhizal fungi and plant growth promoting rhizobacteria boost yield while reducing fertilizer input. Frontiers in Sustainable Food Systems, 4, p.88.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höhere Energieeffizienz der Bioproduktion===&lt;br /&gt;
Die Effizienz der Nutzung vorhandener Ressourcen ist ein wichtiger Indikator für die Nachhaltigkeit eines Produktionssystems. Zur Berechnung der Energieeffizienz wird neben den direkten Energiebeiträgen (z. B. Treibstoff für Traktoren) auch die indirekte Energie berücksichtigt, die zur Erzeugung der zugekauften Produktionsmittel (z. B. Dünger oder Pflanzenschutzmittel) benötigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biologische Anbaumethoden im DOKVersuch brauchen zwar etwas mehr Energie für Infrastruktur und Maschinen als die konventionelle Bewirtschaftung (z. B. für maschinelles Hacken und Striegeln), dafür jedoch deutlich weniger Energie für Dünger und Pestizide. Im Mittel von 20 Jahren brauchten die biologischen Verfahren pro Ernteeinheit 19 % weniger Energie&amp;lt;ref&amp;gt;Nemecek et al. (2011). Life cycle assessment of Swiss farming systems: I. Integrated and organic farming. Agricultural systems, 104(3), 217-232.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auf die Fläche bezogen waren es 30–50 % weniger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 6.jpg|Légende=Bioböden mit einem höheren Humusgehalt und einer verbesserten Aggregatstabilität können besser mit durch Kimawandel hervorgerufenen Extremwetterreignissen umgehen. Konventionell bewirtschaftete Parzelle ohne Mistgabe des DOK-Langzeitversuchs.}}{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 7.jpg|Légende=Bioböden mit einem höheren Humusgehalt und einer verbesserten Aggregatstabilität können besser mit durch Kimawandel hervorgerufenen Extremwetterreignissen umgehen. Bio-dynamisch bewirtschaftete Parzelle mit Kompostmistgabe aus demselben Versuch.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schlussfolgerungen==&lt;br /&gt;
===Klimamindernde Potenziale besser nutzen===&lt;br /&gt;
Als Schlussfolgerung ergibt sich, dass durch die biologische Bewirtschaftung der Böden die Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Klima vermindert werden und dass biologische Anbausysteme besser an den Klimawandel angepasst sind.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reduzierte Bodenbearbeitung unter Biobedingungen (ohne Herbizide) ist eine Perspektive, um den Biolandbau noch klimaschonender zu machen. Intensive Forschung ist aber nötig, um die Unkrautregulierung noch effizienter zu gestalten&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Armengot et al. (2015). Long-term feasibility of reduced tillage in organic farming. Agronomy for Sustainable Development, 35(1), 339-346.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein grosses Potenzial liegt insbesondere in den Techniken der Präzisionslandwirtschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der relative Vorteil der Biolandwirtschaft in Bezug auf die Klimawirkung hängt neben der Stickstoffdüngung stark von der Flächenproduktivität ab. Hier weist der Biolandbau aufgrund der geringeren Erträge einen höheren Flächenbedarf auf. Deshalb ist die Weiterentwicklung der Biolandwirtschaft durch verbesserte Sorten (Züchtung), einen effektiveren biologischen Pflanzenschutz und die Rezyklierung von Nährstoffen aus urbanen Gebieten wie Kompost und Biogärgut zentral. FiBL Forschende haben zudem gezeigt, dass eine Ausweitung der Biolandwirtschaft ökologisch grosse Vorteile bringt, weil bestehendes Ackerland besser vor Erosion geschützt wird. Weltweit gehen jährlich 10 Mio. Hektar Ackerland durch Wind und Wassererosion endgültig verloren. Eine weitere Ausdehnung der Biolandwirtschaft ist deshalb auch wichtig für den Bodenschutz&amp;lt;ref&amp;gt;Bai et al. (2018). „Effects of agricultural management practices on soil quality: A review of long-term experiments for Europe and China.“ Agriculture, Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 265: 1-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen effektiven Bodenschutz braucht es aber weitere Massnahmen, wie z. B. geringere Lebens mittelverluste und weniger Futterproduktion in Form von Getreide, Mais und Soja auf dem Acker (bzw. einen geringeren Fleischkonsum), um die globale Ackerfläche bei gesteigerter Biolandwirtschaft nicht ausdehnen zu müssen&amp;lt;ref&amp;gt;Muller et al. (2017). Strategies for feeding the world more sustainably with organic agriculture. Nature communications, 8(1), 1290.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Insgesamt betrachtet leistet die biologische Landwirtschaft bereits jetzt einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Klimas und ist zudem besser an den stattfindenden Klimawandel angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Noch offene Fragen===&lt;br /&gt;
In mehreren Bereichen besteht noch Bedarf nach wissenschaftlicher Abklärung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bereich Humus und Bodenqualität laufen aktuell Projekte zur Stabilisierung des Humus, zur optimalen Düngung für den Humusaufbau und den optimalen Humusgehalt eines bestimmten Bodens unter Berücksichtigung der Pflanzenernährung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bereich THG-Emissionen besteht Bedarf an Emissionsmessungen über gesamte Fruchtfolgen und während der Hofdüngerlagerung und ausbringung, sowie zur Methanproduktion in der Tierhaltung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im politischen Bereich wird über die optimalen Werkzeuge zur Förderung der Landwirtschaft vor dem Hintergrund von Ernährungssicherheit, Klimaschutz, Biodiversität und Ressourceneffizienz geforscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 8.jpg|Légende=FiBL Forschung: Ausbringung von Hofdünger im Bodenbearbeitungsversuch in Frick. Die THG-Emissionen werden zu Ereignissen gemessen, bei denen Emissionsspitzen zu erwarten sind.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Originalartikel ==&lt;br /&gt;
Lukas Pfiffner ([[FiBL]]), 2023, &#039;&#039;Boden und Klima - Klimawirkung der biologischen Bodenbewirtschaftung.&#039;&#039; Verfügbar am : https://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/2517-boden-und-klima.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[fr:Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat]]&lt;br /&gt;
[[en:Climate impact of organic soil management]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://de.tripleperformance.ag/index.php?title=Klimawirkung_der_biologischen_Landwirtschaft&amp;diff=9335</id>
		<title>Klimawirkung der biologischen Landwirtschaft</title>
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		<updated>2025-05-28T08:06:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): /* Gigatonne (Gt) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Klima, Boden&lt;br /&gt;
| Image= Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat  1.jpg&lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft spielt im Klimawandel eine bedeutende Rolle. Als Verursacherin von Klimagasen trägt sie einerseits zur globalen Erwärmung bei, verfügt aber andererseits auch über ein grosses Potenzial zur Minderung des Klimawandels. Gleichzeitig wird die Landwirtschaft durch die negativen Auswirkungen der Klimaveränderungen belastet.Der Biolandbau stellt eine Möglichkeit zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel dar. Biologisch bewirt-schaftete Böden geben weniger klimaschädliches Lachgas ab als konventionell bewirtschaftete Äcker. Die vielfältigeren und aktiveren Mikroorganismen in den Bioböden können zudem zu einer besseren Anpassungsfähigkeit der Biokul-turen an klimatisch bedingte Stresssituationen beitragen. Mit der Humuswirtschaft können Biobetriebe den im Boden gespeicherten Kohlenstoff erhalten und steigern. Reduzierte Bodenbearbeitung kann zu einer zusätzlichen Anreicherung von Kohlenstoff im Boden führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Landwirtschaft – wichtige Akteurin im Klimawandel==&lt;br /&gt;
===Anstieg des Kohlenstoffs in der Luft===&lt;br /&gt;
Der Kohlenstoff in der Atmosphäre ist neben anderen Treibhausgasen (THG) dafür verantwortlich, dass auf der Erde eine mittlere Jahrestemperatur von +15 °C herrscht und das Leben in der bekannten Form möglich ist. Je mehr THG vorhanden sind, desto mehr erwärmen sich die Erdoberfläche und die Atmosphäre. In den letzten 250 Jahren führte der menschengemachte Ausstoss von THG zu einem Anstieg der atmos phärischen CO₂Konzentration  von  280 ppm  auf  aktuell 405 ppm. Damit einher geht eine Steigerung der durchschnittlichen globalen Jahrestemperatur um 1 °C (bis 2017). In der Schweiz verzeichnen wir im gleichen Zeitraum sogar einen Anstieg um 2 °C !&lt;br /&gt;
===Hohe Emissionen der Landwirtschaft===&lt;br /&gt;
Direkt verursacht die Landwirtschaft weltweit 11,2 % der THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;Tubiello et al. (2015). The Contribution of Agriculture, Forestry and other Land Use activities to Global Warming, 1990-2012. Global Change Biology 21, 2655-2660.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Rechnet man aber die Emissionen hinzu, die für die Bereitstellung der landwirtschaftlichen Betriebsmittel wie chemische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel, sowie die Emissionen, die durch Rodungen von Urwald zur Futtermittelerzeugung verursacht werden, stam-men 21 % bis 37 % der weltweiten THG-Emissio-nen aus der Landwirtschaft, bzw. aus dem globalen Ernährungssystem&amp;lt;ref&amp;gt;IPCC, (2019). Climate Change and Land Summary for Policymakers.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 2018 lag der Anteil der Landwirtschaft in der Schweiz bei 12,8 % der gesamten THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;FOEN (2020). Switzerland’s Greenhouse Gas Inventory 1990–2018: National Inventory Report and reporting tables (CRF). Submission of April 2020 under the United Nations Framework Convention on Climate Change and under the Kyoto Protocol. Federal Office for the Environment, Bern.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Abb. 2 auf Seite 3 zeigt die Verteilung der Emissionen der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2015&amp;lt;ref&amp;gt;AgroCleanTech, (2019). Übersicht der landwirtschaftlichen Treibhausgase inkl. Vorleistungen, Treibund Brennstoffen und Bodenkohlen stoff (LULUC) 2015. &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.agrocleantech.ch/images/Klimaschutz/Treibhausgasemissionen_Landwirtschaft/&amp;lt;/nowiki&amp;gt; THG_2015_Kreisdiagramm_gross.png.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Grafik berück-sichtigt auch die Emissionen, die durch Landnut-zungsänderungen, Treib- und Brennstoffe, sowie die Vorleistungen zur Produktion von Düngemit-teln etc. verursacht werden. Dem Sektor Landwirt-schaft werden offiziell nur die grünen Bereiche zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Treibhausgase ====&lt;br /&gt;
Die wichtigsten THG der Erdatmosphäre sind Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2), Ozon (O3), Methan (CH4) und Lachgas (N2O). CO2, CH4 und N2O sind die THG, die durch menschliche Aktivitäten stark beeinflusst werden, während die Konzentrationen von Wasserdampf und Ozon langfristig stabil sind, bzw. nur indirekt durch den Menschen beeinflusst werden. Von den globalen THGEmissionen aus der Landwirtschaft entfallen 46 % auf N2O, 45 % auf CH4 und 9 % auf CO2. &lt;br /&gt;
Fluorkohlenwasserstoffe sind die einzigen THG, die nur durch menschliche Aktivität erzeugt werden. Sie kommen nur in geringen Konzentrationen in der Atmosphäre vor, haben aber aufgrund ihres extrem hohen Erwärmungspotentials (bis zu 14 800 mal höher als CO2) einen deutlichen Einfluss auf das Klima. CO2 stammt aus Abbau und Veratmungsprozessen der lebenden Biomasse sowie aus Verbrennungen im Rahmen menschlichen Aktivitäten; CH4 vornehmlich aus Abbauprozessen in Böden unter Luftabschluss (Nassreisanbau und Moorgebiete) und aus anaeroben Prozessen in den Mägen von Wiederkäuern, und N2O entsteht insbesondere während und kurz nach der Ausbringung von stickstoffhaltigen (Hof)düngern.&lt;br /&gt;
==== CO2Äquivalente ====&lt;br /&gt;
Die verschiedenen THG CO2, CH4 und N2O haben unterschiedliche Erwärmungspotenziale. Damit man die Wirksamkeit aller THG vergleichen kann und weil CO2, über alle Sektoren hinweg das mit Abstand wichtigste THG ist, wird dessen Potenzial gleich 1 gesetzt. Demnach hat CH4 ein 24fach und N2O ein 298fach höheres Potenzial zur Erwärmung der Atmosphäre als CO2. Die unterschiedliche Lebensdauer der THG in der Atmosphäre wird in dieser Potenzialberechnung auch berücksichtigt. &lt;br /&gt;
==== Gigatonne (Gt) ====&lt;br /&gt;
Gigatonne ist eine weitverbreitete Einheit für THGMengen. Eine Gigatonne sind 1.000.000.000 Tonnen (1 Milliarde) und entspricht 1×1015 Gramm oder 1 Billiarde Gramm. Ein anderer Begriff für die gleiche Grössenordnung ist 1 Petagramm (Pg). Wir verwenden die Begriffe Humus und organische Bodensubstanz (OBS) synonym, baiserend auf dem gemessenen organischen Kohlenstoffgehalt des Bodens multipliziert mit 1.72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Kohlenstoffkreislaufs.jpg|Légende=Abb. 1 :  Vereinfachte Darstellung des globalen Kohlenstoffkreislaufs.&lt;br /&gt;
Humusauf- und -abbau spielen in den für das Klima relevanten Kohlenstoffflüssen eine wesentliche Rolle. Der CO2-Gehalt der  Atmosphäre nimmt zurzeit jährlich um 3,3 Gt C zu. Der C-Austausch mit den Karbonatgesteinen, dem mit Abstand größten Kohlenstoffspeicher, geht wesentlich langsamer und ist deshalb hier nicht aufgeführt. Quelle: Grafik nach Heinz Flessa angepasst durch FiBL, Daten IPCC}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Boden – ein wichtiger CO2-Speicher ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2018 wurden weltweit, vor allem durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern, 34 Gi-gatonnen CO₂-Äquivalente emittiert. Diese jähr-lichen Emissionen sind im Kontext des globalen Kohlenstoffkreislaufs eigentlich gering (Abb. 1 auf Seite 2). Insgesamt befinden sich nämlich 75 Mio. Gigatonnen Kohlenstoff auf der Erde. Davon ist je-doch der grösste Anteil (99,94 %) in Kalkgesteinen gebunden. Nur 0,05 % sind in den Ozeanen und 0,0037 % in Böden gebunden. Böden enthalten dop-pelt so viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre und die terrestrische Biomasse zusammen, die jeweils 0,001 % ausmachen (Abb. 1). Um die Emissionen aus den verschiedenen Quellen und Treibhausga-sen zu vergleichen, wird CO₂ als einheitliche Wäh-rung verwendet und oft als CO₂-Äquivalent (CO₂-eq.) ausgedrückt. Der Mensch kann nur die Kohlenstoffgehalte von Atmosphäre, Boden und Vegetation beeinflus-sen. In diesem Zusammenhang spielt die Landwirt-schaft eine wichtige Rolle, um den Klimawandel abzumildern. Durch die Anreicherung von Humus kann der Boden Kohlenstoff speichern. Kleine Än-derungen der Kohlenstoffmenge im Boden haben grosse Auswirkungen aufs Klima. Darüber hinaus hält die Landwirtschaft aber noch weitere Optionen bereit, welche die Dynamik des menschengemachten Klimawandels beeinflus-sen können. Die landwirtschaftliche Produktion könnte dadurch an den Wandel angepasst werden und handlungsfähig bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biolandbau: nachweislich klimafreundlich ==&lt;br /&gt;
Langzeitversuche wie der DOKVersuch in Therwil / CH, der Bodenbearbeitungsversuch in Frick /CH, sowie Literaturstudien (MetaAnalysen) und Ergebnisse aus dem EU Horizon 2020Projekt iSQAPER, wie auch Betriebsvergleiche von Agroscope, lassen bezüglich der Klimawirkung des Biolandbaus folgenden Schlüsse zu: &lt;br /&gt;
* Biologisch wirtschaftende Betriebe mit Kleegrasanbau, Mist und Gülle aus der Viehhaltung bieten gute Voraussetzungen für die Erhaltung oder Steigerung des Humusgehaltes im Boden. &lt;br /&gt;
* Reduzierte Bodenbearbeitung kann auch im biologischen Landbau die Humusmenge im Boden zusätzlich erhöhen. &lt;br /&gt;
* Dank niedrigeren Stickstoffgaben und einer besseren Bodenfruchtbarkeit sind die Lachgasemissionen im Biolandbau um 40 % tiefer als im konventionellen Anbau. &lt;br /&gt;
* Dank vielfältigeren und aktiveren mikrobiellen Gemeinschaften im Boden mineralisieren biologisch bewirtschaftete Böden bei Trockenstress effizienter Stickstoff und sind somit besser an den Klimawandel angepasst. &lt;br /&gt;
* Pro Ernteeinheit benötigten die biologischen Anbauverfahren im DOKVersuch 19 % weniger Energie als die konventionellen Verfahren. Bezogen auf die Fläche waren es sogar 30–50 % weniger.&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Treibhausgas emissionen.jpg|Légende=Abb. 2 :  Komplette, sektorenübergreifende Treibhausgasemissionen der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2015}}{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 2.jpg|Légende=Der Biolandbau trägt mit dem Aufbau des Humusgehaltes im Boden aktiv zur Verbesserung der Fruchtbarkeit, Wasserhaltekapazität und Struktur des Bodens bei. Er sichert damit die langfristige Leistungsfähigkeit der Böden, verbessert das Wasserangebot für die Kulturen und reduziert Bodenverluste durch Erosion}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höhere Kohlenstoffbindung im Humus===&lt;br /&gt;
In einer umfassenden Literaturstudie konnte gezeigt werden, dass biologisch bewirtschaftete Böden 170 kg bis 450 kg mehr Kohlenstoff pro Hektar und Jahr im Humus speichern als konventionell bewirtschaftete Böden&amp;lt;ref&amp;gt;Gattinger et al. (2012). Enhanced top soil carbon stocks under organic farming. Proceedings of the National Academy of Science, 109: 18226-18231.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Unterschied resultiert vor allem aus dem mehrjährigen Anbau von Kleegras und der organischen Düngung. Ein höherer Humusgehalt im Boden erhöht die Wasserinfiltration und speicherfähigkeit des Bodens, sowie die Stabilität der Bodenaggregate, was auch der Erosion von Böden vorbeugt&amp;lt;ref&amp;gt;Bünemann, et al. (2018). Soil quality – A critical review. Soil Biology and Biochemistry 120, 105-125.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ausserdem verbessert der dynamische Teil des Humus über biologische Mechanismen die Pflanzengesundheit&amp;lt;ref&amp;gt;Bongiorno et al. (2019a). Sensitivity of labile carbon fractions to tillage and organic matter management and their potential as com-prehensive soil quality indicators across pedoclimatic conditions in Europe. Ecological Indicators 99, 38-50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bongiorno et al. (2019b). Soil suppressiveness to Pythium ultimum in ten European long-term field experiments and its relation with soil parameters. Soil Biology &amp;amp;amp;amp; Biochemistry 133, 174-187.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Analysen von 2000 Bodenproben in der 40jährigen Laufzeit des DOKVersuchs bei Basel, dem weltweit bisher längsten Vergleichsversuch zwischen biologischen und konventionellen Anbausystemen&amp;lt;ref&amp;gt;Mäder et al. (2002). Soil fertility and biodiversity in organic farming. Science 296, 1694-1697.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Fliessbach et al. (2007). Soil organic matter and biological soil quality indicators after 21 years of organic and conventional farming. Agriculture Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 118, 273-284.&amp;lt;/ref&amp;gt;, zeigen, dass: &lt;br /&gt;
*der Humusgehalt bei biologischdynamischem Anbau mit Kompostanwendung leicht ansteigt.&lt;br /&gt;
*der Humusgehalt im konventionellen Anbau mit rein mineralischer Düngung deutlich abnimmt.&lt;br /&gt;
*die Humusgehalte im konventionellen Anbau mit gemischt organischer und mineralischer Düngung und im organischbiologischen Anbau annähernd stabil bleiben.Die in den biologischen Systemen über sechs Fruchtfolgeperioden und alle Kulturen gemittelten und im Vergleich zum konventionellen System um 20 % geringeren Erträge, werden mit deutlich geringerem Düngemitteleinsatz und ohne chemischsynthetische Pestizide erzielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reduzierte Bodenbearbeitung als Potenzial===&lt;br /&gt;
Auf den Pflug zu verzichten, ist nicht nur aus Gründen des Bodenschutzes gut; reduzierte Bodenbearbeitung hat auch Potenzial zum Klimaschutz. Ein weitgehender Ersatz des tiefen Pflügens durch flachere und meist nichtwendende Bodenbearbeitung im Biolandbau kann den Humusgehalt deutlich über das Niveau der biologischen Bewirtschaftung mit Pflug heben&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Cooper et al. (2016). Shallow non-inversion tillage in organic farming maintains crop yields and increases soil C stocks: a me-ta-analysis. Agronomy for Sustainable Development, 36: 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im 13jährigen Bodenbearbeitungsversuch des FiBL in Frick konnte der Humusgehalt in den oberen 50 cm um 8 % erhöht werden. Über die gesamte Laufzeit des Versuchs stieg der Humusgehalt unter reduzierter Bodenbearbeitung bei gleichbleibenden Treibhausgasemissionen um rund 700 kg C pro Hektar und Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;Krauss et al. (2017). Impact of reduced tillage on greenhouse gas emissions and soil carbon stocks in an organic grass-clover ley winter wheat cropping sequence. Agriculture Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 239, 324-333.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Krauss et al. (2020). Enhanced soil quality with reduced tillage and solid manures in organic farming – a synthesis of 15 years. Scienti-fic Reports volume 10, Article&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Studie zu Untersuchungen auf 60 Betrieben im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «NFP 68 Ressource Boden», bei denen Flächen von Biobetrieben mit Flächen von konventionellen und NotillBetrieben verglichen wurden, zeigen, dassdie biologische Bewirtschaftung den Humusaufbau ebenso gut fördert wie Notill unter konventioneller Bewirtschaftung&amp;lt;ref&amp;gt;Büchi, L., Walder, F., Banerjee, S., Colombi, T., van der Heijden, M.G.A., Keller, T., Charles, R., Six, J., 2022. Pedoclimatic factors and management determine soil organic carbon and aggregation in farmer fields at a regional scale. Geoderma 409, 115632.&amp;lt;/ref&amp;gt;. NotillBetriebe verzichten komplett auf den Pflug, bekämpfen das Unkraut aber chemisch mit Round up, einem glyphosathaltigen Herbizid. Im Vergleich zu den Notill und konventionellen Betrieben weisen die Felder der Biobetriebe ein aktiveres und komplexeres Bodenleben auf&amp;lt;ref&amp;gt;Banerjee et al. (2019). Agricultural intensification reduces microbial network complexity and the abundance of keystone taxa in roots. The ISME journal, doi.org/10.1038/s41396-019-0383-2.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 3.jpg|Légende=Im direkten Vergleich: links traditionelle Bodenbearbeitung mit dem Pflug und rechts reduzierte Bodenbearbeitung mit dem Grubber.}}{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 4.jpg|Légende=Der Humusgehalt im Boden kann sowohl durch eine biologischdynamische Bewirtschaftung als auch durch reduzierte Bodenbearbeitung gesteigert werden.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Niedrigere Lachgasemissionen im Biolandbau===&lt;br /&gt;
Eine Auswertung der weltweit verfügbaren Literatur über N₂OEmissionen im Feld zeigt, dass biologisch bewirtschaftete Böden zwar pro Fläche weniger N₂O ausstossen als konventionell bewirtschaftete Böden, pro Ertragseinheit aber leicht mehr&amp;lt;ref&amp;gt;Skinner et al. (2014). Greenhouse gas fluxes from agricultural soils under organic and non-organic management — A global meta-analy-sis. Science of The Total Environment, 468–469: 553-563.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Metaanalyse zur Folge würde ein Mehrertrag von 9 % in der biologischen Produktion ausreichen, um die ertragsbezogenen N₂OEmissionen auf das Niveau der konventionellen Produktion zu reduzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Studie des FiBL im 40jährigen DOKVersuch [16] zeigt, dass biologisch und biodynamisch bewirtschaftete Böden flächenbezogen im Mittel 40 % geringere N₂OEmissionen aufweisen als konventionell bewirtschaftete Böden. Die Gründe dafür sind eine geringere NDüngung und eine bessere Bodenqualität in den biologischen Anbauverfahren. Besonders niedrig sind die N₂O Emissionen im biodynamischen Anbau. Dort wurden im Vergleich zum konventionellen Anbau auch ertragsbezogen ein Drittel weniger N₂O Emissionen gemessen&amp;lt;ref&amp;gt;Skinner et al. (2019). The impact of long-term organic farming on soil-derived greenhouse gas emissions. Scientific reports, 9(1), 1702.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 5.jpg|Légende=Bestimmung der Treibhausgasemissionen im Ackerbau. Mithilfe von manuellen Kammern, die regelmässig auf einen im Boden versenkten Ring montiert werden, können die vom Boden emittiertenTreibhausgase gesammelt, nach einer kurzen Zeit mit einer Spritze entnommen (Bild) und anschliessend im Labor an einem Gaschromatographen gemessen werden.|Alignement=Right}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bessere Anpassungsfähigkeit von Bioböden===&lt;br /&gt;
Der Klimawandel bringt wahrscheinlich mehr Starkregenereignisse und Trockenperioden mit sich. Forschungsergebnisse des FiBL zeigen, dass biologisch bewirtschaftete Böden besser an diese Herausforderungen angepasst sind als konventionelle.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So weisen die Bioböden im DOKVersuch infolge der höheren Humusgehalte eine bessere Aggregatstabilität auf&amp;lt;ref&amp;gt;Siegrist et al. (1998). Does organic agriculture reduce soil erodibility? The results of a long-term field study on loess in Switzerland. Agriculture, Ecosystems and Environment 69, 253-264.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dadurch sind diese Böden besser gegen Erosion infolge von Starkregenereignissen geschützt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Literaturstudie wurde nachgewiesen, dass die mikrobielle Aktivität in biologisch bewirtschafteten Böden deutlich höher ist als in konventionell bewirtschafteten, unter anderem auch in Bezug auf die Proteaseaktivität&amp;lt;ref&amp;gt;Lori et al. (2017). Organic farming enhances soil microbial abundance and activity – A meta-analysis and meta-regression. PloS one 12, e0180442.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Protease ist ein Enzym, welches den ersten Schritt in der Mineralisierung von organisch gebundenem Stickstoff katalysiert. In einem Topfexperiment mit Böden aus dem DOKVersuch konnten Forschende vom FiBL zeigen, dass die Böden aus dem biologischorganischen Anbau bei Trockenheit 30 % mehr Stickstoff aus einer Gründüngung mineralisierten als die Böden im konventionellen Anbau&amp;lt;ref&amp;gt;Lori et al. (2018). Distinct nitrogen provisioning from organic amendments in soil as influenced by farming system and water regime. Frontiers in Environmental Science, 1-14.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dabei konnte die bessere Mineralisierungsleistung auf eine erhöhte Vielfalt der Mikroorganismen in den biologisch bewirtschafteten Böden zurückgeführt werden. Eine kürzlich publizierte Studie bestätigt : Extensive Bewirtschaftung führt dank vielfältigeren mikrobiellen Gemeinschaften zu einer besseren Anpassung an Trockenstress in Acker und Grasländern&amp;lt;ref&amp;gt;Lori et al. (2020). Compared to conventional, ecological intensive management promotes beneficial proteolytic soil microbial commu-nities for agro-ecosystem functioning under climate change-induced rain regimes. Scientific Reports volume 10, Article number: 7296&amp;lt;/ref&amp;gt;. Weitere FiBLStudien haben gezeigt, dass bakterielle und pilzliche Impfmittel insbesondere im mediterranen und trockenen subtropischen Klima die Erträge in lowinput Systemen deutlich steigern konnten&amp;lt;ref&amp;gt;Mäder et al. (2011). Inoculation of root microorganisms for sustainable wheat–rice and wheat–black gram rotations in India. Soil Biology and Biochemistry, 43(3), pp.609-619.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Schütz et al. (2018). Improving crop yield and nutrient use efficiency via biofertilization—A global meta-analysis. Frontiers in plant science, 8, p.2204.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Mathimaran et al. (2020). Intercropping transplanted pigeon pea with finger millet: Arbuscular mycorrhizal fungi and plant growth promoting rhizobacteria boost yield while reducing fertilizer input. Frontiers in Sustainable Food Systems, 4, p.88.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höhere Energieeffizienz der Bioproduktion===&lt;br /&gt;
Die Effizienz der Nutzung vorhandener Ressourcen ist ein wichtiger Indikator für die Nachhaltigkeit eines Produktionssystems. Zur Berechnung der Energieeffizienz wird neben den direkten Energiebeiträgen (z. B. Treibstoff für Traktoren) auch die indirekte Energie berücksichtigt, die zur Erzeugung der zugekauften Produktionsmittel (z. B. Dünger oder Pflanzenschutzmittel) benötigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biologische Anbaumethoden im DOKVersuch brauchen zwar etwas mehr Energie für Infrastruktur und Maschinen als die konventionelle Bewirtschaftung (z. B. für maschinelles Hacken und Striegeln), dafür jedoch deutlich weniger Energie für Dünger und Pestizide. Im Mittel von 20 Jahren brauchten die biologischen Verfahren pro Ernteeinheit 19 % weniger Energie&amp;lt;ref&amp;gt;Nemecek et al. (2011). Life cycle assessment of Swiss farming systems: I. Integrated and organic farming. Agricultural systems, 104(3), 217-232.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auf die Fläche bezogen waren es 30–50 % weniger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 6.jpg|Légende=Bioböden mit einem höheren Humusgehalt und einer verbesserten Aggregatstabilität können besser mit durch Kimawandel hervorgerufenen Extremwetterreignissen umgehen. Konventionell bewirtschaftete Parzelle ohne Mistgabe des DOK-Langzeitversuchs.}}{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 7.jpg|Légende=Bioböden mit einem höheren Humusgehalt und einer verbesserten Aggregatstabilität können besser mit durch Kimawandel hervorgerufenen Extremwetterreignissen umgehen. Bio-dynamisch bewirtschaftete Parzelle mit Kompostmistgabe aus demselben Versuch.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schlussfolgerungen==&lt;br /&gt;
===Klimamindernde Potenziale besser nutzen===&lt;br /&gt;
Als Schlussfolgerung ergibt sich, dass durch die biologische Bewirtschaftung der Böden die Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Klima vermindert werden und dass biologische Anbausysteme besser an den Klimawandel angepasst sind.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reduzierte Bodenbearbeitung unter Biobedingungen (ohne Herbizide) ist eine Perspektive, um den Biolandbau noch klimaschonender zu machen. Intensive Forschung ist aber nötig, um die Unkrautregulierung noch effizienter zu gestalten&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Armengot et al. (2015). Long-term feasibility of reduced tillage in organic farming. Agronomy for Sustainable Development, 35(1), 339-346.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein grosses Potenzial liegt insbesondere in den Techniken der Präzisionslandwirtschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der relative Vorteil der Biolandwirtschaft in Bezug auf die Klimawirkung hängt neben der Stickstoffdüngung stark von der Flächenproduktivität ab. Hier weist der Biolandbau aufgrund der geringeren Erträge einen höheren Flächenbedarf auf. Deshalb ist die Weiterentwicklung der Biolandwirtschaft durch verbesserte Sorten (Züchtung), einen effektiveren biologischen Pflanzenschutz und die Rezyklierung von Nährstoffen aus urbanen Gebieten wie Kompost und Biogärgut zentral. FiBL Forschende haben zudem gezeigt, dass eine Ausweitung der Biolandwirtschaft ökologisch grosse Vorteile bringt, weil bestehendes Ackerland besser vor Erosion geschützt wird. Weltweit gehen jährlich 10 Mio. Hektar Ackerland durch Wind und Wassererosion endgültig verloren. Eine weitere Ausdehnung der Biolandwirtschaft ist deshalb auch wichtig für den Bodenschutz&amp;lt;ref&amp;gt;Bai et al. (2018). „Effects of agricultural management practices on soil quality: A review of long-term experiments for Europe and China.“ Agriculture, Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 265: 1-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen effektiven Bodenschutz braucht es aber weitere Massnahmen, wie z. B. geringere Lebens mittelverluste und weniger Futterproduktion in Form von Getreide, Mais und Soja auf dem Acker (bzw. einen geringeren Fleischkonsum), um die globale Ackerfläche bei gesteigerter Biolandwirtschaft nicht ausdehnen zu müssen&amp;lt;ref&amp;gt;Muller et al. (2017). Strategies for feeding the world more sustainably with organic agriculture. Nature communications, 8(1), 1290.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Insgesamt betrachtet leistet die biologische Landwirtschaft bereits jetzt einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Klimas und ist zudem besser an den stattfindenden Klimawandel angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Noch offene Fragen===&lt;br /&gt;
In mehreren Bereichen besteht noch Bedarf nach wissenschaftlicher Abklärung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bereich Humus und Bodenqualität laufen aktuell Projekte zur Stabilisierung des Humus, zur optimalen Düngung für den Humusaufbau und den optimalen Humusgehalt eines bestimmten Bodens unter Berücksichtigung der Pflanzenernährung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bereich THG-Emissionen besteht Bedarf an Emissionsmessungen über gesamte Fruchtfolgen und während der Hofdüngerlagerung und ausbringung, sowie zur Methanproduktion in der Tierhaltung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im politischen Bereich wird über die optimalen Werkzeuge zur Förderung der Landwirtschaft vor dem Hintergrund von Ernährungssicherheit, Klimaschutz, Biodiversität und Ressourceneffizienz geforscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 8.jpg|Légende=FiBL Forschung: Ausbringung von Hofdünger im Bodenbearbeitungsversuch in Frick. Die THG-Emissionen werden zu Ereignissen gemessen, bei denen Emissionsspitzen zu erwarten sind.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Originalartikel ==&lt;br /&gt;
Lukas Pfiffner ([[FiBL]]), 2023, &#039;&#039;Boden und Klima - Klimawirkung der biologischen Bodenbewirtschaftung.&#039;&#039; Verfügbar am : https://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/2517-boden-und-klima.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<updated>2025-05-28T08:05:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): ein Werk von FiBL von https://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/2517-boden-und-klima.pdf mit dem Hochlade-Assistenten hochgeladen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=={{int:filedesc}}==&lt;br /&gt;
{{Information&lt;br /&gt;
|description={{de|1=Treibhausgas emissionen}}&lt;br /&gt;
|date=2025-05-28&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=={{int:license-header}}==&lt;br /&gt;
{{cc-by-sa-4.0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fichier chargé avec l&#039;assistant UploadWizard]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
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		<updated>2025-05-28T08:04:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): ein Werk von FiBL von https://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/2517-boden-und-klima.pdf mit dem Hochlade-Assistenten hochgeladen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=={{int:filedesc}}==&lt;br /&gt;
{{Information&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
=={{int:license-header}}==&lt;br /&gt;
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		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
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		<id>https://de.tripleperformance.ag/index.php?title=Klimawirkung_der_biologischen_Landwirtschaft&amp;diff=9332</id>
		<title>Klimawirkung der biologischen Landwirtschaft</title>
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		<updated>2025-05-28T08:04:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Klima, Boden&lt;br /&gt;
| Image= Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat  1.jpg&lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft spielt im Klimawandel eine bedeutende Rolle. Als Verursacherin von Klimagasen trägt sie einerseits zur globalen Erwärmung bei, verfügt aber andererseits auch über ein grosses Potenzial zur Minderung des Klimawandels. Gleichzeitig wird die Landwirtschaft durch die negativen Auswirkungen der Klimaveränderungen belastet.Der Biolandbau stellt eine Möglichkeit zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel dar. Biologisch bewirt-schaftete Böden geben weniger klimaschädliches Lachgas ab als konventionell bewirtschaftete Äcker. Die vielfältigeren und aktiveren Mikroorganismen in den Bioböden können zudem zu einer besseren Anpassungsfähigkeit der Biokul-turen an klimatisch bedingte Stresssituationen beitragen. Mit der Humuswirtschaft können Biobetriebe den im Boden gespeicherten Kohlenstoff erhalten und steigern. Reduzierte Bodenbearbeitung kann zu einer zusätzlichen Anreicherung von Kohlenstoff im Boden führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Landwirtschaft – wichtige Akteurin im Klimawandel==&lt;br /&gt;
===Anstieg des Kohlenstoffs in der Luft===&lt;br /&gt;
Der Kohlenstoff in der Atmosphäre ist neben anderen Treibhausgasen (THG) dafür verantwortlich, dass auf der Erde eine mittlere Jahrestemperatur von +15 °C herrscht und das Leben in der bekannten Form möglich ist. Je mehr THG vorhanden sind, desto mehr erwärmen sich die Erdoberfläche und die Atmosphäre. In den letzten 250 Jahren führte der menschengemachte Ausstoss von THG zu einem Anstieg der atmos phärischen CO₂Konzentration  von  280 ppm  auf  aktuell 405 ppm. Damit einher geht eine Steigerung der durchschnittlichen globalen Jahrestemperatur um 1 °C (bis 2017). In der Schweiz verzeichnen wir im gleichen Zeitraum sogar einen Anstieg um 2 °C !&lt;br /&gt;
===Hohe Emissionen der Landwirtschaft===&lt;br /&gt;
Direkt verursacht die Landwirtschaft weltweit 11,2 % der THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;Tubiello et al. (2015). The Contribution of Agriculture, Forestry and other Land Use activities to Global Warming, 1990-2012. Global Change Biology 21, 2655-2660.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Rechnet man aber die Emissionen hinzu, die für die Bereitstellung der landwirtschaftlichen Betriebsmittel wie chemische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel, sowie die Emissionen, die durch Rodungen von Urwald zur Futtermittelerzeugung verursacht werden, stam-men 21 % bis 37 % der weltweiten THG-Emissio-nen aus der Landwirtschaft, bzw. aus dem globalen Ernährungssystem&amp;lt;ref&amp;gt;IPCC, (2019). Climate Change and Land Summary for Policymakers.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 2018 lag der Anteil der Landwirtschaft in der Schweiz bei 12,8 % der gesamten THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;FOEN (2020). Switzerland’s Greenhouse Gas Inventory 1990–2018: National Inventory Report and reporting tables (CRF). Submission of April 2020 under the United Nations Framework Convention on Climate Change and under the Kyoto Protocol. Federal Office for the Environment, Bern.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Abb. 2 auf Seite 3 zeigt die Verteilung der Emissionen der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2015&amp;lt;ref&amp;gt;AgroCleanTech, (2019). Übersicht der landwirtschaftlichen Treibhausgase inkl. Vorleistungen, Treibund Brennstoffen und Bodenkohlen stoff (LULUC) 2015. &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.agrocleantech.ch/images/Klimaschutz/Treibhausgasemissionen_Landwirtschaft/&amp;lt;/nowiki&amp;gt; THG_2015_Kreisdiagramm_gross.png.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Grafik berück-sichtigt auch die Emissionen, die durch Landnut-zungsänderungen, Treib- und Brennstoffe, sowie die Vorleistungen zur Produktion von Düngemit-teln etc. verursacht werden. Dem Sektor Landwirt-schaft werden offiziell nur die grünen Bereiche zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Treibhausgase ====&lt;br /&gt;
Die wichtigsten THG der Erdatmosphäre sind Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2), Ozon (O3), Methan (CH4) und Lachgas (N2O). CO2, CH4 und N2O sind die THG, die durch menschliche Aktivitäten stark beeinflusst werden, während die Konzentrationen von Wasserdampf und Ozon langfristig stabil sind, bzw. nur indirekt durch den Menschen beeinflusst werden. Von den globalen THGEmissionen aus der Landwirtschaft entfallen 46 % auf N2O, 45 % auf CH4 und 9 % auf CO2. &lt;br /&gt;
Fluorkohlenwasserstoffe sind die einzigen THG, die nur durch menschliche Aktivität erzeugt werden. Sie kommen nur in geringen Konzentrationen in der Atmosphäre vor, haben aber aufgrund ihres extrem hohen Erwärmungspotentials (bis zu 14 800 mal höher als CO2) einen deutlichen Einfluss auf das Klima. CO2 stammt aus Abbau und Veratmungsprozessen der lebenden Biomasse sowie aus Verbrennungen im Rahmen menschlichen Aktivitäten; CH4 vornehmlich aus Abbauprozessen in Böden unter Luftabschluss (Nassreisanbau und Moorgebiete) und aus anaeroben Prozessen in den Mägen von Wiederkäuern, und N2O entsteht insbesondere während und kurz nach der Ausbringung von stickstoffhaltigen (Hof)düngern.&lt;br /&gt;
==== CO2Äquivalente ====&lt;br /&gt;
Die verschiedenen THG CO2, CH4 und N2O haben unterschiedliche Erwärmungspotenziale. Damit man die Wirksamkeit aller THG vergleichen kann und weil CO2, über alle Sektoren hinweg das mit Abstand wichtigste THG ist, wird dessen Potenzial gleich 1 gesetzt. Demnach hat CH4 ein 24fach und N2O ein 298fach höheres Potenzial zur Erwärmung der Atmosphäre als CO2. Die unterschiedliche Lebensdauer der THG in der Atmosphäre wird in dieser Potenzialberechnung auch berücksichtigt. &lt;br /&gt;
==== Gigatonne (Gt) ====&lt;br /&gt;
Gigatonne ist eine weitverbreitete Einheit für THGMengen. Eine Gigatonne sind 1.000.000.000 Tonnen (1 Milliarde) und entspricht 1×1015 Gramm oder 1 Billiarde Gramm. Ein anderer Begriff für die gleiche Grössenordnung ist 1 Petagramm (Pg). Wir verwenden die Begriffe Humus und organische Bodensubstanz (OBS) synonym, baiserend auf dem gemessenen organischen Kohlenstoffgehalt des Bodens multipliziert mit 1.72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Kohlenstoffkreislaufs .jpg|Légende=Abb. 1 :  Vereinfachte Darstellung des globalen Kohlenstoffkreislaufs.&lt;br /&gt;
Humusauf- und -abbau spielen in den für das Klima relevanten Kohlenstoffflüssen eine wesentliche Rolle. Der CO2-Gehalt der  Atmosphäre nimmt zurzeit jährlich um 3,3 Gt C zu. Der C-Austausch mit den Karbonatgesteinen, dem mit Abstand größten Kohlenstoffspeicher, geht wesentlich langsamer und ist deshalb hier nicht aufgeführt. Quelle: Grafik nach Heinz Flessa angepasst durch FiBL, Daten IPCC}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Boden – ein wichtiger CO2-Speicher ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2018 wurden weltweit, vor allem durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern, 34 Gi-gatonnen CO₂-Äquivalente emittiert. Diese jähr-lichen Emissionen sind im Kontext des globalen Kohlenstoffkreislaufs eigentlich gering (Abb. 1 auf Seite 2). Insgesamt befinden sich nämlich 75 Mio. Gigatonnen Kohlenstoff auf der Erde. Davon ist je-doch der grösste Anteil (99,94 %) in Kalkgesteinen gebunden. Nur 0,05 % sind in den Ozeanen und 0,0037 % in Böden gebunden. Böden enthalten dop-pelt so viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre und die terrestrische Biomasse zusammen, die jeweils 0,001 % ausmachen (Abb. 1). Um die Emissionen aus den verschiedenen Quellen und Treibhausga-sen zu vergleichen, wird CO₂ als einheitliche Wäh-rung verwendet und oft als CO₂-Äquivalent (CO₂-eq.) ausgedrückt. Der Mensch kann nur die Kohlenstoffgehalte von Atmosphäre, Boden und Vegetation beeinflus-sen. In diesem Zusammenhang spielt die Landwirt-schaft eine wichtige Rolle, um den Klimawandel abzumildern. Durch die Anreicherung von Humus kann der Boden Kohlenstoff speichern. Kleine Än-derungen der Kohlenstoffmenge im Boden haben grosse Auswirkungen aufs Klima. Darüber hinaus hält die Landwirtschaft aber noch weitere Optionen bereit, welche die Dynamik des menschengemachten Klimawandels beeinflus-sen können. Die landwirtschaftliche Produktion könnte dadurch an den Wandel angepasst werden und handlungsfähig bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biolandbau: nachweislich klimafreundlich ==&lt;br /&gt;
Langzeitversuche wie der DOKVersuch in Therwil / CH, der Bodenbearbeitungsversuch in Frick /CH, sowie Literaturstudien (MetaAnalysen) und Ergebnisse aus dem EU Horizon 2020Projekt iSQAPER, wie auch Betriebsvergleiche von Agroscope, lassen bezüglich der Klimawirkung des Biolandbaus folgenden Schlüsse zu: &lt;br /&gt;
* Biologisch wirtschaftende Betriebe mit Kleegrasanbau, Mist und Gülle aus der Viehhaltung bieten gute Voraussetzungen für die Erhaltung oder Steigerung des Humusgehaltes im Boden. &lt;br /&gt;
* Reduzierte Bodenbearbeitung kann auch im biologischen Landbau die Humusmenge im Boden zusätzlich erhöhen. &lt;br /&gt;
* Dank niedrigeren Stickstoffgaben und einer besseren Bodenfruchtbarkeit sind die Lachgasemissionen im Biolandbau um 40 % tiefer als im konventionellen Anbau. &lt;br /&gt;
* Dank vielfältigeren und aktiveren mikrobiellen Gemeinschaften im Boden mineralisieren biologisch bewirtschaftete Böden bei Trockenstress effizienter Stickstoff und sind somit besser an den Klimawandel angepasst. &lt;br /&gt;
* Pro Ernteeinheit benötigten die biologischen Anbauverfahren im DOKVersuch 19 % weniger Energie als die konventionellen Verfahren. Bezogen auf die Fläche waren es sogar 30–50 % weniger.&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Treibhausgas emissionen.jpg|Légende=Abb. 2 :  Komplette, sektorenübergreifende Treibhausgasemissionen der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2015}}{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 2.jpg|Légende=Der Biolandbau trägt mit dem Aufbau des Humusgehaltes im Boden aktiv zur Verbesserung der Fruchtbarkeit, Wasserhaltekapazität und Struktur des Bodens bei. Er sichert damit die langfristige Leistungsfähigkeit der Böden, verbessert das Wasserangebot für die Kulturen und reduziert Bodenverluste durch Erosion}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höhere Kohlenstoffbindung im Humus===&lt;br /&gt;
In einer umfassenden Literaturstudie konnte gezeigt werden, dass biologisch bewirtschaftete Böden 170 kg bis 450 kg mehr Kohlenstoff pro Hektar und Jahr im Humus speichern als konventionell bewirtschaftete Böden&amp;lt;ref&amp;gt;Gattinger et al. (2012). Enhanced top soil carbon stocks under organic farming. Proceedings of the National Academy of Science, 109: 18226-18231.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Unterschied resultiert vor allem aus dem mehrjährigen Anbau von Kleegras und der organischen Düngung. Ein höherer Humusgehalt im Boden erhöht die Wasserinfiltration und speicherfähigkeit des Bodens, sowie die Stabilität der Bodenaggregate, was auch der Erosion von Böden vorbeugt&amp;lt;ref&amp;gt;Bünemann, et al. (2018). Soil quality – A critical review. Soil Biology and Biochemistry 120, 105-125.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ausserdem verbessert der dynamische Teil des Humus über biologische Mechanismen die Pflanzengesundheit&amp;lt;ref&amp;gt;Bongiorno et al. (2019a). Sensitivity of labile carbon fractions to tillage and organic matter management and their potential as com-prehensive soil quality indicators across pedoclimatic conditions in Europe. Ecological Indicators 99, 38-50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bongiorno et al. (2019b). Soil suppressiveness to Pythium ultimum in ten European long-term field experiments and its relation with soil parameters. Soil Biology &amp;amp;amp;amp; Biochemistry 133, 174-187.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Analysen von 2000 Bodenproben in der 40jährigen Laufzeit des DOKVersuchs bei Basel, dem weltweit bisher längsten Vergleichsversuch zwischen biologischen und konventionellen Anbausystemen&amp;lt;ref&amp;gt;Mäder et al. (2002). Soil fertility and biodiversity in organic farming. Science 296, 1694-1697.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Fliessbach et al. (2007). Soil organic matter and biological soil quality indicators after 21 years of organic and conventional farming. Agriculture Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 118, 273-284.&amp;lt;/ref&amp;gt;, zeigen, dass: &lt;br /&gt;
*der Humusgehalt bei biologischdynamischem Anbau mit Kompostanwendung leicht ansteigt.&lt;br /&gt;
*der Humusgehalt im konventionellen Anbau mit rein mineralischer Düngung deutlich abnimmt.&lt;br /&gt;
*die Humusgehalte im konventionellen Anbau mit gemischt organischer und mineralischer Düngung und im organischbiologischen Anbau annähernd stabil bleiben.Die in den biologischen Systemen über sechs Fruchtfolgeperioden und alle Kulturen gemittelten und im Vergleich zum konventionellen System um 20 % geringeren Erträge, werden mit deutlich geringerem Düngemitteleinsatz und ohne chemischsynthetische Pestizide erzielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reduzierte Bodenbearbeitung als Potenzial===&lt;br /&gt;
Auf den Pflug zu verzichten, ist nicht nur aus Gründen des Bodenschutzes gut; reduzierte Bodenbearbeitung hat auch Potenzial zum Klimaschutz. Ein weitgehender Ersatz des tiefen Pflügens durch flachere und meist nichtwendende Bodenbearbeitung im Biolandbau kann den Humusgehalt deutlich über das Niveau der biologischen Bewirtschaftung mit Pflug heben&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Cooper et al. (2016). Shallow non-inversion tillage in organic farming maintains crop yields and increases soil C stocks: a me-ta-analysis. Agronomy for Sustainable Development, 36: 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im 13jährigen Bodenbearbeitungsversuch des FiBL in Frick konnte der Humusgehalt in den oberen 50 cm um 8 % erhöht werden. Über die gesamte Laufzeit des Versuchs stieg der Humusgehalt unter reduzierter Bodenbearbeitung bei gleichbleibenden Treibhausgasemissionen um rund 700 kg C pro Hektar und Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;Krauss et al. (2017). Impact of reduced tillage on greenhouse gas emissions and soil carbon stocks in an organic grass-clover ley winter wheat cropping sequence. Agriculture Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 239, 324-333.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Krauss et al. (2020). Enhanced soil quality with reduced tillage and solid manures in organic farming – a synthesis of 15 years. Scienti-fic Reports volume 10, Article&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Studie zu Untersuchungen auf 60 Betrieben im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «NFP 68 Ressource Boden», bei denen Flächen von Biobetrieben mit Flächen von konventionellen und NotillBetrieben verglichen wurden, zeigen, dassdie biologische Bewirtschaftung den Humusaufbau ebenso gut fördert wie Notill unter konventioneller Bewirtschaftung&amp;lt;ref&amp;gt;Büchi, L., Walder, F., Banerjee, S., Colombi, T., van der Heijden, M.G.A., Keller, T., Charles, R., Six, J., 2022. Pedoclimatic factors and management determine soil organic carbon and aggregation in farmer fields at a regional scale. Geoderma 409, 115632.&amp;lt;/ref&amp;gt;. NotillBetriebe verzichten komplett auf den Pflug, bekämpfen das Unkraut aber chemisch mit Round up, einem glyphosathaltigen Herbizid. Im Vergleich zu den Notill und konventionellen Betrieben weisen die Felder der Biobetriebe ein aktiveres und komplexeres Bodenleben auf&amp;lt;ref&amp;gt;Banerjee et al. (2019). Agricultural intensification reduces microbial network complexity and the abundance of keystone taxa in roots. The ISME journal, doi.org/10.1038/s41396-019-0383-2.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 3.jpg|Légende=Im direkten Vergleich: links traditionelle Bodenbearbeitung mit dem Pflug und rechts reduzierte Bodenbearbeitung mit dem Grubber.}}{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 4.jpg|Légende=Der Humusgehalt im Boden kann sowohl durch eine biologischdynamische Bewirtschaftung als auch durch reduzierte Bodenbearbeitung gesteigert werden.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Niedrigere Lachgasemissionen im Biolandbau===&lt;br /&gt;
Eine Auswertung der weltweit verfügbaren Literatur über N₂OEmissionen im Feld zeigt, dass biologisch bewirtschaftete Böden zwar pro Fläche weniger N₂O ausstossen als konventionell bewirtschaftete Böden, pro Ertragseinheit aber leicht mehr&amp;lt;ref&amp;gt;Skinner et al. (2014). Greenhouse gas fluxes from agricultural soils under organic and non-organic management — A global meta-analy-sis. Science of The Total Environment, 468–469: 553-563.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Metaanalyse zur Folge würde ein Mehrertrag von 9 % in der biologischen Produktion ausreichen, um die ertragsbezogenen N₂OEmissionen auf das Niveau der konventionellen Produktion zu reduzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Studie des FiBL im 40jährigen DOKVersuch [16] zeigt, dass biologisch und biodynamisch bewirtschaftete Böden flächenbezogen im Mittel 40 % geringere N₂OEmissionen aufweisen als konventionell bewirtschaftete Böden. Die Gründe dafür sind eine geringere NDüngung und eine bessere Bodenqualität in den biologischen Anbauverfahren. Besonders niedrig sind die N₂O Emissionen im biodynamischen Anbau. Dort wurden im Vergleich zum konventionellen Anbau auch ertragsbezogen ein Drittel weniger N₂O Emissionen gemessen&amp;lt;ref&amp;gt;Skinner et al. (2019). The impact of long-term organic farming on soil-derived greenhouse gas emissions. Scientific reports, 9(1), 1702.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 5.jpg|Légende=Bestimmung der Treibhausgasemissionen im Ackerbau. Mithilfe von manuellen Kammern, die regelmässig auf einen im Boden versenkten Ring montiert werden, können die vom Boden emittiertenTreibhausgase gesammelt, nach einer kurzen Zeit mit einer Spritze entnommen (Bild) und anschliessend im Labor an einem Gaschromatographen gemessen werden.|Alignement=Right}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bessere Anpassungsfähigkeit von Bioböden===&lt;br /&gt;
Der Klimawandel bringt wahrscheinlich mehr Starkregenereignisse und Trockenperioden mit sich. Forschungsergebnisse des FiBL zeigen, dass biologisch bewirtschaftete Böden besser an diese Herausforderungen angepasst sind als konventionelle.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So weisen die Bioböden im DOKVersuch infolge der höheren Humusgehalte eine bessere Aggregatstabilität auf&amp;lt;ref&amp;gt;Siegrist et al. (1998). Does organic agriculture reduce soil erodibility? The results of a long-term field study on loess in Switzerland. Agriculture, Ecosystems and Environment 69, 253-264.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dadurch sind diese Böden besser gegen Erosion infolge von Starkregenereignissen geschützt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Literaturstudie wurde nachgewiesen, dass die mikrobielle Aktivität in biologisch bewirtschafteten Böden deutlich höher ist als in konventionell bewirtschafteten, unter anderem auch in Bezug auf die Proteaseaktivität&amp;lt;ref&amp;gt;Lori et al. (2017). Organic farming enhances soil microbial abundance and activity – A meta-analysis and meta-regression. PloS one 12, e0180442.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Protease ist ein Enzym, welches den ersten Schritt in der Mineralisierung von organisch gebundenem Stickstoff katalysiert. In einem Topfexperiment mit Böden aus dem DOKVersuch konnten Forschende vom FiBL zeigen, dass die Böden aus dem biologischorganischen Anbau bei Trockenheit 30 % mehr Stickstoff aus einer Gründüngung mineralisierten als die Böden im konventionellen Anbau&amp;lt;ref&amp;gt;Lori et al. (2018). Distinct nitrogen provisioning from organic amendments in soil as influenced by farming system and water regime. Frontiers in Environmental Science, 1-14.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dabei konnte die bessere Mineralisierungsleistung auf eine erhöhte Vielfalt der Mikroorganismen in den biologisch bewirtschafteten Böden zurückgeführt werden. Eine kürzlich publizierte Studie bestätigt : Extensive Bewirtschaftung führt dank vielfältigeren mikrobiellen Gemeinschaften zu einer besseren Anpassung an Trockenstress in Acker und Grasländern&amp;lt;ref&amp;gt;Lori et al. (2020). Compared to conventional, ecological intensive management promotes beneficial proteolytic soil microbial commu-nities for agro-ecosystem functioning under climate change-induced rain regimes. Scientific Reports volume 10, Article number: 7296&amp;lt;/ref&amp;gt;. Weitere FiBLStudien haben gezeigt, dass bakterielle und pilzliche Impfmittel insbesondere im mediterranen und trockenen subtropischen Klima die Erträge in lowinput Systemen deutlich steigern konnten&amp;lt;ref&amp;gt;Mäder et al. (2011). Inoculation of root microorganisms for sustainable wheat–rice and wheat–black gram rotations in India. Soil Biology and Biochemistry, 43(3), pp.609-619.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Schütz et al. (2018). Improving crop yield and nutrient use efficiency via biofertilization—A global meta-analysis. Frontiers in plant science, 8, p.2204.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Mathimaran et al. (2020). Intercropping transplanted pigeon pea with finger millet: Arbuscular mycorrhizal fungi and plant growth promoting rhizobacteria boost yield while reducing fertilizer input. Frontiers in Sustainable Food Systems, 4, p.88.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höhere Energieeffizienz der Bioproduktion===&lt;br /&gt;
Die Effizienz der Nutzung vorhandener Ressourcen ist ein wichtiger Indikator für die Nachhaltigkeit eines Produktionssystems. Zur Berechnung der Energieeffizienz wird neben den direkten Energiebeiträgen (z. B. Treibstoff für Traktoren) auch die indirekte Energie berücksichtigt, die zur Erzeugung der zugekauften Produktionsmittel (z. B. Dünger oder Pflanzenschutzmittel) benötigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biologische Anbaumethoden im DOKVersuch brauchen zwar etwas mehr Energie für Infrastruktur und Maschinen als die konventionelle Bewirtschaftung (z. B. für maschinelles Hacken und Striegeln), dafür jedoch deutlich weniger Energie für Dünger und Pestizide. Im Mittel von 20 Jahren brauchten die biologischen Verfahren pro Ernteeinheit 19 % weniger Energie&amp;lt;ref&amp;gt;Nemecek et al. (2011). Life cycle assessment of Swiss farming systems: I. Integrated and organic farming. Agricultural systems, 104(3), 217-232.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auf die Fläche bezogen waren es 30–50 % weniger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 6.jpg|Légende=Bioböden mit einem höheren Humusgehalt und einer verbesserten Aggregatstabilität können besser mit durch Kimawandel hervorgerufenen Extremwetterreignissen umgehen. Konventionell bewirtschaftete Parzelle ohne Mistgabe des DOK-Langzeitversuchs.}}{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 7.jpg|Légende=Bioböden mit einem höheren Humusgehalt und einer verbesserten Aggregatstabilität können besser mit durch Kimawandel hervorgerufenen Extremwetterreignissen umgehen. Bio-dynamisch bewirtschaftete Parzelle mit Kompostmistgabe aus demselben Versuch.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schlussfolgerungen==&lt;br /&gt;
===Klimamindernde Potenziale besser nutzen===&lt;br /&gt;
Als Schlussfolgerung ergibt sich, dass durch die biologische Bewirtschaftung der Böden die Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Klima vermindert werden und dass biologische Anbausysteme besser an den Klimawandel angepasst sind.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reduzierte Bodenbearbeitung unter Biobedingungen (ohne Herbizide) ist eine Perspektive, um den Biolandbau noch klimaschonender zu machen. Intensive Forschung ist aber nötig, um die Unkrautregulierung noch effizienter zu gestalten&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Armengot et al. (2015). Long-term feasibility of reduced tillage in organic farming. Agronomy for Sustainable Development, 35(1), 339-346.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein grosses Potenzial liegt insbesondere in den Techniken der Präzisionslandwirtschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der relative Vorteil der Biolandwirtschaft in Bezug auf die Klimawirkung hängt neben der Stickstoffdüngung stark von der Flächenproduktivität ab. Hier weist der Biolandbau aufgrund der geringeren Erträge einen höheren Flächenbedarf auf. Deshalb ist die Weiterentwicklung der Biolandwirtschaft durch verbesserte Sorten (Züchtung), einen effektiveren biologischen Pflanzenschutz und die Rezyklierung von Nährstoffen aus urbanen Gebieten wie Kompost und Biogärgut zentral. FiBL Forschende haben zudem gezeigt, dass eine Ausweitung der Biolandwirtschaft ökologisch grosse Vorteile bringt, weil bestehendes Ackerland besser vor Erosion geschützt wird. Weltweit gehen jährlich 10 Mio. Hektar Ackerland durch Wind und Wassererosion endgültig verloren. Eine weitere Ausdehnung der Biolandwirtschaft ist deshalb auch wichtig für den Bodenschutz&amp;lt;ref&amp;gt;Bai et al. (2018). „Effects of agricultural management practices on soil quality: A review of long-term experiments for Europe and China.“ Agriculture, Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 265: 1-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen effektiven Bodenschutz braucht es aber weitere Massnahmen, wie z. B. geringere Lebens mittelverluste und weniger Futterproduktion in Form von Getreide, Mais und Soja auf dem Acker (bzw. einen geringeren Fleischkonsum), um die globale Ackerfläche bei gesteigerter Biolandwirtschaft nicht ausdehnen zu müssen&amp;lt;ref&amp;gt;Muller et al. (2017). Strategies for feeding the world more sustainably with organic agriculture. Nature communications, 8(1), 1290.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Insgesamt betrachtet leistet die biologische Landwirtschaft bereits jetzt einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Klimas und ist zudem besser an den stattfindenden Klimawandel angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Noch offene Fragen===&lt;br /&gt;
In mehreren Bereichen besteht noch Bedarf nach wissenschaftlicher Abklärung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bereich Humus und Bodenqualität laufen aktuell Projekte zur Stabilisierung des Humus, zur optimalen Düngung für den Humusaufbau und den optimalen Humusgehalt eines bestimmten Bodens unter Berücksichtigung der Pflanzenernährung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bereich THG-Emissionen besteht Bedarf an Emissionsmessungen über gesamte Fruchtfolgen und während der Hofdüngerlagerung und ausbringung, sowie zur Methanproduktion in der Tierhaltung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im politischen Bereich wird über die optimalen Werkzeuge zur Förderung der Landwirtschaft vor dem Hintergrund von Ernährungssicherheit, Klimaschutz, Biodiversität und Ressourceneffizienz geforscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat 8.jpg|Légende=FiBL Forschung: Ausbringung von Hofdünger im Bodenbearbeitungsversuch in Frick. Die THG-Emissionen werden zu Ereignissen gemessen, bei denen Emissionsspitzen zu erwarten sind.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Originalartikel ==&lt;br /&gt;
Lukas Pfiffner ([[FiBL]]), 2023, &#039;&#039;Boden und Klima - Klimawirkung der biologischen Bodenbewirtschaftung.&#039;&#039; Verfügbar am : https://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/2517-boden-und-klima.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://de.tripleperformance.ag/index.php?title=Klimawirkung_der_biologischen_Landwirtschaft&amp;diff=9331</id>
		<title>Klimawirkung der biologischen Landwirtschaft</title>
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		<updated>2025-05-28T07:27:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Klima, Boden&lt;br /&gt;
| Image= Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat  1.jpg&lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft spielt im Klimawandel eine bedeutende Rolle. Als Verursacherin von Klimagasen trägt sie einerseits zur globalen Erwärmung bei, verfügt aber andererseits auch über ein grosses Potenzial zur Minderung des Klimawandels. Gleichzeitig wird die Landwirtschaft durch die negativen Auswirkungen der Klimaveränderungen belastet.Der Biolandbau stellt eine Möglichkeit zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel dar. Biologisch bewirt-schaftete Böden geben weniger klimaschädliches Lachgas ab als konventionell bewirtschaftete Äcker. Die vielfältigeren und aktiveren Mikroorganismen in den Bioböden können zudem zu einer besseren Anpassungsfähigkeit der Biokul-turen an klimatisch bedingte Stresssituationen beitragen. Mit der Humuswirtschaft können Biobetriebe den im Boden gespeicherten Kohlenstoff erhalten und steigern. Reduzierte Bodenbearbeitung kann zu einer zusätzlichen Anreicherung von Kohlenstoff im Boden führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Landwirtschaft – wichtige Akteurin im Klimawandel==&lt;br /&gt;
===Anstieg des Kohlenstoffs in der Luft===&lt;br /&gt;
Der Kohlenstoff in der Atmosphäre ist neben anderen Treibhausgasen (THG) dafür verantwortlich, dass auf der Erde eine mittlere Jahrestemperatur von +15 °C herrscht und das Leben in der bekannten Form möglich ist. Je mehr THG vorhanden sind, desto mehr erwärmen sich die Erdoberfläche und die Atmosphäre. In den letzten 250 Jahren führte der menschengemachte Ausstoss von THG zu einem Anstieg der atmos phärischen CO₂Konzentration  von  280 ppm  auf  aktuell 405 ppm. Damit einher geht eine Steigerung der durchschnittlichen globalen Jahrestemperatur um 1 °C (bis 2017). In der Schweiz verzeichnen wir im gleichen Zeitraum sogar einen Anstieg um 2 °C !&lt;br /&gt;
===Hohe Emissionen der Landwirtschaft===&lt;br /&gt;
Direkt verursacht die Landwirtschaft weltweit 11,2 % der THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;Tubiello et al. (2015). The Contribution of Agriculture, Forestry and other Land Use activities to Global Warming, 1990-2012. Global Change Biology 21, 2655-2660.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Rechnet man aber die Emissionen hinzu, die für die Bereitstellung der landwirtschaftlichen Betriebsmittel wie chemische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel, sowie die Emissionen, die durch Rodungen von Urwald zur Futtermittelerzeugung verursacht werden, stam-men 21 % bis 37 % der weltweiten THG-Emissio-nen aus der Landwirtschaft, bzw. aus dem globalen Ernährungssystem&amp;lt;ref&amp;gt;IPCC, (2019). Climate Change and Land Summary for Policymakers.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 2018 lag der Anteil der Landwirtschaft in der Schweiz bei 12,8 % der gesamten THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;FOEN (2020). Switzerland’s Greenhouse Gas Inventory 1990–2018: National Inventory Report and reporting tables (CRF). Submission of April 2020 under the United Nations Framework Convention on Climate Change and under the Kyoto Protocol. Federal Office for the Environment, Bern.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Abb. 2 auf Seite 3 zeigt die Verteilung der Emissionen der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2015&amp;lt;ref&amp;gt;AgroCleanTech, (2019). Übersicht der landwirtschaftlichen Treibhausgase inkl. Vorleistungen, Treibund Brennstoffen und Bodenkohlen stoff (LULUC) 2015. &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.agrocleantech.ch/images/Klimaschutz/Treibhausgasemissionen_Landwirtschaft/&amp;lt;/nowiki&amp;gt; THG_2015_Kreisdiagramm_gross.png.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Grafik berück-sichtigt auch die Emissionen, die durch Landnut-zungsänderungen, Treib- und Brennstoffe, sowie die Vorleistungen zur Produktion von Düngemit-teln etc. verursacht werden. Dem Sektor Landwirt-schaft werden offiziell nur die grünen Bereiche zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Treibhausgase ====&lt;br /&gt;
Die wichtigsten THG der Erdatmosphäre sind Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2), Ozon (O3), Methan (CH4) und Lachgas (N2O). CO2, CH4 und N2O sind die THG, die durch menschliche Aktivitäten stark beeinflusst werden, während die Konzentrationen von Wasserdampf und Ozon langfristig stabil sind, bzw. nur indirekt durch den Menschen beeinflusst werden. Von den globalen THGEmissionen aus der Landwirtschaft entfallen 46 % auf N2O, 45 % auf CH4 und 9 % auf CO2. &lt;br /&gt;
Fluorkohlenwasserstoffe sind die einzigen THG, die nur durch menschliche Aktivität erzeugt werden. Sie kommen nur in geringen Konzentrationen in der Atmosphäre vor, haben aber aufgrund ihres extrem hohen Erwärmungspotentials (bis zu 14 800 mal höher als CO2) einen deutlichen Einfluss auf das Klima. CO2 stammt aus Abbau und Veratmungsprozessen der lebenden Biomasse sowie aus Verbrennungen im Rahmen menschlichen Aktivitäten; CH4 vornehmlich aus Abbauprozessen in Böden unter Luftabschluss (Nassreisanbau und Moorgebiete) und aus anaeroben Prozessen in den Mägen von Wiederkäuern, und N2O entsteht insbesondere während und kurz nach der Ausbringung von stickstoffhaltigen (Hof)düngern.&lt;br /&gt;
==== CO2Äquivalente ====&lt;br /&gt;
Die verschiedenen THG CO2, CH4 und N2O haben unterschiedliche Erwärmungspotenziale. Damit man die Wirksamkeit aller THG vergleichen kann und weil CO2, über alle Sektoren hinweg das mit Abstand wichtigste THG ist, wird dessen Potenzial gleich 1 gesetzt. Demnach hat CH4 ein 24fach und N2O ein 298fach höheres Potenzial zur Erwärmung der Atmosphäre als CO2. Die unterschiedliche Lebensdauer der THG in der Atmosphäre wird in dieser Potenzialberechnung auch berücksichtigt. &lt;br /&gt;
==== Gigatonne (Gt) ====&lt;br /&gt;
Gigatonne ist eine weitverbreitete Einheit für THGMengen. Eine Gigatonne sind 1.000.000.000 Tonnen (1 Milliarde) und entspricht 1×1015 Gramm oder 1 Billiarde Gramm. Ein anderer Begriff für die gleiche Grössenordnung ist 1 Petagramm (Pg). Wir verwenden die Begriffe Humus und organische Bodensubstanz (OBS) synonym, baiserend auf dem gemessenen organischen Kohlenstoffgehalt des Bodens multipliziert mit 1.72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Boden – ein wichtiger CO2-Speicher ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2018 wurden weltweit, vor allem durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern, 34 Gi-gatonnen CO₂-Äquivalente emittiert. Diese jähr-lichen Emissionen sind im Kontext des globalen Kohlenstoffkreislaufs eigentlich gering (Abb. 1 auf Seite 2). Insgesamt befinden sich nämlich 75 Mio. Gigatonnen Kohlenstoff auf der Erde. Davon ist je-doch der grösste Anteil (99,94 %) in Kalkgesteinen gebunden. Nur 0,05 % sind in den Ozeanen und 0,0037 % in Böden gebunden. Böden enthalten dop-pelt so viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre und die terrestrische Biomasse zusammen, die jeweils 0,001 % ausmachen (Abb. 1). Um die Emissionen aus den verschiedenen Quellen und Treibhausga-sen zu vergleichen, wird CO₂ als einheitliche Wäh-rung verwendet und oft als CO₂-Äquivalent (CO₂-eq.) ausgedrückt. Der Mensch kann nur die Kohlenstoffgehalte von Atmosphäre, Boden und Vegetation beeinflus-sen. In diesem Zusammenhang spielt die Landwirt-schaft eine wichtige Rolle, um den Klimawandel abzumildern. Durch die Anreicherung von Humus kann der Boden Kohlenstoff speichern. Kleine Än-derungen der Kohlenstoffmenge im Boden haben grosse Auswirkungen aufs Klima. Darüber hinaus hält die Landwirtschaft aber noch weitere Optionen bereit, welche die Dynamik des menschengemachten Klimawandels beeinflus-sen können. Die landwirtschaftliche Produktion könnte dadurch an den Wandel angepasst werden und handlungsfähig bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biolandbau: nachweislich klimafreundlich ==&lt;br /&gt;
Langzeitversuche wie der DOKVersuch in Therwil / CH, der Bodenbearbeitungsversuch in Frick /CH, sowie Literaturstudien (MetaAnalysen) und Ergebnisse aus dem EU Horizon 2020Projekt iSQAPER, wie auch Betriebsvergleiche von Agroscope, lassen bezüglich der Klimawirkung des Biolandbaus folgenden Schlüsse zu: &lt;br /&gt;
* Biologisch wirtschaftende Betriebe mit Kleegrasanbau, Mist und Gülle aus der Viehhaltung bieten gute Voraussetzungen für die Erhaltung oder Steigerung des Humusgehaltes im Boden. &lt;br /&gt;
* Reduzierte Bodenbearbeitung kann auch im biologischen Landbau die Humusmenge im Boden zusätzlich erhöhen. &lt;br /&gt;
* Dank niedrigeren Stickstoffgaben und einer besseren Bodenfruchtbarkeit sind die Lachgasemissionen im Biolandbau um 40 % tiefer als im konventionellen Anbau. &lt;br /&gt;
* Dank vielfältigeren und aktiveren mikrobiellen Gemeinschaften im Boden mineralisieren biologisch bewirtschaftete Böden bei Trockenstress effizienter Stickstoff und sind somit besser an den Klimawandel angepasst. &lt;br /&gt;
* Pro Ernteeinheit benötigten die biologischen Anbauverfahren im DOKVersuch 19 % weniger Energie als die konventionellen Verfahren. Bezogen auf die Fläche waren es sogar 30–50 % weniger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höhere Kohlenstoffbindung im Humus===&lt;br /&gt;
In einer umfassenden Literaturstudie konnte gezeigt werden, dass biologisch bewirtschaftete Böden 170 kg bis 450 kg mehr Kohlenstoff pro Hektar und Jahr im Humus speichern als konventionell bewirtschaftete Böden&amp;lt;ref&amp;gt;Gattinger et al. (2012). Enhanced top soil carbon stocks under organic farming. Proceedings of the National Academy of Science, 109: 18226-18231.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Unterschied resultiert vor allem aus dem mehrjährigen Anbau von Kleegras und der organischen Düngung. Ein höherer Humusgehalt im Boden erhöht die Wasserinfiltration und speicherfähigkeit des Bodens, sowie die Stabilität der Bodenaggregate, was auch der Erosion von Böden vorbeugt&amp;lt;ref&amp;gt;Bünemann, et al. (2018). Soil quality – A critical review. Soil Biology and Biochemistry 120, 105-125.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ausserdem verbessert der dynamische Teil des Humus über biologische Mechanismen die Pflanzengesundheit&amp;lt;ref&amp;gt;Bongiorno et al. (2019a). Sensitivity of labile carbon fractions to tillage and organic matter management and their potential as com-prehensive soil quality indicators across pedoclimatic conditions in Europe. Ecological Indicators 99, 38-50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bongiorno et al. (2019b). Soil suppressiveness to Pythium ultimum in ten European long-term field experiments and its relation with soil parameters. Soil Biology &amp;amp;amp;amp; Biochemistry 133, 174-187.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Analysen von 2000 Bodenproben in der 40jährigen Laufzeit des DOKVersuchs bei Basel, dem weltweit bisher längsten Vergleichsversuch zwischen biologischen und konventionellen Anbausystemen&amp;lt;ref&amp;gt;Mäder et al. (2002). Soil fertility and biodiversity in organic farming. Science 296, 1694-1697.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Fliessbach et al. (2007). Soil organic matter and biological soil quality indicators after 21 years of organic and conventional farming. Agriculture Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 118, 273-284.&amp;lt;/ref&amp;gt;, zeigen, dass: &lt;br /&gt;
*der Humusgehalt bei biologischdynamischem Anbau mit Kompostanwendung leicht ansteigt.&lt;br /&gt;
*der Humusgehalt im konventionellen Anbau mit rein mineralischer Düngung deutlich abnimmt.&lt;br /&gt;
*die Humusgehalte im konventionellen Anbau mit gemischt organischer und mineralischer Düngung und im organischbiologischen Anbau annähernd stabil bleiben.Die in den biologischen Systemen über sechs Fruchtfolgeperioden und alle Kulturen gemittelten und im Vergleich zum konventionellen System um 20 % geringeren Erträge, werden mit deutlich geringerem Düngemitteleinsatz und ohne chemischsynthetische Pestizide erzielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reduzierte Bodenbearbeitung als Potenzial===&lt;br /&gt;
Auf den Pflug zu verzichten, ist nicht nur aus Gründen des Bodenschutzes gut; reduzierte Bodenbearbeitung hat auch Potenzial zum Klimaschutz. Ein weitgehender Ersatz des tiefen Pflügens durch flachere und meist nichtwendende Bodenbearbeitung im Biolandbau kann den Humusgehalt deutlich über das Niveau der biologischen Bewirtschaftung mit Pflug heben&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Cooper et al. (2016). Shallow non-inversion tillage in organic farming maintains crop yields and increases soil C stocks: a me-ta-analysis. Agronomy for Sustainable Development, 36: 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im 13jährigen Bodenbearbeitungsversuch des FiBL in Frick konnte der Humusgehalt in den oberen 50 cm um 8 % erhöht werden. Über die gesamte Laufzeit des Versuchs stieg der Humusgehalt unter reduzierter Bodenbearbeitung bei gleichbleibenden Treibhausgasemissionen um rund 700 kg C pro Hektar und Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;Krauss et al. (2017). Impact of reduced tillage on greenhouse gas emissions and soil carbon stocks in an organic grass-clover ley winter wheat cropping sequence. Agriculture Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 239, 324-333.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Krauss et al. (2020). Enhanced soil quality with reduced tillage and solid manures in organic farming – a synthesis of 15 years. Scienti-fic Reports volume 10, Article&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Studie zu Untersuchungen auf 60 Betrieben im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «NFP 68 Ressource Boden», bei denen Flächen von Biobetrieben mit Flächen von konventionellen und NotillBetrieben verglichen wurden, zeigen, dassdie biologische Bewirtschaftung den Humusaufbau ebenso gut fördert wie Notill unter konventioneller Bewirtschaftung&amp;lt;ref&amp;gt;Büchi, L., Walder, F., Banerjee, S., Colombi, T., van der Heijden, M.G.A., Keller, T., Charles, R., Six, J., 2022. Pedoclimatic factors and management determine soil organic carbon and aggregation in farmer fields at a regional scale. Geoderma 409, 115632.&amp;lt;/ref&amp;gt;. NotillBetriebe verzichten komplett auf den Pflug, bekämpfen das Unkraut aber chemisch mit Round up, einem glyphosathaltigen Herbizid. Im Vergleich zu den Notill und konventionellen Betrieben weisen die Felder der Biobetriebe ein aktiveres und komplexeres Bodenleben auf&amp;lt;ref&amp;gt;Banerjee et al. (2019). Agricultural intensification reduces microbial network complexity and the abundance of keystone taxa in roots. The ISME journal, doi.org/10.1038/s41396-019-0383-2.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Niedrigere Lachgasemissionen im Biolandbau===&lt;br /&gt;
Eine Auswertung der weltweit verfügbaren Literatur über N₂OEmissionen im Feld zeigt, dass biologisch bewirtschaftete Böden zwar pro Fläche weniger N₂O ausstossen als konventionell bewirtschaftete Böden, pro Ertragseinheit aber leicht mehr&amp;lt;ref&amp;gt;Skinner et al. (2014). Greenhouse gas fluxes from agricultural soils under organic and non-organic management — A global meta-analy-sis. Science of The Total Environment, 468–469: 553-563.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Metaanalyse zur Folge würde ein Mehrertrag von 9 % in der biologischen Produktion ausreichen, um die ertragsbezogenen N₂OEmissionen auf das Niveau der konventionellen Produktion zu reduzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Studie des FiBL im 40jährigen DOKVersuch [16] zeigt, dass biologisch und biodynamisch bewirtschaftete Böden flächenbezogen im Mittel 40 % geringere N₂OEmissionen aufweisen als konventionell bewirtschaftete Böden. Die Gründe dafür sind eine geringere NDüngung und eine bessere Bodenqualität in den biologischen Anbauverfahren. Besonders niedrig sind die N₂O Emissionen im biodynamischen Anbau. Dort wurden im Vergleich zum konventionellen Anbau auch ertragsbezogen ein Drittel weniger N₂O Emissionen gemessen&amp;lt;ref&amp;gt;Skinner et al. (2019). The impact of long-term organic farming on soil-derived greenhouse gas emissions. Scientific reports, 9(1), 1702.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bessere Anpassungsfähigkeit von Bioböden===&lt;br /&gt;
Der Klimawandel bringt wahrscheinlich mehr Starkregenereignisse und Trockenperioden mit sich. Forschungsergebnisse des FiBL zeigen, dass biologisch bewirtschaftete Böden besser an diese Herausforderungen angepasst sind als konventionelle.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So weisen die Bioböden im DOKVersuch infolge der höheren Humusgehalte eine bessere Aggregatstabilität auf&amp;lt;ref&amp;gt;Siegrist et al. (1998). Does organic agriculture reduce soil erodibility? The results of a long-term field study on loess in Switzerland. Agriculture, Ecosystems and Environment 69, 253-264.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dadurch sind diese Böden besser gegen Erosion infolge von Starkregenereignissen geschützt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Literaturstudie wurde nachgewiesen, dass die mikrobielle Aktivität in biologisch bewirtschafteten Böden deutlich höher ist als in konventionell bewirtschafteten, unter anderem auch in Bezug auf die Proteaseaktivität&amp;lt;ref&amp;gt;Lori et al. (2017). Organic farming enhances soil microbial abundance and activity – A meta-analysis and meta-regression. PloS one 12, e0180442.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Protease ist ein Enzym, welches den ersten Schritt in der Mineralisierung von organisch gebundenem Stickstoff katalysiert. In einem Topfexperiment mit Böden aus dem DOKVersuch konnten Forschende vom FiBL zeigen, dass die Böden aus dem biologischorganischen Anbau bei Trockenheit 30 % mehr Stickstoff aus einer Gründüngung mineralisierten als die Böden im konventionellen Anbau&amp;lt;ref&amp;gt;Lori et al. (2018). Distinct nitrogen provisioning from organic amendments in soil as influenced by farming system and water regime. Frontiers in Environmental Science, 1-14.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dabei konnte die bessere Mineralisierungsleistung auf eine erhöhte Vielfalt der Mikroorganismen in den biologisch bewirtschafteten Böden zurückgeführt werden. Eine kürzlich publizierte Studie bestätigt : Extensive Bewirtschaftung führt dank vielfältigeren mikrobiellen Gemeinschaften zu einer besseren Anpassung an Trockenstress in Acker und Grasländern&amp;lt;ref&amp;gt;Lori et al. (2020). Compared to conventional, ecological intensive management promotes beneficial proteolytic soil microbial commu-nities for agro-ecosystem functioning under climate change-induced rain regimes. Scientific Reports volume 10, Article number: 7296&amp;lt;/ref&amp;gt;. Weitere FiBLStudien haben gezeigt, dass bakterielle und pilzliche Impfmittel insbesondere im mediterranen und trockenen subtropischen Klima die Erträge in lowinput Systemen deutlich steigern konnten&amp;lt;ref&amp;gt;Mäder et al. (2011). Inoculation of root microorganisms for sustainable wheat–rice and wheat–black gram rotations in India. Soil Biology and Biochemistry, 43(3), pp.609-619.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Schütz et al. (2018). Improving crop yield and nutrient use efficiency via biofertilization—A global meta-analysis. Frontiers in plant science, 8, p.2204.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Mathimaran et al. (2020). Intercropping transplanted pigeon pea with finger millet: Arbuscular mycorrhizal fungi and plant growth promoting rhizobacteria boost yield while reducing fertilizer input. Frontiers in Sustainable Food Systems, 4, p.88.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höhere Energieeffizienz der Bioproduktion===&lt;br /&gt;
Die Effizienz der Nutzung vorhandener Ressourcen ist ein wichtiger Indikator für die Nachhaltigkeit eines Produktionssystems. Zur Berechnung der Energieeffizienz wird neben den direkten Energiebeiträgen (z. B. Treibstoff für Traktoren) auch die indirekte Energie berücksichtigt, die zur Erzeugung der zugekauften Produktionsmittel (z. B. Dünger oder Pflanzenschutzmittel) benötigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biologische Anbaumethoden im DOKVersuch brauchen zwar etwas mehr Energie für Infrastruktur und Maschinen als die konventionelle Bewirtschaftung (z. B. für maschinelles Hacken und Striegeln), dafür jedoch deutlich weniger Energie für Dünger und Pestizide. Im Mittel von 20 Jahren brauchten die biologischen Verfahren pro Ernteeinheit 19 % weniger Energie&amp;lt;ref&amp;gt;Nemecek et al. (2011). Life cycle assessment of Swiss farming systems: I. Integrated and organic farming. Agricultural systems, 104(3), 217-232.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auf die Fläche bezogen waren es 30–50 % weniger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schlussfolgerungen==&lt;br /&gt;
===Klimamindernde Potenziale besser nutzen===&lt;br /&gt;
Als Schlussfolgerung ergibt sich, dass durch die biologische Bewirtschaftung der Böden die Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Klima vermindert werden und dass biologische Anbausysteme besser an den Klimawandel angepasst sind. &lt;br /&gt;
Reduzierte Bodenbearbeitung unter Biobedingungen (ohne Herbizide) ist eine Perspektive, um den Biolandbau noch klimaschonender zu machen. Intensive Forschung ist aber nötig, um die Unkrautregulierung noch effizienter zu gestalten&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Armengot et al. (2015). Long-term feasibility of reduced tillage in organic farming. Agronomy for Sustainable Development, 35(1), 339-346.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein grosses Potenzial liegt insbesondere in den Techniken der Präzisionslandwirtschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der relative Vorteil der Biolandwirtschaft in Bezug auf die Klimawirkung hängt neben der Stickstoffdüngung stark von der Flächenproduktivität ab. Hier weist der Biolandbau aufgrund der geringeren Erträge einen höheren Flächenbedarf auf. Deshalb ist die Weiterentwicklung der Biolandwirtschaft durch verbesserte Sorten (Züchtung), einen effektiveren biologischen Pflanzenschutz und die Rezyklierung von Nährstoffen aus urbanen Gebieten wie Kompost und Biogärgut zentral. FiBL Forschende haben zudem gezeigt, dass eine Ausweitung der Biolandwirtschaft ökologisch grosse Vorteile bringt, weil bestehendes Ackerland besser vor Erosion geschützt wird. Weltweit gehen jährlich 10 Mio. Hektar Ackerland durch Wind und Wassererosion endgültig verloren. Eine weitere Ausdehnung der Biolandwirtschaft ist deshalb auch wichtig für den Bodenschutz&amp;lt;ref&amp;gt;Bai et al. (2018). „Effects of agricultural management practices on soil quality: A review of long-term experiments for Europe and China.“ Agriculture, Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 265: 1-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen effektiven Bodenschutz braucht es aber weitere Massnahmen, wie z. B. geringere Lebens mittelverluste und weniger Futterproduktion in Form von Getreide, Mais und Soja auf dem Acker (bzw. einen geringeren Fleischkonsum), um die globale Ackerfläche bei gesteigerter Biolandwirtschaft nicht ausdehnen zu müssen&amp;lt;ref&amp;gt;Muller et al. (2017). Strategies for feeding the world more sustainably with organic agriculture. Nature communications, 8(1), 1290.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Insgesamt betrachtet leistet die biologische Landwirtschaft bereits jetzt einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Klimas und ist zudem besser an den stattfindenden Klimawandel angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Noch offene Fragen===&lt;br /&gt;
In mehreren Bereichen besteht noch Bedarf nach wissenschaftlicher Abklärung. &lt;br /&gt;
Im Bereich Humus und Bodenqualität laufen aktuell Projekte zur Stabilisierung des Humus, zur optimalen Düngung für den Humusaufbau und den optimalen Humusgehalt eines bestimmten Bodens unter Berücksichtigung der Pflanzenernährung. &lt;br /&gt;
Im Bereich THG-Emissionen besteht Bedarf an Emissionsmessungen über gesamte Fruchtfolgen und während der Hofdüngerlagerung und ausbringung, sowie zur Methanproduktion in der Tierhaltung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im politischen Bereich wird über die optimalen Werkzeuge zur Förderung der Landwirtschaft vor dem Hintergrund von Ernährungssicherheit, Klimaschutz, Biodiversität und Ressourceneffizienz geforscht.&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
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		<title>Klimawirkung der biologischen Landwirtschaft</title>
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		<updated>2025-05-28T07:18:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Klima, Boden&lt;br /&gt;
| Image= Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat  1.jpg&lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft spielt im Klimawandel eine bedeutende Rolle. Als Verursacherin von Klimagasen trägt sie einerseits zur globalen Erwärmung bei, verfügt aber andererseits auch über ein grosses Potenzial zur Minderung des Klimawandels. Gleichzeitig wird die Landwirtschaft durch die negativen Auswirkungen der Klimaveränderungen belastet.Der Biolandbau stellt eine Möglichkeit zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel dar. Biologisch bewirt-schaftete Böden geben weniger klimaschädliches Lachgas ab als konventionell bewirtschaftete Äcker. Die vielfältigeren und aktiveren Mikroorganismen in den Bioböden können zudem zu einer besseren Anpassungsfähigkeit der Biokul-turen an klimatisch bedingte Stresssituationen beitragen. Mit der Humuswirtschaft können Biobetriebe den im Boden gespeicherten Kohlenstoff erhalten und steigern. Reduzierte Bodenbearbeitung kann zu einer zusätzlichen Anreicherung von Kohlenstoff im Boden führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Landwirtschaft – wichtige Akteurin im Klimawandel==&lt;br /&gt;
===Anstieg des Kohlenstoffs in der Luft===&lt;br /&gt;
Der Kohlenstoff in der Atmosphäre ist neben anderen Treibhausgasen (THG) dafür verantwortlich, dass auf der Erde eine mittlere Jahrestemperatur von +15 °C herrscht und das Leben in der bekannten Form möglich ist. Je mehr THG vorhanden sind, desto mehr erwärmen sich die Erdoberfläche und die Atmosphäre. In den letzten 250 Jahren führte der menschengemachte Ausstoss von THG zu einem Anstieg der atmos phärischen CO₂Konzentration  von  280 ppm  auf  aktuell 405 ppm. Damit einher geht eine Steigerung der durchschnittlichen globalen Jahrestemperatur um 1 °C (bis 2017). In der Schweiz verzeichnen wir im gleichen Zeitraum sogar einen Anstieg um 2 °C !&lt;br /&gt;
===Hohe Emissionen der Landwirtschaft===&lt;br /&gt;
Direkt verursacht die Landwirtschaft weltweit 11,2 % der THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;Tubiello et al. (2015). The Contribution of Agriculture, Forestry and other Land Use activities to Global Warming, 1990-2012. Global Change Biology 21, 2655-2660.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Rechnet man aber die Emissionen hinzu, die für die Bereitstellung der landwirtschaftlichen Betriebsmittel wie chemische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel, sowie die Emissionen, die durch Rodungen von Urwald zur Futtermittelerzeugung verursacht werden, stam-men 21 % bis 37 % der weltweiten THG-Emissio-nen aus der Landwirtschaft, bzw. aus dem globalen Ernährungssystem&amp;lt;ref&amp;gt;IPCC, (2019). Climate Change and Land Summary for Policymakers.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 2018 lag der Anteil der Landwirtschaft in der Schweiz bei 12,8 % der gesamten THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;FOEN (2020). Switzerland’s Greenhouse Gas Inventory 1990–2018: National Inventory Report and reporting tables (CRF). Submission of April 2020 under the United Nations Framework Convention on Climate Change and under the Kyoto Protocol. Federal Office for the Environment, Bern.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Abb. 2 auf Seite 3 zeigt die Verteilung der Emissionen der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2015&amp;lt;ref&amp;gt;AgroCleanTech, (2019). Übersicht der landwirtschaftlichen Treibhausgase inkl. Vorleistungen, Treibund Brennstoffen und Bodenkohlen stoff (LULUC) 2015. &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.agrocleantech.ch/images/Klimaschutz/Treibhausgasemissionen_Landwirtschaft/&amp;lt;/nowiki&amp;gt; THG_2015_Kreisdiagramm_gross.png.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Grafik berück-sichtigt auch die Emissionen, die durch Landnut-zungsänderungen, Treib- und Brennstoffe, sowie die Vorleistungen zur Produktion von Düngemit-teln etc. verursacht werden. Dem Sektor Landwirt-schaft werden offiziell nur die grünen Bereiche zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Treibhausgase ====&lt;br /&gt;
Die wichtigsten THG der Erdatmosphäre sind Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2), Ozon (O3), Methan (CH4) und Lachgas (N2O). CO2, CH4 und N2O sind die THG, die durch menschliche Aktivitäten stark beeinflusst werden, während die Konzentrationen von Wasserdampf und Ozon langfristig stabil sind, bzw. nur indirekt durch den Menschen beeinflusst werden. Von den globalen THGEmissionen aus der Landwirtschaft entfallen 46 % auf N2O, 45 % auf CH4 und 9 % auf CO2. &lt;br /&gt;
Fluorkohlenwasserstoffe sind die einzigen THG, die nur durch menschliche Aktivität erzeugt werden. Sie kommen nur in geringen Konzentrationen in der Atmosphäre vor, haben aber aufgrund ihres extrem hohen Erwärmungspotentials (bis zu 14 800 mal höher als CO2) einen deutlichen Einfluss auf das Klima. CO2 stammt aus Abbau und Veratmungsprozessen der lebenden Biomasse sowie aus Verbrennungen im Rahmen menschlichen Aktivitäten; CH4 vornehmlich aus Abbauprozessen in Böden unter Luftabschluss (Nassreisanbau und Moorgebiete) und aus anaeroben Prozessen in den Mägen von Wiederkäuern, und N2O entsteht insbesondere während und kurz nach der Ausbringung von stickstoffhaltigen (Hof)düngern.&lt;br /&gt;
==== CO2Äquivalente ====&lt;br /&gt;
Die verschiedenen THG CO2, CH4 und N2O haben unterschiedliche Erwärmungspotenziale. Damit man die Wirksamkeit aller THG vergleichen kann und weil CO2, über alle Sektoren hinweg das mit Abstand wichtigste THG ist, wird dessen Potenzial gleich 1 gesetzt. Demnach hat CH4 ein 24fach und N2O ein 298fach höheres Potenzial zur Erwärmung der Atmosphäre als CO2. Die unterschiedliche Lebensdauer der THG in der Atmosphäre wird in dieser Potenzialberechnung auch berücksichtigt. &lt;br /&gt;
==== Gigatonne (Gt) ====&lt;br /&gt;
Gigatonne ist eine weitverbreitete Einheit für THGMengen. Eine Gigatonne sind 1.000.000.000 Tonnen (1 Milliarde) und entspricht 1×1015 Gramm oder 1 Billiarde Gramm. Ein anderer Begriff für die gleiche Grössenordnung ist 1 Petagramm (Pg). Wir verwenden die Begriffe Humus und organische Bodensubstanz (OBS) synonym, baiserend auf dem gemessenen organischen Kohlenstoffgehalt des Bodens multipliziert mit 1.72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Boden – ein wichtiger CO2-Speicher ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2018 wurden weltweit, vor allem durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern, 34 Gi-gatonnen CO₂-Äquivalente emittiert. Diese jähr-lichen Emissionen sind im Kontext des globalen Kohlenstoffkreislaufs eigentlich gering (Abb. 1 auf Seite 2). Insgesamt befinden sich nämlich 75 Mio. Gigatonnen Kohlenstoff auf der Erde. Davon ist je-doch der grösste Anteil (99,94 %) in Kalkgesteinen gebunden. Nur 0,05 % sind in den Ozeanen und 0,0037 % in Böden gebunden. Böden enthalten dop-pelt so viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre und die terrestrische Biomasse zusammen, die jeweils 0,001 % ausmachen (Abb. 1). Um die Emissionen aus den verschiedenen Quellen und Treibhausga-sen zu vergleichen, wird CO₂ als einheitliche Wäh-rung verwendet und oft als CO₂-Äquivalent (CO₂-eq.) ausgedrückt. Der Mensch kann nur die Kohlenstoffgehalte von Atmosphäre, Boden und Vegetation beeinflus-sen. In diesem Zusammenhang spielt die Landwirt-schaft eine wichtige Rolle, um den Klimawandel abzumildern. Durch die Anreicherung von Humus kann der Boden Kohlenstoff speichern. Kleine Än-derungen der Kohlenstoffmenge im Boden haben grosse Auswirkungen aufs Klima. Darüber hinaus hält die Landwirtschaft aber noch weitere Optionen bereit, welche die Dynamik des menschengemachten Klimawandels beeinflus-sen können. Die landwirtschaftliche Produktion könnte dadurch an den Wandel angepasst werden und handlungsfähig bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biolandbau: nachweislich klimafreundlich ==&lt;br /&gt;
Langzeitversuche wie der DOKVersuch in Therwil / CH, der Bodenbearbeitungsversuch in Frick /CH, sowie Literaturstudien (MetaAnalysen) und Ergebnisse aus dem EU Horizon 2020Projekt iSQAPER, wie auch Betriebsvergleiche von Agroscope, lassen bezüglich der Klimawirkung des Biolandbaus folgenden Schlüsse zu: &lt;br /&gt;
* Biologisch wirtschaftende Betriebe mit Kleegrasanbau, Mist und Gülle aus der Viehhaltung bieten gute Voraussetzungen für die Erhaltung oder Steigerung des Humusgehaltes im Boden. &lt;br /&gt;
* Reduzierte Bodenbearbeitung kann auch im biologischen Landbau die Humusmenge im Boden zusätzlich erhöhen. &lt;br /&gt;
* Dank niedrigeren Stickstoffgaben und einer besseren Bodenfruchtbarkeit sind die Lachgasemissionen im Biolandbau um 40 % tiefer als im konventionellen Anbau. &lt;br /&gt;
* Dank vielfältigeren und aktiveren mikrobiellen Gemeinschaften im Boden mineralisieren biologisch bewirtschaftete Böden bei Trockenstress effizienter Stickstoff und sind somit besser an den Klimawandel angepasst. &lt;br /&gt;
* Pro Ernteeinheit benötigten die biologischen Anbauverfahren im DOKVersuch 19 % weniger Energie als die konventionellen Verfahren. Bezogen auf die Fläche waren es sogar 30–50 % weniger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höhere Kohlenstoffbindung im Humus===&lt;br /&gt;
In einer umfassenden Literaturstudie konnte gezeigt werden, dass biologisch bewirtschaftete Böden 170 kg bis 450 kg mehr Kohlenstoff pro Hektar und Jahr im Humus speichern als konventionell bewirtschaftete Böden&amp;lt;ref&amp;gt;Gattinger et al. (2012). Enhanced top soil carbon stocks under organic farming. Proceedings of the National Academy of Science, 109: 18226-18231.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Unterschied resultiert vor allem aus dem mehrjährigen Anbau von Kleegras und der organischen Düngung. Ein höherer Humusgehalt im Boden erhöht die Wasserinfiltration und speicherfähigkeit des Bodens, sowie die Stabilität der Bodenaggregate, was auch der Erosion von Böden vorbeugt&amp;lt;ref&amp;gt;Bünemann, et al. (2018). Soil quality – A critical review. Soil Biology and Biochemistry 120, 105-125.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ausserdem verbessert der dynamische Teil des Humus über biologische Mechanismen die Pflanzengesundheit&amp;lt;ref&amp;gt;Bongiorno et al. (2019a). Sensitivity of labile carbon fractions to tillage and organic matter management and their potential as com-prehensive soil quality indicators across pedoclimatic conditions in Europe. Ecological Indicators 99, 38-50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bongiorno et al. (2019b). Soil suppressiveness to Pythium ultimum in ten European long-term field experiments and its relation with soil parameters. Soil Biology &amp;amp;amp;amp; Biochemistry 133, 174-187.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Analysen von 2000 Bodenproben in der 40jährigen Laufzeit des DOKVersuchs bei Basel, dem weltweit bisher längsten Vergleichsversuch zwischen biologischen und konventionellen Anbausystemen&amp;lt;ref&amp;gt;Mäder et al. (2002). Soil fertility and biodiversity in organic farming. Science 296, 1694-1697.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Fliessbach et al. (2007). Soil organic matter and biological soil quality indicators after 21 years of organic and conventional farming. Agriculture Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 118, 273-284.&amp;lt;/ref&amp;gt;, zeigen, dass: &lt;br /&gt;
*der Humusgehalt bei biologischdynamischem Anbau mit Kompostanwendung leicht ansteigt.&lt;br /&gt;
*der Humusgehalt im konventionellen Anbau mit rein mineralischer Düngung deutlich abnimmt.&lt;br /&gt;
*die Humusgehalte im konventionellen Anbau mit gemischt organischer und mineralischer Düngung und im organischbiologischen Anbau annähernd stabil bleiben.Die in den biologischen Systemen über sechs Fruchtfolgeperioden und alle Kulturen gemittelten und im Vergleich zum konventionellen System um 20 % geringeren Erträge, werden mit deutlich geringerem Düngemitteleinsatz und ohne chemischsynthetische Pestizide erzielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reduzierte Bodenbearbeitung als Potenzial===&lt;br /&gt;
Auf den Pflug zu verzichten, ist nicht nur aus Gründen des Bodenschutzes gut; reduzierte Bodenbearbeitung hat auch Potenzial zum Klimaschutz. Ein weitgehender Ersatz des tiefen Pflügens durch flachere und meist nichtwendende Bodenbearbeitung im Biolandbau kann den Humusgehalt deutlich über das Niveau der biologischen Bewirtschaftung mit Pflug heben&amp;lt;ref&amp;gt;Cooper et al. (2016). Shallow non-inversion tillage in organic farming maintains crop yields and increases soil C stocks: a me-ta-analysis. Agronomy for Sustainable Development, 36: 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im 13jährigen Bodenbearbeitungsversuch des FiBL in Frick konnte der Humusgehalt in den oberen 50 cm um 8 % erhöht werden. Über die gesamte Laufzeit des Versuchs stieg der Humusgehalt unter reduzierter Bodenbearbeitung bei gleichbleibenden Treibhausgasemissionen um rund 700 kg C pro Hektar und Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;Krauss et al. (2017). Impact of reduced tillage on greenhouse gas emissions and soil carbon stocks in an organic grass-clover ley winter wheat cropping sequence. Agriculture Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 239, 324-333.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Krauss et al. (2020). Enhanced soil quality with reduced tillage and solid manures in organic farming – a synthesis of 15 years. Scienti-fic Reports volume 10, Article&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Studie zu Untersuchungen auf 60 Betrieben im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «NFP 68 Ressource Boden», bei denen Flächen von Biobetrieben mit Flächen von konventionellen und NotillBetrieben verglichen wurden, zeigen, dassdie biologische Bewirtschaftung den Humusaufbau ebenso gut fördert wie Notill unter konventioneller Bewirtschaftung&amp;lt;ref&amp;gt;Büchi, L., Walder, F., Banerjee, S., Colombi, T., van der Heijden, M.G.A., Keller, T., Charles, R., Six, J., 2022. Pedoclimatic factors and management determine soil organic carbon and aggregation in farmer fields at a regional scale. Geoderma 409, 115632.&amp;lt;/ref&amp;gt;. NotillBetriebe verzichten komplett auf den Pflug, bekämpfen das Unkraut aber chemisch mit Round up, einem glyphosathaltigen Herbizid. Im Vergleich zu den Notill und konventionellen Betrieben weisen die Felder der Biobetriebe ein aktiveres und komplexeres Bodenleben auf&amp;lt;ref&amp;gt;Banerjee et al. (2019). Agricultural intensification reduces microbial network complexity and the abundance of keystone taxa in roots. The ISME journal, doi.org/10.1038/s41396-019-0383-2.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Niedrigere Lachgasemissionen im Biolandbau===&lt;br /&gt;
Eine Auswertung der weltweit verfügbaren Literatur über N₂OEmissionen im Feld zeigt, dass biologisch bewirtschaftete Böden zwar pro Fläche weniger N₂O ausstossen als konventionell bewirtschaftete Böden, pro Ertragseinheit aber leicht mehr&amp;lt;ref&amp;gt;Skinner et al. (2014). Greenhouse gas fluxes from agricultural soils under organic and non-organic management — A global meta-analy-sis. Science of The Total Environment, 468–469: 553-563.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Metaanalyse zur Folge würde ein Mehrertrag von 9 % in der biologischen Produktion ausreichen, um die ertragsbezogenen N₂OEmissionen auf das Niveau der konventionellen Produktion zu reduzieren.&lt;br /&gt;
Eine Studie des FiBL im 40jährigen DOKVersuch [16] zeigt, dass biologisch und biodynamisch bewirtschaftete Böden flächenbezogen im Mittel 40 % geringere N₂OEmissionen aufweisen als konventionell bewirtschaftete Böden. Die Gründe dafür sind eine geringere NDüngung und eine bessere Bodenqualität in den biologischen Anbauverfahren. Besonders niedrig sind die N₂O Emissionen im biodynamischen Anbau. Dort wurden im Vergleich zum konventionellen Anbau auch ertragsbezogen ein Drittel weniger N₂O Emissionen gemessen&amp;lt;ref&amp;gt;Skinner et al. (2019). The impact of long-term organic farming on soil-derived greenhouse gas emissions. Scientific reports, 9(1), 1702.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bessere Anpassungsfähigkeit von Bioböden===&lt;br /&gt;
Der Klimawandel bringt wahrscheinlich mehr Starkregenereignisse und Trockenperioden mit sich. Forschungsergebnisse des FiBL zeigen, dass biologisch bewirtschaftete Böden besser an diese Herausforderungen angepasst sind als konventionelle. So weisen die Bioböden im DOKVersuch infolge der höheren Humusgehalte eine bessere Aggregatstabilität auf&amp;lt;ref&amp;gt;Siegrist et al. (1998). Does organic agriculture reduce soil erodibility? The results of a long-term field study on loess in Switzerland. Agriculture, Ecosystems and Environment 69, 253-264.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dadurch sind diese Böden besser gegen Erosion infolge von Starkregenereignissen geschützt. In einer Literaturstudie wurde nachgewiesen, dass die mikrobielle Aktivität in biologisch bewirtschafteten Böden deutlich höher ist als in konventionell bewirtschafteten, unter anderem auch in Bezug auf die Proteaseaktivität&amp;lt;ref&amp;gt;Lori et al. (2017). Organic farming enhances soil microbial abundance and activity – A meta-analysis and meta-regression. PloS one 12, e0180442.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Protease ist ein Enzym, welches den ersten Schritt in der Mineralisierung von organisch gebundenem Stickstoff katalysiert. In einem Topfexperiment mit Böden aus dem DOKVersuch konnten Forschende vom FiBL zeigen, dass die Böden aus dem biologischorganischen Anbau bei Trockenheit 30 % mehr Stickstoff aus einer Gründüngung mineralisierten als die Böden im konventionellen Anbau&amp;lt;ref&amp;gt;Lori et al. (2018). Distinct nitrogen provisioning from organic amendments in soil as influenced by farming system and water regime. Frontiers in Environmental Science, 1-14.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dabei konnte die bessere Mineralisierungsleistung auf eine erhöhte Vielfalt der Mikroorganismen in den biologisch bewirtschafteten Böden zurückgeführt werden. Eine kürzlich publizierte Studie bestätigt: Extensive Bewirtschaftung führt dank vielfältigeren mikrobiellen Gemeinschaften zu einer besseren Anpassung an Trockenstress in Acker und Grasländern&amp;lt;ref&amp;gt;Lori et al. (2020). Compared to conventional, ecological intensive management promotes beneficial proteolytic soil microbial commu-nities for agro-ecosystem functioning under climate change-induced rain regimes. Scientific Reports volume 10, Article number: 7296&amp;lt;/ref&amp;gt;. Weitere FiBLStudien haben gezeigt, dass bakterielle und pilzliche Impfmittel insbesondere im mediterranen und trockenen subtropischen Klima die Erträge in lowinput Systemen deutlich steigern konnten&amp;lt;ref&amp;gt;Mäder et al. (2011). Inoculation of root microorganisms for sustainable wheat–rice and wheat–black gram rotations in India. Soil Biology and Biochemistry, 43(3), pp.609-619.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Schütz et al. (2018). Improving crop yield and nutrient use efficiency via biofertilization—A global meta-analysis. Frontiers in plant science, 8, p.2204.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Mathimaran et al. (2020). Intercropping transplanted pigeon pea with finger millet: Arbuscular mycorrhizal fungi and plant growth promoting rhizobacteria boost yield while reducing fertilizer input. Frontiers in Sustainable Food Systems, 4, p.88.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://de.tripleperformance.ag/index.php?title=Klimawirkung_der_biologischen_Landwirtschaft&amp;diff=9329</id>
		<title>Klimawirkung der biologischen Landwirtschaft</title>
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		<updated>2025-05-28T06:35:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Klima, Boden&lt;br /&gt;
| Image= Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat  1.jpg&lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft spielt im Klimawandel eine bedeutende Rolle. Als Verursacherin von Klimagasen trägt sie einerseits zur globalen Erwärmung bei, verfügt aber andererseits auch über ein grosses Potenzial zur Minderung des Klimawandels. Gleichzeitig wird die Landwirtschaft durch die negativen Auswirkungen der Klimaveränderungen belastet.Der Biolandbau stellt eine Möglichkeit zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel dar. Biologisch bewirt-schaftete Böden geben weniger klimaschädliches Lachgas ab als konventionell bewirtschaftete Äcker. Die vielfältigeren und aktiveren Mikroorganismen in den Bioböden können zudem zu einer besseren Anpassungsfähigkeit der Biokul-turen an klimatisch bedingte Stresssituationen beitragen. Mit der Humuswirtschaft können Biobetriebe den im Boden gespeicherten Kohlenstoff erhalten und steigern. Reduzierte Bodenbearbeitung kann zu einer zusätzlichen Anreicherung von Kohlenstoff im Boden führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Landwirtschaft – wichtige Akteurin im Klimawandel==&lt;br /&gt;
===Anstieg des Kohlenstoffs in der Luft===&lt;br /&gt;
Der Kohlenstoff in der Atmosphäre ist neben anderen Treibhausgasen (THG) dafür verantwortlich, dass auf der Erde eine mittlere Jahrestemperatur von +15 °C herrscht und das Leben in der bekannten Form möglich ist. Je mehr THG vorhanden sind, desto mehr erwärmen sich die Erdoberfläche und die Atmosphäre. In den letzten 250 Jahren führte der menschengemachte Ausstoss von THG zu einem Anstieg der atmos phärischen CO₂Konzentration  von  280 ppm  auf  aktuell 405 ppm. Damit einher geht eine Steigerung der durchschnittlichen globalen Jahrestemperatur um 1 °C (bis 2017). In der Schweiz verzeichnen wir im gleichen Zeitraum sogar einen Anstieg um 2 °C !&lt;br /&gt;
===Hohe Emissionen der Landwirtschaft===&lt;br /&gt;
Direkt verursacht die Landwirtschaft weltweit 11,2 % der THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;Tubiello et al. (2015). The Contribution of Agriculture, Forestry and other Land Use activities to Global Warming, 1990-2012. Global Change Biology 21, 2655-2660.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Rechnet man aber die Emissionen hinzu, die für die Bereitstellung der landwirtschaftlichen Betriebsmittel wie chemische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel, sowie die Emissionen, die durch Rodungen von Urwald zur Futtermittelerzeugung verursacht werden, stam-men 21 % bis 37 % der weltweiten THG-Emissio-nen aus der Landwirtschaft, bzw. aus dem globalen Ernährungssystem&amp;lt;ref&amp;gt;IPCC, (2019). Climate Change and Land Summary for Policymakers.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 2018 lag der Anteil der Landwirtschaft in der Schweiz bei 12,8 % der gesamten THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;FOEN (2020). Switzerland’s Greenhouse Gas Inventory 1990–2018: National Inventory Report and reporting tables (CRF). Submission of April 2020 under the United Nations Framework Convention on Climate Change and under the Kyoto Protocol. Federal Office for the Environment, Bern.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Abb. 2 auf Seite 3 zeigt die Verteilung der Emissionen der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2015&amp;lt;ref&amp;gt;AgroCleanTech, (2019). Übersicht der landwirtschaftlichen Treibhausgase inkl. Vorleistungen, Treibund Brennstoffen und Bodenkohlen stoff (LULUC) 2015. &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.agrocleantech.ch/images/Klimaschutz/Treibhausgasemissionen_Landwirtschaft/&amp;lt;/nowiki&amp;gt; THG_2015_Kreisdiagramm_gross.png.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Grafik berück-sichtigt auch die Emissionen, die durch Landnut-zungsänderungen, Treib- und Brennstoffe, sowie die Vorleistungen zur Produktion von Düngemit-teln etc. verursacht werden. Dem Sektor Landwirt-schaft werden offiziell nur die grünen Bereiche zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Treibhausgase ====&lt;br /&gt;
Die wichtigsten THG der Erdatmosphäre sind Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2), Ozon (O3), Methan (CH4) und Lachgas (N2O). CO2, CH4 und N2O sind die THG, die durch menschliche Aktivitäten stark beeinflusst werden, während die Konzentrationen von Wasserdampf und Ozon langfristig stabil sind, bzw. nur indirekt durch den Menschen beeinflusst werden. Von den globalen THGEmissionen aus der Landwirtschaft entfallen 46 % auf N2O, 45 % auf CH4 und 9 % auf CO2. &lt;br /&gt;
Fluorkohlenwasserstoffe sind die einzigen THG, die nur durch menschliche Aktivität erzeugt werden. Sie kommen nur in geringen Konzentrationen in der Atmosphäre vor, haben aber aufgrund ihres extrem hohen Erwärmungspotentials (bis zu 14 800 mal höher als CO2) einen deutlichen Einfluss auf das Klima. CO2 stammt aus Abbau und Veratmungsprozessen der lebenden Biomasse sowie aus Verbrennungen im Rahmen menschlichen Aktivitäten; CH4 vornehmlich aus Abbauprozessen in Böden unter Luftabschluss (Nassreisanbau und Moorgebiete) und aus anaeroben Prozessen in den Mägen von Wiederkäuern, und N2O entsteht insbesondere während und kurz nach der Ausbringung von stickstoffhaltigen (Hof)düngern.&lt;br /&gt;
==== CO2Äquivalente ====&lt;br /&gt;
Die verschiedenen THG CO2, CH4 und N2O haben unterschiedliche Erwärmungspotenziale. Damit man die Wirksamkeit aller THG vergleichen kann und weil CO2, über alle Sektoren hinweg das mit Abstand wichtigste THG ist, wird dessen Potenzial gleich 1 gesetzt. Demnach hat CH4 ein 24fach und N2O ein 298fach höheres Potenzial zur Erwärmung der Atmosphäre als CO2. Die unterschiedliche Lebensdauer der THG in der Atmosphäre wird in dieser Potenzialberechnung auch berücksichtigt. &lt;br /&gt;
==== Gigatonne (Gt) ====&lt;br /&gt;
Gigatonne ist eine weitverbreitete Einheit für THGMengen. Eine Gigatonne sind 1.000.000.000 Tonnen (1 Milliarde) und entspricht 1×1015 Gramm oder 1 Billiarde Gramm. Ein anderer Begriff für die gleiche Grössenordnung ist 1 Petagramm (Pg). Wir verwenden die Begriffe Humus und organische Bodensubstanz (OBS) synonym, baiserend auf dem gemessenen organischen Kohlenstoffgehalt des Bodens multipliziert mit 1.72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Boden – ein wichtiger CO2-Speicher ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2018 wurden weltweit, vor allem durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern, 34 Gi-gatonnen CO₂-Äquivalente emittiert. Diese jähr-lichen Emissionen sind im Kontext des globalen Kohlenstoffkreislaufs eigentlich gering (Abb. 1 auf Seite 2). Insgesamt befinden sich nämlich 75 Mio. Gigatonnen Kohlenstoff auf der Erde. Davon ist je-doch der grösste Anteil (99,94 %) in Kalkgesteinen gebunden. Nur 0,05 % sind in den Ozeanen und 0,0037 % in Böden gebunden. Böden enthalten dop-pelt so viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre und die terrestrische Biomasse zusammen, die jeweils 0,001 % ausmachen (Abb. 1). Um die Emissionen aus den verschiedenen Quellen und Treibhausga-sen zu vergleichen, wird CO₂ als einheitliche Wäh-rung verwendet und oft als CO₂-Äquivalent (CO₂-eq.) ausgedrückt. Der Mensch kann nur die Kohlenstoffgehalte von Atmosphäre, Boden und Vegetation beeinflus-sen. In diesem Zusammenhang spielt die Landwirt-schaft eine wichtige Rolle, um den Klimawandel abzumildern. Durch die Anreicherung von Humus kann der Boden Kohlenstoff speichern. Kleine Än-derungen der Kohlenstoffmenge im Boden haben grosse Auswirkungen aufs Klima. Darüber hinaus hält die Landwirtschaft aber noch weitere Optionen bereit, welche die Dynamik des menschengemachten Klimawandels beeinflus-sen können. Die landwirtschaftliche Produktion könnte dadurch an den Wandel angepasst werden und handlungsfähig bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biolandbau: nachweislich klimafreundlich ==&lt;br /&gt;
Langzeitversuche wie der DOKVersuch in Therwil / CH, der Bodenbearbeitungsversuch in Frick /CH, sowie Literaturstudien (MetaAnalysen) und Ergebnisse aus dem EU Horizon 2020Projekt iSQAPER, wie auch Betriebsvergleiche von Agroscope, lassen bezüglich der Klimawirkung des Biolandbaus folgenden Schlüsse zu: &lt;br /&gt;
* Biologisch wirtschaftende Betriebe mit Kleegrasanbau, Mist und Gülle aus der Viehhaltung bieten gute Voraussetzungen für die Erhaltung oder Steigerung des Humusgehaltes im Boden. &lt;br /&gt;
* Reduzierte Bodenbearbeitung kann auch im biologischen Landbau die Humusmenge im Boden zusätzlich erhöhen. &lt;br /&gt;
* Dank niedrigeren Stickstoffgaben und einer besseren Bodenfruchtbarkeit sind die Lachgasemissionen im Biolandbau um 40 % tiefer als im konventionellen Anbau. &lt;br /&gt;
* Dank vielfältigeren und aktiveren mikrobiellen Gemeinschaften im Boden mineralisieren biologisch bewirtschaftete Böden bei Trockenstress effizienter Stickstoff und sind somit besser an den Klimawandel angepasst. &lt;br /&gt;
* Pro Ernteeinheit benötigten die biologischen Anbauverfahren im DOKVersuch 19 % weniger Energie als die konventionellen Verfahren. Bezogen auf die Fläche waren es sogar 30–50 % weniger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höhere Kohlenstoffbindung im Humus===&lt;br /&gt;
In einer umfassenden Literaturstudie konnte gezeigt werden, dass biologisch bewirtschaftete Böden 170 kg bis 450 kg mehr Kohlenstoff pro Hektar und Jahr im Humus speichern als konventionell bewirtschaftete Böden&amp;lt;ref&amp;gt;Gattinger et al. (2012). Enhanced top soil carbon stocks under organic farming. Proceedings of the National Academy of Science, 109: 18226-18231.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Unterschied resultiert vor allem aus dem mehrjährigen Anbau von Kleegras und der organischen Düngung. Ein höherer Humusgehalt im Boden erhöht die Wasserinfiltration und speicherfähigkeit des Bodens, sowie die Stabilität der Bodenaggregate, was auch der Erosion von Böden vorbeugt&amp;lt;ref&amp;gt;Bünemann, et al. (2018). Soil quality – A critical review. Soil Biology and Biochemistry 120, 105-125.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ausserdem verbessert der dynamische Teil des Humus über biologische Mechanismen die Pflanzengesundheit&amp;lt;ref&amp;gt;Bongiorno et al. (2019a). Sensitivity of labile carbon fractions to tillage and organic matter management and their potential as com-prehensive soil quality indicators across pedoclimatic conditions in Europe. Ecological Indicators 99, 38-50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bongiorno et al. (2019b). Soil suppressiveness to Pythium ultimum in ten European long-term field experiments and its relation with soil parameters. Soil Biology &amp;amp;amp;amp; Biochemistry 133, 174-187.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Analysen von 2000 Bodenproben in der 40jährigen Laufzeit des DOKVersuchs bei Basel, dem weltweit bisher längsten Vergleichsversuch zwischen biologischen und konventionellen Anbausystemen&amp;lt;ref&amp;gt;Mäder et al. (2002). Soil fertility and biodiversity in organic farming. Science 296, 1694-1697.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Fliessbach et al. (2007). Soil organic matter and biological soil quality indicators after 21 years of organic and conventional farming. Agriculture Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 118, 273-284.&amp;lt;/ref&amp;gt;, zeigen, dass: &lt;br /&gt;
*der Humusgehalt bei biologischdynamischem Anbau mit Kompostanwendung leicht ansteigt.&lt;br /&gt;
*der Humusgehalt im konventionellen Anbau mit rein mineralischer Düngung deutlich abnimmt.&lt;br /&gt;
*die Humusgehalte im konventionellen Anbau mit gemischt organischer und mineralischer Düngung und im organischbiologischen Anbau annähernd stabil bleiben.Die in den biologischen Systemen über sechs Fruchtfolgeperioden und alle Kulturen gemittelten und im Vergleich zum konventionellen System um 20 % geringeren Erträge, werden mit deutlich geringerem Düngemitteleinsatz und ohne chemischsynthetische Pestizide erzielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reduzierte Bodenbearbeitung als Potenzial===&lt;br /&gt;
Auf den Pflug zu verzichten, ist nicht nur aus Gründen des Bodenschutzes gut; reduzierte Bodenbearbeitung hat auch Potenzial zum Klimaschutz. Ein weitgehender Ersatz des tiefen Pflügens durch flachere und meist nichtwendende Bodenbearbeitung im Biolandbau kann den Humusgehalt deutlich über das Niveau der biologischen Bewirtschaftung mit Pflug heben&amp;lt;ref&amp;gt;Cooper et al. (2016). Shallow non-inversion tillage in organic farming maintains crop yields and increases soil C stocks: a me-ta-analysis. Agronomy for Sustainable Development, 36: 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im 13jährigen Bodenbearbeitungsversuch des FiBL in Frick konnte der Humusgehalt in den oberen 50 cm um 8 % erhöht werden. Über die gesamte Laufzeit des Versuchs stieg der Humusgehalt unter reduzierter Bodenbearbeitung bei gleichbleibenden Treibhausgasemissionen um rund 700 kg C pro Hektar und Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;Krauss et al. (2017). Impact of reduced tillage on greenhouse gas emissions and soil carbon stocks in an organic grass-clover ley winter wheat cropping sequence. Agriculture Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 239, 324-333.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Krauss et al. (2020). Enhanced soil quality with reduced tillage and solid manures in organic farming – a synthesis of 15 years. Scienti-fic Reports volume 10, Article&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Studie zu Untersuchungen auf 60 Betrieben im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «NFP 68 Ressource Boden», bei denen Flächen von Biobetrieben mit Flächen von konventionellen und NotillBetrieben verglichen wurden, zeigen, dassdie biologische Bewirtschaftung den Humusaufbau ebenso gut fördert wie Notill unter konventioneller Bewirtschaftung&amp;lt;ref&amp;gt;Büchi, L., Walder, F., Banerjee, S., Colombi, T., van der Heijden, M.G.A., Keller, T., Charles, R., Six, J., 2022. Pedoclimatic factors and management determine soil organic carbon and aggregation in farmer fields at a regional scale. Geoderma 409, 115632.&amp;lt;/ref&amp;gt;. NotillBetriebe verzichten komplett auf den Pflug, bekämpfen das Unkraut aber chemisch mit Round up, einem glyphosathaltigen Herbizid. Im Vergleich zu den Notill und konventionellen Betrieben weisen die Felder der Biobetriebe ein aktiveres und komplexeres Bodenleben auf&amp;lt;ref&amp;gt;Banerjee et al. (2019). Agricultural intensification reduces microbial network complexity and the abundance of keystone taxa in roots. The ISME journal, doi.org/10.1038/s41396-019-0383-2.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Niedrigere Lachgasemissionen im Biolandbau===&lt;br /&gt;
Eine Auswertung der weltweit verfügbaren Literatur über N₂OEmissionen im Feld zeigt, dass biologisch bewirtschaftete Böden zwar pro Fläche weniger N₂O ausstossen als konventionell bewirtschaftete Böden, pro Ertragseinheit aber leicht mehr&amp;lt;ref&amp;gt;Skinner et al. (2014). Greenhouse gas fluxes from agricultural soils under organic and non-organic management — A global meta-analy-sis. Science of The Total Environment, 468–469: 553-563.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Metaanalyse zur Folge würde ein Mehrertrag von 9 % in der biologischen Produktion ausreichen, um die ertragsbezogenen N₂OEmissionen auf das Niveau der konventionellen Produktion zu reduzieren.&lt;br /&gt;
Eine Studie des FiBL im 40jährigen DOKVersuch [16] zeigt, dass biologisch und biodynamisch bewirtschaftete Böden flächenbezogen im Mittel 40 % geringere N₂OEmissionen aufweisen als konventionell bewirtschaftete Böden. Die Gründe dafür sind eine geringere NDüngung und eine bessere Bodenqualität in den biologischen Anbauverfahren. Besonders niedrig sind die N₂O Emissionen im biodynamischen Anbau. Dort wurden im Vergleich zum konventionellen Anbau auch ertragsbezogen ein Drittel weniger N₂O Emissionen gemessen&amp;lt;ref&amp;gt;Skinner et al. (2019). The impact of long-term organic farming on soil-derived greenhouse gas emissions. Scientific reports, 9(1), 1702.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://de.tripleperformance.ag/index.php?title=Klimawirkung_der_biologischen_Landwirtschaft&amp;diff=9328</id>
		<title>Klimawirkung der biologischen Landwirtschaft</title>
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		<updated>2025-05-28T06:32:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Klima, Boden&lt;br /&gt;
| Image= Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat  1.jpg&lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft spielt im Klimawandel eine bedeutende Rolle. Als Verursacherin von Klimagasen trägt sie einerseits zur globalen Erwärmung bei, verfügt aber andererseits auch über ein grosses Potenzial zur Minderung des Klimawandels. Gleichzeitig wird die Landwirtschaft durch die negativen Auswirkungen der Klimaveränderungen belastet.Der Biolandbau stellt eine Möglichkeit zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel dar. Biologisch bewirt-schaftete Böden geben weniger klimaschädliches Lachgas ab als konventionell bewirtschaftete Äcker. Die vielfältigeren und aktiveren Mikroorganismen in den Bioböden können zudem zu einer besseren Anpassungsfähigkeit der Biokul-turen an klimatisch bedingte Stresssituationen beitragen. Mit der Humuswirtschaft können Biobetriebe den im Boden gespeicherten Kohlenstoff erhalten und steigern. Reduzierte Bodenbearbeitung kann zu einer zusätzlichen Anreicherung von Kohlenstoff im Boden führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Landwirtschaft – wichtige Akteurin im Klimawandel==&lt;br /&gt;
===Anstieg des Kohlenstoffs in der Luft===&lt;br /&gt;
Der Kohlenstoff in der Atmosphäre ist neben anderen Treibhausgasen (THG) dafür verantwortlich, dass auf der Erde eine mittlere Jahrestemperatur von +15 °C herrscht und das Leben in der bekannten Form möglich ist. Je mehr THG vorhanden sind, desto mehr erwärmen sich die Erdoberfläche und die Atmosphäre. In den letzten 250 Jahren führte der menschengemachte Ausstoss von THG zu einem Anstieg der atmos phärischen CO₂Konzentration  von  280 ppm  auf  aktuell 405 ppm. Damit einher geht eine Steigerung der durchschnittlichen globalen Jahrestemperatur um 1 °C (bis 2017). In der Schweiz verzeichnen wir im gleichen Zeitraum sogar einen Anstieg um 2 °C !&lt;br /&gt;
===Hohe Emissionen der Landwirtschaft===&lt;br /&gt;
Direkt verursacht die Landwirtschaft weltweit 11,2 % der THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;Tubiello et al. (2015). The Contribution of Agriculture, Forestry and other Land Use activities to Global Warming, 1990-2012. Global Change Biology 21, 2655-2660.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Rechnet man aber die Emissionen hinzu, die für die Bereitstellung der landwirtschaftlichen Betriebsmittel wie chemische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel, sowie die Emissionen, die durch Rodungen von Urwald zur Futtermittelerzeugung verursacht werden, stam-men 21 % bis 37 % der weltweiten THG-Emissio-nen aus der Landwirtschaft, bzw. aus dem globalen Ernährungssystem&amp;lt;ref&amp;gt;IPCC, (2019). Climate Change and Land Summary for Policymakers.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 2018 lag der Anteil der Landwirtschaft in der Schweiz bei 12,8 % der gesamten THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;FOEN (2020). Switzerland’s Greenhouse Gas Inventory 1990–2018: National Inventory Report and reporting tables (CRF). Submission of April 2020 under the United Nations Framework Convention on Climate Change and under the Kyoto Protocol. Federal Office for the Environment, Bern.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Abb. 2 auf Seite 3 zeigt die Verteilung der Emissionen der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2015&amp;lt;ref&amp;gt;AgroCleanTech, (2019). Übersicht der landwirtschaftlichen Treibhausgase inkl. Vorleistungen, Treibund Brennstoffen und Bodenkohlen stoff (LULUC) 2015. &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.agrocleantech.ch/images/Klimaschutz/Treibhausgasemissionen_Landwirtschaft/&amp;lt;/nowiki&amp;gt; THG_2015_Kreisdiagramm_gross.png.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Grafik berück-sichtigt auch die Emissionen, die durch Landnut-zungsänderungen, Treib- und Brennstoffe, sowie die Vorleistungen zur Produktion von Düngemit-teln etc. verursacht werden. Dem Sektor Landwirt-schaft werden offiziell nur die grünen Bereiche zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Treibhausgase ====&lt;br /&gt;
Die wichtigsten THG der Erdatmosphäre sind Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2), Ozon (O3), Methan (CH4) und Lachgas (N2O). CO2, CH4 und N2O sind die THG, die durch menschliche Aktivitäten stark beeinflusst werden, während die Konzentrationen von Wasserdampf und Ozon langfristig stabil sind, bzw. nur indirekt durch den Menschen beeinflusst werden. Von den globalen THGEmissionen aus der Landwirtschaft entfallen 46 % auf N2O, 45 % auf CH4 und 9 % auf CO2. &lt;br /&gt;
Fluorkohlenwasserstoffe sind die einzigen THG, die nur durch menschliche Aktivität erzeugt werden. Sie kommen nur in geringen Konzentrationen in der Atmosphäre vor, haben aber aufgrund ihres extrem hohen Erwärmungspotentials (bis zu 14 800 mal höher als CO2) einen deutlichen Einfluss auf das Klima. CO2 stammt aus Abbau und Veratmungsprozessen der lebenden Biomasse sowie aus Verbrennungen im Rahmen menschlichen Aktivitäten; CH4 vornehmlich aus Abbauprozessen in Böden unter Luftabschluss (Nassreisanbau und Moorgebiete) und aus anaeroben Prozessen in den Mägen von Wiederkäuern, und N2O entsteht insbesondere während und kurz nach der Ausbringung von stickstoffhaltigen (Hof)düngern.&lt;br /&gt;
==== CO2Äquivalente ====&lt;br /&gt;
Die verschiedenen THG CO2, CH4 und N2O haben unterschiedliche Erwärmungspotenziale. Damit man die Wirksamkeit aller THG vergleichen kann und weil CO2, über alle Sektoren hinweg das mit Abstand wichtigste THG ist, wird dessen Potenzial gleich 1 gesetzt. Demnach hat CH4 ein 24fach und N2O ein 298fach höheres Potenzial zur Erwärmung der Atmosphäre als CO2. Die unterschiedliche Lebensdauer der THG in der Atmosphäre wird in dieser Potenzialberechnung auch berücksichtigt. &lt;br /&gt;
==== Gigatonne (Gt) ====&lt;br /&gt;
Gigatonne ist eine weitverbreitete Einheit für THGMengen. Eine Gigatonne sind 1.000.000.000 Tonnen (1 Milliarde) und entspricht 1×1015 Gramm oder 1 Billiarde Gramm. Ein anderer Begriff für die gleiche Grössenordnung ist 1 Petagramm (Pg). Wir verwenden die Begriffe Humus und organische Bodensubstanz (OBS) synonym, baiserend auf dem gemessenen organischen Kohlenstoffgehalt des Bodens multipliziert mit 1.72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Boden – ein wichtiger CO2-Speicher ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2018 wurden weltweit, vor allem durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern, 34 Gi-gatonnen CO₂-Äquivalente emittiert. Diese jähr-lichen Emissionen sind im Kontext des globalen Kohlenstoffkreislaufs eigentlich gering (Abb. 1 auf Seite 2). Insgesamt befinden sich nämlich 75 Mio. Gigatonnen Kohlenstoff auf der Erde. Davon ist je-doch der grösste Anteil (99,94 %) in Kalkgesteinen gebunden. Nur 0,05 % sind in den Ozeanen und 0,0037 % in Böden gebunden. Böden enthalten dop-pelt so viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre und die terrestrische Biomasse zusammen, die jeweils 0,001 % ausmachen (Abb. 1). Um die Emissionen aus den verschiedenen Quellen und Treibhausga-sen zu vergleichen, wird CO₂ als einheitliche Wäh-rung verwendet und oft als CO₂-Äquivalent (CO₂-eq.) ausgedrückt. Der Mensch kann nur die Kohlenstoffgehalte von Atmosphäre, Boden und Vegetation beeinflus-sen. In diesem Zusammenhang spielt die Landwirt-schaft eine wichtige Rolle, um den Klimawandel abzumildern. Durch die Anreicherung von Humus kann der Boden Kohlenstoff speichern. Kleine Än-derungen der Kohlenstoffmenge im Boden haben grosse Auswirkungen aufs Klima. Darüber hinaus hält die Landwirtschaft aber noch weitere Optionen bereit, welche die Dynamik des menschengemachten Klimawandels beeinflus-sen können. Die landwirtschaftliche Produktion könnte dadurch an den Wandel angepasst werden und handlungsfähig bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biolandbau: nachweislich klimafreundlich ==&lt;br /&gt;
Langzeitversuche wie der DOKVersuch in Therwil / CH, der Bodenbearbeitungsversuch in Frick /CH, sowie Literaturstudien (MetaAnalysen) und Ergebnisse aus dem EU Horizon 2020Projekt iSQAPER, wie auch Betriebsvergleiche von Agroscope, lassen bezüglich der Klimawirkung des Biolandbaus folgenden Schlüsse zu: &lt;br /&gt;
* Biologisch wirtschaftende Betriebe mit Kleegrasanbau, Mist und Gülle aus der Viehhaltung bieten gute Voraussetzungen für die Erhaltung oder Steigerung des Humusgehaltes im Boden. &lt;br /&gt;
* Reduzierte Bodenbearbeitung kann auch im biologischen Landbau die Humusmenge im Boden zusätzlich erhöhen. &lt;br /&gt;
* Dank niedrigeren Stickstoffgaben und einer besseren Bodenfruchtbarkeit sind die Lachgasemissionen im Biolandbau um 40 % tiefer als im konventionellen Anbau. &lt;br /&gt;
* Dank vielfältigeren und aktiveren mikrobiellen Gemeinschaften im Boden mineralisieren biologisch bewirtschaftete Böden bei Trockenstress effizienter Stickstoff und sind somit besser an den Klimawandel angepasst. &lt;br /&gt;
* Pro Ernteeinheit benötigten die biologischen Anbauverfahren im DOKVersuch 19 % weniger Energie als die konventionellen Verfahren. Bezogen auf die Fläche waren es sogar 30–50 % weniger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höhere Kohlenstoffbindung im Humus===&lt;br /&gt;
In einer umfassenden Literaturstudie konnte gezeigt werden, dass biologisch bewirtschaftete Böden 170 kg bis 450 kg mehr Kohlenstoff pro Hektar und Jahr im Humus speichern als konventionell bewirtschaftete Böden&amp;lt;ref&amp;gt;Gattinger et al. (2012). Enhanced top soil carbon stocks under organic farming. Proceedings of the National Academy of Science, 109: 18226-18231.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Unterschied resultiert vor allem aus dem mehrjährigen Anbau von Kleegras und der organischen Düngung. Ein höherer Humusgehalt im Boden erhöht die Wasserinfiltration und speicherfähigkeit des Bodens, sowie die Stabilität der Bodenaggregate, was auch der Erosion von Böden vorbeugt&amp;lt;ref&amp;gt;Bünemann, et al. (2018). Soil quality – A critical review. Soil Biology and Biochemistry 120, 105-125.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ausserdem verbessert der dynamische Teil des Humus über biologische Mechanismen die Pflanzengesundheit&amp;lt;ref&amp;gt;Bongiorno et al. (2019a). Sensitivity of labile carbon fractions to tillage and organic matter management and their potential as com-prehensive soil quality indicators across pedoclimatic conditions in Europe. Ecological Indicators 99, 38-50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bongiorno et al. (2019b). Soil suppressiveness to Pythium ultimum in ten European long-term field experiments and its relation with soil parameters. Soil Biology &amp;amp;amp;amp; Biochemistry 133, 174-187.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Analysen von 2000 Bodenproben in der 40jährigen Laufzeit des DOKVersuchs bei Basel, dem weltweit bisher längsten Vergleichsversuch zwischen biologischen und konventionellen Anbausystemen&amp;lt;ref&amp;gt;Mäder et al. (2002). Soil fertility and biodiversity in organic farming. Science 296, 1694-1697.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Fliessbach et al. (2007). Soil organic matter and biological soil quality indicators after 21 years of organic and conventional farming. Agriculture Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 118, 273-284.&amp;lt;/ref&amp;gt;, zeigen, dass: &lt;br /&gt;
*der Humusgehalt bei biologischdynamischem Anbau mit Kompostanwendung leicht ansteigt.&lt;br /&gt;
*der Humusgehalt im konventionellen Anbau mit rein mineralischer Düngung deutlich abnimmt.&lt;br /&gt;
*die Humusgehalte im konventionellen Anbau mit gemischt organischer und mineralischer Düngung und im organischbiologischen Anbau annähernd stabil bleiben.Die in den biologischen Systemen über sechs Fruchtfolgeperioden und alle Kulturen gemittelten und im Vergleich zum konventionellen System um 20 % geringeren Erträge, werden mit deutlich geringerem Düngemitteleinsatz und ohne chemischsynthetische Pestizide erzielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reduzierte Bodenbearbeitung als Potenzial===&lt;br /&gt;
Auf den Pflug zu verzichten, ist nicht nur aus Gründen des Bodenschutzes gut; reduzierte Bodenbearbeitung hat auch Potenzial zum Klimaschutz. Ein weitgehender Ersatz des tiefen Pflügens durch flachere und meist nichtwendende Bodenbearbeitung im Biolandbau kann den Humusgehalt deutlich über das Niveau der biologischen Bewirtschaftung mit Pflug heben&amp;lt;ref&amp;gt;Cooper et al. (2016). Shallow non-inversion tillage in organic farming maintains crop yields and increases soil C stocks: a me-ta-analysis. Agronomy for Sustainable Development, 36: 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im 13jährigen Bodenbearbeitungsversuch des FiBL in Frick konnte der Humusgehalt in den oberen 50 cm um 8 % erhöht werden. Über die gesamte Laufzeit des Versuchs stieg der Humusgehalt unter reduzierter Bodenbearbeitung bei gleichbleibenden Treibhausgasemissionen um rund 700 kg C pro Hektar und Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;Krauss et al. (2017). Impact of reduced tillage on greenhouse gas emissions and soil carbon stocks in an organic grass-clover ley winter wheat cropping sequence. Agriculture Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 239, 324-333.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Krauss et al. (2020). Enhanced soil quality with reduced tillage and solid manures in organic farming – a synthesis of 15 years. Scienti-fic Reports volume 10, Article&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Studie zu Untersuchungen auf 60 Betrieben im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «NFP 68 Ressource Boden», bei denen Flächen von Biobetrieben mit Flächen von konventionellen und NotillBetrieben verglichen wurden, zeigen, dassdie biologische Bewirtschaftung den Humusaufbau ebenso gut fördert wie Notill unter konventioneller Bewirtschaftung&amp;lt;ref&amp;gt;Büchi, L., Walder, F., Banerjee, S., Colombi, T., van der Heijden, M.G.A., Keller, T., Charles, R., Six, J., 2022. Pedoclimatic factors and management determine soil organic carbon and aggregation in farmer fields at a regional scale. Geoderma 409, 115632.&amp;lt;/ref&amp;gt;. NotillBetriebe verzichten komplett auf den Pflug, bekämpfen das Unkraut aber chemisch mit Round up, einem glyphosathaltigen Herbizid. Im Vergleich zu den Notill und konventionellen Betrieben weisen die Felder der Biobetriebe ein aktiveres und komplexeres Bodenleben auf&amp;lt;ref&amp;gt;Banerjee et al. (2019). Agricultural intensification reduces microbial network complexity and the abundance of keystone taxa in roots. The ISME journal, doi.org/10.1038/s41396-019-0383-2.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://de.tripleperformance.ag/index.php?title=Klimawirkung_der_biologischen_Landwirtschaft&amp;diff=9327</id>
		<title>Klimawirkung der biologischen Landwirtschaft</title>
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		<updated>2025-05-27T16:30:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Klima, Boden&lt;br /&gt;
| Image= Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat  1.jpg&lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft spielt im Klimawandel eine bedeutende Rolle. Als Verursacherin von Klimagasen trägt sie einerseits zur globalen Erwärmung bei, verfügt aber andererseits auch über ein grosses Potenzial zur Minderung des Klimawandels. Gleichzeitig wird die Landwirtschaft durch die negativen Auswirkungen der Klimaveränderungen belastet.Der Biolandbau stellt eine Möglichkeit zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel dar. Biologisch bewirt-schaftete Böden geben weniger klimaschädliches Lachgas ab als konventionell bewirtschaftete Äcker. Die vielfältigeren und aktiveren Mikroorganismen in den Bioböden können zudem zu einer besseren Anpassungsfähigkeit der Biokul-turen an klimatisch bedingte Stresssituationen beitragen. Mit der Humuswirtschaft können Biobetriebe den im Boden gespeicherten Kohlenstoff erhalten und steigern. Reduzierte Bodenbearbeitung kann zu einer zusätzlichen Anreicherung von Kohlenstoff im Boden führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Landwirtschaft – wichtige Akteurin im Klimawandel==&lt;br /&gt;
===Anstieg des Kohlenstoffs in der Luft===&lt;br /&gt;
Der Kohlenstoff in der Atmosphäre ist neben anderen Treibhausgasen (THG) dafür verantwortlich, dass auf der Erde eine mittlere Jahrestemperatur von +15 °C herrscht und das Leben in der bekannten Form möglich ist. Je mehr THG vorhanden sind, desto mehr erwärmen sich die Erdoberfläche und die Atmosphäre. In den letzten 250 Jahren führte der menschengemachte Ausstoss von THG zu einem Anstieg der atmos phärischen CO₂Konzentration  von  280 ppm  auf  aktuell 405 ppm. Damit einher geht eine Steigerung der durchschnittlichen globalen Jahrestemperatur um 1 °C (bis 2017). In der Schweiz verzeichnen wir im gleichen Zeitraum sogar einen Anstieg um 2 °C !&lt;br /&gt;
===Hohe Emissionen der Landwirtschaft===&lt;br /&gt;
Direkt verursacht die Landwirtschaft weltweit 11,2 % der THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;Tubiello et al. (2015). The Contribution of Agriculture, Forestry and other Land Use activities to Global Warming, 1990-2012. Global Change Biology 21, 2655-2660.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Rechnet man aber die Emissionen hinzu, die für die Bereitstellung der landwirtschaftlichen Betriebsmittel wie chemische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel, sowie die Emissionen, die durch Rodungen von Urwald zur Futtermittelerzeugung verursacht werden, stam-men 21 % bis 37 % der weltweiten THG-Emissio-nen aus der Landwirtschaft, bzw. aus dem globalen Ernährungssystem&amp;lt;ref&amp;gt;IPCC, (2019). Climate Change and Land Summary for Policymakers.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 2018 lag der Anteil der Landwirtschaft in der Schweiz bei 12,8 % der gesamten THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;FOEN (2020). Switzerland’s Greenhouse Gas Inventory 1990–2018: National Inventory Report and reporting tables (CRF). Submission of April 2020 under the United Nations Framework Convention on Climate Change and under the Kyoto Protocol. Federal Office for the Environment, Bern.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Abb. 2 auf Seite 3 zeigt die Verteilung der Emissionen der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2015&amp;lt;ref&amp;gt;AgroCleanTech, (2019). Übersicht der landwirtschaftlichen Treibhausgase inkl. Vorleistungen, Treibund Brennstoffen und Bodenkohlen stoff (LULUC) 2015. &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.agrocleantech.ch/images/Klimaschutz/Treibhausgasemissionen_Landwirtschaft/&amp;lt;/nowiki&amp;gt; THG_2015_Kreisdiagramm_gross.png.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Grafik berück-sichtigt auch die Emissionen, die durch Landnut-zungsänderungen, Treib- und Brennstoffe, sowie die Vorleistungen zur Produktion von Düngemit-teln etc. verursacht werden. Dem Sektor Landwirt-schaft werden offiziell nur die grünen Bereiche zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Treibhausgase ====&lt;br /&gt;
Die wichtigsten THG der Erdatmosphäre sind Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2), Ozon (O3), Methan (CH4) und Lachgas (N2O). CO2, CH4 und N2O sind die THG, die durch menschliche Aktivitäten stark beeinflusst werden, während die Konzentrationen von Wasserdampf und Ozon langfristig stabil sind, bzw. nur indirekt durch den Menschen beeinflusst werden. Von den globalen THGEmissionen aus der Landwirtschaft entfallen 46 % auf N2O, 45 % auf CH4 und 9 % auf CO2. &lt;br /&gt;
Fluorkohlenwasserstoffe sind die einzigen THG, die nur durch menschliche Aktivität erzeugt werden. Sie kommen nur in geringen Konzentrationen in der Atmosphäre vor, haben aber aufgrund ihres extrem hohen Erwärmungspotentials (bis zu 14 800 mal höher als CO2) einen deutlichen Einfluss auf das Klima. CO2 stammt aus Abbau und Veratmungsprozessen der lebenden Biomasse sowie aus Verbrennungen im Rahmen menschlichen Aktivitäten; CH4 vornehmlich aus Abbauprozessen in Böden unter Luftabschluss (Nassreisanbau und Moorgebiete) und aus anaeroben Prozessen in den Mägen von Wiederkäuern, und N2O entsteht insbesondere während und kurz nach der Ausbringung von stickstoffhaltigen (Hof)düngern.&lt;br /&gt;
==== CO2Äquivalente ====&lt;br /&gt;
Die verschiedenen THG CO2, CH4 und N2O haben unterschiedliche Erwärmungspotenziale. Damit man die Wirksamkeit aller THG vergleichen kann und weil CO2, über alle Sektoren hinweg das mit Abstand wichtigste THG ist, wird dessen Potenzial gleich 1 gesetzt. Demnach hat CH4 ein 24fach und N2O ein 298fach höheres Potenzial zur Erwärmung der Atmosphäre als CO2. Die unterschiedliche Lebensdauer der THG in der Atmosphäre wird in dieser Potenzialberechnung auch berücksichtigt. &lt;br /&gt;
==== Gigatonne (Gt) ====&lt;br /&gt;
Gigatonne ist eine weitverbreitete Einheit für THGMengen. Eine Gigatonne sind 1.000.000.000 Tonnen (1 Milliarde) und entspricht 1×1015 Gramm oder 1 Billiarde Gramm. Ein anderer Begriff für die gleiche Grössenordnung ist 1 Petagramm (Pg). Wir verwenden die Begriffe Humus und organische Bodensubstanz (OBS) synonym, baiserend auf dem gemessenen organischen Kohlenstoffgehalt des Bodens multipliziert mit 1.72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Boden – ein wichtiger CO2-Speicher ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2018 wurden weltweit, vor allem durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern, 34 Gi-gatonnen CO₂-Äquivalente emittiert. Diese jähr-lichen Emissionen sind im Kontext des globalen Kohlenstoffkreislaufs eigentlich gering (Abb. 1 auf Seite 2). Insgesamt befinden sich nämlich 75 Mio. Gigatonnen Kohlenstoff auf der Erde. Davon ist je-doch der grösste Anteil (99,94 %) in Kalkgesteinen gebunden. Nur 0,05 % sind in den Ozeanen und 0,0037 % in Böden gebunden. Böden enthalten dop-pelt so viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre und die terrestrische Biomasse zusammen, die jeweils 0,001 % ausmachen (Abb. 1). Um die Emissionen aus den verschiedenen Quellen und Treibhausga-sen zu vergleichen, wird CO₂ als einheitliche Wäh-rung verwendet und oft als CO₂-Äquivalent (CO₂-eq.) ausgedrückt. Der Mensch kann nur die Kohlenstoffgehalte von Atmosphäre, Boden und Vegetation beeinflus-sen. In diesem Zusammenhang spielt die Landwirt-schaft eine wichtige Rolle, um den Klimawandel abzumildern. Durch die Anreicherung von Humus kann der Boden Kohlenstoff speichern. Kleine Än-derungen der Kohlenstoffmenge im Boden haben grosse Auswirkungen aufs Klima. Darüber hinaus hält die Landwirtschaft aber noch weitere Optionen bereit, welche die Dynamik des menschengemachten Klimawandels beeinflus-sen können. Die landwirtschaftliche Produktion könnte dadurch an den Wandel angepasst werden und handlungsfähig bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biolandbau: nachweislich klimafreundlich ==&lt;br /&gt;
Langzeitversuche wie der DOKVersuch in Therwil / CH, der Bodenbearbeitungsversuch in Frick /CH, sowie Literaturstudien (MetaAnalysen) und Ergebnisse aus dem EU Horizon 2020Projekt iSQAPER, wie auch Betriebsvergleiche von Agroscope, lassen bezüglich der Klimawirkung des Biolandbaus folgenden Schlüsse zu: &lt;br /&gt;
* Biologisch wirtschaftende Betriebe mit Kleegrasanbau, Mist und Gülle aus der Viehhaltung bieten gute Voraussetzungen für die Erhaltung oder Steigerung des Humusgehaltes im Boden. &lt;br /&gt;
* Reduzierte Bodenbearbeitung kann auch im biologischen Landbau die Humusmenge im Boden zusätzlich erhöhen. &lt;br /&gt;
* Dank niedrigeren Stickstoffgaben und einer besseren Bodenfruchtbarkeit sind die Lachgasemissionen im Biolandbau um 40 % tiefer als im konventionellen Anbau. &lt;br /&gt;
* Dank vielfältigeren und aktiveren mikrobiellen Gemeinschaften im Boden mineralisieren biologisch bewirtschaftete Böden bei Trockenstress effizienter Stickstoff und sind somit besser an den Klimawandel angepasst. &lt;br /&gt;
* Pro Ernteeinheit benötigten die biologischen Anbauverfahren im DOKVersuch 19 % weniger Energie als die konventionellen Verfahren. Bezogen auf die Fläche waren es sogar 30–50 % weniger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Höhere Kohlenstoffbindung im Humus===&lt;br /&gt;
In einer umfassenden Literaturstudie konnte gezeigt werden, dass biologisch bewirtschaftete Böden 170 kg bis 450 kg mehr Kohlenstoff pro Hektar und Jahr im Humus speichern als konventionell bewirtschaftete Böden&amp;lt;ref&amp;gt;Gattinger et al. (2012). Enhanced top soil carbon stocks under organic farming. Proceedings of the National Academy of Science, 109: 18226-18231.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Unterschied resultiert vor allem aus dem mehrjährigen Anbau von Kleegras und der organischen Düngung. Ein höherer Humusgehalt im Boden erhöht die Wasserinfiltration und speicherfähigkeit des Bodens, sowie die Stabilität der Bodenaggregate, was auch der Erosion von Böden vorbeugt&amp;lt;ref&amp;gt;Bünemann, et al. (2018). Soil quality – A critical review. Soil Biology and Biochemistry 120, 105-125.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ausserdem verbessert der dynamische Teil des Humus über biologische Mechanismen die Pflanzengesundheit&amp;lt;ref&amp;gt;Bongiorno et al. (2019a). Sensitivity of labile carbon fractions to tillage and organic matter management and their potential as com-prehensive soil quality indicators across pedoclimatic conditions in Europe. Ecological Indicators 99, 38-50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bongiorno et al. (2019b). Soil suppressiveness to Pythium ultimum in ten European long-term field experiments and its relation with soil parameters. Soil Biology &amp;amp;amp;amp; Biochemistry 133, 174-187.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Analysen von 2000 Bodenproben in der 40jährigen Laufzeit des DOKVersuchs bei Basel, dem weltweit bisher längsten Vergleichsversuch zwischen biologischen und konventionellen Anbausystemen&amp;lt;ref&amp;gt;Mäder et al. (2002). Soil fertility and biodiversity in organic farming. Science 296, 1694-1697.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Fliessbach et al. (2007). Soil organic matter and biological soil quality indicators after 21 years of organic and conventional farming. Agriculture Ecosystems &amp;amp;amp;amp; Environment 118, 273-284.&amp;lt;/ref&amp;gt;, zeigen, dass: &lt;br /&gt;
*der Humusgehalt bei biologischdynamischem Anbau mit Kompostanwendung leicht ansteigt.&lt;br /&gt;
*der Humusgehalt im konventionellen Anbau mit rein mineralischer Düngung deutlich abnimmt.&lt;br /&gt;
*die Humusgehalte im konventionellen Anbau mit gemischt organischer und mineralischer Düngung und im organischbiologischen Anbau annähernd stabil bleiben.Die in den biologischen Systemen über sechs Fruchtfolgeperioden und alle Kulturen gemittelten und im Vergleich zum konventionellen System um 20 % geringeren Erträge, werden mit deutlich geringerem Düngemitteleinsatz und ohne chemischsynthetische Pestizide erzielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://de.tripleperformance.ag/index.php?title=Klimawirkung_der_biologischen_Landwirtschaft&amp;diff=9326</id>
		<title>Klimawirkung der biologischen Landwirtschaft</title>
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		<updated>2025-05-27T16:26:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Klima, Boden&lt;br /&gt;
| Image= Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat  1.jpg&lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft spielt im Klimawandel eine bedeutende Rolle. Als Verursacherin von Klimagasen trägt sie einerseits zur globalen Erwärmung bei, verfügt aber andererseits auch über ein grosses Potenzial zur Minderung des Klimawandels. Gleichzeitig wird die Landwirtschaft durch die negativen Auswirkungen der Klimaveränderungen belastet.Der Biolandbau stellt eine Möglichkeit zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel dar. Biologisch bewirt-schaftete Böden geben weniger klimaschädliches Lachgas ab als konventionell bewirtschaftete Äcker. Die vielfältigeren und aktiveren Mikroorganismen in den Bioböden können zudem zu einer besseren Anpassungsfähigkeit der Biokul-turen an klimatisch bedingte Stresssituationen beitragen. Mit der Humuswirtschaft können Biobetriebe den im Boden gespeicherten Kohlenstoff erhalten und steigern. Reduzierte Bodenbearbeitung kann zu einer zusätzlichen Anreicherung von Kohlenstoff im Boden führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Landwirtschaft – wichtige Akteurin im Klimawandel==&lt;br /&gt;
===Anstieg des Kohlenstoffs in der Luft===&lt;br /&gt;
Der Kohlenstoff in der Atmosphäre ist neben anderen Treibhausgasen (THG) dafür verantwortlich, dass auf der Erde eine mittlere Jahrestemperatur von +15 °C herrscht und das Leben in der bekannten Form möglich ist. Je mehr THG vorhanden sind, desto mehr erwärmen sich die Erdoberfläche und die Atmosphäre. In den letzten 250 Jahren führte der menschengemachte Ausstoss von THG zu einem Anstieg der atmos phärischen CO₂Konzentration  von  280 ppm  auf  aktuell 405 ppm. Damit einher geht eine Steigerung der durchschnittlichen globalen Jahrestemperatur um 1 °C (bis 2017). In der Schweiz verzeichnen wir im gleichen Zeitraum sogar einen Anstieg um 2 °C !&lt;br /&gt;
===Hohe Emissionen der Landwirtschaft===&lt;br /&gt;
Direkt verursacht die Landwirtschaft weltweit 11,2 % der THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;Tubiello et al. (2015). The Contribution of Agriculture, Forestry and other Land Use activities to Global Warming, 1990-2012. Global Change Biology 21, 2655-2660.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Rechnet man aber die Emissionen hinzu, die für die Bereitstellung der landwirtschaftlichen Betriebsmittel wie chemische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel, sowie die Emissionen, die durch Rodungen von Urwald zur Futtermittelerzeugung verursacht werden, stam-men 21 % bis 37 % der weltweiten THG-Emissio-nen aus der Landwirtschaft, bzw. aus dem globalen Ernährungssystem&amp;lt;ref&amp;gt;IPCC, (2019). Climate Change and Land Summary for Policymakers.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 2018 lag der Anteil der Landwirtschaft in der Schweiz bei 12,8 % der gesamten THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;FOEN (2020). Switzerland’s Greenhouse Gas Inventory 1990–2018: National Inventory Report and reporting tables (CRF). Submission of April 2020 under the United Nations Framework Convention on Climate Change and under the Kyoto Protocol. Federal Office for the Environment, Bern.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Abb. 2 auf Seite 3 zeigt die Verteilung der Emissionen der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2015&amp;lt;ref&amp;gt;AgroCleanTech, (2019). Übersicht der landwirtschaftlichen Treibhausgase inkl. Vorleistungen, Treibund Brennstoffen und Bodenkohlen stoff (LULUC) 2015. &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.agrocleantech.ch/images/Klimaschutz/Treibhausgasemissionen_Landwirtschaft/&amp;lt;/nowiki&amp;gt; THG_2015_Kreisdiagramm_gross.png.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Grafik berück-sichtigt auch die Emissionen, die durch Landnut-zungsänderungen, Treib- und Brennstoffe, sowie die Vorleistungen zur Produktion von Düngemit-teln etc. verursacht werden. Dem Sektor Landwirt-schaft werden offiziell nur die grünen Bereiche zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Treibhausgase ====&lt;br /&gt;
Die wichtigsten THG der Erdatmosphäre sind Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2), Ozon (O3), Methan (CH4) und Lachgas (N2O). CO2, CH4 und N2O sind die THG, die durch menschliche Aktivitäten stark beeinflusst werden, während die Konzentrationen von Wasserdampf und Ozon langfristig stabil sind, bzw. nur indirekt durch den Menschen beeinflusst werden. Von den globalen THGEmissionen aus der Landwirtschaft entfallen 46 % auf N2O, 45 % auf CH4 und 9 % auf CO2. &lt;br /&gt;
Fluorkohlenwasserstoffe sind die einzigen THG, die nur durch menschliche Aktivität erzeugt werden. Sie kommen nur in geringen Konzentrationen in der Atmosphäre vor, haben aber aufgrund ihres extrem hohen Erwärmungspotentials (bis zu 14 800 mal höher als CO2) einen deutlichen Einfluss auf das Klima. CO2 stammt aus Abbau und Veratmungsprozessen der lebenden Biomasse sowie aus Verbrennungen im Rahmen menschlichen Aktivitäten; CH4 vornehmlich aus Abbauprozessen in Böden unter Luftabschluss (Nassreisanbau und Moorgebiete) und aus anaeroben Prozessen in den Mägen von Wiederkäuern, und N2O entsteht insbesondere während und kurz nach der Ausbringung von stickstoffhaltigen (Hof)düngern.&lt;br /&gt;
==== CO2Äquivalente ====&lt;br /&gt;
Die verschiedenen THG CO2, CH4 und N2O haben unterschiedliche Erwärmungspotenziale. Damit man die Wirksamkeit aller THG vergleichen kann und weil CO2, über alle Sektoren hinweg das mit Abstand wichtigste THG ist, wird dessen Potenzial gleich 1 gesetzt. Demnach hat CH4 ein 24fach und N2O ein 298fach höheres Potenzial zur Erwärmung der Atmosphäre als CO2. Die unterschiedliche Lebensdauer der THG in der Atmosphäre wird in dieser Potenzialberechnung auch berücksichtigt. &lt;br /&gt;
==== Gigatonne (Gt) ====&lt;br /&gt;
Gigatonne ist eine weitverbreitete Einheit für THGMengen. Eine Gigatonne sind 1.000.000.000 Tonnen (1 Milliarde) und entspricht 1×1015 Gramm oder 1 Billiarde Gramm. Ein anderer Begriff für die gleiche Grössenordnung ist 1 Petagramm (Pg). Wir verwenden die Begriffe Humus und organische Bodensubstanz (OBS) synonym, baiserend auf dem gemessenen organischen Kohlenstoffgehalt des Bodens multipliziert mit 1.72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Boden – ein wichtiger CO2-Speicher ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 2018 wurden weltweit, vor allem durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern, 34 Gi-gatonnen CO₂-Äquivalente emittiert. Diese jähr-lichen Emissionen sind im Kontext des globalen Kohlenstoffkreislaufs eigentlich gering (Abb. 1 auf Seite 2). Insgesamt befinden sich nämlich 75 Mio. Gigatonnen Kohlenstoff auf der Erde. Davon ist je-doch der grösste Anteil (99,94 %) in Kalkgesteinen gebunden. Nur 0,05 % sind in den Ozeanen und 0,0037 % in Böden gebunden. Böden enthalten dop-pelt so viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre und die terrestrische Biomasse zusammen, die jeweils 0,001 % ausmachen (Abb. 1). Um die Emissionen aus den verschiedenen Quellen und Treibhausga-sen zu vergleichen, wird CO₂ als einheitliche Wäh-rung verwendet und oft als CO₂-Äquivalent (CO₂-eq.) ausgedrückt. Der Mensch kann nur die Kohlenstoffgehalte von Atmosphäre, Boden und Vegetation beeinflus-sen. In diesem Zusammenhang spielt die Landwirt-schaft eine wichtige Rolle, um den Klimawandel abzumildern. Durch die Anreicherung von Humus kann der Boden Kohlenstoff speichern. Kleine Än-derungen der Kohlenstoffmenge im Boden haben grosse Auswirkungen aufs Klima. Darüber hinaus hält die Landwirtschaft aber noch weitere Optionen bereit, welche die Dynamik des menschengemachten Klimawandels beeinflus-sen können. Die landwirtschaftliche Produktion könnte dadurch an den Wandel angepasst werden und handlungsfähig bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biolandbau: nachweislich klimafreundlich ==&lt;br /&gt;
Langzeitversuche wie der DOKVersuch in Therwil / CH, der Bodenbearbeitungsversuch in Frick /CH, sowie Literaturstudien (MetaAnalysen) und Ergebnisse aus dem EU Horizon 2020Projekt iSQAPER, wie auch Betriebsvergleiche von Agroscope, lassen bezüglich der Klimawirkung des Biolandbaus folgenden Schlüsse zu: &lt;br /&gt;
* Biologisch wirtschaftende Betriebe mit Kleegrasanbau, Mist und Gülle aus der Viehhaltung bieten gute Voraussetzungen für die Erhaltung oder Steigerung des Humusgehaltes im Boden. &lt;br /&gt;
* Reduzierte Bodenbearbeitung kann auch im biologischen Landbau die Humusmenge im Boden zusätzlich erhöhen. &lt;br /&gt;
* Dank niedrigeren Stickstoffgaben und einer besseren Bodenfruchtbarkeit sind die Lachgasemissionen im Biolandbau um 40 % tiefer als im konventionellen Anbau. &lt;br /&gt;
* Dank vielfältigeren und aktiveren mikrobiellen Gemeinschaften im Boden mineralisieren biologisch bewirtschaftete Böden bei Trockenstress effizienter Stickstoff und sind somit besser an den Klimawandel angepasst. &lt;br /&gt;
* Pro Ernteeinheit benötigten die biologischen Anbauverfahren im DOKVersuch 19 % weniger Energie als die konventionellen Verfahren. Bezogen auf die Fläche waren es sogar 30–50 % weniger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenzen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
	</entry>
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		<id>https://de.tripleperformance.ag/index.php?title=Klimawirkung_der_biologischen_Landwirtschaft&amp;diff=9325</id>
		<title>Klimawirkung der biologischen Landwirtschaft</title>
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		<updated>2025-05-27T16:16:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Klima, Boden&lt;br /&gt;
| Image= Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat  1.jpg&lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft spielt im Klimawandel eine bedeutende Rolle. Als Verursacherin von Klimagasen trägt sie einerseits zur globalen Erwärmung bei, verfügt aber andererseits auch über ein grosses Potenzial zur Minderung des Klimawandels. Gleichzeitig wird die Landwirtschaft durch die negativen Auswirkungen der Klimaveränderungen belastet.Der Biolandbau stellt eine Möglichkeit zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel dar. Biologisch bewirt-schaftete Böden geben weniger klimaschädliches Lachgas ab als konventionell bewirtschaftete Äcker. Die vielfältigeren und aktiveren Mikroorganismen in den Bioböden können zudem zu einer besseren Anpassungsfähigkeit der Biokul-turen an klimatisch bedingte Stresssituationen beitragen. Mit der Humuswirtschaft können Biobetriebe den im Boden gespeicherten Kohlenstoff erhalten und steigern. Reduzierte Bodenbearbeitung kann zu einer zusätzlichen Anreicherung von Kohlenstoff im Boden führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Landwirtschaft – wichtige Akteurin im Klimawandel==&lt;br /&gt;
===Anstieg des Kohlenstoffs in der Luft===&lt;br /&gt;
Der Kohlenstoff in der Atmosphäre ist neben anderen Treibhausgasen (THG) dafür verantwortlich, dass auf der Erde eine mittlere Jahrestemperatur von +15 °C herrscht und das Leben in der bekannten Form möglich ist. Je mehr THG vorhanden sind, desto mehr erwärmen sich die Erdoberfläche und die Atmosphäre. In den letzten 250 Jahren führte der menschengemachte Ausstoss von THG zu einem Anstieg der atmos phärischen CO₂Konzentration  von  280 ppm  auf  aktuell 405 ppm. Damit einher geht eine Steigerung der durchschnittlichen globalen Jahrestemperatur um 1 °C (bis 2017). In der Schweiz verzeichnen wir im gleichen Zeitraum sogar einen Anstieg um 2 °C !&lt;br /&gt;
===Hohe Emissionen der Landwirtschaft===&lt;br /&gt;
Direkt verursacht die Landwirtschaft weltweit 11,2 % der THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;Tubiello et al. (2015). The Contribution of Agriculture, Forestry and other Land Use activities to Global Warming, 1990-2012. Global Change Biology 21, 2655-2660.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Rechnet man aber die Emissionen hinzu, die für die Bereitstellung der landwirtschaftlichen Betriebsmittel wie chemische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel, sowie die Emissionen, die durch Rodungen von Urwald zur Futtermittelerzeugung verursacht werden, stam-men 21 % bis 37 % der weltweiten THG-Emissio-nen aus der Landwirtschaft, bzw. aus dem globalen Ernährungssystem&amp;lt;ref&amp;gt;IPCC, (2019). Climate Change and Land Summary for Policymakers.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Jahr 2018 lag der Anteil der Landwirtschaft in der Schweiz bei 12,8 % der gesamten THG-Emissionen&amp;lt;ref&amp;gt;FOEN (2020). Switzerland’s Greenhouse Gas Inventory 1990–2018: National Inventory Report and reporting tables (CRF). Submission of April 2020 under the United Nations Framework Convention on Climate Change and under the Kyoto Protocol. Federal Office for the Environment, Bern.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Abb. 2 auf Seite 3 zeigt die Verteilung der Emissionen der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2015&amp;lt;ref&amp;gt;AgroCleanTech, (2019). Übersicht der landwirtschaftlichen Treibhausgase inkl. Vorleistungen, Treibund Brennstoffen und Bodenkohlen stoff (LULUC) 2015. &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.agrocleantech.ch/images/Klimaschutz/Treibhausgasemissionen_Landwirtschaft/&amp;lt;/nowiki&amp;gt; THG_2015_Kreisdiagramm_gross.png.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Grafik berück-sichtigt auch die Emissionen, die durch Landnut-zungsänderungen, Treib- und Brennstoffe, sowie die Vorleistungen zur Produktion von Düngemit-teln etc. verursacht werden. Dem Sektor Landwirt-schaft werden offiziell nur die grünen Bereiche zugeordnet.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
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		<title>Klimawirkung der biologischen Landwirtschaft</title>
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		<updated>2025-05-27T16:12:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): Der Seiteninhalt wurde durch einen anderen Text ersetzt: „{{Pratique | Organisme=FiBL | Mots-clés=Klima, Boden | Image= Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat  1.jpg | ImageCaption=}} Die Landwirtschaft spielt im Klimawandel eine bedeutende Rolle. Als Verursacherin von Klimagasen trägt sie einerseits zur globalen Erwärmung bei, verfügt aber andererseits auch über ein grosses Potenzial zur Minderung des Klimawandels. Gleichzeitig wird die Landwirtschaft durch…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Klima, Boden&lt;br /&gt;
| Image= Impact de l’exploitation biologique des sols sur le climat  1.jpg&lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft spielt im Klimawandel eine bedeutende Rolle. Als Verursacherin von Klimagasen trägt sie einerseits zur globalen Erwärmung bei, verfügt aber andererseits auch über ein grosses Potenzial zur Minderung des Klimawandels. Gleichzeitig wird die Landwirtschaft durch die negativen Auswirkungen der Klimaveränderungen belastet.Der Biolandbau stellt eine Möglichkeit zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel dar. Biologisch bewirt-schaftete Böden geben weniger klimaschädliches Lachgas ab als konventionell bewirtschaftete Äcker. Die vielfältigeren und aktiveren Mikroorganismen in den Bioböden können zudem zu einer besseren Anpassungsfähigkeit der Biokul-turen an klimatisch bedingte Stresssituationen beitragen. Mit der Humuswirtschaft können Biobetriebe den im Boden gespeicherten Kohlenstoff erhalten und steigern. Reduzierte Bodenbearbeitung kann zu einer zusätzlichen Anreicherung von Kohlenstoff im Boden führen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
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		<title>Klimawirkung der biologischen Landwirtschaft</title>
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		<updated>2025-05-27T16:08:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): Importing content from PDF File: https://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/2517-boden-und-klima.pdf&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Landwirtschaft – wichtige Akteurin im Klimawandel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anstieg des Kohlenstoffs in der Luft&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Kohlenstoff in der Atmosphäre ist neben an-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
deren Treibhausgasen (THG) dafür verantwort-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lich, dass auf der Erde eine mittlere Jahrestempe-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ratur von +15 °C herrscht und das Leben in der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bekannten Form möglich ist. Je mehr THG vor-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
handen sind, desto mehr erwärmen sich die Er-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
doberfläche und die Atmosphäre. In den letzten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
250 Jahren führte der menschengemachte Ausstoss &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von THG zu einem Anstieg der atmos phärischen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CO₂-Konzentration  von  280 ppm  auf  aktuell &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
405 ppm. Damit einher geht eine Steigerung der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durchschnittlichen globalen Jahrestemperatur um &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1 °C (bis 2017). In der Schweiz verzeichnen wir im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gleichen Zeitraum sogar einen Anstieg um 2 °C !&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hohe Emissionen der Landwirtschaft&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Direkt  verursacht  die  Landwirtschaft  weltweit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11,2 % der THG-Emissionen[1]. Rechnet man aber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Emissionen hinzu, die für die Bereitstellung der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
landwirtschaftlichen Betriebsmittel wie chemische &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Düngemittel und Pflanzenschutzmittel, sowie die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emissionen, die durch Rodungen von Urwald zur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Futtermittelerzeugung  verursacht  werden,  stam-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
men 21 % bis 37 % der weltweiten THG-Emissio-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nen aus der Landwirtschaft, bzw. aus dem globalen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ernährungssystem[2]. Im Jahr 2018 lag der Anteil &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Landwirtschaft in der Schweiz bei 12,8 % der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gesamten  THG-Emissionen[3].  Abb. 2  auf  Seite 3 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zeigt die Verteilung der Emissionen der Schweizer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Landwirtschaft im Jahr 2015[4]. Die Grafik berück-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sichtigt auch die Emissionen, die durch Landnut-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zungsänderungen, Treib- und Brennstoffe, sowie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Vorleistungen zur Produktion von Düngemit-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
teln etc. verursacht werden. Dem Sektor Landwirt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schaft  werden  offiziell  nur  die  grünen  Bereiche &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landwirtschaft spielt im Klimawandel eine bedeutende &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rolle. Als Verursacherin von Klimagasen trägt sie einerseits &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zur globalen Erwärmung bei, verfügt aber andererseits auch &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
über ein grosses Potenzial zur Minderung des Klimawandels. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gleichzeitig wird die Landwirtschaft durch die negativen &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auswirkungen der Klimaveränderungen belastet.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Biolandbau stellt eine Möglichkeit zur Anpassung der &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Landwirtschaft an den Klimawandel dar. Biologisch bewirt-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
schaftete Böden geben weniger klimaschädliches Lachgas &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
ab als konventionell bewirtschaftete Äcker. Die vielfältigeren &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und aktiveren Mikroorganismen in den Bioböden können &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zudem zu einer besseren Anpassungsfähigkeit der Biokul-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
turen an klimatisch bedingte Stresssituationen beitragen. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit der Humuswirtschaft können Biobetriebe den im Boden &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
gespeicherten Kohlenstoff erhalten und steigern. Reduzierte &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bodenbearbeitung kann zu einer zusätzlichen Anreicherung &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
von Kohlenstoff im Boden führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Faktenblatt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022 | Nr. 2517&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boden und Klima&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Klimawirkung der biologischen  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bodenbewirtschaftung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boden und Klima | 2020 | FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 1:  Vereinfachte Darstellung des globalen Kohlenstoffkreislaufs &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Humusauf- und -abbau spielen in den für das Klima relevanten Kohlenstoffflüssen eine wesentliche Rolle. Der CO2-Gehalt der  Atmosphäre &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
nimmt zurzeit jährlich um 3,3 Gt C zu. Der C-Austausch mit den Karbonatgesteinen, dem mit Abstand größten Kohlenstoffspeicher, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
geht wesentlich langsamer und ist deshalb hier nicht aufgeführt. Quelle: Grafik nach Heinz Flessa angepasst durch FiBL, Daten IPCC[2]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vegetation &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
450−650 Gt C&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CO2 in der Atmosphäre&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
829 Gt C &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Photosynthese&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
123 Gt C/Jahr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Atmung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
62 Gt C/Jahr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abbau z. Zeit mehr &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
als 61 Gt C/Jahr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufnahme&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
80 Gt C/Jahr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verbrennung &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
8 Gt C/Jahr   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freisetzung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
78 Gt C/Jahr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Streu&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
61 Gt C/Jahr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gt = Gigatonnen, C = Kohlenstoff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fossiler Kohlenstoff&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1000−1940 Gt C&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bodenhumus&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1500−2400 Gt C&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ozean 39750 Gt C&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Treibhausgase:  Die wichtigsten THG der Erdat-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mosphäre sind Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ozon (O3), Methan (CH4) und Lachgas (N2O). &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
CO2, CH4 und N2O sind die THG, die durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
menschliche Aktivitäten stark beeinflusst werden, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
während die Konzentrationen von Wasserdampf &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Ozon langfristig stabil sind, bzw. nur indirekt &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
durch den Menschen beeinflusst werden. Von den &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
globalen THG-Emissionen aus der Landwirtschaft &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
entfallen 46 % auf N2O, 45 % auf CH4 und 9 % auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CO2. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Fluorkohlenwasserstoffe sind die einzigen THG, die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nur durch menschliche Aktivität erzeugt werden. Sie &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
kommen nur in geringen Konzentrationen in der At-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
mosphäre vor, haben aber aufgrund ihres extrem &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
hohen Erwärmungspotentials (bis zu 14 800 mal hö-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
her als CO2) einen deutlichen Einfluss auf das Klima. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CO2 stammt aus Abbau- und Veratmungsprozessen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der lebenden Biomasse sowie aus Verbrennungen &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
im Rahmen menschlichen Aktivitäten; CH4 vornehm-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
lich aus Abbauprozessen in Böden unter Luftab-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
schluss (Nassreisanbau und Moorgebiete) und aus &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
anaeroben Prozessen in den Mägen von Wieder-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
käuern, und N2O entsteht insbesondere während &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und kurz nach der Ausbringung von stickstoffhalti-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
gen (Hof)-düngern.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
CO2-Äquivalente:  Die verschiedenen THG CO2, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CH4 und N2O haben unterschiedliche Erwärmungs-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
potenziale. Damit man die Wirksamkeit aller THG &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vergleichen kann und weil CO2, über alle Sektoren &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
hinweg das mit Abstand wichtigste THG ist, wird &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
dessen Potenzial gleich 1 gesetzt. Demnach hat &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CH4 ein 24-fach und N2O ein 298-fach höheres &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Potenzial zur Erwärmung der Atmosphäre als CO2. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die unterschiedliche Lebensdauer der THG in der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Atmosphäre  wird in dieser Potenzialberechnung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch berücksichtigt. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gigatonne (Gt): Gigatonne ist eine weitverbrei-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
tete Einheit für THG-Mengen. Eine Gigatonne sind &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1.000.000.000 Tonnen (1 Milliarde) und entspricht &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1×1015 Gramm oder 1 Billiarde Gramm. Ein ande-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rer Begriff für die gleiche Grössenordnung ist 1 Pe-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
tagramm (Pg). Wir verwenden die Begriffe Humus &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und organische Bodensubstanz (OBS) synonym, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
baiserend auf dem gemessenen organischen Koh-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
lenstoffgehalt des Bodens multipliziert mit 1.72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boden und Klima | 2020 | FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Boden – ein wichtiger CO2-Speicher&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Im Jahr 2018 wurden weltweit, vor allem durch die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verbrennung  von  fossilen  Energieträgern,  34 Gi-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gatonnen  CO₂-Äquivalente  emittiert.  Diese  jähr-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lichen Emissionen sind im Kontext des globalen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kohlenstoffkreislaufs eigentlich gering (Abb. 1 auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seite 2). Insgesamt befinden sich nämlich 75 Mio. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gigatonnen Kohlenstoff auf der Erde. Davon ist je-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
doch der grösste Anteil (99,94 %) in Kalkgesteinen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gebunden. Nur 0,05 % sind in den Ozeanen und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,0037 % in Böden gebunden. Böden enthalten dop-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
pelt so viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die terrestrische Biomasse zusammen, die jeweils &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,001 % ausmachen (Abb. 1). Um die Emissionen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus den verschiedenen Quellen und Treibhausga-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sen zu vergleichen, wird CO₂ als einheitliche Wäh-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rung verwendet und oft als CO₂-Äquivalent (CO₂-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eq.) ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch kann nur die Kohlenstoffgehalte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Atmosphäre, Boden und Vegetation beeinflus-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sen. In diesem Zusammenhang spielt die Landwirt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schaft eine wichtige Rolle, um den Klimawandel &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
abzumildern. Durch die Anreicherung von Humus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann der Boden Kohlenstoff speichern. Kleine Än-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
derungen der Kohlenstoffmenge im Boden haben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
grosse Auswirkungen aufs Klima.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus hält die Landwirtschaft aber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
noch weitere Optionen bereit, welche die Dynamik &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des menschengemachten Klimawandels beeinflus-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sen  können.  Die  landwirtschaftliche  Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
könnte dadurch an den Wandel angepasst werden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und handlungsfähig bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Biolandbau: nachweislich  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
klimafreundlich&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Langzeitversuche wie der DOK-Versuch in Ther-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wil / CH, der Bodenbearbeitungsversuch in Frick /&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
CH, sowie Literaturstudien (Meta-Analysen) und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergebnisse aus dem EU Horizon 2020-Projekt iSQA-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PER, wie auch Betriebsvergleiche von Agroscope, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lassen bezüglich der Klimawirkung des Bioland-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
baus folgenden Schlüsse zu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biologisch wirtschaftende Betriebe mit Kleegras-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
anbau, Mist und Gülle aus der Viehhaltung bie-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ten gute Voraussetzungen für die Erhaltung oder &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steigerung des Humusgehaltes im Boden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reduzierte Bodenbearbeitung kann auch im bio-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
logischen Landbau die Humusmenge im Boden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zusätzlich erhöhen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank niedrigeren Stickstoffgaben und einer bes-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seren Bodenfruchtbarkeit sind die Lachgasemis-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sionen im Biolandbau um 40 % tiefer als im kon-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ventionellen Anbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank vielfältigeren und aktiveren mikrobiellen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinschaften im Boden mineralisieren biolo-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gisch bewirtschaftete Böden bei Trockenstress ef-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
fizienter Stickstoff und sind somit besser an den &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klimawandel angepasst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pro  Ernteeinheit  benötigten  die  biologischen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbauverfahren  im  DOK-Versuch  19 %  weni-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ger Energie als die konventionellen Verfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Fläche waren es sogar 30–50 % &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weniger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Biolandbau trägt mit dem Aufbau des Humusgehaltes im Boden aktiv zur &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Verbesserung der Fruchtbarkeit, Wasserhaltekapazität und Struktur des Bodens bei. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er sichert damit die langfristige Leistungsfähigkeit der Böden, verbessert das Wasser-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
angebot für die Kulturen und reduziert Bodenverluste durch Erosion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Emissionen aus der Verdauung der Nutztiere (Methan von Wiederkäuern), dem &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hofdüngermanagement, den landwirtschaftlich genutzten Böden (Dünger und Nutzung &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
von Moorböden) sowie aus der Kalk- und Harnstoffdüngung werden im nationalen &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Treibhausgasinventar im Sektor Landwirtschaft rapportiert[4]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 2:  Komplette, sektorenübergreifende Treibhausgas-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
emissionen der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2015 &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3,3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verdauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nutztiere&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1,5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Landwirtschaftlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
genutzte Böden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kalk- und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Harnstoffdüngung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Landnutzung und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Landnutzungsänderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(LULUC)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0,8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1,2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hofdüngermanagement&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Mio. Tonnen CO&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2-eq&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Treib- und Brennstoffe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Transport und Input-Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boden und Klima | 2020 | FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höhere Kohlenstoffbindung im &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Humus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In  einer  umfassenden  Literaturstudie  konnte  ge-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zeigt werden, dass biologisch bewirtschaftete Bö-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den 170 kg bis 450 kg mehr Kohlenstoff pro Hektar &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Jahr im Humus speichern als konventionell &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bewirtschaftete Böden[5]. Der Unterschied resultiert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allem aus dem mehrjährigen Anbau von Klee-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gras und der organischen Düngung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein höherer Humusgehalt im Boden erhöht die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wasserinfiltration und -speicherfähigkeit des Bodens, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sowie die Stabilität der Bodenaggregate, was auch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Erosion von Böden vorbeugt[6]. Ausserdem ver-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bessert der dynamische Teil des Humus über biolo-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gische Mechanismen die Pflanzengesundheit[7,8]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analysen von 2000 Bodenproben in der 40-jäh-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rigen Laufzeit des DOK-Versuchs bei Basel, dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weltweit  bisher  längsten  Vergleichsversuch  zwi-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schen  biologischen  und  konventionellen  Anbau-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
systemen[9,10], zeigen, dass: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Humusgehalt bei biologisch-dynamischem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbau mit Kompostanwendung leicht ansteigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Humusgehalt im konventionellen Anbau mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rein mineralischer Düngung deutlich abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die  Humusgehalte  im  konventionellen Anbau &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit  gemischt  organischer  und  mineralischer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Düngung und im organisch-biologischen Anbau &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
annähernd stabil bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  in  den  biologischen  Systemen  über  sechs &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fruchtfolgeperioden und alle Kulturen gemittelten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und im Vergleich zum konventionellen System um &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 % geringeren Erträge, werden mit deutlich gerin-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gerem Düngemitteleinsatz und ohne chemisch-syn-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
thetische Pestizide erzielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reduzierte Bodenbearbeitung &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
als Potenzial&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den Pflug zu verzichten, ist nicht nur aus Grün-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den des Bodenschutzes gut; reduzierte Bodenbear-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
beitung hat auch Potenzial zum Klimaschutz. Ein &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weitgehender  Ersatz  des  tiefen  Pflügens  durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
flachere  und  meist  nicht-wendende  Bodenbear-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
beitung  im  Biolandbau  kann  den  Humusgehalt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
deutlich über das Niveau der biologischen Bewirt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schaftung mit Pflug heben[11]. Im 13-jährigen Boden-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bearbeitungsversuch des FiBL in Frick konnte der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Humusgehalt in den oberen 50 cm um 8 % erhöht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden. Über die gesamte Laufzeit des Versuchs &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stieg der Humusgehalt unter reduzierter Bodenbe-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
arbeitung bei gleichbleibenden Treibhausgasemis-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sionen um rund 700 kg C pro Hektar und Jahr[12,13].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Studie zu Untersuchungen auf 60 Betrieben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«NFP 68 Ressource Boden», bei denen Flächen von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biobetrieben mit Flächen von konventionellen und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
No-till-Betrieben verglichen wurden, zeigen, dass &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im direkten Vergleich: links traditionelle Bodenbearbeitung mit dem Pflug und rechts reduzierte Bodenbearbeitung mit dem Grubber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boden und Klima | 2020 | FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die biologische Bewirtschaftung den Humusaufbau &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ebenso gut fördert wie No-till unter konventionel-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ler Bewirtschaftung[14]. No-till-Betriebe verzichten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
komplett auf den Pflug, bekämpfen das Unkraut &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aber chemisch mit Round up, einem glyphosathal-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
tigen Herbizid. Im Vergleich zu den No-till- und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
konventionellen Betrieben weisen die Felder der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biobetriebe ein aktiveres und komplexeres Boden-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
leben auf[15].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niedrigere Lachgasemissionen &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
im Biolandbau &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine  Auswertung  der  weltweit  verfügbaren  Li-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
teratur über N₂O-Emissionen im Feld zeigt, dass &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
biologisch bewirtschaftete Böden zwar pro Fläche &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weniger N₂O ausstossen als konventionell bewirt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schaftete  Böden,  pro  Ertragseinheit  aber  leicht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mehr[16]. Der Metaanalyse zur Folge würde ein Meh-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rertrag von 9 % in der biologischen Produktion aus-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
reichen, um die ertragsbezogenen N₂O-Emissionen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf das Niveau der konventionellen Produktion zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
reduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Studie des FiBL im 40-jährigen DOK-Ver-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
such [16] zeigt, dass biologisch und biodynamisch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bewirtschaftete  Böden  flächenbezogen  im  Mittel &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 % geringere N₂O-Emissionen aufweisen als kon-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ventionell bewirtschaftete Böden. Die Gründe dafür &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind eine geringere N-Düngung und eine bessere &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bodenqualität  in  den  biologischen  Anbauverfah-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ren. Besonders niedrig sind die N₂O Emissionen im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
biodynamischen Anbau. Dort wurden im Vergleich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zum konventionellen Anbau auch ertragsbezogen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein Drittel weniger N₂O Emissionen gemessen[17].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Humusgehalt im Boden kann sowohl durch eine biologisch- &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
dynamische Bewirtschaftung als auch durch reduzierte Boden-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
bearbeitung gesteigert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestimmung der Treibhausgasemissionen im Ackerbau. Mithilfe &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
von manuellen Kammern, die regelmässig auf einen im Boden ver-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
senkten Ring montiert werden, können die vom Boden emittierten &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Treibhausgase gesammelt, nach einer kurzen Zeit mit einer Spritze &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
entnommen (Bild) und anschliessend im Labor an einem Gas-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
chromatographen gemessen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boden und Klima | 2020 | FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bessere Anpassungsfähigkeit &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
von Bioböden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimawandel bringt wahrscheinlich mehr Stark-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
regenereignisse und Trockenperioden mit sich. For-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schungsergebnisse des FiBL zeigen, dass biologisch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bewirtschaftete Böden besser an diese Herausforde-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rungen angepasst sind als konventionelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So weisen die Bioböden im DOK-Versuch infol-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ge der höheren Humusgehalte eine bessere Aggre-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gatstabilität auf[18]. Dadurch sind diese Böden besser &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gegen Erosion infolge von Starkregenereignissen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geschützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Literaturstudie wurde nachgewiesen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dass die mikrobielle Aktivität in biologisch bewirt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schafteten Böden deutlich höher ist als in konven-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
tionell  bewirtschafteten,  unter  anderem  auch  in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezug auf die Proteaseaktivität[19]. Die Protease ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein Enzym, welches den ersten Schritt in der Mine-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ralisierung von organisch gebundenem Stickstoff &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
katalysiert. In einem Topfexperiment mit Böden aus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dem DOK-Versuch konnten Forschende vom FiBL &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zeigen, dass die Böden aus dem biologisch-organi-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schen Anbau bei Trockenheit 30 % mehr Stickstoff &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus einer Gründüngung mineralisierten als die Bö-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den im konventionellen Anbau[20]. Dabei konnte die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bessere Mineralisierungsleistung auf eine erhöhte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielfalt der Mikroorganismen in den biologisch be-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wirtschafteten Böden zurückgeführt werden. Eine &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kürzlich publizierte Studie bestätigt: Extensive Be-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wirtschaftung führt dank vielfältigeren mikrobiel-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
len Gemeinschaften zu einer besseren Anpassung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an  Trockenstress  in  Acker-  und  Grasländern[21]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere FiBL-Studien haben gezeigt, dass bakteri-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
elle und pilzliche Impfmittel insbesondere im me-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diterranen und trockenen subtropischen Klima die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erträge  in  low-input  Systemen  deutlich  steigern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
konnten.[22,23,24] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höhere Energieeffizienz &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Bioproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  Effizienz  der  Nutzung  vorhandener  Ressour-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
cen ist ein wichtiger Indikator für die Nachhaltig-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
keit eines Produktionssystems. Zur Berechnung der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Energieeffizienz wird neben den direkten Energie-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
beiträgen (z. B. Treibstoff für Traktoren) auch die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
indirekte Energie berücksichtigt, die zur Erzeugung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der  zugekauften  Produktionsmittel  (z. B.  Dünger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
oder Pflanzenschutzmittel) benötigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biologische Anbaumethoden im DOK-Versuch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
brauchen zwar etwas mehr Energie für Infrastruktur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Maschinen als die konventionelle Bewirtschaf-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
tung (z. B. für maschinelles Hacken und Striegeln), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dafür jedoch deutlich weniger Energie für Dünger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Pestizide. Im Mittel von 20 Jahren brauchten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die biologischen Verfahren pro Ernteeinheit 19 % &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weniger Energie[25]. Auf die Fläche bezogen waren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es 30–50 % weniger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bioböden mit einem höheren Humusgehalt und einer verbesserten Aggregatstabilität können besser mit durch Kimawandel hervorgerufenen &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Extremwetterreignissen umgehen. Zum Vergleich zwei Bilder aus dem DOK-Versuch: links konventioneller Anbau ohne Mistgabe und rechts &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
bio-dynamischer Anbau mit Kompostmistgabe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boden und Klima | 2020 | FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schlussfolgerungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klimamindernde Potenziale besser &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
nutzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als  Schlussfolgerung  ergibt  sich,  dass  durch  die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
biologische Bewirtschaftung der Böden die Auswir-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kungen der Landwirtschaft auf das Klima vermin-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dert werden und dass biologische Anbausysteme &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
besser an den Klimawandel angepasst sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reduzierte Bodenbearbeitung unter Biobedin-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gungen (ohne Herbizide) ist eine Perspektive, um &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Biolandbau noch klimaschonender zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intensive Forschung ist aber nötig, um die Unkraut-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
regulierung noch effizienter zu gestalten[11,26]. Ein &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
grosses Potenzial liegt insbesondere in den Techni-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ken der Präzisionslandwirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der relative Vorteil der Biolandwirtschaft in Be-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zug auf die Klimawirkung hängt neben der Stick-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stoffdüngung stark von der Flächenproduktivität &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ab.  Hier  weist  der  Biolandbau  aufgrund  der  ge-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ringeren Erträge einen höheren Flächenbedarf auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb ist die Weiterentwicklung der Biolandwirt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schaft durch verbesserte Sorten (Züchtung), einen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
effektiveren biologischen Pflanzenschutz und die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rezyklierung  von  Nährstoffen  aus  urbanen  Ge-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bieten wie Kompost und Biogärgut zentral. FiBL &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschende haben zudem gezeigt, dass eine Aus-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weitung der Biolandwirtschaft ökologisch grosse &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorteile bringt, weil bestehendes Ackerland besser &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor Erosion geschützt wird. Weltweit gehen jährlich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10 Mio. Hektar Ackerland durch Wind- und Wasse-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rerosion endgültig verloren. Eine weitere Ausdeh-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nung der Biolandwirtschaft ist deshalb auch wichtig &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für den Bodenschutz[27].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen effektiven Bodenschutz braucht es &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aber  weitere  Massnahmen,  wie  z. B.  geringere &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebens mittelverluste  und  weniger  Futterproduk-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
tion in Form von Getreide, Mais und Soja auf dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Acker (bzw. einen geringeren Fleischkonsum), um &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die  globale Ackerfläche  bei  gesteigerter  Bioland-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wirtschaft nicht ausdehnen zu müssen[28]. Insgesamt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
betrachtet leistet die biologische Landwirtschaft be-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
reits jetzt einen wichtigen Beitrag zum Schutz des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klimas und ist zudem besser an den stattfindenden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klimawandel angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch offene Fragen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
In mehreren Bereichen besteht noch Bedarf nach &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wissenschaftlicher Abklärung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bereich Humus und Bodenqualität laufen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aktuell Projekte zur Stabilisierung des Humus, zur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
optimalen Düngung für den Humusaufbau und den &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
optimalen Humusgehalt eines bestimmten Bodens &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unter Berücksichtigung der Pflanzenernährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im  Bereich  THG-Emissionen  besteht  Bedarf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an Emissionsmessungen über gesamte Fruchtfol-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gen  und  während  der  Hofdüngerlagerung  und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-ausbringung, sowie zur Methanproduktion in der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tierhaltung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im politischen Bereich wird über die optimalen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werkzeuge zur Förderung der Landwirtschaft vor &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dem Hintergrund von Ernährungssicherheit, Kli-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
maschutz,  Biodiversität  und  Ressourceneffizienz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geforscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FiBL Forschung: Ausbringung von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hofdünger im Bodenbearbeitungs-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
versuch in Frick. Die THG-Emissionen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden zu Ereignissen gemessen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bei denen Emissionsspitzen zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
erwarten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boden und Klima | 2020 | FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Change Biology 21, 2655-2660. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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THG_2015_Kreisdiagramm_gross.png.&lt;br /&gt;
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prehensive soil quality indicators across pedoclimatic conditions in &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gas emissions and soil carbon stocks in an organic grass-clover &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
ley -  winter wheat cropping sequence. Agriculture Ecosystems &amp;amp;amp; &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Environment 239, 324-333.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
13  Krauss et al. (2020). Enhanced soil quality with reduced tillage and &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
solid manures in organic farming – a synthesis of 15 years. Scienti-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
fic Reports volume 10, Article&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14 Büchi, L., Walder, F., Banerjee, S., Colombi, T., van der Heijden, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
M.G.A., Keller, T., Charles, R., Six, J., 2022. Pedoclimatic factors &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
and management determine soil organic carbon and aggregation &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in farmer fields at a regional scale. Geoderma 409, 115632.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15  Banerjee et al. (2019). Agricultural intensification reduces microbial &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
network complexity and the abundance of keystone taxa in roots. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The ISME journal, doi.org/10.1038/s41396-019-0383-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
under organic and non-organic management — A global meta-analy-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sis. Science of The Total Environment, 468–469: 553-563.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
on soil-derived greenhouse gas emissions. Scientific reports, 9(1), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1702.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 Siegrist et al. (1998). Does organic agriculture reduce soil erodi-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bility? The results of a long-term field study on loess in Switzerland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Agriculture, Ecosystems and Environment 69, 253-264.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 Lori et al. (2017). Organic farming enhances soil microbial abun-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dance and activity – A meta-analysis and meta-regression. PloS one &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12, e0180442. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 Lori et al. (2018). Distinct nitrogen provisioning from organic &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
amendments in soil as influenced by farming system and water &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
21 Lori et al. (2020). Compared to conventional, ecological intensive &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
management promotes beneficial proteolytic soil microbial commu-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
nities for agro-ecosystem functioning under climate change-induced &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
rain regimes. Scientific Reports volume 10, Article number: 7296&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
tainable wheat–rice and wheat–black gram rotations in India. Soil &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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via biofertilization—A global meta-analysis. Frontiers in plant science, &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
24 Mathimaran et al. (2020). Intercropping transplanted pigeon pea &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
with finger millet: Arbuscular mycorrhizal fungi and plant growth &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
promoting rhizobacteria boost yield while reducing fertilizer input. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frontiers in Sustainable Food Systems, 4, p.88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25 Nemecek et al. (2011). Life cycle assessment of Swiss farming &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
systems: I. Integrated and organic farming. Agricultural systems, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
104(3), 217-232.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26 Armengot et al. (2015). Long-term feasibility of reduced tillage in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
organic farming. Agronomy for Sustainable Development, 35(1), &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
339-346.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
on soil quality: A review of long-term experiments for Europe and &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
China.“ Agriculture, Ecosystems &amp;amp;amp; Environment 265: 1-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28 Muller et al. (2017). Strategies for feeding the world more sustain-&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Impressum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herausgeber: Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ackerstrasse 113 , Postfach 219, CH-5070 Frick &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tel. 062 865 72 72, info.suisse@fibl.org, www.fibl.org&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Autorinnen und Autoren: Paul Mäder, Markus Steffens, Maike &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Krauss, Andreas Fliessbach, Hans-Martin Krause, Colin Skinner, Martina &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lori, Giulia Bongiorno, Matthias Klaiss, Christine Arncken, Hansueli &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dierauer, Else Bünemann, Adrian Müller, Urs Niggli, Andreas Gattinger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Redaktion: Vanessa Gabel, Jeremias Lütold (FiBL)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gestaltung: Brigitta Maurer (FiBL)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fotos: Thomas Alföldi (FiBL Schweiz): S. 3, S. 5(1), Hansueli Dierauer &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(FiBL Schweiz): S. 4, Andreas Fliessbach (FiBL Schweiz): S. 6, Matthias &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Klaiss (FiBL Schweiz): S. 1, Else Bünemann (FiBL Schweiz): S. 5 (2), &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alfred Berner (FiBL Schweiz): S. 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FiBL. Best. Nr. 2517              ISBN - Download 978-3-03736-160-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Merkblatt kann von shop.fibl.org kostenlos abgerufen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
© FiBL 2022&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Document Outline =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[f46c7af768dfa8a25c8982e8321ac86bd9a58f61.html#1|Landwirtschaft – wichtige Akteurin im Klimawandel]]&lt;br /&gt;
* [[f46c7af768dfa8a25c8982e8321ac86bd9a58f61.html#3|Biolandbau: nachweislichklimafreundlich]]&lt;br /&gt;
* [[f46c7af768dfa8a25c8982e8321ac86bd9a58f61.html#4|Höhere Kohlenstoffbindung imHumus]]&lt;br /&gt;
* [[f46c7af768dfa8a25c8982e8321ac86bd9a58f61.html#4|Reduzierte Bodenbearbeitungals Potenzial]]&lt;br /&gt;
* [[f46c7af768dfa8a25c8982e8321ac86bd9a58f61.html#5|Niedrigere Lachgasemissionenim Biolandbau]]&lt;br /&gt;
* [[f46c7af768dfa8a25c8982e8321ac86bd9a58f61.html#6|Bessere Anpassungsfähigkeitvon Bioböden]]&lt;br /&gt;
* [[f46c7af768dfa8a25c8982e8321ac86bd9a58f61.html#6|Höhere Energieeffizienzder Bioproduktion]]&lt;br /&gt;
* [[f46c7af768dfa8a25c8982e8321ac86bd9a58f61.html#7|Schlussfolgerungen]]&lt;br /&gt;
* [[f46c7af768dfa8a25c8982e8321ac86bd9a58f61.html#7|Klimamindernde Potenziale bessernutzen]]&lt;br /&gt;
* [[f46c7af768dfa8a25c8982e8321ac86bd9a58f61.html#7|Noch offene Fragen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Original source: https://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/2517-boden-und-klima.pdf&lt;/div&gt;</summary>
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}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=={{int:license-header}}==&lt;br /&gt;
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		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
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		<title>Regenwürmer</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Regenwürmer &lt;br /&gt;
| Image= Vers de terre, architectes des sols fertiles 6.jpg &lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind in der Regel die am häufigsten vorkommenden Bodentiere in landwirtschaftlich genutzten Böden. Sie sind dafür bekannt, dass sie die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften des Bodens verbessern. Zusammen mit den Mikroorga nismen im Boden haben sie ein grosses Potenzial, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Obwohl viel über die allgemeine Taxonomie und Biologie der Regenwürmer bekannt ist, nimmt das Wissen über ihre Auswirkungen auf die Böden und ihre Interaktionen mit anderen Bodenorganismen sowie den Einfluss landwirtschaftlicher Praktiken auf ihre Populationen nur langsam zu. Dieses Merkblatt fasst das Wissen über Regenwürmer zusammen. Es gibt einen Überblick über die Biologie, Ökologie und die vielfältigen Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft und enthält Empfehlungen für die Förderung dieser aussergewöhnlichen Organismen in landwirtschaftlichen Böden.&lt;br /&gt;
== Unterschätzte Bodentiere ==&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 7.jpg|Alignement=Right}}&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert galten Regenwürmer als Bodenschädlinge. Obwohl sich diese Sichtweise völlig geändert hat, wird ihnen in der landwirtschaftlichen Praxis immer noch nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Nur wenige Landwirt*innen fördern die Regenwürmer aktiv. Stattdessen haben schwere Maschinen, intensive Bodenbearbeitung und der massive  Einsatz  von  Pestiziden  die  Regenwurmpopulationen  vielerorts  drastisch  reduziert  oder fast eliminiert. In einem natürlich bewirtschafteten Grünlandboden von einem Hektar finden sich dagegen bis zu drei Millionen Regenwürmer. Die Anzahl, Biomasse und Vielfalt der Regenwürmer in einem Boden gelten als wichtige Kriterien für die Bodenfruchtbarkeit, da eine reiche RegenwurmFauna in vielerlei Hinsicht zu gesunden und biologisch aktiven Böden beiträgt. Dies wiederum begünstigt viele positive Ökosystemleistungen und bringt eine bessere Widerstandsfähigkeit und Anpassung der landwirtschaftlichen Systeme an den Klimawandel mit sich. Aufgrund ihrer zahlreichen Leistungen zur Steigerung der Nachhaltigkeit von Agrarökosystemen sollten Regenwürmer bei der Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft – insbesondere des biologischen Landbaus – mehr Aufmerksamkeit erhalten und gezielt gefördert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Biologie der Regenwürmer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbreitung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer &#039;&#039;(Lumbricina) &#039;&#039;sind – mit Ausnahme der Polarregionen und Wüsten – in den meisten Böden zu finden. Während weltweit mehr als 3000 Arten bekannt sind, gibt es in Europa nur 400 Arten und in Mitteleuropa 40 Arten. Im Ackerland sind nur 4 bis 11 Arten verbreitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Böden ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer bevorzugen mittelschwere Lehm bis lehmige Sandböden. Schwere Lehm und trockene Sandböden sind für ihre Entwicklung ungünstig und schränken ihre Ausbreitung ein. In sauren Torfböden finden sich nur spezialisierte Arten, die sich an die ungünstigen Bodenbedingungen angepasst haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klima ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Wenn es sehr trocken und heiss ist, ziehen sich viele Arten in tiefere Bodenschichten zurück. Bei niedrigen Wintertemperaturen ziehen sich die Würmer in frostfreie Bereiche ihrer Röhren zurück, und ihr Stoffwechsel verlangsamt sich auf ein Minimum. An frostfreien Wintertagen werden gewisse Arten wieder aktiv. Im Frühjahr und Herbst sind die Regenwürmer am aktivsten. Regenwürmer sind empfindlich gegen Trockenheit. Sie sind nur aktiv, wenn der Boden feucht ist. Bei trockenem Boden sind sie inaktiv. Da Regenwürmer täglich bis zu 20 % ihres Körpergewichts in Form von Schleim und Ausscheidungen verlieren können, brauchen sie Feuchtigkeit, um am Leben zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer entwickeln sich langsam, mit Ausnahme der Streubewohner (z. B. Kompostwürmer). Tauwürmer produzieren nur eine Generation mit maximal 8 bis 12 Kokons (Eiern) pro Jahr. Regenwürmer leben je nach Art 2 bis 10 Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fortpflanzung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind Hermaphroditen. Geschlechtsreife Würmer sind am «Genitalgürtel» (Clitellum) zu erkennen, der den Körper umgibt. Der Höhepunkt  der  Wühltätigkeit  und  der  Fortpflanzung findet in der gemässigten Zone von März bis April sowie im September und Oktober statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mobilität und Ausbreitung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer können von ungestörten Randbereichen wie Feldrändern in Ackerland einwandern. Der Gemeine Regenwurm oder T]auwurm &#039;&#039;(Lumbricus terrestris) &#039;&#039;kann pro Jahr bis zu 20 Meter weit wandern. Vögel und Vieh tragen erheblich zur Ausbreitung von Regenwürmern bei.&lt;br /&gt;
=== Ernährung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer ernähren sich in erster Linie von abgestorbenen Pflanzenteilen, verfügen aber nicht über eigene Verdauungsenzyme, um die Zellstruktur  von  Pflanzenmaterial  aufzuspalten.  Deshalb vermischen sie für die Verdauung Pflanzenbiomasse mit Mineralerde. Um den täglichen Kalorienbedarf zu decken, müssen sie das 10 bis 30fache ihres eigenen Körpergewichts fressen. Nachts weiden Regenwürmer den Algenrasen ab, der tagsüber auf der Bodenoberfläche gewachsen ist, und ziehen abgestorbene Pflanzenteile in ihre Gänge, wo sie in 2 bis 4 Wochen von Bodenmikroorganismen «vorverdaut» werden. Da Regenwürmer keine Zähne haben, können sie sich nicht von Wurzeln ernähren. Um zu gedeihen, benötigen Regenwürmer ein reichhaltiges Nahrungsangebot aus Pflanzenbiomasse wie abgestorbenen Wurzeln, Blättern, Gräsern und angerottetem Mist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 9.jpg|Légende=Juveniler Regenwurm schlüpft aus einem Kokon.}}{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 8.jpg|Légende=Ein &#039;&#039;Nicodrilus&#039;&#039; sp. rollt sich zusammen, um Kälte-, Hitze- oder Dürre-perioden sowie den Winterschlaf zu überstehen.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
Regenwürmer beeinflussen viele Ökodienstleistungen, die mit der Bodenfruchtbarkeit und der Pflanzenproduktion zusammenhängen. Daher trägt die Förderung von Regenwürmern und anderen wichtigen Bodentieren zu einer effizienteren Nutzung ökologischer Prozesse bei. Die Verbesserung der abiotischen und biotischen Bodeneigenschaften durch Regenwürmer bringt zahlreiche Vorteile für die Landwirte mit sich, z. B. eine bessere Nährstoffverfügbarkeit und Wasserspeicherung im Boden, eine geringere Erosion und eine höhere Produktivität der Kulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Leistungen der Regenwürmer.jpg|Légende=Regenwürmer spielen eine Schlüsselrolle bei der Verbesserung der Bodeneigenschaften. Die Vorteile, die sich aus ihrer Tätigkeit ergeben, sind vielfältig. Die Regenwürmer sind jedoch auf eine ausreichende Menge organische Materialien, den Verzicht auf problematische Pestizide und eine geringe Störung des Bodens angewiesen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Regenwürmer belüften den Boden===&lt;br /&gt;
Eine grosse Anzahl Regenwurmgänge erhöht die Anzahl Makroporen im Boden wesentlich und trägt so zu einer guten Durchlüftung des Bodens bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 10.jpg|Légende=Die von den Regenwürmern angelegten stabilen Gänge erleichtern&lt;br /&gt;
es den Wurzeln, tief in den Boden einzudringen.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer fördern das Wurzelwachstum===&lt;br /&gt;
In der Regel werden über 90 % der Regenwurmgänge von Pflanzenwurzeln besiedelt. Regenwürmer hinterlassen einen Grossteil ihrer nährstoffreichen Ausscheidungen in ihren Gängen. Dies bietet günstige Bedingungen für das Wachstum von Pflanzenwurzeln. Dank der Regenwurmgänge können die Wurzeln leichter in tiefe Bodenschichten vordringen und finden dort nährstoffreiche Regenwurmlosung, Wasser und Luft. Regenwürmer vermischen oberflächlich ausgebrachten Kalk und Dünger mit dem Boden und verlagern sie in tiefere Bodenschichten.&lt;br /&gt;
===Regenwürmer verbessern die Wasser infiltration in den Boden und verringern den Oberflächenabfluss===&lt;br /&gt;
Vor allem die stabilen Gänge der Vertikalgraber verbessern die Infiltration, Speicherung und Drainage von Wasser im Boden erheblich. Sie verringern damit den Oberflächenabfluss von Wasser und die Bodenerosion. Böden mit Regenwürmern entwässern bis zu 10mal schneller als Böden ohne Regenwürmer.&lt;br /&gt;
Die vertikalen, mit Schleim stabilisierten Gänge können in tiefen Lössböden bis zu 3 Meter und in Tschernosemböden (Schwarzerden) sogar bis zu 6 Meter tief sein. Dank ihrer kräftigen Muskeln sind die Tiefgraber in der Lage, in leicht verdichtete Böden einzudringen und so die Entwässerung der Böden zu verbessern. &lt;br /&gt;
Bis zu 150 Regenwurmgänge oder 900 Meter pro Kubikmeter können in ungepflügten Böden gefunden werden. In pfluglosen Böden, in denen die Wurmpopulationen hoch sind, kann die Wasserinfiltration bis zu 6mal höher sein als in regelmässig gepflügten Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer bauen abgestorbene Pflanzenteile in den Boden ein===&lt;br /&gt;
Regenwürmer bauen organisches Material wie Ernterückstände, organische Dünger, Dung oder Mulch  in  den  Boden  ein.  Sie  zerkleinern,  vermischen und verdauen Pflanzenreste durch physische Zerkleinerung und chemische Verdauung. Dadurch beschleunigen sie die Zersetzung der abgestorbenen Biomasse und regen den Nährstoffkreislauf im BodenPflanzenSystem an. Wenn Regenwürmer Pflanzenmaterial in ihre Gänge ziehen, verlagern sie wertvolle Nährstoffe in den Boden, insbesondere in die tieferen Bodenschichten (Bioturbation). Im Grünland bauen Regenwürmer bis zu 6 Tonnen totes organisches Material pro Hektar und Jahr in den Boden ein. In Wäldern verdauen sie bis zu 9 Tonnen Laub pro Hektar.&lt;br /&gt;
===Regenwürmer zersetzen abgestorbene Pflanzenteile und erhöhen die Nährstoffversorgung der Pflanzen===&lt;br /&gt;
Regenwürmer produzieren je nach Dichte jährlich 40 bis 100 Tonnen Losung pro Hektar. Der Wurmkot bildet stabile Bodenaggregate oder Krümel, die auf der Bodenoberfläche oder im Boden abgelagert werden. Organische und anorganische Bestandteile sind im Wurmkot gut vermischt, und die Nährstoffe liegen in leicht verfügbarer und angereicherter Form vor. Regenwurmlosung enthält im Durchschnitt 5mal mehr Stickstoff, 7mal mehr Phosphor und 11mal mehr Kalium als der umgebende Boden. Der Stickstoff in der Regenwurmlosung ist für die Pflanzen leicht verfügbar.&lt;br /&gt;
===Regenwürmer verjüngen den Boden===&lt;br /&gt;
Regenwürmer transportieren Bodenmaterial und Nährstoffe aus dem Unterboden in den Oberboden und erhalten bzw. fördern so die Vitalität des Bodens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 16.jpg|Légende = Dieser Boden hat viele Wurmlosungen und Röhreneingänge auf der Oberfläche, was auf eine hohe Regenwurmaktivität hinweist. Nach starken Regenfällen verschlämmt er kaum. Bild aus einer biologisch bewirtschafteten Parzelle.|Alignement=Left}}{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 14.jpg|Légende=Dieser Boden hat viele Wurmlosungen und Röhreneingänge auf der Oberfläche, was auf eine hohe Regenwurmaktivität hinweist. Nach starken Regenfällen verschlämmt er kaum. Bild aus einer konventionell bewirtschafteten Parzelle. Beide Fotos wurden zur gleichen Zeit im DOK-Langzeitversuch in Therwil, Schweiz, aufgenommen.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Regenwürmer tragen zu einer besseren Struktur und Stabilität des Bodens bei===&lt;br /&gt;
Durch die intensive Vermischung von organischem Material mit anorganischen Bodenteilchen und Mikroorganismen sowie durch Absonderung von Schleim bilden Regenwürmer stabile Bodenkrümel, welche die Bodenstruktur verbessern. Böden mit einer hohen Regenwurmaktivität neigen weniger zur Verschlämmung und können leichter bearbeitet werden als Böden mit einer geringen Regenwurmaktivität. Darüber hinaus werden Nährstoffe und Wasser besser im Boden gehalten. Eine umfangreiche Produktion von Wurmlosung macht schwere Böden lockerer und sandige Böden bindiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 15.jpg|Légende=Bei gutem Nahrungsangebot kann eine hohe Regenwurmpopulation jährlich bis zu 10 kg pro Quadratmeter wertvolle Wurmlosung im Boden und auf der Bodenoberfläche absetzen. Auf Äckern macht dies bis zu 0,5 cm Bodenhöhe aus, auf Wiesen bis zu 1,5 cm}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Regenwürmer tragen zur Regulierung von Krankheitserregern und Schädlingen bei===&lt;br /&gt;
Regenwürmer fördern die Besiedlung und Vermehrung von nützlichen Bodenbakterien und Pilzen in ihren Gängen und der Losung. Indem sie abgefallene Blätter in den Boden ziehen, tragen sie zum mikrobiologischen Abbau von Blattkrankheitserregern und Schädlingen bei (z. B. von Winterstadien von Pilzerregern wie Apfelschorf und Insekten wie die Miniermotte).&lt;br /&gt;
===Regenwürmer helfen bei der Bekämpfung von Schädlingen im Boden===&lt;br /&gt;
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Regenwürmer insektenabtötende Nematoden (z. B. &#039;&#039;Steinernema &#039;&#039;sp.) und Pilze (z. B. &#039;&#039;Beauveria bassiana&#039;&#039;) im Boden verbreiten und so zu einer besseren natürlichen Regulierung von Schädlingen im Boden beitragen. Ruhestadien, wie z. B. Pilzsporen, widerstehen jedoch der Verdauung im Regenwurmdarm und werden mit dem Regenwurmkot wieder ausgeschieden.&lt;br /&gt;
===Regenwürmer unterstützen die Bindung von Kohlenstoff===&lt;br /&gt;
Regenwürmer nehmen organische Rückstände mit unterschiedlichem C : NVerhältnis auf und wandeln sie in Material mit einem niedrigeren C : N-Verhältnis um. Auf diese Weise tragen sie schliesslich zur Kohlenstoffspeicherung und zur Milderung des Klimawandels bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ökologische Gruppen der Regenwurmarten==&lt;br /&gt;
Die Regenwürmer werden in drei ökophysiologische Hauptkategorien eingeteilt (siehe auch Tab. 1):&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Streu oder Kompostwürmer :&#039;&#039;&#039; Die epigäischen Arten leben an der Grenzfläche zwischen Boden und Streu und ernähren sich von sich zersetzenden organischen Stoffen, ohne zu graben.&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Flachgrabende Arten :&#039;&#039;&#039; Diese endogäischen Arten graben horizontale Gänge in den oberen 10–30 cm des Bodens. Den verdauten Boden scheiden sie in ihren Gängen aus.&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Vertikalgrabende Regenwürmer :&#039;&#039;&#039; Die Vertikalgraber oder anektischen Arten legen stabile, tiefe, vertikale Gänge an. Sie nutzen die mit Losung stabilisierten Gänge, um die Bodenoberfläche aufzusuchen und Pflanzenmaterial als Nahrung zu sammeln.&lt;br /&gt;
In der Landwirtschaft spielen die Vertikalgraber eine Schlüsselrolle (höhere Biomasse und stärkere Bodenvermischung als andere Arten, stabile Gänge, Wasserinfiltration in den Boden). Für den Acker und Futterbau spielen alle grabenden Wurmarten (d. h. die endogäischen und die anektischen Arten) eine wichtige Rolle. Flach grabende Würmer tragen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und struktur im Oberboden bei, wogegen die vertikal grabenden Regenwürmer in tieferen Bodenschichten zu spürbaren Bodenverbesserungen beitragen, indem sie organisches Material in tiefere Schichten bringen und mit ihren vertikalen Gängen die Belüftung und das Wasserrückhaltevermögen des Bodens verbessern. Die vertikalen Gänge fördern auch eine tiefere Durchwurzelung der Ackerböden, was tendenziell zu höheren Erträgen führt, da mehr Nährstoffe zur Verfügung stehen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberflächenbewohnende Regenwurmarten (epi gäische Arten) sind für den Abbau des Streumaterials und bei der Kompostierung von besonderer Bedeutung (siehe Box 1).   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 1: Wurmkompostierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurmkompostierung ist ein Verfahren, bei dem verschiedene epigäische Wurmarten eingesetzt werden, um organische Abfälle zu zersetzen und einen nährstoffreichen organischen Dünger und Bodenverbesserer für die kleinbäuerliche Landwirtschaft zu erzeugen. Die guten Eigenschaften des Wurmkomposts sind im Wesentlichen auf den hohen Nährstoffgehalt des Regenwurmkots zurückzuführen.&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 17.jpg|Légende=Kompostbewohnende Regenwürmer (z. B. &#039;&#039;Eisenia&#039;&#039; sp.) überleben&lt;br /&gt;
nicht auf Ackerland oder in anderen Anbausystemen.}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1:  Drei ökologische Regenwurmgruppen in Ökosystemen der gemässigten Breiten&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gruppen&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Streubewohner&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Flachgraber&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Tiefgraber&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Typen/Arten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Oberflächenbewohner, epigäische Arten&lt;br /&gt;
|Flach- oder horizontalgrabende, endogäische Arten&lt;br /&gt;
|Vertikalgrabende, anektische Arten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 18.jpg|Largeur=200}}&lt;br /&gt;
|{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 19.jpg|Largeur=200}}&lt;br /&gt;
|{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 20.jpg|Largeur=200}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Wichtige Vertreter&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| • Kompostwurm (Eisenia fetida)&lt;br /&gt;
• Europäischer Regenwurm&lt;br /&gt;
(Lumbricus rubellus)&lt;br /&gt;
|• Octolasion lacteum&lt;br /&gt;
• Kleiner Wiesenwurm&lt;br /&gt;
(Allolobophora caliginosa)&lt;br /&gt;
|• Tauwurm (Lumbricus terrestris)&lt;br /&gt;
• Schwarzköpfiger Wurm&lt;br /&gt;
(Allolobophora longa)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Pigmentierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Bräunlich-rot, meist sowohl ventral als auch dorsal pigmentiert&lt;br /&gt;
| Un- oder leicht pigmentiert&lt;br /&gt;
|Rötlich-braun, Kopf dunkler, meist nur dorsal pigmentiert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Lebensraum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• In der Streuschicht von Wiesen, Wäldern und im Kompost&lt;br /&gt;
• Selten im Ackerland wegen fehlender permanenter Streu-&lt;br /&gt;
schicht&lt;br /&gt;
|• Im Oberboden (5–40 cm) von humosem Mineralboden in v. a. horizontalen, instabilen Röhren&lt;br /&gt;
• Jungtiere in den oberen Boden-&lt;br /&gt;
schichten&lt;br /&gt;
|• In allen Bodenschichten bis 3–4 m Tiefe; gesamtes Leben in senkrechten, stabilen Wohnröh- ren (Ø 8–11 mm)&lt;br /&gt;
• Sehr wichtig für landw. Böden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Grösse&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Klein, meist 2–6 cm lang&lt;br /&gt;
|Klein, bis 18 cm lang&lt;br /&gt;
|Meist gross, 15–45 cm lang&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Grabfähigkeit&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
|Niedrig&lt;br /&gt;
|Mässig &lt;br /&gt;
|Hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Ernährungs- verhalten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Ernähren sich von kleinen Pflanzenteilen an der Boden- oberfläche.&lt;br /&gt;
|• Ernähren sich von Pflanzen- teilen im Oberboden.&lt;br /&gt;
|• Ziehen grosse Pflanzenteile in ihre Wohnröhren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Überleben bei Trockenheit und im Winter&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Im Kokonstadium&lt;br /&gt;
|• Quieszenz bei Trockenheit&lt;br /&gt;
• Diapause zur Überwinterung&lt;br /&gt;
|• Quieszenz bei Trockenheit&lt;br /&gt;
• Teilweise oder keine Diapause im Winter (L. terrestris)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Prädation&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Sehr hoch (Vögel, Säugetiere und räuberische Arthropoden)&lt;br /&gt;
|• Niedrig&lt;br /&gt;
|• Hoch, wenn auf der Boden- oberfläche kriechend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Vermehrung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| • Wüchsig (100 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|• Begrenzt (8–12 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|• Begrenzt (8–12 Kokons p. a.) &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Lebenserwartung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Kurz, 1–2 Jahre&lt;br /&gt;
|• Mittel, 3–5 Jahre&lt;br /&gt;
| • Lang, 4–8 Jahre&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=ökologischen Gruppen von Regenwürmern.jpg|Légende=Grafik 1: Ernährung und Verhalten der drei ökologischen Gruppen von Regenwürmern}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schätzung der Anzahl Regenwürmer in einem Boden==&lt;br /&gt;
Die Anzahl Regenwürmer kann in Abhängigkeit von Bodenart, Niederschlag und Anbaumethoden stark variieren. In Ackerböden kann ihre Anzahl rund 30 bis 300 Individuen pro Quadratmeter betragen. In Mitteleuropa sind 120 bis 140 Würmer pro Quadratmeter eine gute Populationsdichte in intensiv bewirtschafteten Ackerböden. Dies entspricht 90 bis 110 g Regenwurmbiomasse pro Quadratmeter.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Regenwurmpopu lation in einem Feld zu schätzen, kann die ungefähre Anzahl Würmer mit den folgenden Methoden grob ermittelt werden (Praxismethoden): &lt;br /&gt;
*Anzahl Würmer: 5 Spatenproben von 10 × 10 cm Grösse und 25 cm Tiefe eines fruchtbaren, mittelschweren Lehmbodens enthalten im Durchschnitt 2 bis 3 Würmer. Dies ergibt 100 bis 200 Würmer pro Quadratmeter.&lt;br /&gt;
*Auch die Anzahl Wurmgänge ist ein guter  Indikator für die Wurmaktivität im Boden.&lt;br /&gt;
*Zählt man die Anzahl Wurmlosungen auf einer 50 × 50 cm grossen Fläche während der Zeit der Regenwurmaktivität (März bis April und September bis Oktober), so weisen 5 oder weniger Wurmkothäufchen auf eine geringe Wurmaktivität hin, 10 Kothäufchen auf eine mässige Wurmaktivität, während 20 oder mehr Kothäufchen auf eine gute Wurmaktivität mit vielen Würmern im Boden hinweisen.&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 21.jpg|Légende=Die Anzahl Regenwürmer lässt sich mit der einfachen Spatenprobe&lt;br /&gt;
grob schätzen.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 2 : Lebensraumabhängige Regenwurmdichte&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Besiedlung eines Lebensraums durch Regenwürmer hängt in erster Linie von der Nahrungs und Wasserversorgung ab. Dementsprechend schwankt die Anzahl Regenwürmer pro Quadratmeter erheblich:&lt;br /&gt;
*Extensiv genutzte Weide : 400–500&lt;br /&gt;
* Gedüngte Wiese : 200–300&lt;br /&gt;
*Laubwald : 150–250&lt;br /&gt;
*Extensiv bewirtschaftete Ackerfläche : 120–250&lt;br /&gt;
*Magerwiese : 30–40&lt;br /&gt;
*Fichtenwald : 10–15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirksame landwirtschaftliche Praktiken zur Förderung  von Regenwürmern ==&lt;br /&gt;
Die Regenwurmpopulationen nehmen tendenziell zu, wenn der Gehalt an organischer Substanz im Boden steigt, und sie nehmen ab, wenn der Boden gestört wird, z. B. durch intensive Bodenbearbeitung und den Einsatz schädlicher Chemikalien oder wenn wenig organische Substanz zugeführt wird. Die Umsetzung geeigneter Massnahmen kann die Regenwürmer und im weiteren Sinne die Bodenfruchtbarkeit entscheidend fördern. Daher ist es von entscheidender Bedeutung zu verstehen, welche Massnahmen Regenwürmer schonen oder fördern.&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 22.jpg|Légende=Während der Zeiten hoher Regenwurmaktivität im März/April und&lt;br /&gt;
September/Oktober sollte eine intensive Bodenbearbeitung vermieden werden.}}{{Image|Image=Bodenbearbeitung und Regenwürmer.jpg|Légende=Grafik 2:  Auswirkungen unterschiedlicher Intensitäten der Bodenbearbeitung auf Regenwürmer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Minimieren von tiefer und intensiver Bodenbearbeitung===&lt;br /&gt;
*Pflüge und schnell rotierende Geräte können Regenwürmer stark schädigen. Die Verlustraten nach dem Einsatz von Pflügen liegen bei etwa 25 % und können beim Einsatz von Rotationsgeräten bis zu 70 % betragen. Daher sollten Pflüge und schnell rotierende Geräte nur wenn unbedingt erforderlich und bei geringer Regenwurmaktivität im Oberboden eingesetzt werden.&lt;br /&gt;
*Die Bearbeitung von trockenen oder kalten Böden hat deutlich weniger negative Auswirkungen auf die Regenwurmpopulationen, da sich vor allem die Vertikalgraber bei diesen Bedingungen in tieferen Bodenschichten aufhalten.&lt;br /&gt;
*Der Einsatz von OnLandPflügen und flaches Pflügen verringern die Verdichtung der tieferen Bodenschichten.&lt;br /&gt;
*Konservierende Bodenbearbeitung, zu der auch die reduzierte Bodenbearbeitung gehört, minimiert die Störung des Bodens und das Risiko der Bodenverdichtung, erhöht das Nahrungsangebot und konserviert das Bodenwasser. Dies erhöht die Dichte und Biomasse der Regenwürmer und der Bodenmikroorganismen.&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 23.jpg|Légende=Reduzierte Bodenbearbeitung minimiert die Bodenstörung und fördert die Bodenbedeckung mit organischem Material. Sie schafft damit günstige Lebens bedingungen für die Regenwürmer.}}{{Image|Image=reduzierten Bodenarbeitung und Regenwürmer.jpg|Légende=Grafik 3:  Auswirkungen der reduzierten Bodenbearbeitung auf Regenwürmer im Vergleich zum Pflügen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wendende Bodenbearbeitung mit dem Pflug verletzt und tötet die Regenwürmer direkt und setzt sie rauen Umweltbedingungen und Fressfeinden aus. Sie zerstört auch die Höhlen der Vertikalgraber und verschüttet ihre Nahrungsquellen. Reduzierte Bodenbe-arbeitung führt zu einem deutlichen Anstieg der Dichte der Regenwurmpopulation, der Biomasse und der Wachstumsstadien im Vergleich zum Pflügen gemäss den Ergebnis-sen aus einem biologisch bewirtschafteten Lehmboden (Kuntz et al. 2013).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Minimieren von Bodendruck und Bodenverdichtung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer brauchen einen angemessen belüfteten und «lockeren» Boden. Die Verdichtung des Bodens wirkt sich negativ auf die Regenwurmpopulationen, andere Bodenorganismen und viele biologische Prozesse im Boden aus. Regenwürmer haben Schwierigkeiten, stark verdichtete Böden zu durchgraben. Daher sollte Bodenverdichtung vermieden oder zumindest minimiert werden.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Die Landmaschinen so einstellen, dass der  Bodendruck so gering wie möglich ist, und  insbesondere den Reifendruck verringern.&lt;br /&gt;
*Wenn möglich leichte Maschinen verwenden. Je leichter die Geräte sind, desto geringer ist die Verdichtung des Bodens.&lt;br /&gt;
*Da feuchte Böden besonders empfindlich auf Bodenverdichtung reagieren, nur gut abgetrocknete, gut tragfähige Böden befahren.&lt;br /&gt;
*Zur Staunässe neigende Ackerböden  entwässern oder aufschütten.&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 1.jpg|Légende=Der Onland-Pflug verhindert die Bodenverdichtung in der Pflugsohle.}}{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 2.jpg|Légende=Die Rückstände der Gründüngungen und Untersaaten erhalten die Bodenfeuchtigkeit und bieten Nahrung für die Regenwürmer.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Diversifizieren der Fruchtfolge zur Versorgung der Regenwürmer===&lt;br /&gt;
Vielfältige Fruchtfolgen mit einer guten Bodenbedeckung und regelmässiger Zufuhr von organischem Material bieten günstige Lebensbedingungen für Regenwürmer.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Dauergrünland ist ideal für Regenwürmer. Es liefert grosse Mengen an organischer Substanz aus Blättern und Wurzeln. Das Material von Säuberungsschnitten und der abgebaute Dung von Weidetieren sind ebenfalls gute Nahrungsquellen.&lt;br /&gt;
*Vielfältige Fruchtfolgen mit überwinternden und tiefwurzelnden Zwischenfrüchten oder Gründüngungen und reichhaltigen Ernterückständen bilden die Grundlage für gute Regenwurmpopulationen. Ein Wechsel von mehrjährigem Grünland und einjährigen Kulturen trägt zum Aufbau von organischer Substanz bei und fördert die Regenwurmfauna.&lt;br /&gt;
*Gründüngungen werden bei Erreichen der maximalen Biomasse in den Boden eingearbeitet, um organische Substanz für die nachfolgende Kultur zu liefern. Sie können auch abgeweidet oder gemäht werden und zur Zersetzung auf der Bodenoberfläche liegen gelassen werden.&lt;br /&gt;
*Getreidestoppeln liefern viel organisches Material. Das Verbrennen der Stoppeln zerstört die organische Substanz im Oberboden, was die Regenwürmer an der Oberfläche beeinträchtigt. Idealerweise lässt man die Stoppeln auf der Bodenoberfläche verrotten und sät die Folgekultur direkt in die Stoppeln (heikel bei Bio) oder nach einer minimalen Bodenbearbeitung.&lt;br /&gt;
*Bodendecker wie Kleeuntersaaten oder Stoppeln verringern die Verdunstung von Bodenfeuchtigkeit und halten den Boden feuchter. Die Bedeckung der Bodenoberfläche verringert auch die Auswirkungen extremer klimatischer Bedingungen wie Hitze und Frost.&lt;br /&gt;
*Da Humus das Wasser im Boden hält, trägt ein höherer Gehalt an organischer Substanz im Boden nicht nur zu einer besseren Wasserversorgung der Kulturen bei Trockenheit, sondern auch zu ausgewogeneren Lebensbedingungen für Regenwürmer bei.&lt;br /&gt;
*Zweijährige Kleegraswiesen in einer Fruchtfolge regenerieren die Regenwurmpopulationen erheblich. Mehrjähriges Kleegras ist vorteilhafter als nur einjähriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== An Bodenbeschaffenheit und Pflanzenbedarf angepasste Düngung===&lt;br /&gt;
Sowohl die Art als auch die Menge der verwendeten Dünger beeinflussen die Regenwurmpopulationen.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Eine angemessene und ausgewogene Düngung ist sowohl für die Pflanzen als auch für die Regenwürmer günstig.&lt;br /&gt;
*Leicht verrotteter Mist bietet Regenwürmern mehr Nahrung als reifer Kompost und eignet sich daher besser zu deren Förderung.&lt;br /&gt;
*Organische Düngemittel sollten nur flach eingearbeitet werden. Tief vergrabene Ernterückstände sind für Regenwürmer schädlich, da sie bei der Zersetzung schädliche anaerobe Bedingungen erzeugen können.&lt;br /&gt;
*Hohe Güllegaben schädigen die Regenwurmfauna. Ammoniak in unbehandelter Gülle ist für viele Organismen giftig und insbesondere für oberflächennahe Regenwürmer in wassergesättigten Böden sehr schädlich. Deshalb sollte Gülle vor der Ausbringung aufgerührt (belüftet) und verdünnt werden.&lt;br /&gt;
*Flüssigdünger sollten nur auf saugfähige Böden und in moderaten Mengen von maximal 25 m3 pro Hektar ausgebracht werden. Flüssiges Gärgut kann je nach Qualität die Regenwürmer schädigen und ist weniger empfehlenswert.&lt;br /&gt;
*Die meisten Regenwürmer bevorzugen einen Boden-pH-Wert von 5,5 bis 7,5. Um einen optimalen pHWert des Bodens zu gewährleisten, sollte routinemässig Kalk auf der Grundlage von pH-Messungen ausgebracht werden.&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 5.jpg|Légende=Güllegaben sind sowohl für die Regenwürmer als auch für die Pflanzen besser verträglich, wenn sie verdünnt und in mässigen Mengen zu einem geeigneten Zeitpunkt des Pflanzenwachstums und bei kühlem und bewölktem Wetter ausgebracht werden.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 3: Schlüsselmassnahmen zur  Förderung von Regenwürmern&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Massnahmen fördern Regenwürmer in landwirtschaftlichen Böden: &lt;br /&gt;
#Ausreichendes Nahrungsangebot (Pflanzenmaterial) auf Ackerflächen mit dauerhafter Grünbedeckung (auch im Winter)&lt;br /&gt;
# Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden, die  für Regenwürmer und andere nützliche Bodenorganismen schädlich sind&lt;br /&gt;
#Anwenden von schonenden Bodenbearbeitungsverfahren wie reduzierte Bodenbearbeitung und Direktsaat zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit und der Bodengare&lt;br /&gt;
#Vermeiden von Bodenverdichtungen und Fördern von gut strukturierten und belüfteten Böden durch den Einsatz geeigneter, eher leichter Maschinen&lt;br /&gt;
#Standort und bedarfsgerechte Düngung&lt;br /&gt;
# Kontinuierliche Zufuhr organischer Substanz während der gesamten Fruchtfolge&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 3.jpg|Légende=Organische Düngung fördert eine reiche Regenwurmfauna, welche die Bodenstruktur verbessert und damit die Verschlämmung verringert und die Infiltration von Wasser verbessert. Konventionell bewirtschaftete Parzelle des DOK-Langzeitversuchs in Therwil, Schweiz.}}{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 4.jpg|Légende=Bio-dynamisch bewirtschaftete Parzelle aus demselben Versuch. Beide Fotos wurden nach dem gleichen Regenereignis aufgenommen.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Negative Auswirkungen nichtbiologischer landwirtschaftlicher Praktiken auf Regenwurmpopulationen==&lt;br /&gt;
=== Einsatz von schädlichen Pestiziden===&lt;br /&gt;
Verschiedene Pestizide (einschliesslich Saatgutbeizung)  können  die  individuelle  Sterblichkeit  der Regenwürmer erhöhen, deren Fruchtbarkeit und Wachstum verringern sowie enzymatische Prozesse stören. Darüber hinaus können sie das individuelle Verhalten von Regenwürmern verändern, indem sie z. B. ihre Fressrate reduzieren und letztlich die Gesamtbiomasse und dichte der Population verringern. Flachgraber wie &#039;&#039;A. caliginosa&#039;&#039; auf Ackerland, die ihre Gänge kontinuierlich ausdehnen, während sie im Oberboden fressen, sind am anfälligsten für toxische Pestizide, die in den Boden eingebracht werden. Im Gegensatz dazu sind anektische Arten wie &#039;&#039;Lumbricus terrestris&#039;&#039;, die in tieferen Bodenschichten leben, weniger anfällig für Pestizide. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insektizide und Fungizide sind die giftigsten Pestizide, die das Überleben bzw. die Fortpflanzung der Regenwürmer beeinträchtigen. Einige Fungizide wie die BordeauxMischung oder andere Kupferspritzmittel (die auch im biologischen Landbau zugelassen sind) verringern die Regenwurmzahl im Boden, wenn sie in grossen Mengen ausgebracht werden und Kupfer letztlich in der Bodenlösung vorkommt. Humusreiche Böden binden Kupfer in der organischen Substanz und hemmen somit den Fluss in die Bodenlösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen schaden die meisten Herbizide den Regenwürmern nicht direkt, wenn sie in der empfohlenen Dosierung angewendet werden (ausser synthetische StaudenAbbrennmittel). Sie können die Regenwurmpopulationen jedoch indirekt reduzieren, indem sie Begleitkräuter eliminieren und so die Verfügbarkeit von organischem Material auf der Bodenoberfläche verringern. Insbesondere in Kulturen und Fruchtfolgen mit keiner oder einer nur geringen Bodenbedeckung sind Begleitkräuter eine wichtige Nahrungsquelle für Regenwürmer und viele andere Nützlinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einsatz von Mineraldüngern===&lt;br /&gt;
Die meisten synthetischen Mineraldünger schaden Regenwürmern nicht direkt. Düngemittel auf der Basis von Ammoniumsulfat können jedoch für Regenwürmer schädlich sein, möglicherweise aufgrund einer versauernden Wirkung. Darüber hinaus kann die Verwendung grosser Mengen mineralischer Stickstoffdünger (im biologischen Landbau nicht  zugelassen)  die Anzahl  Regenwürmer  verringern. Zudem ersetzen mineralische NDünger in der Regel den für Regenwürmer sehr nützlichen Anbau von Leguminosen und Gründüngungen. Im Allgemeinen haben organische Düngemittel (einschliesslich belüfteter Gülle) eine weitaus positivere Wirkung auf Regenwürmer als mineralische Düngemittel. Kalk scheint für Regenwurmpopulationen von Vorteil zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Auswirkungen der mineralischen und organischen Düngung auf die Regenwürmer.jpg|Légende=Grafik 4 :  Auswirkungen der mineralischen und organischen Düngung auf die Regenwürmer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine rein mineralische Düngung führt zu einer deutlich geringeren Anzahl und Biomasse von Regenwürmern im Vergleich zu organischer Düngung und in geringerem Masse auch zu einer kombinierten mineralischen und organischen (konventionellen) Düngung. Ergebnisse aus dem DOK-Langzeitversuch in der Schweiz (Durchschnitt aus 3 Jahren).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Originalartikel==&lt;br /&gt;
Lukas Pfiffner ([[FiBL]]), 2023, &#039;&#039;Regenwürmer – Baumeister fruchtbarer Böden.&#039;&#039; Verfügbar am : https://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/1610-regenwuermer.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[fr:Vers de terre, architectes des sols fertiles]]&lt;br /&gt;
[[en:Earthworms]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://de.tripleperformance.ag/index.php?title=Regenw%C3%BCrmer&amp;diff=9316</id>
		<title>Regenwürmer</title>
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		<updated>2025-05-27T15:26:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Regenwürmer &lt;br /&gt;
| Image= Vers de terre, architectes des sols fertiles 6.jpg &lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind in der Regel die am häufigsten vorkommenden Bodentiere in landwirtschaftlich genutzten Böden. Sie sind dafür bekannt, dass sie die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften des Bodens verbessern. Zusammen mit den Mikroorga nismen im Boden haben sie ein grosses Potenzial, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Obwohl viel über die allgemeine Taxonomie und Biologie der Regenwürmer bekannt ist, nimmt das Wissen über ihre Auswirkungen auf die Böden und ihre Interaktionen mit anderen Bodenorganismen sowie den Einfluss landwirtschaftlicher Praktiken auf ihre Populationen nur langsam zu. Dieses Merkblatt fasst das Wissen über Regenwürmer zusammen. Es gibt einen Überblick über die Biologie, Ökologie und die vielfältigen Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft und enthält Empfehlungen für die Förderung dieser aussergewöhnlichen Organismen in landwirtschaftlichen Böden.&lt;br /&gt;
== Unterschätzte Bodentiere ==&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 7.jpg|Alignement=Right}}&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert galten Regenwürmer als Bodenschädlinge. Obwohl sich diese Sichtweise völlig geändert hat, wird ihnen in der landwirtschaftlichen Praxis immer noch nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Nur wenige Landwirt*innen fördern die Regenwürmer aktiv. Stattdessen haben schwere Maschinen, intensive Bodenbearbeitung und der massive  Einsatz  von  Pestiziden  die  Regenwurmpopulationen  vielerorts  drastisch  reduziert  oder fast eliminiert. In einem natürlich bewirtschafteten Grünlandboden von einem Hektar finden sich dagegen bis zu drei Millionen Regenwürmer. Die Anzahl, Biomasse und Vielfalt der Regenwürmer in einem Boden gelten als wichtige Kriterien für die Bodenfruchtbarkeit, da eine reiche RegenwurmFauna in vielerlei Hinsicht zu gesunden und biologisch aktiven Böden beiträgt. Dies wiederum begünstigt viele positive Ökosystemleistungen und bringt eine bessere Widerstandsfähigkeit und Anpassung der landwirtschaftlichen Systeme an den Klimawandel mit sich. Aufgrund ihrer zahlreichen Leistungen zur Steigerung der Nachhaltigkeit von Agrarökosystemen sollten Regenwürmer bei der Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft – insbesondere des biologischen Landbaus – mehr Aufmerksamkeit erhalten und gezielt gefördert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Biologie der Regenwürmer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbreitung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer &#039;&#039;(Lumbricina) &#039;&#039;sind – mit Ausnahme der Polarregionen und Wüsten – in den meisten Böden zu finden. Während weltweit mehr als 3000 Arten bekannt sind, gibt es in Europa nur 400 Arten und in Mitteleuropa 40 Arten. Im Ackerland sind nur 4 bis 11 Arten verbreitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Böden ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer bevorzugen mittelschwere Lehm bis lehmige Sandböden. Schwere Lehm und trockene Sandböden sind für ihre Entwicklung ungünstig und schränken ihre Ausbreitung ein. In sauren Torfböden finden sich nur spezialisierte Arten, die sich an die ungünstigen Bodenbedingungen angepasst haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klima ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Wenn es sehr trocken und heiss ist, ziehen sich viele Arten in tiefere Bodenschichten zurück. Bei niedrigen Wintertemperaturen ziehen sich die Würmer in frostfreie Bereiche ihrer Röhren zurück, und ihr Stoffwechsel verlangsamt sich auf ein Minimum. An frostfreien Wintertagen werden gewisse Arten wieder aktiv. Im Frühjahr und Herbst sind die Regenwürmer am aktivsten. Regenwürmer sind empfindlich gegen Trockenheit. Sie sind nur aktiv, wenn der Boden feucht ist. Bei trockenem Boden sind sie inaktiv. Da Regenwürmer täglich bis zu 20 % ihres Körpergewichts in Form von Schleim und Ausscheidungen verlieren können, brauchen sie Feuchtigkeit, um am Leben zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer entwickeln sich langsam, mit Ausnahme der Streubewohner (z. B. Kompostwürmer). Tauwürmer produzieren nur eine Generation mit maximal 8 bis 12 Kokons (Eiern) pro Jahr. Regenwürmer leben je nach Art 2 bis 10 Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fortpflanzung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind Hermaphroditen. Geschlechtsreife Würmer sind am «Genitalgürtel» (Clitellum) zu erkennen, der den Körper umgibt. Der Höhepunkt  der  Wühltätigkeit  und  der  Fortpflanzung findet in der gemässigten Zone von März bis April sowie im September und Oktober statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mobilität und Ausbreitung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer können von ungestörten Randbereichen wie Feldrändern in Ackerland einwandern. Der Gemeine Regenwurm oder T]auwurm &#039;&#039;(Lumbricus terrestris) &#039;&#039;kann pro Jahr bis zu 20 Meter weit wandern. Vögel und Vieh tragen erheblich zur Ausbreitung von Regenwürmern bei.&lt;br /&gt;
=== Ernährung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer ernähren sich in erster Linie von abgestorbenen Pflanzenteilen, verfügen aber nicht über eigene Verdauungsenzyme, um die Zellstruktur  von  Pflanzenmaterial  aufzuspalten.  Deshalb vermischen sie für die Verdauung Pflanzenbiomasse mit Mineralerde. Um den täglichen Kalorienbedarf zu decken, müssen sie das 10 bis 30fache ihres eigenen Körpergewichts fressen. Nachts weiden Regenwürmer den Algenrasen ab, der tagsüber auf der Bodenoberfläche gewachsen ist, und ziehen abgestorbene Pflanzenteile in ihre Gänge, wo sie in 2 bis 4 Wochen von Bodenmikroorganismen «vorverdaut» werden. Da Regenwürmer keine Zähne haben, können sie sich nicht von Wurzeln ernähren. Um zu gedeihen, benötigen Regenwürmer ein reichhaltiges Nahrungsangebot aus Pflanzenbiomasse wie abgestorbenen Wurzeln, Blättern, Gräsern und angerottetem Mist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 9.jpg|Légende=Juveniler Regenwurm schlüpft aus einem Kokon.}}{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 8.jpg|Légende=Ein &#039;&#039;Nicodrilus&#039;&#039; sp. rollt sich zusammen, um Kälte-, Hitze- oder Dürre-perioden sowie den Winterschlaf zu überstehen.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
Regenwürmer beeinflussen viele Ökodienstleistungen, die mit der Bodenfruchtbarkeit und der Pflanzenproduktion zusammenhängen. Daher trägt die Förderung von Regenwürmern und anderen wichtigen Bodentieren zu einer effizienteren Nutzung ökologischer Prozesse bei. Die Verbesserung der abiotischen und biotischen Bodeneigenschaften durch Regenwürmer bringt zahlreiche Vorteile für die Landwirte mit sich, z. B. eine bessere Nährstoffverfügbarkeit und Wasserspeicherung im Boden, eine geringere Erosion und eine höhere Produktivität der Kulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Leistungen der Regenwürmer.jpg|Légende=Regenwürmer spielen eine Schlüsselrolle bei der Verbesserung der Bodeneigenschaften. Die Vorteile, die sich aus ihrer Tätigkeit ergeben, sind vielfältig. Die Regenwürmer sind jedoch auf eine ausreichende Menge organische Materialien, den Verzicht auf problematische Pestizide und eine geringe Störung des Bodens angewiesen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Regenwürmer belüften den Boden===&lt;br /&gt;
Eine grosse Anzahl Regenwurmgänge erhöht die Anzahl Makroporen im Boden wesentlich und trägt so zu einer guten Durchlüftung des Bodens bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 10.jpg|Légende=Die von den Regenwürmern angelegten stabilen Gänge erleichtern&lt;br /&gt;
es den Wurzeln, tief in den Boden einzudringen.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer fördern das Wurzelwachstum===&lt;br /&gt;
In der Regel werden über 90 % der Regenwurmgänge von Pflanzenwurzeln besiedelt. Regenwürmer hinterlassen einen Grossteil ihrer nährstoffreichen Ausscheidungen in ihren Gängen. Dies bietet günstige Bedingungen für das Wachstum von Pflanzenwurzeln. Dank der Regenwurmgänge können die Wurzeln leichter in tiefe Bodenschichten vordringen und finden dort nährstoffreiche Regenwurmlosung, Wasser und Luft. Regenwürmer vermischen oberflächlich ausgebrachten Kalk und Dünger mit dem Boden und verlagern sie in tiefere Bodenschichten.&lt;br /&gt;
===Regenwürmer verbessern die Wasser infiltration in den Boden und verringern den Oberflächenabfluss===&lt;br /&gt;
Vor allem die stabilen Gänge der Vertikalgraber verbessern die Infiltration, Speicherung und Drainage von Wasser im Boden erheblich. Sie verringern damit den Oberflächenabfluss von Wasser und die Bodenerosion. Böden mit Regenwürmern entwässern bis zu 10mal schneller als Böden ohne Regenwürmer.&lt;br /&gt;
Die vertikalen, mit Schleim stabilisierten Gänge können in tiefen Lössböden bis zu 3 Meter und in Tschernosemböden (Schwarzerden) sogar bis zu 6 Meter tief sein. Dank ihrer kräftigen Muskeln sind die Tiefgraber in der Lage, in leicht verdichtete Böden einzudringen und so die Entwässerung der Böden zu verbessern. &lt;br /&gt;
Bis zu 150 Regenwurmgänge oder 900 Meter pro Kubikmeter können in ungepflügten Böden gefunden werden. In pfluglosen Böden, in denen die Wurmpopulationen hoch sind, kann die Wasserinfiltration bis zu 6mal höher sein als in regelmässig gepflügten Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer bauen abgestorbene Pflanzenteile in den Boden ein===&lt;br /&gt;
Regenwürmer bauen organisches Material wie Ernterückstände, organische Dünger, Dung oder Mulch  in  den  Boden  ein.  Sie  zerkleinern,  vermischen und verdauen Pflanzenreste durch physische Zerkleinerung und chemische Verdauung. Dadurch beschleunigen sie die Zersetzung der abgestorbenen Biomasse und regen den Nährstoffkreislauf im BodenPflanzenSystem an. Wenn Regenwürmer Pflanzenmaterial in ihre Gänge ziehen, verlagern sie wertvolle Nährstoffe in den Boden, insbesondere in die tieferen Bodenschichten (Bioturbation). Im Grünland bauen Regenwürmer bis zu 6 Tonnen totes organisches Material pro Hektar und Jahr in den Boden ein. In Wäldern verdauen sie bis zu 9 Tonnen Laub pro Hektar.&lt;br /&gt;
===Regenwürmer zersetzen abgestorbene Pflanzenteile und erhöhen die Nährstoffversorgung der Pflanzen===&lt;br /&gt;
Regenwürmer produzieren je nach Dichte jährlich 40 bis 100 Tonnen Losung pro Hektar. Der Wurmkot bildet stabile Bodenaggregate oder Krümel, die auf der Bodenoberfläche oder im Boden abgelagert werden. Organische und anorganische Bestandteile sind im Wurmkot gut vermischt, und die Nährstoffe liegen in leicht verfügbarer und angereicherter Form vor. Regenwurmlosung enthält im Durchschnitt 5mal mehr Stickstoff, 7mal mehr Phosphor und 11mal mehr Kalium als der umgebende Boden. Der Stickstoff in der Regenwurmlosung ist für die Pflanzen leicht verfügbar.&lt;br /&gt;
===Regenwürmer verjüngen den Boden===&lt;br /&gt;
Regenwürmer transportieren Bodenmaterial und Nährstoffe aus dem Unterboden in den Oberboden und erhalten bzw. fördern so die Vitalität des Bodens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 16.jpg|Légende = Dieser Boden hat viele Wurmlosungen und Röhreneingänge auf der Oberfläche, was auf eine hohe Regenwurmaktivität hinweist. Nach starken Regenfällen verschlämmt er kaum. Bild aus einer biologisch bewirtschafteten Parzelle.|Alignement=Left}}{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 14.jpg|Légende=Dieser Boden hat viele Wurmlosungen und Röhreneingänge auf der Oberfläche, was auf eine hohe Regenwurmaktivität hinweist. Nach starken Regenfällen verschlämmt er kaum. Bild aus einer konventionell bewirtschafteten Parzelle. Beide Fotos wurden zur gleichen Zeit im DOK-Langzeitversuch in Therwil, Schweiz, aufgenommen.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Regenwürmer tragen zu einer besseren Struktur und Stabilität des Bodens bei===&lt;br /&gt;
Durch die intensive Vermischung von organischem Material mit anorganischen Bodenteilchen und Mikroorganismen sowie durch Absonderung von Schleim bilden Regenwürmer stabile Bodenkrümel, welche die Bodenstruktur verbessern. Böden mit einer hohen Regenwurmaktivität neigen weniger zur Verschlämmung und können leichter bearbeitet werden als Böden mit einer geringen Regenwurmaktivität. Darüber hinaus werden Nährstoffe und Wasser besser im Boden gehalten. Eine umfangreiche Produktion von Wurmlosung macht schwere Böden lockerer und sandige Böden bindiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 15.jpg|Légende=Bei gutem Nahrungsangebot kann eine hohe Regenwurmpopulation jährlich bis zu 10 kg pro Quadratmeter wertvolle Wurmlosung im Boden und auf der Bodenoberfläche absetzen. Auf Äckern macht dies bis zu 0,5 cm Bodenhöhe aus, auf Wiesen bis zu 1,5 cm}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Regenwürmer tragen zur Regulierung von Krankheitserregern und Schädlingen bei===&lt;br /&gt;
Regenwürmer fördern die Besiedlung und Vermehrung von nützlichen Bodenbakterien und Pilzen in ihren Gängen und der Losung. Indem sie abgefallene Blätter in den Boden ziehen, tragen sie zum mikrobiologischen Abbau von Blattkrankheitserregern und Schädlingen bei (z. B. von Winterstadien von Pilzerregern wie Apfelschorf und Insekten wie die Miniermotte).&lt;br /&gt;
===Regenwürmer helfen bei der Bekämpfung von Schädlingen im Boden===&lt;br /&gt;
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Regenwürmer insektenabtötende Nematoden (z. B. &#039;&#039;Steinernema &#039;&#039;sp.) und Pilze (z. B. &#039;&#039;Beauveria bassiana&#039;&#039;) im Boden verbreiten und so zu einer besseren natürlichen Regulierung von Schädlingen im Boden beitragen. Ruhestadien, wie z. B. Pilzsporen, widerstehen jedoch der Verdauung im Regenwurmdarm und werden mit dem Regenwurmkot wieder ausgeschieden.&lt;br /&gt;
===Regenwürmer unterstützen die Bindung von Kohlenstoff===&lt;br /&gt;
Regenwürmer nehmen organische Rückstände mit unterschiedlichem C : NVerhältnis auf und wandeln sie in Material mit einem niedrigeren C : N-Verhältnis um. Auf diese Weise tragen sie schliesslich zur Kohlenstoffspeicherung und zur Milderung des Klimawandels bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ökologische Gruppen der Regenwurmarten==&lt;br /&gt;
Die Regenwürmer werden in drei ökophysiologische Hauptkategorien eingeteilt (siehe auch Tab. 1):&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Streu oder Kompostwürmer :&#039;&#039;&#039; Die epigäischen Arten leben an der Grenzfläche zwischen Boden und Streu und ernähren sich von sich zersetzenden organischen Stoffen, ohne zu graben.&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Flachgrabende Arten :&#039;&#039;&#039; Diese endogäischen Arten graben horizontale Gänge in den oberen 10–30 cm des Bodens. Den verdauten Boden scheiden sie in ihren Gängen aus.&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Vertikalgrabende Regenwürmer :&#039;&#039;&#039; Die Vertikalgraber oder anektischen Arten legen stabile, tiefe, vertikale Gänge an. Sie nutzen die mit Losung stabilisierten Gänge, um die Bodenoberfläche aufzusuchen und Pflanzenmaterial als Nahrung zu sammeln.&lt;br /&gt;
In der Landwirtschaft spielen die Vertikalgraber eine Schlüsselrolle (höhere Biomasse und stärkere Bodenvermischung als andere Arten, stabile Gänge, Wasserinfiltration in den Boden). Für den Acker und Futterbau spielen alle grabenden Wurmarten (d. h. die endogäischen und die anektischen Arten) eine wichtige Rolle. Flach grabende Würmer tragen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und struktur im Oberboden bei, wogegen die vertikal grabenden Regenwürmer in tieferen Bodenschichten zu spürbaren Bodenverbesserungen beitragen, indem sie organisches Material in tiefere Schichten bringen und mit ihren vertikalen Gängen die Belüftung und das Wasserrückhaltevermögen des Bodens verbessern. Die vertikalen Gänge fördern auch eine tiefere Durchwurzelung der Ackerböden, was tendenziell zu höheren Erträgen führt, da mehr Nährstoffe zur Verfügung stehen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberflächenbewohnende Regenwurmarten (epi gäische Arten) sind für den Abbau des Streumaterials und bei der Kompostierung von besonderer Bedeutung (siehe Box 1).   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 1: Wurmkompostierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurmkompostierung ist ein Verfahren, bei dem verschiedene epigäische Wurmarten eingesetzt werden, um organische Abfälle zu zersetzen und einen nährstoffreichen organischen Dünger und Bodenverbesserer für die kleinbäuerliche Landwirtschaft zu erzeugen. Die guten Eigenschaften des Wurmkomposts sind im Wesentlichen auf den hohen Nährstoffgehalt des Regenwurmkots zurückzuführen.&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 17.jpg|Légende=Kompostbewohnende Regenwürmer (z. B. &#039;&#039;Eisenia&#039;&#039; sp.) überleben&lt;br /&gt;
nicht auf Ackerland oder in anderen Anbausystemen.}}&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1:  Drei ökologische Regenwurmgruppen in Ökosystemen der gemässigten Breiten&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gruppen&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Streubewohner&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Flachgraber&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Tiefgraber&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Typen/Arten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Oberflächenbewohner, epigäische Arten&lt;br /&gt;
|Flach- oder horizontalgrabende, endogäische Arten&lt;br /&gt;
|Vertikalgrabende, anektische Arten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 18.jpg|Largeur=200}}&lt;br /&gt;
|{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 19.jpg|Largeur=200}}&lt;br /&gt;
|{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 20.jpg|Largeur=200}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Wichtige Vertreter&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| • Kompostwurm (Eisenia fetida)&lt;br /&gt;
• Europäischer Regenwurm&lt;br /&gt;
(Lumbricus rubellus)&lt;br /&gt;
|• Octolasion lacteum&lt;br /&gt;
• Kleiner Wiesenwurm&lt;br /&gt;
(Allolobophora caliginosa)&lt;br /&gt;
|• Tauwurm (Lumbricus terrestris)&lt;br /&gt;
• Schwarzköpfiger Wurm&lt;br /&gt;
(Allolobophora longa)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Pigmentierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Bräunlich-rot, meist sowohl ventral als auch dorsal pigmentiert&lt;br /&gt;
| Un- oder leicht pigmentiert&lt;br /&gt;
|Rötlich-braun, Kopf dunkler, meist nur dorsal pigmentiert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Lebensraum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• In der Streuschicht von Wiesen, Wäldern und im Kompost&lt;br /&gt;
• Selten im Ackerland wegen fehlender permanenter Streu-&lt;br /&gt;
schicht&lt;br /&gt;
|• Im Oberboden (5–40 cm) von humosem Mineralboden in v. a. horizontalen, instabilen Röhren&lt;br /&gt;
• Jungtiere in den oberen Boden-&lt;br /&gt;
schichten&lt;br /&gt;
|• In allen Bodenschichten bis 3–4 m Tiefe; gesamtes Leben in senkrechten, stabilen Wohnröh- ren (Ø 8–11 mm)&lt;br /&gt;
• Sehr wichtig für landw. Böden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Grösse&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Klein, meist 2–6 cm lang&lt;br /&gt;
|Klein, bis 18 cm lang&lt;br /&gt;
|Meist gross, 15–45 cm lang&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Grabfähigkeit&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
|Niedrig&lt;br /&gt;
|Mässig &lt;br /&gt;
|Hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Ernährungs- verhalten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Ernähren sich von kleinen Pflanzenteilen an der Boden- oberfläche.&lt;br /&gt;
|• Ernähren sich von Pflanzen- teilen im Oberboden.&lt;br /&gt;
|• Ziehen grosse Pflanzenteile in ihre Wohnröhren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Überleben bei Trockenheit und im Winter&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Im Kokonstadium&lt;br /&gt;
|• Quieszenz bei Trockenheit&lt;br /&gt;
• Diapause zur Überwinterung&lt;br /&gt;
|• Quieszenz bei Trockenheit&lt;br /&gt;
• Teilweise oder keine Diapause im Winter (L. terrestris)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Prädation&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Sehr hoch (Vögel, Säugetiere und räuberische Arthropoden)&lt;br /&gt;
|• Niedrig&lt;br /&gt;
|• Hoch, wenn auf der Boden- oberfläche kriechend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Vermehrung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| • Wüchsig (100 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|• Begrenzt (8–12 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|• Begrenzt (8–12 Kokons p. a.) &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Lebenserwartung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Kurz, 1–2 Jahre&lt;br /&gt;
|• Mittel, 3–5 Jahre&lt;br /&gt;
| • Lang, 4–8 Jahre&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grafik 1:  Ernährung und Verhalten der drei ökologischen Gruppen von Regenwürmern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schätzung der Anzahl Regenwürmer in einem Boden==&lt;br /&gt;
Die Anzahl Regenwürmer kann in Abhängigkeit von Bodenart, Niederschlag und Anbaumethoden stark variieren. In Ackerböden kann ihre Anzahl rund 30 bis 300 Individuen pro Quadratmeter betragen. In Mitteleuropa sind 120 bis 140 Würmer pro Quadratmeter eine gute Populationsdichte in intensiv bewirtschafteten Ackerböden. Dies entspricht 90 bis 110 g Regenwurmbiomasse pro Quadratmeter. &lt;br /&gt;
Um die Regenwurmpopu lation in einem Feld zu schätzen, kann die ungefähre Anzahl Würmer mit den folgenden Methoden grob ermittelt werden (Praxismethoden): &lt;br /&gt;
*Anzahl Würmer: 5 Spatenproben von 10 × 10 cm Grösse und 25 cm Tiefe eines fruchtbaren, mittelschweren Lehmbodens enthalten im Durchschnitt 2 bis 3 Würmer. Dies ergibt 100 bis 200 Würmer pro Quadratmeter.&lt;br /&gt;
*Auch die Anzahl Wurmgänge ist ein guter  Indikator für die Wurmaktivität im Boden.&lt;br /&gt;
*Zählt man die Anzahl Wurmlosungen auf einer 50 × 50 cm grossen Fläche während der Zeit der Regenwurmaktivität (März bis April und September bis Oktober), so weisen 5 oder weniger Wurmkothäufchen auf eine geringe Wurmaktivität hin, 10 Kothäufchen auf eine mässige Wurmaktivität, während 20 oder mehr Kothäufchen auf eine gute Wurmaktivität mit vielen Würmern im Boden hinweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 2: Lebensraumabhängige Regenwurmdichte&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Besiedlung eines Lebensraums durch Regenwürmer hängt in erster Linie von der Nahrungs und Wasserversorgung ab. Dementsprechend schwankt die Anzahl Regenwürmer pro Quadratmeter erheblich:&lt;br /&gt;
*Extensiv genutzte Weide : 400–500&lt;br /&gt;
* Gedüngte Wiese : 200–300&lt;br /&gt;
*Laubwald : 150–250&lt;br /&gt;
*Extensiv bewirtschaftete Ackerfläche : 120–250&lt;br /&gt;
*Magerwiese : 30–40&lt;br /&gt;
*Fichtenwald : 10–15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirksame landwirtschaftliche Praktiken zur Förderung  von Regenwürmern ==&lt;br /&gt;
Die Regenwurmpopulationen nehmen tendenziell zu, wenn der Gehalt an organischer Substanz im Boden steigt, und sie nehmen ab, wenn der Boden gestört wird, z. B. durch intensive Bodenbearbeitung und den Einsatz schädlicher Chemikalien oder wenn wenig organische Substanz zugeführt wird. Die Umsetzung geeigneter Massnahmen kann die Regenwürmer und im weiteren Sinne die Bodenfruchtbarkeit entscheidend fördern. Daher ist es von entscheidender Bedeutung zu verstehen, welche Massnahmen Regenwürmer schonen oder fördern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Minimieren von tiefer und intensiver Bodenbearbeitung===&lt;br /&gt;
*Pflüge und schnell rotierende Geräte können Regenwürmer stark schädigen. Die Verlustraten nach dem Einsatz von Pflügen liegen bei etwa 25 % und können beim Einsatz von Rotationsgeräten bis zu 70 % betragen. Daher sollten Pflüge und schnell rotierende Geräte nur wenn unbedingt erforderlich und bei geringer Regenwurmaktivität im Oberboden eingesetzt werden.&lt;br /&gt;
*Die Bearbeitung von trockenen oder kalten Böden hat deutlich weniger negative Auswirkungen auf die Regenwurmpopulationen, da sich vor allem die Vertikalgraber bei diesen Bedingungen in tieferen Bodenschichten aufhalten.&lt;br /&gt;
*Der Einsatz von OnLandPflügen und flaches Pflügen verringern die Verdichtung der tieferen Bodenschichten.&lt;br /&gt;
*Konservierende Bodenbearbeitung, zu der auch die reduzierte Bodenbearbeitung gehört, minimiert die Störung des Bodens und das Risiko der Bodenverdichtung, erhöht das Nahrungsangebot und konserviert das Bodenwasser. Dies erhöht die Dichte und Biomasse der Regenwürmer und der Bodenmikroorganismen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Minimieren von Bodendruck und Bodenverdichtung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer brauchen einen angemessen belüfteten und «lockeren» Boden. Die Verdichtung des Bodens wirkt sich negativ auf die Regenwurmpopulationen, andere Bodenorganismen und viele biologische Prozesse im Boden aus. Regenwürmer haben Schwierigkeiten, stark verdichtete Böden zu durchgraben. Daher sollte Bodenverdichtung vermieden oder zumindest minimiert werden.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Die Landmaschinen so einstellen, dass der  Bodendruck so gering wie möglich ist, und  insbesondere den Reifendruck verringern.&lt;br /&gt;
*Wenn möglich leichte Maschinen verwenden. Je leichter die Geräte sind, desto geringer ist die Verdichtung des Bodens.&lt;br /&gt;
*Da feuchte Böden besonders empfindlich auf Bodenverdichtung reagieren, nur gut abgetrocknete, gut tragfähige Böden befahren.&lt;br /&gt;
*Zur Staunässe neigende Ackerböden  entwässern oder aufschütten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Diversifizieren der Fruchtfolge zur Versorgung der Regenwürmer===&lt;br /&gt;
Vielfältige Fruchtfolgen mit einer guten Bodenbedeckung und regelmässiger Zufuhr von organischem Material bieten günstige Lebensbedingungen für Regenwürmer.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Dauergrünland ist ideal für Regenwürmer. Es liefert grosse Mengen an organischer Substanz aus Blättern und Wurzeln. Das Material von Säuberungsschnitten und der abgebaute Dung von Weidetieren sind ebenfalls gute Nahrungsquellen.&lt;br /&gt;
*Vielfältige Fruchtfolgen mit überwinternden und tiefwurzelnden Zwischenfrüchten oder Gründüngungen und reichhaltigen Ernterückständen bilden die Grundlage für gute Regenwurmpopulationen. Ein Wechsel von mehrjährigem Grünland und einjährigen Kulturen trägt zum Aufbau von organischer Substanz bei und fördert die Regenwurmfauna.&lt;br /&gt;
*Gründüngungen werden bei Erreichen der maximalen Biomasse in den Boden eingearbeitet, um organische Substanz für die nachfolgende Kultur zu liefern. Sie können auch abgeweidet oder gemäht werden und zur Zersetzung auf der Bodenoberfläche liegen gelassen werden.&lt;br /&gt;
*Getreidestoppeln liefern viel organisches Material. Das Verbrennen der Stoppeln zerstört die organische Substanz im Oberboden, was die Regenwürmer an der Oberfläche beeinträchtigt. Idealerweise lässt man die Stoppeln auf der Bodenoberfläche verrotten und sät die Folgekultur direkt in die Stoppeln (heikel bei Bio) oder nach einer minimalen Bodenbearbeitung.&lt;br /&gt;
*Bodendecker wie Kleeuntersaaten oder Stoppeln verringern die Verdunstung von Bodenfeuchtigkeit und halten den Boden feuchter. Die Bedeckung der Bodenoberfläche verringert auch die Auswirkungen extremer klimatischer Bedingungen wie Hitze und Frost.&lt;br /&gt;
*Da Humus das Wasser im Boden hält, trägt ein höherer Gehalt an organischer Substanz im Boden nicht nur zu einer besseren Wasserversorgung der Kulturen bei Trockenheit, sondern auch zu ausgewogeneren Lebensbedingungen für Regenwürmer bei.&lt;br /&gt;
*Zweijährige Kleegraswiesen in einer Fruchtfolge regenerieren die Regenwurmpopulationen erheblich. Mehrjähriges Kleegras ist vorteilhafter als nur einjähriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== An Bodenbeschaffenheit und Pflanzenbedarf angepasste Düngung===&lt;br /&gt;
Sowohl die Art als auch die Menge der verwendeten Dünger beeinflussen die Regenwurmpopulationen.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Eine angemessene und ausgewogene Düngung ist sowohl für die Pflanzen als auch für die Regenwürmer günstig.&lt;br /&gt;
*Leicht verrotteter Mist bietet Regenwürmern mehr Nahrung als reifer Kompost und eignet sich daher besser zu deren Förderung.&lt;br /&gt;
*Organische Düngemittel sollten nur flach eingearbeitet werden. Tief vergrabene Ernterückstände sind für Regenwürmer schädlich, da sie bei der Zersetzung schädliche anaerobe Bedingungen erzeugen können.&lt;br /&gt;
*Hohe Güllegaben schädigen die Regenwurmfauna. Ammoniak in unbehandelter Gülle ist für viele Organismen giftig und insbesondere für oberflächennahe Regenwürmer in wassergesättigten Böden sehr schädlich. Deshalb sollte Gülle vor der Ausbringung aufgerührt (belüftet) und verdünnt werden.&lt;br /&gt;
*Flüssigdünger sollten nur auf saugfähige Böden und in moderaten Mengen von maximal 25 m3 pro Hektar ausgebracht werden. Flüssiges Gärgut kann je nach Qualität die Regenwürmer schädigen und ist weniger empfehlenswert.&lt;br /&gt;
*Die meisten Regenwürmer bevorzugen einen Boden-pH-Wert von 5,5 bis 7,5. Um einen optimalen pHWert des Bodens zu gewährleisten, sollte routinemässig Kalk auf der Grundlage von pH-Messungen ausgebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 3: Schlüsselmassnahmen zur  Förderung von Regenwürmern&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Massnahmen fördern Regenwürmer in landwirtschaftlichen Böden: &lt;br /&gt;
#Ausreichendes Nahrungsangebot (Pflanzenmaterial) auf Ackerflächen mit dauerhafter Grünbedeckung (auch im Winter)&lt;br /&gt;
# Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden, die  für Regenwürmer und andere nützliche Bodenorganismen schädlich sind&lt;br /&gt;
#Anwenden von schonenden Bodenbearbeitungsverfahren wie reduzierte Bodenbearbeitung und Direktsaat zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit und der Bodengare&lt;br /&gt;
#Vermeiden von Bodenverdichtungen und Fördern von gut strukturierten und belüfteten Böden durch den Einsatz geeigneter, eher leichter Maschinen&lt;br /&gt;
#Standort und bedarfsgerechte Düngung&lt;br /&gt;
# Kontinuierliche Zufuhr organischer Substanz während der gesamten Fruchtfolge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Negative Auswirkungen nichtbiologischer landwirtschaftlicher Praktiken auf Regenwurmpopulationen==&lt;br /&gt;
=== Einsatz von schädlichen Pestiziden===&lt;br /&gt;
Verschiedene Pestizide (einschliesslich Saatgutbeizung)  können  die  individuelle  Sterblichkeit  der Regenwürmer erhöhen, deren Fruchtbarkeit und Wachstum verringern sowie enzymatische Prozesse stören. Darüber hinaus können sie das individuelle Verhalten von Regenwürmern verändern, indem sie z. B. ihre Fressrate reduzieren und letztlich die Gesamtbiomasse und dichte der Population verringern. Flachgraber wie &#039;&#039;A. caliginosa&#039;&#039; auf Ackerland, die ihre Gänge kontinuierlich ausdehnen, während sie im Oberboden fressen, sind am anfälligsten für toxische Pestizide, die in den Boden eingebracht werden. Im Gegensatz dazu sind anektische Arten wie &#039;&#039;Lumbricus terrestris&#039;&#039;, die in tieferen Bodenschichten leben, weniger anfällig für Pestizide. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insektizide und Fungizide sind die giftigsten Pestizide, die das Überleben bzw. die Fortpflanzung der Regenwürmer beeinträchtigen. Einige Fungizide wie die BordeauxMischung oder andere Kupferspritzmittel (die auch im biologischen Landbau zugelassen sind) verringern die Regenwurmzahl im Boden, wenn sie in grossen Mengen ausgebracht werden und Kupfer letztlich in der Bodenlösung vorkommt. Humusreiche Böden binden Kupfer in der organischen Substanz und hemmen somit den Fluss in die Bodenlösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen schaden die meisten Herbizide den Regenwürmern nicht direkt, wenn sie in der empfohlenen Dosierung angewendet werden (ausser synthetische StaudenAbbrennmittel). Sie können die Regenwurmpopulationen jedoch indirekt reduzieren, indem sie Begleitkräuter eliminieren und so die Verfügbarkeit von organischem Material auf der Bodenoberfläche verringern. Insbesondere in Kulturen und Fruchtfolgen mit keiner oder einer nur geringen Bodenbedeckung sind Begleitkräuter eine wichtige Nahrungsquelle für Regenwürmer und viele andere Nützlinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einsatz von Mineraldüngern===&lt;br /&gt;
Die meisten synthetischen Mineraldünger schaden Regenwürmern nicht direkt. Düngemittel auf der Basis von Ammoniumsulfat können jedoch für Regenwürmer schädlich sein, möglicherweise aufgrund einer versauernden Wirkung. Darüber hinaus kann die Verwendung grosser Mengen mineralischer Stickstoffdünger (im biologischen Landbau nicht  zugelassen)  die Anzahl  Regenwürmer  verringern. Zudem ersetzen mineralische NDünger in der Regel den für Regenwürmer sehr nützlichen Anbau von Leguminosen und Gründüngungen. Im Allgemeinen haben organische Düngemittel (einschliesslich belüfteter Gülle) eine weitaus positivere Wirkung auf Regenwürmer als mineralische Düngemittel. Kalk scheint für Regenwurmpopulationen von Vorteil zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenz==&lt;br /&gt;
Lukas Pfiffner ([[FiBL]]), 2023, &#039;&#039;Regenwürmer – Baumeister fruchtbarer Böden.&#039;&#039; Verfügbar am : https://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/1610-regenwuermer.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[fr:Vers de terre, architectes des sols fertiles]]&lt;br /&gt;
[[en:Earthworms]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://de.tripleperformance.ag/index.php?title=Regenw%C3%BCrmer&amp;diff=9315</id>
		<title>Regenwürmer</title>
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		<updated>2025-05-27T15:01:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Regenwürmer &lt;br /&gt;
| Image= Vers de terre, architectes des sols fertiles 6.jpg &lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind in der Regel die am häufigsten vorkommenden Bodentiere in landwirtschaftlich genutzten Böden. Sie sind dafür bekannt, dass sie die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften des Bodens verbessern. Zusammen mit den Mikroorga nismen im Boden haben sie ein grosses Potenzial, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Obwohl viel über die allgemeine Taxonomie und Biologie der Regenwürmer bekannt ist, nimmt das Wissen über ihre Auswirkungen auf die Böden und ihre Interaktionen mit anderen Bodenorganismen sowie den Einfluss landwirtschaftlicher Praktiken auf ihre Populationen nur langsam zu. Dieses Merkblatt fasst das Wissen über Regenwürmer zusammen. Es gibt einen Überblick über die Biologie, Ökologie und die vielfältigen Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft und enthält Empfehlungen für die Förderung dieser aussergewöhnlichen Organismen in landwirtschaftlichen Böden.&lt;br /&gt;
== Unterschätzte Bodentiere ==&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 7.jpg|Alignement=Right}}&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert galten Regenwürmer als Bodenschädlinge. Obwohl sich diese Sichtweise völlig geändert hat, wird ihnen in der landwirtschaftlichen Praxis immer noch nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Nur wenige Landwirt*innen fördern die Regenwürmer aktiv. Stattdessen haben schwere Maschinen, intensive Bodenbearbeitung und der massive  Einsatz  von  Pestiziden  die  Regenwurmpopulationen  vielerorts  drastisch  reduziert  oder fast eliminiert. In einem natürlich bewirtschafteten Grünlandboden von einem Hektar finden sich dagegen bis zu drei Millionen Regenwürmer. Die Anzahl, Biomasse und Vielfalt der Regenwürmer in einem Boden gelten als wichtige Kriterien für die Bodenfruchtbarkeit, da eine reiche RegenwurmFauna in vielerlei Hinsicht zu gesunden und biologisch aktiven Böden beiträgt. Dies wiederum begünstigt viele positive Ökosystemleistungen und bringt eine bessere Widerstandsfähigkeit und Anpassung der landwirtschaftlichen Systeme an den Klimawandel mit sich. Aufgrund ihrer zahlreichen Leistungen zur Steigerung der Nachhaltigkeit von Agrarökosystemen sollten Regenwürmer bei der Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft – insbesondere des biologischen Landbaus – mehr Aufmerksamkeit erhalten und gezielt gefördert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Biologie der Regenwürmer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbreitung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer &#039;&#039;(Lumbricina) &#039;&#039;sind – mit Ausnahme der Polarregionen und Wüsten – in den meisten Böden zu finden. Während weltweit mehr als 3000 Arten bekannt sind, gibt es in Europa nur 400 Arten und in Mitteleuropa 40 Arten. Im Ackerland sind nur 4 bis 11 Arten verbreitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Böden ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer bevorzugen mittelschwere Lehm bis lehmige Sandböden. Schwere Lehm und trockene Sandböden sind für ihre Entwicklung ungünstig und schränken ihre Ausbreitung ein. In sauren Torfböden finden sich nur spezialisierte Arten, die sich an die ungünstigen Bodenbedingungen angepasst haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klima ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Wenn es sehr trocken und heiss ist, ziehen sich viele Arten in tiefere Bodenschichten zurück. Bei niedrigen Wintertemperaturen ziehen sich die Würmer in frostfreie Bereiche ihrer Röhren zurück, und ihr Stoffwechsel verlangsamt sich auf ein Minimum. An frostfreien Wintertagen werden gewisse Arten wieder aktiv. Im Frühjahr und Herbst sind die Regenwürmer am aktivsten. Regenwürmer sind empfindlich gegen Trockenheit. Sie sind nur aktiv, wenn der Boden feucht ist. Bei trockenem Boden sind sie inaktiv. Da Regenwürmer täglich bis zu 20 % ihres Körpergewichts in Form von Schleim und Ausscheidungen verlieren können, brauchen sie Feuchtigkeit, um am Leben zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer entwickeln sich langsam, mit Ausnahme der Streubewohner (z. B. Kompostwürmer). Tauwürmer produzieren nur eine Generation mit maximal 8 bis 12 Kokons (Eiern) pro Jahr. Regenwürmer leben je nach Art 2 bis 10 Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fortpflanzung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind Hermaphroditen. Geschlechtsreife Würmer sind am «Genitalgürtel» (Clitellum) zu erkennen, der den Körper umgibt. Der Höhepunkt  der  Wühltätigkeit  und  der  Fortpflanzung findet in der gemässigten Zone von März bis April sowie im September und Oktober statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mobilität und Ausbreitung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer können von ungestörten Randbereichen wie Feldrändern in Ackerland einwandern. Der Gemeine Regenwurm oder T]auwurm &#039;&#039;(Lumbricus terrestris) &#039;&#039;kann pro Jahr bis zu 20 Meter weit wandern. Vögel und Vieh tragen erheblich zur Ausbreitung von Regenwürmern bei.&lt;br /&gt;
=== Ernährung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer ernähren sich in erster Linie von abgestorbenen Pflanzenteilen, verfügen aber nicht über eigene Verdauungsenzyme, um die Zellstruktur  von  Pflanzenmaterial  aufzuspalten.  Deshalb vermischen sie für die Verdauung Pflanzenbiomasse mit Mineralerde. Um den täglichen Kalorienbedarf zu decken, müssen sie das 10 bis 30fache ihres eigenen Körpergewichts fressen. Nachts weiden Regenwürmer den Algenrasen ab, der tagsüber auf der Bodenoberfläche gewachsen ist, und ziehen abgestorbene Pflanzenteile in ihre Gänge, wo sie in 2 bis 4 Wochen von Bodenmikroorganismen «vorverdaut» werden. Da Regenwürmer keine Zähne haben, können sie sich nicht von Wurzeln ernähren. Um zu gedeihen, benötigen Regenwürmer ein reichhaltiges Nahrungsangebot aus Pflanzenbiomasse wie abgestorbenen Wurzeln, Blättern, Gräsern und angerottetem Mist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 9.jpg|Légende=Juveniler Regenwurm schlüpft aus einem Kokon.}}{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 8.jpg|Légende=Ein &#039;&#039;Nicodrilus&#039;&#039; sp. rollt sich zusammen, um Kälte-, Hitze- oder Dürre-perioden sowie den Winterschlaf zu überstehen.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
Regenwürmer beeinflussen viele Ökodienstleistungen, die mit der Bodenfruchtbarkeit und der Pflanzenproduktion zusammenhängen. Daher trägt die Förderung von Regenwürmern und anderen wichtigen Bodentieren zu einer effizienteren Nutzung ökologischer Prozesse bei. Die Verbesserung der abiotischen und biotischen Bodeneigenschaften durch Regenwürmer bringt zahlreiche Vorteile für die Landwirte mit sich, z. B. eine bessere Nährstoffverfügbarkeit und Wasserspeicherung im Boden, eine geringere Erosion und eine höhere Produktivität der Kulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer belüften den Boden ===&lt;br /&gt;
Eine grosse Anzahl Regenwurmgänge erhöht die Anzahl Makroporen im Boden wesentlich und trägt so zu einer guten Durchlüftung des Bodens bei.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer fördern das Wurzelwachstum ===&lt;br /&gt;
In der Regel werden über 90 % der Regenwurmgänge von Pflanzenwurzeln besiedelt. Regenwürmer hinterlassen einen Grossteil ihrer nährstoffreichen Ausscheidungen in ihren Gängen. Dies bietet günstige Bedingungen für das Wachstum von Pflanzenwurzeln. Dank der Regenwurmgänge können die Wurzeln leichter in tiefe Bodenschichten vordringen und finden dort nährstoffreiche Regenwurmlosung, Wasser und Luft. Regenwürmer vermischen oberflächlich ausgebrachten Kalk und Dünger mit dem Boden und verlagern sie in tiefere Bodenschichten.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer verbessern die Wasser infiltration in den Boden und verringern den Oberflächenabfluss ===&lt;br /&gt;
Vor allem die stabilen Gänge der Vertikalgraber verbessern die Infiltration, Speicherung und Drainage von Wasser im Boden erheblich. Sie verringern damit den Oberflächenabfluss von Wasser und die Bodenerosion. Böden mit Regenwürmern entwässern bis zu 10mal schneller als Böden ohne Regenwürmer.&lt;br /&gt;
Die vertikalen, mit Schleim stabilisierten Gänge können in tiefen Lössböden bis zu 3 Meter und in Tschernosemböden (Schwarzerden) sogar bis zu 6 Meter tief sein. Dank ihrer kräftigen Muskeln sind die Tiefgraber in der Lage, in leicht verdichtete Böden einzudringen und so die Entwässerung der Böden zu verbessern. &lt;br /&gt;
Bis zu 150 Regenwurmgänge oder 900 Meter pro Kubikmeter können in ungepflügten Böden gefunden werden. In pfluglosen Böden, in denen die Wurmpopulationen hoch sind, kann die Wasserinfiltration bis zu 6mal höher sein als in regelmässig gepflügten Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer bauen abgestorbene Pflanzenteile in den Boden ein  ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer bauen organisches Material wie Ernterückstände, organische Dünger, Dung oder Mulch  in  den  Boden  ein.  Sie  zerkleinern,  vermischen und verdauen Pflanzenreste durch physische Zerkleinerung und chemische Verdauung. Dadurch beschleunigen sie die Zersetzung der abgestorbenen Biomasse und regen den Nährstoffkreislauf im BodenPflanzenSystem an. Wenn Regenwürmer Pflanzenmaterial in ihre Gänge ziehen, verlagern sie wertvolle Nährstoffe in den Boden, insbesondere in die tieferen Bodenschichten (Bioturbation). Im Grünland bauen Regenwürmer bis zu 6 Tonnen totes organisches Material pro Hektar und Jahr in den Boden ein. In Wäldern verdauen sie bis zu 9 Tonnen Laub pro Hektar.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer zersetzen abgestorbene Pflanzenteile und erhöhen die Nährstoffversorgung der Pflanzen ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer produzieren je nach Dichte jährlich 40 bis 100 Tonnen Losung pro Hektar. Der Wurmkot bildet stabile Bodenaggregate oder Krümel, die auf der Bodenoberfläche oder im Boden abgelagert werden. Organische und anorganische Bestandteile sind im Wurmkot gut vermischt, und die Nährstoffe liegen in leicht verfügbarer und angereicherter Form vor. Regenwurmlosung enthält im Durchschnitt 5mal mehr Stickstoff, 7mal mehr Phosphor und 11mal mehr Kalium als der umgebende Boden. Der Stickstoff in der Regenwurmlosung ist für die Pflanzen leicht verfügbar.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer verjüngen den Boden  ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer transportieren Bodenmaterial und Nährstoffe aus dem Unterboden in den Oberboden und erhalten bzw. fördern so die Vitalität des Bodens.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer tragen zu einer besseren Struktur und Stabilität des Bodens bei ===&lt;br /&gt;
Durch die intensive Vermischung von organischem Material mit anorganischen Bodenteilchen und Mikroorganismen sowie durch Absonderung von Schleim bilden Regenwürmer stabile Bodenkrümel, welche die Bodenstruktur verbessern. Böden mit einer hohen Regenwurmaktivität neigen weniger zur Verschlämmung und können leichter bearbeitet werden als Böden mit einer geringen Regenwurmaktivität. Darüber hinaus werden Nährstoffe und Wasser besser im Boden gehalten. Eine umfangreiche Produktion von Wurmlosung macht schwere Böden lockerer und sandige Böden bindiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Regenwürmer tragen zur Regulierung von Krankheitserregern und Schädlingen bei===&lt;br /&gt;
Regenwürmer fördern die Besiedlung und Vermehrung von nützlichen Bodenbakterien und Pilzen in ihren Gängen und der Losung. Indem sie abgefallene Blätter in den Boden ziehen, tragen sie zum mikrobiologischen Abbau von Blattkrankheitserregern und Schädlingen bei (z. B. von Winterstadien von Pilzerregern wie Apfelschorf und Insekten wie die Miniermotte).&lt;br /&gt;
===Regenwürmer helfen bei der Bekämpfung von Schädlingen im Boden===&lt;br /&gt;
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Regenwürmer insektenabtötende Nematoden (z. B. &#039;&#039;Steinernema &#039;&#039;sp.) und Pilze (z. B. &#039;&#039;Beauveria bassiana&#039;&#039;) im Boden verbreiten und so zu einer besseren natürlichen Regulierung von Schädlingen im Boden beitragen. Ruhestadien, wie z. B. Pilzsporen, widerstehen jedoch der Verdauung im Regenwurmdarm und werden mit dem Regenwurmkot wieder ausgeschieden.&lt;br /&gt;
===Regenwürmer unterstützen die Bindung von Kohlenstoff===&lt;br /&gt;
Regenwürmer nehmen organische Rückstände mit unterschiedlichem C : NVerhältnis auf und wandeln sie in Material mit einem niedrigeren C : N-Verhältnis um. Auf diese Weise tragen sie schliesslich zur Kohlenstoffspeicherung und zur Milderung des Klimawandels bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ökologische Gruppen der Regenwurmarten==&lt;br /&gt;
Die Regenwürmer werden in drei ökophysiologische Hauptkategorien eingeteilt (siehe auch Tab. 1):&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Streu oder Kompostwürmer :&#039;&#039;&#039; Die epigäischen Arten leben an der Grenzfläche zwischen Boden und Streu und ernähren sich von sich zersetzenden organischen Stoffen, ohne zu graben.&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Flachgrabende Arten :&#039;&#039;&#039; Diese endogäischen Arten graben horizontale Gänge in den oberen 10–30 cm des Bodens. Den verdauten Boden scheiden sie in ihren Gängen aus.&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Vertikalgrabende Regenwürmer :&#039;&#039;&#039; Die Vertikalgraber oder anektischen Arten legen stabile, tiefe, vertikale Gänge an. Sie nutzen die mit Losung stabilisierten Gänge, um die Bodenoberfläche aufzusuchen und Pflanzenmaterial als Nahrung zu sammeln.&lt;br /&gt;
In der Landwirtschaft spielen die Vertikalgraber eine Schlüsselrolle (höhere Biomasse und stärkere Bodenvermischung als andere Arten, stabile Gänge, Wasserinfiltration in den Boden). Für den Acker und Futterbau spielen alle grabenden Wurmarten (d. h. die endogäischen und die anektischen Arten) eine wichtige Rolle. Flach grabende Würmer tragen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und struktur im Oberboden bei, wogegen die vertikal grabenden Regenwürmer in tieferen Bodenschichten zu spürbaren Bodenverbesserungen beitragen, indem sie organisches Material in tiefere Schichten bringen und mit ihren vertikalen Gängen die Belüftung und das Wasserrückhaltevermögen des Bodens verbessern. Die vertikalen Gänge fördern auch eine tiefere Durchwurzelung der Ackerböden, was tendenziell zu höheren Erträgen führt, da mehr Nährstoffe zur Verfügung stehen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberflächenbewohnende Regenwurmarten (epi gäische Arten) sind für den Abbau des Streumaterials und bei der Kompostierung von besonderer Bedeutung (siehe Box 1).   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 1: Wurmkompostierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurmkompostierung ist ein Verfahren, bei dem verschiedene epigäische Wurmarten eingesetzt werden, um organische Abfälle zu zersetzen und einen nährstoffreichen organischen Dünger und Bodenverbesserer für die kleinbäuerliche Landwirtschaft zu erzeugen. Die guten Eigenschaften des Wurmkomposts sind im Wesentlichen auf den hohen Nährstoffgehalt des Regenwurmkots zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1:  Drei ökologische Regenwurmgruppen in Ökosystemen der gemässigten Breiten&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gruppen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Streubewohner&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Flachgraber&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Tiefgraber&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Typen/Arten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Oberflächenbewohner, epigäische Arten&lt;br /&gt;
|Flach- oder horizontalgrabende, endogäische Arten&lt;br /&gt;
|Vertikalgrabende, anektische Arten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Wichtige Vertreter&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Kompostwurm (Eisenia fetida)&lt;br /&gt;
• Europäischer Regenwurm&lt;br /&gt;
(Lumbricus rubellus)&lt;br /&gt;
|• Octolasion lacteum&lt;br /&gt;
• Kleiner Wiesenwurm&lt;br /&gt;
(Allolobophora caliginosa)&lt;br /&gt;
|• Tauwurm (Lumbricus terrestris)&lt;br /&gt;
• Schwarzköpfiger Wurm&lt;br /&gt;
(Allolobophora longa)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Pigmentierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Bräunlich-rot, meist sowohl ventral als auch dorsal pigmentiert&lt;br /&gt;
|Un- oder leicht pigmentiert&lt;br /&gt;
|Rötlich-braun, Kopf dunkler, meist nur dorsal pigmentiert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Lebensraum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• In der Streuschicht von Wiesen, Wäldern und im Kompost&lt;br /&gt;
• Selten im Ackerland wegen fehlender permanenter Streu-&lt;br /&gt;
schicht&lt;br /&gt;
|• Im Oberboden (5–40 cm) von humosem Mineralboden in v. a. horizontalen, instabilen Röhren&lt;br /&gt;
• Jungtiere in den oberen Boden-&lt;br /&gt;
schichten&lt;br /&gt;
|• In allen Bodenschichten bis 3–4 m Tiefe; gesamtes Leben in senkrechten, stabilen Wohnröh- ren (Ø 8–11 mm)&lt;br /&gt;
• Sehr wichtig für landw. Böden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Grösse&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Klein, meist 2–6 cm lang&lt;br /&gt;
|Klein, bis 18 cm lang&lt;br /&gt;
|Meist gross, 15–45 cm lang&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Grabfähigkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Niedrig&lt;br /&gt;
|Mässig&lt;br /&gt;
|Hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Ernährungs- verhalten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Ernähren sich von kleinen Pflanzenteilen an der Boden- oberfläche.&lt;br /&gt;
|• Ernähren sich von Pflanzen- teilen im Oberboden.&lt;br /&gt;
|• Ziehen grosse Pflanzenteile in ihre Wohnröhren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Überleben bei Trockenheit und im Winter&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Im Kokonstadium&lt;br /&gt;
|• Quieszenz bei Trockenheit&lt;br /&gt;
• Diapause zur Überwinterung&lt;br /&gt;
|• Quieszenz bei Trockenheit&lt;br /&gt;
• Teilweise oder keine Diapause im Winter (L. terrestris)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Prädation&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Sehr hoch (Vögel, Säugetiere und räuberische Arthropoden)&lt;br /&gt;
|• Niedrig&lt;br /&gt;
|• Hoch, wenn auf der Boden- oberfläche kriechend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Vermehrung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Wüchsig (100 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|• Begrenzt (8–12 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|• Begrenzt (8–12 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Lebenserwartung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Kurz, 1–2 Jahre&lt;br /&gt;
|• Mittel, 3–5 Jahre&lt;br /&gt;
|• Lang, 4–8 Jahre&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grafik 1:  Ernährung und Verhalten der drei ökologischen Gruppen von Regenwürmern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schätzung der Anzahl Regenwürmer in einem Boden ==&lt;br /&gt;
Die Anzahl Regenwürmer kann in Abhängigkeit von Bodenart, Niederschlag und Anbaumethoden stark variieren. In Ackerböden kann ihre Anzahl rund 30 bis 300 Individuen pro Quadratmeter betragen. In Mitteleuropa sind 120 bis 140 Würmer pro Quadratmeter eine gute Populationsdichte in intensiv bewirtschafteten Ackerböden. Dies entspricht 90 bis 110 g Regenwurmbiomasse pro Quadratmeter. &lt;br /&gt;
Um die Regenwurmpopu lation in einem Feld zu schätzen, kann die ungefähre Anzahl Würmer mit den folgenden Methoden grob ermittelt werden (Praxismethoden): &lt;br /&gt;
*Anzahl Würmer: 5 Spatenproben von 10 × 10 cm Grösse und 25 cm Tiefe eines fruchtbaren, mittelschweren Lehmbodens enthalten im Durchschnitt 2 bis 3 Würmer. Dies ergibt 100 bis 200 Würmer pro Quadratmeter. &lt;br /&gt;
*Auch die Anzahl Wurmgänge ist ein guter  Indikator für die Wurmaktivität im Boden.  &lt;br /&gt;
*Zählt man die Anzahl Wurmlosungen auf einer 50 × 50 cm grossen Fläche während der Zeit der Regenwurmaktivität (März bis April und September bis Oktober), so weisen 5 oder weniger Wurmkothäufchen auf eine geringe Wurmaktivität hin, 10 Kothäufchen auf eine mässige Wurmaktivität, während 20 oder mehr Kothäufchen auf eine gute Wurmaktivität mit vielen Würmern im Boden hinweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 2: Lebensraumabhängige Regenwurmdichte&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Besiedlung eines Lebensraums durch Regenwürmer hängt in erster Linie von der Nahrungs und Wasserversorgung ab. Dementsprechend schwankt die Anzahl Regenwürmer pro Quadratmeter erheblich:&lt;br /&gt;
* Extensiv genutzte Weide : 400–500&lt;br /&gt;
* Gedüngte Wiese : 200–300&lt;br /&gt;
* Laubwald : 150–250&lt;br /&gt;
* Extensiv bewirtschaftete Ackerfläche : 120–250&lt;br /&gt;
* Magerwiese : 30–40&lt;br /&gt;
* Fichtenwald : 10–15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirksame landwirtschaftliche Praktiken zur Förderung  von Regenwürmern ==&lt;br /&gt;
Die Regenwurmpopulationen nehmen tendenziell zu, wenn der Gehalt an organischer Substanz im Boden steigt, und sie nehmen ab, wenn der Boden gestört wird, z. B. durch intensive Bodenbearbeitung und den Einsatz schädlicher Chemikalien oder wenn wenig organische Substanz zugeführt wird. Die Umsetzung geeigneter Massnahmen kann die Regenwürmer und im weiteren Sinne die Bodenfruchtbarkeit entscheidend fördern. Daher ist es von entscheidender Bedeutung zu verstehen, welche Massnahmen Regenwürmer schonen oder fördern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Minimieren von tiefer und intensiver Bodenbearbeitung  ===&lt;br /&gt;
*Pflüge und schnell rotierende Geräte können Regenwürmer stark schädigen. Die Verlustraten nach dem Einsatz von Pflügen liegen bei etwa 25 % und können beim Einsatz von Rotationsgeräten bis zu 70 % betragen. Daher sollten Pflüge und schnell rotierende Geräte nur wenn unbedingt erforderlich und bei geringer Regenwurmaktivität im Oberboden eingesetzt werden. &lt;br /&gt;
*Die Bearbeitung von trockenen oder kalten Böden hat deutlich weniger negative Auswirkungen auf die Regenwurmpopulationen, da sich vor allem die Vertikalgraber bei diesen Bedingungen in tieferen Bodenschichten aufhalten. &lt;br /&gt;
*Der Einsatz von OnLandPflügen und flaches Pflügen verringern die Verdichtung der tieferen Bodenschichten.&lt;br /&gt;
*Konservierende Bodenbearbeitung, zu der auch die reduzierte Bodenbearbeitung gehört, minimiert die Störung des Bodens und das Risiko der Bodenverdichtung, erhöht das Nahrungsangebot und konserviert das Bodenwasser. Dies erhöht die Dichte und Biomasse der Regenwürmer und der Bodenmikroorganismen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Minimieren von Bodendruck und Bodenverdichtung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer brauchen einen angemessen belüfteten und «lockeren» Boden. Die Verdichtung des Bodens wirkt sich negativ auf die Regenwurmpopulationen, andere Bodenorganismen und viele biologische Prozesse im Boden aus. Regenwürmer haben Schwierigkeiten, stark verdichtete Böden zu durchgraben. Daher sollte Bodenverdichtung vermieden oder zumindest minimiert werden.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Die Landmaschinen so einstellen, dass der  Bodendruck so gering wie möglich ist, und  insbesondere den Reifendruck verringern. &lt;br /&gt;
*Wenn möglich leichte Maschinen verwenden. Je leichter die Geräte sind, desto geringer ist die Verdichtung des Bodens. &lt;br /&gt;
*Da feuchte Böden besonders empfindlich auf Bodenverdichtung reagieren, nur gut abgetrocknete, gut tragfähige Böden befahren. &lt;br /&gt;
*Zur Staunässe neigende Ackerböden  entwässern oder aufschütten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Diversifizieren der Fruchtfolge zur Versorgung der Regenwürmer ===&lt;br /&gt;
Vielfältige Fruchtfolgen mit einer guten Bodenbedeckung und regelmässiger Zufuhr von organischem Material bieten günstige Lebensbedingungen für Regenwürmer.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Dauergrünland ist ideal für Regenwürmer. Es liefert grosse Mengen an organischer Substanz aus Blättern und Wurzeln. Das Material von Säuberungsschnitten und der abgebaute Dung von Weidetieren sind ebenfalls gute Nahrungsquellen. &lt;br /&gt;
*Vielfältige Fruchtfolgen mit überwinternden und tiefwurzelnden Zwischenfrüchten oder Gründüngungen und reichhaltigen Ernterückständen bilden die Grundlage für gute Regenwurmpopulationen. Ein Wechsel von mehrjährigem Grünland und einjährigen Kulturen trägt zum Aufbau von organischer Substanz bei und fördert die Regenwurmfauna. &lt;br /&gt;
*Gründüngungen werden bei Erreichen der maximalen Biomasse in den Boden eingearbeitet, um organische Substanz für die nachfolgende Kultur zu liefern. Sie können auch abgeweidet oder gemäht werden und zur Zersetzung auf der Bodenoberfläche liegen gelassen werden. &lt;br /&gt;
*Getreidestoppeln liefern viel organisches Material. Das Verbrennen der Stoppeln zerstört die organische Substanz im Oberboden, was die Regenwürmer an der Oberfläche beeinträchtigt. Idealerweise lässt man die Stoppeln auf der Bodenoberfläche verrotten und sät die Folgekultur direkt in die Stoppeln (heikel bei Bio) oder nach einer minimalen Bodenbearbeitung. &lt;br /&gt;
*Bodendecker wie Kleeuntersaaten oder Stoppeln verringern die Verdunstung von Bodenfeuchtigkeit und halten den Boden feuchter. Die Bedeckung der Bodenoberfläche verringert auch die Auswirkungen extremer klimatischer Bedingungen wie Hitze und Frost. &lt;br /&gt;
*Da Humus das Wasser im Boden hält, trägt ein höherer Gehalt an organischer Substanz im Boden nicht nur zu einer besseren Wasserversorgung der Kulturen bei Trockenheit, sondern auch zu ausgewogeneren Lebensbedingungen für Regenwürmer bei. &lt;br /&gt;
*Zweijährige Kleegraswiesen in einer Fruchtfolge regenerieren die Regenwurmpopulationen erheblich. Mehrjähriges Kleegras ist vorteilhafter als nur einjähriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== An Bodenbeschaffenheit und Pflanzenbedarf angepasste Düngung ===&lt;br /&gt;
Sowohl die Art als auch die Menge der verwendeten Dünger beeinflussen die Regenwurmpopulationen.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Eine angemessene und ausgewogene Düngung ist sowohl für die Pflanzen als auch für die Regenwürmer günstig. &lt;br /&gt;
*Leicht verrotteter Mist bietet Regenwürmern mehr Nahrung als reifer Kompost und eignet sich daher besser zu deren Förderung. &lt;br /&gt;
*Organische Düngemittel sollten nur flach eingearbeitet werden. Tief vergrabene Ernterückstände sind für Regenwürmer schädlich, da sie bei der Zersetzung schädliche anaerobe Bedingungen erzeugen können. &lt;br /&gt;
*Hohe Güllegaben schädigen die Regenwurmfauna. Ammoniak in unbehandelter Gülle ist für viele Organismen giftig und insbesondere für oberflächennahe Regenwürmer in wassergesättigten Böden sehr schädlich. Deshalb sollte Gülle vor der Ausbringung aufgerührt (belüftet) und verdünnt werden. &lt;br /&gt;
*Flüssigdünger sollten nur auf saugfähige Böden und in moderaten Mengen von maximal 25 m3 pro Hektar ausgebracht werden. Flüssiges Gärgut kann je nach Qualität die Regenwürmer schädigen und ist weniger empfehlenswert. &lt;br /&gt;
*Die meisten Regenwürmer bevorzugen einen Boden-pH-Wert von 5,5 bis 7,5. Um einen optimalen pHWert des Bodens zu gewährleisten, sollte routinemässig Kalk auf der Grundlage von pH-Messungen ausgebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 3: Schlüsselmassnahmen zur  Förderung von Regenwürmern&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Massnahmen fördern Regenwürmer in landwirtschaftlichen Böden:&lt;br /&gt;
# Ausreichendes Nahrungsangebot (Pflanzenmaterial) auf Ackerflächen mit dauerhafter Grünbedeckung (auch im Winter)&lt;br /&gt;
# Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden, die  für Regenwürmer und andere nützliche Bodenorganismen schädlich sind&lt;br /&gt;
# Anwenden von schonenden Bodenbearbeitungsverfahren wie reduzierte Bodenbearbeitung und Direktsaat zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit und der Bodengare&lt;br /&gt;
# Vermeiden von Bodenverdichtungen und Fördern von gut strukturierten und belüfteten Böden durch den Einsatz geeigneter, eher leichter Maschinen&lt;br /&gt;
# Standort und bedarfsgerechte Düngung&lt;br /&gt;
# Kontinuierliche Zufuhr organischer Substanz während der gesamten Fruchtfolge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Negative Auswirkungen nichtbiologischer landwirtschaftlicher Praktiken auf Regenwurmpopulationen ==&lt;br /&gt;
=== Einsatz von schädlichen Pestiziden ===&lt;br /&gt;
Verschiedene Pestizide (einschliesslich Saatgutbeizung)  können  die  individuelle  Sterblichkeit  der Regenwürmer erhöhen, deren Fruchtbarkeit und Wachstum verringern sowie enzymatische Prozesse stören. Darüber hinaus können sie das individuelle Verhalten von Regenwürmern verändern, indem sie z. B. ihre Fressrate reduzieren und letztlich die Gesamtbiomasse und dichte der Population verringern. Flachgraber wie &#039;&#039;A. caliginosa&#039;&#039; auf Ackerland, die ihre Gänge kontinuierlich ausdehnen, während sie im Oberboden fressen, sind am anfälligsten für toxische Pestizide, die in den Boden eingebracht werden. Im Gegensatz dazu sind anektische Arten wie &#039;&#039;Lumbricus terrestris&#039;&#039;, die in tieferen Bodenschichten leben, weniger anfällig für Pestizide. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insektizide und Fungizide sind die giftigsten Pestizide, die das Überleben bzw. die Fortpflanzung der Regenwürmer beeinträchtigen. Einige Fungizide wie die BordeauxMischung oder andere Kupferspritzmittel (die auch im biologischen Landbau zugelassen sind) verringern die Regenwurmzahl im Boden, wenn sie in grossen Mengen ausgebracht werden und Kupfer letztlich in der Bodenlösung vorkommt. Humusreiche Böden binden Kupfer in der organischen Substanz und hemmen somit den Fluss in die Bodenlösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen schaden die meisten Herbizide den Regenwürmern nicht direkt, wenn sie in der empfohlenen Dosierung angewendet werden (ausser synthetische StaudenAbbrennmittel). Sie können die Regenwurmpopulationen jedoch indirekt reduzieren, indem sie Begleitkräuter eliminieren und so die Verfügbarkeit von organischem Material auf der Bodenoberfläche verringern. Insbesondere in Kulturen und Fruchtfolgen mit keiner oder einer nur geringen Bodenbedeckung sind Begleitkräuter eine wichtige Nahrungsquelle für Regenwürmer und viele andere Nützlinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einsatz von Mineraldüngern ===&lt;br /&gt;
Die meisten synthetischen Mineraldünger schaden Regenwürmern nicht direkt. Düngemittel auf der Basis von Ammoniumsulfat können jedoch für Regenwürmer schädlich sein, möglicherweise aufgrund einer versauernden Wirkung. Darüber hinaus kann die Verwendung grosser Mengen mineralischer Stickstoffdünger (im biologischen Landbau nicht  zugelassen)  die Anzahl  Regenwürmer  verringern. Zudem ersetzen mineralische NDünger in der Regel den für Regenwürmer sehr nützlichen Anbau von Leguminosen und Gründüngungen. Im Allgemeinen haben organische Düngemittel (einschliesslich belüfteter Gülle) eine weitaus positivere Wirkung auf Regenwürmer als mineralische Düngemittel. Kalk scheint für Regenwurmpopulationen von Vorteil zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Referenz ==&lt;br /&gt;
Lukas Pfiffner ([[FiBL]]), 2023, &#039;&#039;Regenwürmer – Baumeister fruchtbarer Böden.&#039;&#039; Verfügbar am : https://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/1610-regenwuermer.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[fr:Vers de terre, architectes des sols fertiles]]&lt;br /&gt;
[[en:Earthworms]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://de.tripleperformance.ag/index.php?title=Regenw%C3%BCrmer&amp;diff=9314</id>
		<title>Regenwürmer</title>
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		<updated>2025-05-27T14:58:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Regenwürmer &lt;br /&gt;
| Image= Vers de terre, architectes des sols fertiles 6.jpg &lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind in der Regel die am häufigsten vorkommenden Bodentiere in landwirtschaftlich genutzten Böden. Sie sind dafür bekannt, dass sie die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften des Bodens verbessern. Zusammen mit den Mikroorga nismen im Boden haben sie ein grosses Potenzial, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Obwohl viel über die allgemeine Taxonomie und Biologie der Regenwürmer bekannt ist, nimmt das Wissen über ihre Auswirkungen auf die Böden und ihre Interaktionen mit anderen Bodenorganismen sowie den Einfluss landwirtschaftlicher Praktiken auf ihre Populationen nur langsam zu. Dieses Merkblatt fasst das Wissen über Regenwürmer zusammen. Es gibt einen Überblick über die Biologie, Ökologie und die vielfältigen Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft und enthält Empfehlungen für die Förderung dieser aussergewöhnlichen Organismen in landwirtschaftlichen Böden.&lt;br /&gt;
== Unterschätzte Bodentiere ==&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 7.jpg|Alignement=Right}}&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert galten Regenwürmer als Bodenschädlinge. Obwohl sich diese Sichtweise völlig geändert hat, wird ihnen in der landwirtschaftlichen Praxis immer noch nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Nur wenige Landwirt*innen fördern die Regenwürmer aktiv. Stattdessen haben schwere Maschinen, intensive Bodenbearbeitung und der massive  Einsatz  von  Pestiziden  die  Regenwurmpopulationen  vielerorts  drastisch  reduziert  oder fast eliminiert. In einem natürlich bewirtschafteten Grünlandboden von einem Hektar finden sich dagegen bis zu drei Millionen Regenwürmer. Die Anzahl, Biomasse und Vielfalt der Regenwürmer in einem Boden gelten als wichtige Kriterien für die Bodenfruchtbarkeit, da eine reiche RegenwurmFauna in vielerlei Hinsicht zu gesunden und biologisch aktiven Böden beiträgt. Dies wiederum begünstigt viele positive Ökosystemleistungen und bringt eine bessere Widerstandsfähigkeit und Anpassung der landwirtschaftlichen Systeme an den Klimawandel mit sich. Aufgrund ihrer zahlreichen Leistungen zur Steigerung der Nachhaltigkeit von Agrarökosystemen sollten Regenwürmer bei der Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft – insbesondere des biologischen Landbaus – mehr Aufmerksamkeit erhalten und gezielt gefördert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Biologie der Regenwürmer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbreitung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer &#039;&#039;(Lumbricina) &#039;&#039;sind – mit Ausnahme der Polarregionen und Wüsten – in den meisten Böden zu finden. Während weltweit mehr als 3000 Arten bekannt sind, gibt es in Europa nur 400 Arten und in Mitteleuropa 40 Arten. Im Ackerland sind nur 4 bis 11 Arten verbreitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Böden ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer bevorzugen mittelschwere Lehm bis lehmige Sandböden. Schwere Lehm und trockene Sandböden sind für ihre Entwicklung ungünstig und schränken ihre Ausbreitung ein. In sauren Torfböden finden sich nur spezialisierte Arten, die sich an die ungünstigen Bodenbedingungen angepasst haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klima ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Wenn es sehr trocken und heiss ist, ziehen sich viele Arten in tiefere Bodenschichten zurück. Bei niedrigen Wintertemperaturen ziehen sich die Würmer in frostfreie Bereiche ihrer Röhren zurück, und ihr Stoffwechsel verlangsamt sich auf ein Minimum. An frostfreien Wintertagen werden gewisse Arten wieder aktiv. Im Frühjahr und Herbst sind die Regenwürmer am aktivsten. Regenwürmer sind empfindlich gegen Trockenheit. Sie sind nur aktiv, wenn der Boden feucht ist. Bei trockenem Boden sind sie inaktiv. Da Regenwürmer täglich bis zu 20 % ihres Körpergewichts in Form von Schleim und Ausscheidungen verlieren können, brauchen sie Feuchtigkeit, um am Leben zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer entwickeln sich langsam, mit Ausnahme der Streubewohner (z. B. Kompostwürmer). Tauwürmer produzieren nur eine Generation mit maximal 8 bis 12 Kokons (Eiern) pro Jahr. Regenwürmer leben je nach Art 2 bis 10 Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fortpflanzung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind Hermaphroditen. Geschlechtsreife Würmer sind am «Genitalgürtel» (Clitellum) zu erkennen, der den Körper umgibt. Der Höhepunkt  der  Wühltätigkeit  und  der  Fortpflanzung findet in der gemässigten Zone von März bis April sowie im September und Oktober statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mobilität und Ausbreitung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer können von ungestörten Randbereichen wie Feldrändern in Ackerland einwandern. Der Gemeine Regenwurm oder T]auwurm &#039;&#039;(Lumbricus terrestris) &#039;&#039;kann pro Jahr bis zu 20 Meter weit wandern. Vögel und Vieh tragen erheblich zur Ausbreitung von Regenwürmern bei.&lt;br /&gt;
=== Ernährung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer ernähren sich in erster Linie von abgestorbenen Pflanzenteilen, verfügen aber nicht über eigene Verdauungsenzyme, um die Zellstruktur  von  Pflanzenmaterial  aufzuspalten.  Deshalb vermischen sie für die Verdauung Pflanzenbiomasse mit Mineralerde. Um den täglichen Kalorienbedarf zu decken, müssen sie das 10 bis 30fache ihres eigenen Körpergewichts fressen. Nachts weiden Regenwürmer den Algenrasen ab, der tagsüber auf der Bodenoberfläche gewachsen ist, und ziehen abgestorbene Pflanzenteile in ihre Gänge, wo sie in 2 bis 4 Wochen von Bodenmikroorganismen «vorverdaut» werden. Da Regenwürmer keine Zähne haben, können sie sich nicht von Wurzeln ernähren. Um zu gedeihen, benötigen Regenwürmer ein reichhaltiges Nahrungsangebot aus Pflanzenbiomasse wie abgestorbenen Wurzeln, Blättern, Gräsern und angerottetem Mist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 9.jpg|Légende=Juveniler Regenwurm schlüpft aus einem Kokon.}}{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 8.jpg|Légende=Ein &#039;&#039;Nicodrilus&#039;&#039; sp. rollt sich zusammen, um Kälte-, Hitze- oder Dürre-perioden sowie den Winterschlaf zu überstehen.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
Regenwürmer beeinflussen viele Ökodienstleistungen, die mit der Bodenfruchtbarkeit und der Pflanzenproduktion zusammenhängen. Daher trägt die Förderung von Regenwürmern und anderen wichtigen Bodentieren zu einer effizienteren Nutzung ökologischer Prozesse bei. Die Verbesserung der abiotischen und biotischen Bodeneigenschaften durch Regenwürmer bringt zahlreiche Vorteile für die Landwirte mit sich, z. B. eine bessere Nährstoffverfügbarkeit und Wasserspeicherung im Boden, eine geringere Erosion und eine höhere Produktivität der Kulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer belüften den Boden ===&lt;br /&gt;
Eine grosse Anzahl Regenwurmgänge erhöht die Anzahl Makroporen im Boden wesentlich und trägt so zu einer guten Durchlüftung des Bodens bei.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer fördern das Wurzelwachstum ===&lt;br /&gt;
In der Regel werden über 90 % der Regenwurmgänge von Pflanzenwurzeln besiedelt. Regenwürmer hinterlassen einen Grossteil ihrer nährstoffreichen Ausscheidungen in ihren Gängen. Dies bietet günstige Bedingungen für das Wachstum von Pflanzenwurzeln. Dank der Regenwurmgänge können die Wurzeln leichter in tiefe Bodenschichten vordringen und finden dort nährstoffreiche Regenwurmlosung, Wasser und Luft. Regenwürmer vermischen oberflächlich ausgebrachten Kalk und Dünger mit dem Boden und verlagern sie in tiefere Bodenschichten.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer verbessern die Wasser infiltration in den Boden und verringern den Oberflächenabfluss ===&lt;br /&gt;
Vor allem die stabilen Gänge der Vertikalgraber verbessern die Infiltration, Speicherung und Drainage von Wasser im Boden erheblich. Sie verringern damit den Oberflächenabfluss von Wasser und die Bodenerosion. Böden mit Regenwürmern entwässern bis zu 10mal schneller als Böden ohne Regenwürmer.&lt;br /&gt;
Die vertikalen, mit Schleim stabilisierten Gänge können in tiefen Lössböden bis zu 3 Meter und in Tschernosemböden (Schwarzerden) sogar bis zu 6 Meter tief sein. Dank ihrer kräftigen Muskeln sind die Tiefgraber in der Lage, in leicht verdichtete Böden einzudringen und so die Entwässerung der Böden zu verbessern. &lt;br /&gt;
Bis zu 150 Regenwurmgänge oder 900 Meter pro Kubikmeter können in ungepflügten Böden gefunden werden. In pfluglosen Böden, in denen die Wurmpopulationen hoch sind, kann die Wasserinfiltration bis zu 6mal höher sein als in regelmässig gepflügten Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer bauen abgestorbene Pflanzenteile in den Boden ein  ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer bauen organisches Material wie Ernterückstände, organische Dünger, Dung oder Mulch  in  den  Boden  ein.  Sie  zerkleinern,  vermischen und verdauen Pflanzenreste durch physische Zerkleinerung und chemische Verdauung. Dadurch beschleunigen sie die Zersetzung der abgestorbenen Biomasse und regen den Nährstoffkreislauf im BodenPflanzenSystem an. Wenn Regenwürmer Pflanzenmaterial in ihre Gänge ziehen, verlagern sie wertvolle Nährstoffe in den Boden, insbesondere in die tieferen Bodenschichten (Bioturbation). Im Grünland bauen Regenwürmer bis zu 6 Tonnen totes organisches Material pro Hektar und Jahr in den Boden ein. In Wäldern verdauen sie bis zu 9 Tonnen Laub pro Hektar.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer zersetzen abgestorbene Pflanzenteile und erhöhen die Nährstoffversorgung der Pflanzen ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer produzieren je nach Dichte jährlich 40 bis 100 Tonnen Losung pro Hektar. Der Wurmkot bildet stabile Bodenaggregate oder Krümel, die auf der Bodenoberfläche oder im Boden abgelagert werden. Organische und anorganische Bestandteile sind im Wurmkot gut vermischt, und die Nährstoffe liegen in leicht verfügbarer und angereicherter Form vor. Regenwurmlosung enthält im Durchschnitt 5mal mehr Stickstoff, 7mal mehr Phosphor und 11mal mehr Kalium als der umgebende Boden. Der Stickstoff in der Regenwurmlosung ist für die Pflanzen leicht verfügbar.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer verjüngen den Boden  ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer transportieren Bodenmaterial und Nährstoffe aus dem Unterboden in den Oberboden und erhalten bzw. fördern so die Vitalität des Bodens.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer tragen zu einer besseren Struktur und Stabilität des Bodens bei ===&lt;br /&gt;
Durch die intensive Vermischung von organischem Material mit anorganischen Bodenteilchen und Mikroorganismen sowie durch Absonderung von Schleim bilden Regenwürmer stabile Bodenkrümel, welche die Bodenstruktur verbessern. Böden mit einer hohen Regenwurmaktivität neigen weniger zur Verschlämmung und können leichter bearbeitet werden als Böden mit einer geringen Regenwurmaktivität. Darüber hinaus werden Nährstoffe und Wasser besser im Boden gehalten. Eine umfangreiche Produktion von Wurmlosung macht schwere Böden lockerer und sandige Böden bindiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Regenwürmer tragen zur Regulierung von Krankheitserregern und Schädlingen bei===&lt;br /&gt;
Regenwürmer fördern die Besiedlung und Vermehrung von nützlichen Bodenbakterien und Pilzen in ihren Gängen und der Losung. Indem sie abgefallene Blätter in den Boden ziehen, tragen sie zum mikrobiologischen Abbau von Blattkrankheitserregern und Schädlingen bei (z. B. von Winterstadien von Pilzerregern wie Apfelschorf und Insekten wie die Miniermotte).&lt;br /&gt;
===Regenwürmer helfen bei der Bekämpfung von Schädlingen im Boden===&lt;br /&gt;
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Regenwürmer insektenabtötende Nematoden (z. B. &#039;&#039;Steinernema &#039;&#039;sp.) und Pilze (z. B. &#039;&#039;Beauveria bassiana&#039;&#039;) im Boden verbreiten und so zu einer besseren natürlichen Regulierung von Schädlingen im Boden beitragen. Ruhestadien, wie z. B. Pilzsporen, widerstehen jedoch der Verdauung im Regenwurmdarm und werden mit dem Regenwurmkot wieder ausgeschieden.&lt;br /&gt;
===Regenwürmer unterstützen die Bindung von Kohlenstoff===&lt;br /&gt;
Regenwürmer nehmen organische Rückstände mit unterschiedlichem C : NVerhältnis auf und wandeln sie in Material mit einem niedrigeren C : N-Verhältnis um. Auf diese Weise tragen sie schliesslich zur Kohlenstoffspeicherung und zur Milderung des Klimawandels bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ökologische Gruppen der Regenwurmarten==&lt;br /&gt;
Die Regenwürmer werden in drei ökophysiologische Hauptkategorien eingeteilt (siehe auch Tab. 1):&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Streu oder Kompostwürmer :&#039;&#039;&#039; Die epigäischen Arten leben an der Grenzfläche zwischen Boden und Streu und ernähren sich von sich zersetzenden organischen Stoffen, ohne zu graben.&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Flachgrabende Arten :&#039;&#039;&#039; Diese endogäischen Arten graben horizontale Gänge in den oberen 10–30 cm des Bodens. Den verdauten Boden scheiden sie in ihren Gängen aus.&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Vertikalgrabende Regenwürmer :&#039;&#039;&#039; Die Vertikalgraber oder anektischen Arten legen stabile, tiefe, vertikale Gänge an. Sie nutzen die mit Losung stabilisierten Gänge, um die Bodenoberfläche aufzusuchen und Pflanzenmaterial als Nahrung zu sammeln.&lt;br /&gt;
In der Landwirtschaft spielen die Vertikalgraber eine Schlüsselrolle (höhere Biomasse und stärkere Bodenvermischung als andere Arten, stabile Gänge, Wasserinfiltration in den Boden). Für den Acker und Futterbau spielen alle grabenden Wurmarten (d. h. die endogäischen und die anektischen Arten) eine wichtige Rolle. Flach grabende Würmer tragen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und struktur im Oberboden bei, wogegen die vertikal grabenden Regenwürmer in tieferen Bodenschichten zu spürbaren Bodenverbesserungen beitragen, indem sie organisches Material in tiefere Schichten bringen und mit ihren vertikalen Gängen die Belüftung und das Wasserrückhaltevermögen des Bodens verbessern. Die vertikalen Gänge fördern auch eine tiefere Durchwurzelung der Ackerböden, was tendenziell zu höheren Erträgen führt, da mehr Nährstoffe zur Verfügung stehen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberflächenbewohnende Regenwurmarten (epi gäische Arten) sind für den Abbau des Streumaterials und bei der Kompostierung von besonderer Bedeutung (siehe Box 1).   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 1: Wurmkompostierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurmkompostierung ist ein Verfahren, bei dem verschiedene epigäische Wurmarten eingesetzt werden, um organische Abfälle zu zersetzen und einen nährstoffreichen organischen Dünger und Bodenverbesserer für die kleinbäuerliche Landwirtschaft zu erzeugen. Die guten Eigenschaften des Wurmkomposts sind im Wesentlichen auf den hohen Nährstoffgehalt des Regenwurmkots zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1:  Drei ökologische Regenwurmgruppen in Ökosystemen der gemässigten Breiten&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gruppen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Streubewohner&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Flachgraber&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Tiefgraber&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Typen/Arten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Oberflächenbewohner, epigäische Arten&lt;br /&gt;
|Flach- oder horizontalgrabende, endogäische Arten&lt;br /&gt;
|Vertikalgrabende, anektische Arten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Wichtige Vertreter&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Kompostwurm (Eisenia fetida)&lt;br /&gt;
• Europäischer Regenwurm&lt;br /&gt;
(Lumbricus rubellus)&lt;br /&gt;
|• Octolasion lacteum&lt;br /&gt;
• Kleiner Wiesenwurm&lt;br /&gt;
(Allolobophora caliginosa)&lt;br /&gt;
|• Tauwurm (Lumbricus terrestris)&lt;br /&gt;
• Schwarzköpfiger Wurm&lt;br /&gt;
(Allolobophora longa)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Pigmentierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Bräunlich-rot, meist sowohl ventral als auch dorsal pigmentiert&lt;br /&gt;
|Un- oder leicht pigmentiert&lt;br /&gt;
|Rötlich-braun, Kopf dunkler, meist nur dorsal pigmentiert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Lebensraum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• In der Streuschicht von Wiesen, Wäldern und im Kompost&lt;br /&gt;
• Selten im Ackerland wegen fehlender permanenter Streu-&lt;br /&gt;
schicht&lt;br /&gt;
|• Im Oberboden (5–40 cm) von humosem Mineralboden in v. a. horizontalen, instabilen Röhren&lt;br /&gt;
• Jungtiere in den oberen Boden-&lt;br /&gt;
schichten&lt;br /&gt;
|• In allen Bodenschichten bis 3–4 m Tiefe; gesamtes Leben in senkrechten, stabilen Wohnröh- ren (Ø 8–11 mm)&lt;br /&gt;
• Sehr wichtig für landw. Böden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Grösse&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Klein, meist 2–6 cm lang&lt;br /&gt;
|Klein, bis 18 cm lang&lt;br /&gt;
|Meist gross, 15–45 cm lang&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Grabfähigkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Niedrig&lt;br /&gt;
|Mässig&lt;br /&gt;
|Hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Ernährungs- verhalten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Ernähren sich von kleinen Pflanzenteilen an der Boden- oberfläche.&lt;br /&gt;
|• Ernähren sich von Pflanzen- teilen im Oberboden.&lt;br /&gt;
|• Ziehen grosse Pflanzenteile in ihre Wohnröhren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Überleben bei Trockenheit und im Winter&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Im Kokonstadium&lt;br /&gt;
|• Quieszenz bei Trockenheit&lt;br /&gt;
• Diapause zur Überwinterung&lt;br /&gt;
|• Quieszenz bei Trockenheit&lt;br /&gt;
• Teilweise oder keine Diapause im Winter (L. terrestris)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Prädation&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Sehr hoch (Vögel, Säugetiere und räuberische Arthropoden)&lt;br /&gt;
|• Niedrig&lt;br /&gt;
|• Hoch, wenn auf der Boden- oberfläche kriechend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Vermehrung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Wüchsig (100 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|• Begrenzt (8–12 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|• Begrenzt (8–12 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Lebenserwartung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Kurz, 1–2 Jahre&lt;br /&gt;
|• Mittel, 3–5 Jahre&lt;br /&gt;
|• Lang, 4–8 Jahre&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grafik 1:  Ernährung und Verhalten der drei ökologischen Gruppen von Regenwürmern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schätzung der Anzahl Regenwürmer in einem Boden ==&lt;br /&gt;
Die Anzahl Regenwürmer kann in Abhängigkeit von Bodenart, Niederschlag und Anbaumethoden stark variieren. In Ackerböden kann ihre Anzahl rund 30 bis 300 Individuen pro Quadratmeter betragen. In Mitteleuropa sind 120 bis 140 Würmer pro Quadratmeter eine gute Populationsdichte in intensiv bewirtschafteten Ackerböden. Dies entspricht 90 bis 110 g Regenwurmbiomasse pro Quadratmeter. &lt;br /&gt;
Um die Regenwurmpopu lation in einem Feld zu schätzen, kann die ungefähre Anzahl Würmer mit den folgenden Methoden grob ermittelt werden (Praxismethoden): &lt;br /&gt;
*Anzahl Würmer: 5 Spatenproben von 10 × 10 cm Grösse und 25 cm Tiefe eines fruchtbaren, mittelschweren Lehmbodens enthalten im Durchschnitt 2 bis 3 Würmer. Dies ergibt 100 bis 200 Würmer pro Quadratmeter. &lt;br /&gt;
*Auch die Anzahl Wurmgänge ist ein guter  Indikator für die Wurmaktivität im Boden.  &lt;br /&gt;
*Zählt man die Anzahl Wurmlosungen auf einer 50 × 50 cm grossen Fläche während der Zeit der Regenwurmaktivität (März bis April und September bis Oktober), so weisen 5 oder weniger Wurmkothäufchen auf eine geringe Wurmaktivität hin, 10 Kothäufchen auf eine mässige Wurmaktivität, während 20 oder mehr Kothäufchen auf eine gute Wurmaktivität mit vielen Würmern im Boden hinweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 2: Lebensraumabhängige Regenwurmdichte&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Besiedlung eines Lebensraums durch Regenwürmer hängt in erster Linie von der Nahrungs und Wasserversorgung ab. Dementsprechend schwankt die Anzahl Regenwürmer pro Quadratmeter erheblich:&lt;br /&gt;
* Extensiv genutzte Weide : 400–500&lt;br /&gt;
* Gedüngte Wiese : 200–300&lt;br /&gt;
* Laubwald : 150–250&lt;br /&gt;
* Extensiv bewirtschaftete Ackerfläche : 120–250&lt;br /&gt;
* Magerwiese : 30–40&lt;br /&gt;
* Fichtenwald : 10–15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirksame landwirtschaftliche Praktiken zur Förderung  von Regenwürmern ==&lt;br /&gt;
Die Regenwurmpopulationen nehmen tendenziell zu, wenn der Gehalt an organischer Substanz im Boden steigt, und sie nehmen ab, wenn der Boden gestört wird, z. B. durch intensive Bodenbearbeitung und den Einsatz schädlicher Chemikalien oder wenn wenig organische Substanz zugeführt wird. Die Umsetzung geeigneter Massnahmen kann die Regenwürmer und im weiteren Sinne die Bodenfruchtbarkeit entscheidend fördern. Daher ist es von entscheidender Bedeutung zu verstehen, welche Massnahmen Regenwürmer schonen oder fördern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Minimieren von tiefer und intensiver Bodenbearbeitung  ===&lt;br /&gt;
*Pflüge und schnell rotierende Geräte können Regenwürmer stark schädigen. Die Verlustraten nach dem Einsatz von Pflügen liegen bei etwa 25 % und können beim Einsatz von Rotationsgeräten bis zu 70 % betragen. Daher sollten Pflüge und schnell rotierende Geräte nur wenn unbedingt erforderlich und bei geringer Regenwurmaktivität im Oberboden eingesetzt werden. &lt;br /&gt;
*Die Bearbeitung von trockenen oder kalten Böden hat deutlich weniger negative Auswirkungen auf die Regenwurmpopulationen, da sich vor allem die Vertikalgraber bei diesen Bedingungen in tieferen Bodenschichten aufhalten. &lt;br /&gt;
*Der Einsatz von OnLandPflügen und flaches Pflügen verringern die Verdichtung der tieferen Bodenschichten.&lt;br /&gt;
*Konservierende Bodenbearbeitung, zu der auch die reduzierte Bodenbearbeitung gehört, minimiert die Störung des Bodens und das Risiko der Bodenverdichtung, erhöht das Nahrungsangebot und konserviert das Bodenwasser. Dies erhöht die Dichte und Biomasse der Regenwürmer und der Bodenmikroorganismen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Minimieren von Bodendruck und Bodenverdichtung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer brauchen einen angemessen belüfteten und «lockeren» Boden. Die Verdichtung des Bodens wirkt sich negativ auf die Regenwurmpopulationen, andere Bodenorganismen und viele biologische Prozesse im Boden aus. Regenwürmer haben Schwierigkeiten, stark verdichtete Böden zu durchgraben. Daher sollte Bodenverdichtung vermieden oder zumindest minimiert werden.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Die Landmaschinen so einstellen, dass der  Bodendruck so gering wie möglich ist, und  insbesondere den Reifendruck verringern. &lt;br /&gt;
*Wenn möglich leichte Maschinen verwenden. Je leichter die Geräte sind, desto geringer ist die Verdichtung des Bodens. &lt;br /&gt;
*Da feuchte Böden besonders empfindlich auf Bodenverdichtung reagieren, nur gut abgetrocknete, gut tragfähige Böden befahren. &lt;br /&gt;
*Zur Staunässe neigende Ackerböden  entwässern oder aufschütten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Diversifizieren der Fruchtfolge zur Versorgung der Regenwürmer ===&lt;br /&gt;
Vielfältige Fruchtfolgen mit einer guten Bodenbedeckung und regelmässiger Zufuhr von organischem Material bieten günstige Lebensbedingungen für Regenwürmer.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Dauergrünland ist ideal für Regenwürmer. Es liefert grosse Mengen an organischer Substanz aus Blättern und Wurzeln. Das Material von Säuberungsschnitten und der abgebaute Dung von Weidetieren sind ebenfalls gute Nahrungsquellen. &lt;br /&gt;
*Vielfältige Fruchtfolgen mit überwinternden und tiefwurzelnden Zwischenfrüchten oder Gründüngungen und reichhaltigen Ernterückständen bilden die Grundlage für gute Regenwurmpopulationen. Ein Wechsel von mehrjährigem Grünland und einjährigen Kulturen trägt zum Aufbau von organischer Substanz bei und fördert die Regenwurmfauna. &lt;br /&gt;
*Gründüngungen werden bei Erreichen der maximalen Biomasse in den Boden eingearbeitet, um organische Substanz für die nachfolgende Kultur zu liefern. Sie können auch abgeweidet oder gemäht werden und zur Zersetzung auf der Bodenoberfläche liegen gelassen werden. &lt;br /&gt;
*Getreidestoppeln liefern viel organisches Material. Das Verbrennen der Stoppeln zerstört die organische Substanz im Oberboden, was die Regenwürmer an der Oberfläche beeinträchtigt. Idealerweise lässt man die Stoppeln auf der Bodenoberfläche verrotten und sät die Folgekultur direkt in die Stoppeln (heikel bei Bio) oder nach einer minimalen Bodenbearbeitung. &lt;br /&gt;
*Bodendecker wie Kleeuntersaaten oder Stoppeln verringern die Verdunstung von Bodenfeuchtigkeit und halten den Boden feuchter. Die Bedeckung der Bodenoberfläche verringert auch die Auswirkungen extremer klimatischer Bedingungen wie Hitze und Frost. &lt;br /&gt;
*Da Humus das Wasser im Boden hält, trägt ein höherer Gehalt an organischer Substanz im Boden nicht nur zu einer besseren Wasserversorgung der Kulturen bei Trockenheit, sondern auch zu ausgewogeneren Lebensbedingungen für Regenwürmer bei. &lt;br /&gt;
*Zweijährige Kleegraswiesen in einer Fruchtfolge regenerieren die Regenwurmpopulationen erheblich. Mehrjähriges Kleegras ist vorteilhafter als nur einjähriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== An Bodenbeschaffenheit und Pflanzenbedarf angepasste Düngung ===&lt;br /&gt;
Sowohl die Art als auch die Menge der verwendeten Dünger beeinflussen die Regenwurmpopulationen.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Eine angemessene und ausgewogene Düngung ist sowohl für die Pflanzen als auch für die Regenwürmer günstig. &lt;br /&gt;
*Leicht verrotteter Mist bietet Regenwürmern mehr Nahrung als reifer Kompost und eignet sich daher besser zu deren Förderung. &lt;br /&gt;
*Organische Düngemittel sollten nur flach eingearbeitet werden. Tief vergrabene Ernterückstände sind für Regenwürmer schädlich, da sie bei der Zersetzung schädliche anaerobe Bedingungen erzeugen können. &lt;br /&gt;
*Hohe Güllegaben schädigen die Regenwurmfauna. Ammoniak in unbehandelter Gülle ist für viele Organismen giftig und insbesondere für oberflächennahe Regenwürmer in wassergesättigten Böden sehr schädlich. Deshalb sollte Gülle vor der Ausbringung aufgerührt (belüftet) und verdünnt werden. &lt;br /&gt;
*Flüssigdünger sollten nur auf saugfähige Böden und in moderaten Mengen von maximal 25 m3 pro Hektar ausgebracht werden. Flüssiges Gärgut kann je nach Qualität die Regenwürmer schädigen und ist weniger empfehlenswert. &lt;br /&gt;
*Die meisten Regenwürmer bevorzugen einen Boden-pH-Wert von 5,5 bis 7,5. Um einen optimalen pHWert des Bodens zu gewährleisten, sollte routinemässig Kalk auf der Grundlage von pH-Messungen ausgebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 3: Schlüsselmassnahmen zur  Förderung von Regenwürmern&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Massnahmen fördern Regenwürmer in landwirtschaftlichen Böden:&lt;br /&gt;
# Ausreichendes Nahrungsangebot (Pflanzenmaterial) auf Ackerflächen mit dauerhafter Grünbedeckung (auch im Winter)&lt;br /&gt;
# Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden, die  für Regenwürmer und andere nützliche Bodenorganismen schädlich sind&lt;br /&gt;
# Anwenden von schonenden Bodenbearbeitungsverfahren wie reduzierte Bodenbearbeitung und Direktsaat zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit und der Bodengare&lt;br /&gt;
# Vermeiden von Bodenverdichtungen und Fördern von gut strukturierten und belüfteten Böden durch den Einsatz geeigneter, eher leichter Maschinen&lt;br /&gt;
# Standort und bedarfsgerechte Düngung&lt;br /&gt;
# Kontinuierliche Zufuhr organischer Substanz während der gesamten Fruchtfolge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Negative Auswirkungen nichtbiologischer landwirtschaftlicher Praktiken auf Regenwurmpopulationen ==&lt;br /&gt;
=== Einsatz von schädlichen Pestiziden ===&lt;br /&gt;
Verschiedene Pestizide (einschliesslich Saatgutbeizung)  können  die  individuelle  Sterblichkeit  der Regenwürmer erhöhen, deren Fruchtbarkeit und Wachstum verringern sowie enzymatische Prozesse stören. Darüber hinaus können sie das individuelle Verhalten von Regenwürmern verändern, indem sie z. B. ihre Fressrate reduzieren und letztlich die Gesamtbiomasse und dichte der Population verringern. Flachgraber wie &#039;&#039;A. caliginosa&#039;&#039; auf Ackerland, die ihre Gänge kontinuierlich ausdehnen, während sie im Oberboden fressen, sind am anfälligsten für toxische Pestizide, die in den Boden eingebracht werden. Im Gegensatz dazu sind anektische Arten wie &#039;&#039;Lumbricus terrestris&#039;&#039;, die in tieferen Bodenschichten leben, weniger anfällig für Pestizide. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insektizide und Fungizide sind die giftigsten Pestizide, die das Überleben bzw. die Fortpflanzung der Regenwürmer beeinträchtigen. Einige Fungizide wie die BordeauxMischung oder andere Kupferspritzmittel (die auch im biologischen Landbau zugelassen sind) verringern die Regenwurmzahl im Boden, wenn sie in grossen Mengen ausgebracht werden und Kupfer letztlich in der Bodenlösung vorkommt. Humusreiche Böden binden Kupfer in der organischen Substanz und hemmen somit den Fluss in die Bodenlösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen schaden die meisten Herbizide den Regenwürmern nicht direkt, wenn sie in der empfohlenen Dosierung angewendet werden (ausser synthetische StaudenAbbrennmittel). Sie können die Regenwurmpopulationen jedoch indirekt reduzieren, indem sie Begleitkräuter eliminieren und so die Verfügbarkeit von organischem Material auf der Bodenoberfläche verringern. Insbesondere in Kulturen und Fruchtfolgen mit keiner oder einer nur geringen Bodenbedeckung sind Begleitkräuter eine wichtige Nahrungsquelle für Regenwürmer und viele andere Nützlinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einsatz von Mineraldüngern ===&lt;br /&gt;
Die meisten synthetischen Mineraldünger schaden Regenwürmern nicht direkt. Düngemittel auf der Basis von Ammoniumsulfat können jedoch für Regenwürmer schädlich sein, möglicherweise aufgrund einer versauernden Wirkung. Darüber hinaus kann die Verwendung grosser Mengen mineralischer Stickstoffdünger (im biologischen Landbau nicht  zugelassen)  die Anzahl  Regenwürmer  verringern. Zudem ersetzen mineralische NDünger in der Regel den für Regenwürmer sehr nützlichen Anbau von Leguminosen und Gründüngungen. Im Allgemeinen haben organische Düngemittel (einschliesslich belüfteter Gülle) eine weitaus positivere Wirkung auf Regenwürmer als mineralische Düngemittel. Kalk scheint für Regenwurmpopulationen von Vorteil zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[fr:Vers de terre, architectes des sols fertiles]]&lt;br /&gt;
[[en:Earthworms]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
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		<id>https://de.tripleperformance.ag/index.php?title=Regenw%C3%BCrmer&amp;diff=9313</id>
		<title>Regenwürmer</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Regenwürmer &lt;br /&gt;
| Image= Vers de terre, architectes des sols fertiles 6.jpg &lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind in der Regel die am häufigsten vorkommenden Bodentiere in landwirtschaftlich genutzten Böden. Sie sind dafür bekannt, dass sie die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften des Bodens verbessern. Zusammen mit den Mikroorga nismen im Boden haben sie ein grosses Potenzial, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Obwohl viel über die allgemeine Taxonomie und Biologie der Regenwürmer bekannt ist, nimmt das Wissen über ihre Auswirkungen auf die Böden und ihre Interaktionen mit anderen Bodenorganismen sowie den Einfluss landwirtschaftlicher Praktiken auf ihre Populationen nur langsam zu. Dieses Merkblatt fasst das Wissen über Regenwürmer zusammen. Es gibt einen Überblick über die Biologie, Ökologie und die vielfältigen Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft und enthält Empfehlungen für die Förderung dieser aussergewöhnlichen Organismen in landwirtschaftlichen Böden.&lt;br /&gt;
== Unterschätzte Bodentiere ==&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 7.jpg|Alignement=Right}}&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert galten Regenwürmer als Bodenschädlinge. Obwohl sich diese Sichtweise völlig geändert hat, wird ihnen in der landwirtschaftlichen Praxis immer noch nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Nur wenige Landwirt*innen fördern die Regenwürmer aktiv. Stattdessen haben schwere Maschinen, intensive Bodenbearbeitung und der massive  Einsatz  von  Pestiziden  die  Regenwurmpopulationen  vielerorts  drastisch  reduziert  oder fast eliminiert. In einem natürlich bewirtschafteten Grünlandboden von einem Hektar finden sich dagegen bis zu drei Millionen Regenwürmer. Die Anzahl, Biomasse und Vielfalt der Regenwürmer in einem Boden gelten als wichtige Kriterien für die Bodenfruchtbarkeit, da eine reiche RegenwurmFauna in vielerlei Hinsicht zu gesunden und biologisch aktiven Böden beiträgt. Dies wiederum begünstigt viele positive Ökosystemleistungen und bringt eine bessere Widerstandsfähigkeit und Anpassung der landwirtschaftlichen Systeme an den Klimawandel mit sich. Aufgrund ihrer zahlreichen Leistungen zur Steigerung der Nachhaltigkeit von Agrarökosystemen sollten Regenwürmer bei der Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft – insbesondere des biologischen Landbaus – mehr Aufmerksamkeit erhalten und gezielt gefördert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Biologie der Regenwürmer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbreitung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer &#039;&#039;(Lumbricina) &#039;&#039;sind – mit Ausnahme der Polarregionen und Wüsten – in den meisten Böden zu finden. Während weltweit mehr als 3000 Arten bekannt sind, gibt es in Europa nur 400 Arten und in Mitteleuropa 40 Arten. Im Ackerland sind nur 4 bis 11 Arten verbreitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Böden ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer bevorzugen mittelschwere Lehm bis lehmige Sandböden. Schwere Lehm und trockene Sandböden sind für ihre Entwicklung ungünstig und schränken ihre Ausbreitung ein. In sauren Torfböden finden sich nur spezialisierte Arten, die sich an die ungünstigen Bodenbedingungen angepasst haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klima ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Wenn es sehr trocken und heiss ist, ziehen sich viele Arten in tiefere Bodenschichten zurück. Bei niedrigen Wintertemperaturen ziehen sich die Würmer in frostfreie Bereiche ihrer Röhren zurück, und ihr Stoffwechsel verlangsamt sich auf ein Minimum. An frostfreien Wintertagen werden gewisse Arten wieder aktiv. Im Frühjahr und Herbst sind die Regenwürmer am aktivsten. Regenwürmer sind empfindlich gegen Trockenheit. Sie sind nur aktiv, wenn der Boden feucht ist. Bei trockenem Boden sind sie inaktiv. Da Regenwürmer täglich bis zu 20 % ihres Körpergewichts in Form von Schleim und Ausscheidungen verlieren können, brauchen sie Feuchtigkeit, um am Leben zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer entwickeln sich langsam, mit Ausnahme der Streubewohner (z. B. Kompostwürmer). Tauwürmer produzieren nur eine Generation mit maximal 8 bis 12 Kokons (Eiern) pro Jahr. Regenwürmer leben je nach Art 2 bis 10 Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fortpflanzung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind Hermaphroditen. Geschlechtsreife Würmer sind am «Genitalgürtel» (Clitellum) zu erkennen, der den Körper umgibt. Der Höhepunkt  der  Wühltätigkeit  und  der  Fortpflanzung findet in der gemässigten Zone von März bis April sowie im September und Oktober statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mobilität und Ausbreitung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer können von ungestörten Randbereichen wie Feldrändern in Ackerland einwandern. Der Gemeine Regenwurm oder T]auwurm &#039;&#039;(Lumbricus terrestris) &#039;&#039;kann pro Jahr bis zu 20 Meter weit wandern. Vögel und Vieh tragen erheblich zur Ausbreitung von Regenwürmern bei.&lt;br /&gt;
=== Ernährung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer ernähren sich in erster Linie von abgestorbenen Pflanzenteilen, verfügen aber nicht über eigene Verdauungsenzyme, um die Zellstruktur  von  Pflanzenmaterial  aufzuspalten.  Deshalb vermischen sie für die Verdauung Pflanzenbiomasse mit Mineralerde. Um den täglichen Kalorienbedarf zu decken, müssen sie das 10 bis 30fache ihres eigenen Körpergewichts fressen. Nachts weiden Regenwürmer den Algenrasen ab, der tagsüber auf der Bodenoberfläche gewachsen ist, und ziehen abgestorbene Pflanzenteile in ihre Gänge, wo sie in 2 bis 4 Wochen von Bodenmikroorganismen «vorverdaut» werden. Da Regenwürmer keine Zähne haben, können sie sich nicht von Wurzeln ernähren. Um zu gedeihen, benötigen Regenwürmer ein reichhaltiges Nahrungsangebot aus Pflanzenbiomasse wie abgestorbenen Wurzeln, Blättern, Gräsern und angerottetem Mist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 9.jpg|Légende=Juveniler Regenwurm schlüpft aus einem Kokon.}}{{Image|Image=Vers de terre, architectes des sols fertiles 8.jpg|Légende=Ein &#039;&#039;Nicodrilus&#039;&#039; sp. rollt sich zusammen, um Kälte-, Hitze- oder Dürre-perioden sowie den Winterschlaf zu überstehen.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
Regenwürmer beeinflussen viele Ökodienstleistungen, die mit der Bodenfruchtbarkeit und der Pflanzenproduktion zusammenhängen. Daher trägt die Förderung von Regenwürmern und anderen wichtigen Bodentieren zu einer effizienteren Nutzung ökologischer Prozesse bei. Die Verbesserung der abiotischen und biotischen Bodeneigenschaften durch Regenwürmer bringt zahlreiche Vorteile für die Landwirte mit sich, z. B. eine bessere Nährstoffverfügbarkeit und Wasserspeicherung im Boden, eine geringere Erosion und eine höhere Produktivität der Kulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer belüften den Boden ===&lt;br /&gt;
Eine grosse Anzahl Regenwurmgänge erhöht die Anzahl Makroporen im Boden wesentlich und trägt so zu einer guten Durchlüftung des Bodens bei.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer fördern das Wurzelwachstum ===&lt;br /&gt;
In der Regel werden über 90 % der Regenwurmgänge von Pflanzenwurzeln besiedelt. Regenwürmer hinterlassen einen Grossteil ihrer nährstoffreichen Ausscheidungen in ihren Gängen. Dies bietet günstige Bedingungen für das Wachstum von Pflanzenwurzeln. Dank der Regenwurmgänge können die Wurzeln leichter in tiefe Bodenschichten vordringen und finden dort nährstoffreiche Regenwurmlosung, Wasser und Luft. Regenwürmer vermischen oberflächlich ausgebrachten Kalk und Dünger mit dem Boden und verlagern sie in tiefere Bodenschichten.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer verbessern die Wasser infiltration in den Boden und verringern den Oberflächenabfluss ===&lt;br /&gt;
Vor allem die stabilen Gänge der Vertikalgraber verbessern die Infiltration, Speicherung und Drainage von Wasser im Boden erheblich. Sie verringern damit den Oberflächenabfluss von Wasser und die Bodenerosion. Böden mit Regenwürmern entwässern bis zu 10mal schneller als Böden ohne Regenwürmer.&lt;br /&gt;
Die vertikalen, mit Schleim stabilisierten Gänge können in tiefen Lössböden bis zu 3 Meter und in Tschernosemböden (Schwarzerden) sogar bis zu 6 Meter tief sein. Dank ihrer kräftigen Muskeln sind die Tiefgraber in der Lage, in leicht verdichtete Böden einzudringen und so die Entwässerung der Böden zu verbessern. &lt;br /&gt;
Bis zu 150 Regenwurmgänge oder 900 Meter pro Kubikmeter können in ungepflügten Böden gefunden werden. In pfluglosen Böden, in denen die Wurmpopulationen hoch sind, kann die Wasserinfiltration bis zu 6mal höher sein als in regelmässig gepflügten Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer bauen abgestorbene Pflanzenteile in den Boden ein  ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer bauen organisches Material wie Ernterückstände, organische Dünger, Dung oder Mulch  in  den  Boden  ein.  Sie  zerkleinern,  vermischen und verdauen Pflanzenreste durch physische Zerkleinerung und chemische Verdauung. Dadurch beschleunigen sie die Zersetzung der abgestorbenen Biomasse und regen den Nährstoffkreislauf im BodenPflanzenSystem an. Wenn Regenwürmer Pflanzenmaterial in ihre Gänge ziehen, verlagern sie wertvolle Nährstoffe in den Boden, insbesondere in die tieferen Bodenschichten (Bioturbation). Im Grünland bauen Regenwürmer bis zu 6 Tonnen totes organisches Material pro Hektar und Jahr in den Boden ein. In Wäldern verdauen sie bis zu 9 Tonnen Laub pro Hektar.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer zersetzen abgestorbene Pflanzenteile und erhöhen die Nährstoffversorgung der Pflanzen ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer produzieren je nach Dichte jährlich 40 bis 100 Tonnen Losung pro Hektar. Der Wurmkot bildet stabile Bodenaggregate oder Krümel, die auf der Bodenoberfläche oder im Boden abgelagert werden. Organische und anorganische Bestandteile sind im Wurmkot gut vermischt, und die Nährstoffe liegen in leicht verfügbarer und angereicherter Form vor. Regenwurmlosung enthält im Durchschnitt 5mal mehr Stickstoff, 7mal mehr Phosphor und 11mal mehr Kalium als der umgebende Boden. Der Stickstoff in der Regenwurmlosung ist für die Pflanzen leicht verfügbar.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer verjüngen den Boden  ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer transportieren Bodenmaterial und Nährstoffe aus dem Unterboden in den Oberboden und erhalten bzw. fördern so die Vitalität des Bodens.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer tragen zu einer besseren Struktur und Stabilität des Bodens bei ===&lt;br /&gt;
Durch die intensive Vermischung von organischem Material mit anorganischen Bodenteilchen und Mikroorganismen sowie durch Absonderung von Schleim bilden Regenwürmer stabile Bodenkrümel, welche die Bodenstruktur verbessern. Böden mit einer hohen Regenwurmaktivität neigen weniger zur Verschlämmung und können leichter bearbeitet werden als Böden mit einer geringen Regenwurmaktivität. Darüber hinaus werden Nährstoffe und Wasser besser im Boden gehalten. Eine umfangreiche Produktion von Wurmlosung macht schwere Böden lockerer und sandige Böden bindiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Regenwürmer tragen zur Regulierung von Krankheitserregern und Schädlingen bei===&lt;br /&gt;
Regenwürmer fördern die Besiedlung und Vermehrung von nützlichen Bodenbakterien und Pilzen in ihren Gängen und der Losung. Indem sie abgefallene Blätter in den Boden ziehen, tragen sie zum mikrobiologischen Abbau von Blattkrankheitserregern und Schädlingen bei (z. B. von Winterstadien von Pilzerregern wie Apfelschorf und Insekten wie die Miniermotte).&lt;br /&gt;
===Regenwürmer helfen bei der Bekämpfung von Schädlingen im Boden===&lt;br /&gt;
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Regenwürmer insektenabtötende Nematoden (z. B. &#039;&#039;Steinernema &#039;&#039;sp.) und Pilze (z. B. &#039;&#039;Beauveria bassiana&#039;&#039;) im Boden verbreiten und so zu einer besseren natürlichen Regulierung von Schädlingen im Boden beitragen. Ruhestadien, wie z. B. Pilzsporen, widerstehen jedoch der Verdauung im Regenwurmdarm und werden mit dem Regenwurmkot wieder ausgeschieden.&lt;br /&gt;
===Regenwürmer unterstützen die Bindung von Kohlenstoff===&lt;br /&gt;
Regenwürmer nehmen organische Rückstände mit unterschiedlichem C : NVerhältnis auf und wandeln sie in Material mit einem niedrigeren C : N-Verhältnis um. Auf diese Weise tragen sie schliesslich zur Kohlenstoffspeicherung und zur Milderung des Klimawandels bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ökologische Gruppen der Regenwurmarten==&lt;br /&gt;
Die Regenwürmer werden in drei ökophysiologische Hauptkategorien eingeteilt (siehe auch Tab. 1):&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Streu oder Kompostwürmer :&#039;&#039;&#039; Die epigäischen Arten leben an der Grenzfläche zwischen Boden und Streu und ernähren sich von sich zersetzenden organischen Stoffen, ohne zu graben.&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Flachgrabende Arten :&#039;&#039;&#039; Diese endogäischen Arten graben horizontale Gänge in den oberen 10–30 cm des Bodens. Den verdauten Boden scheiden sie in ihren Gängen aus.&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Vertikalgrabende Regenwürmer :&#039;&#039;&#039; Die Vertikalgraber oder anektischen Arten legen stabile, tiefe, vertikale Gänge an. Sie nutzen die mit Losung stabilisierten Gänge, um die Bodenoberfläche aufzusuchen und Pflanzenmaterial als Nahrung zu sammeln.&lt;br /&gt;
In der Landwirtschaft spielen die Vertikalgraber eine Schlüsselrolle (höhere Biomasse und stärkere Bodenvermischung als andere Arten, stabile Gänge, Wasserinfiltration in den Boden). Für den Acker und Futterbau spielen alle grabenden Wurmarten (d. h. die endogäischen und die anektischen Arten) eine wichtige Rolle. Flach grabende Würmer tragen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und struktur im Oberboden bei, wogegen die vertikal grabenden Regenwürmer in tieferen Bodenschichten zu spürbaren Bodenverbesserungen beitragen, indem sie organisches Material in tiefere Schichten bringen und mit ihren vertikalen Gängen die Belüftung und das Wasserrückhaltevermögen des Bodens verbessern. Die vertikalen Gänge fördern auch eine tiefere Durchwurzelung der Ackerböden, was tendenziell zu höheren Erträgen führt, da mehr Nährstoffe zur Verfügung stehen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberflächenbewohnende Regenwurmarten (epi gäische Arten) sind für den Abbau des Streumaterials und bei der Kompostierung von besonderer Bedeutung (siehe Box 1).   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 1: Wurmkompostierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurmkompostierung ist ein Verfahren, bei dem verschiedene epigäische Wurmarten eingesetzt werden, um organische Abfälle zu zersetzen und einen nährstoffreichen organischen Dünger und Bodenverbesserer für die kleinbäuerliche Landwirtschaft zu erzeugen. Die guten Eigenschaften des Wurmkomposts sind im Wesentlichen auf den hohen Nährstoffgehalt des Regenwurmkots zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1:  Drei ökologische Regenwurmgruppen in Ökosystemen der gemässigten Breiten&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gruppen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Streubewohner&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Flachgraber&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Tiefgraber&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Typen/Arten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Oberflächenbewohner, epigäische Arten&lt;br /&gt;
|Flach- oder horizontalgrabende, endogäische Arten&lt;br /&gt;
|Vertikalgrabende, anektische Arten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Wichtige Vertreter&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Kompostwurm (Eisenia fetida)&lt;br /&gt;
• Europäischer Regenwurm&lt;br /&gt;
(Lumbricus rubellus)&lt;br /&gt;
|• Octolasion lacteum&lt;br /&gt;
• Kleiner Wiesenwurm&lt;br /&gt;
(Allolobophora caliginosa)&lt;br /&gt;
|• Tauwurm (Lumbricus terrestris)&lt;br /&gt;
• Schwarzköpfiger Wurm&lt;br /&gt;
(Allolobophora longa)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Pigmentierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Bräunlich-rot, meist sowohl ventral als auch dorsal pigmentiert&lt;br /&gt;
|Un- oder leicht pigmentiert&lt;br /&gt;
|Rötlich-braun, Kopf dunkler, meist nur dorsal pigmentiert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Lebensraum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• In der Streuschicht von Wiesen, Wäldern und im Kompost&lt;br /&gt;
• Selten im Ackerland wegen fehlender permanenter Streu-&lt;br /&gt;
schicht&lt;br /&gt;
|• Im Oberboden (5–40 cm) von humosem Mineralboden in v. a. horizontalen, instabilen Röhren&lt;br /&gt;
• Jungtiere in den oberen Boden-&lt;br /&gt;
schichten&lt;br /&gt;
|• In allen Bodenschichten bis 3–4 m Tiefe; gesamtes Leben in senkrechten, stabilen Wohnröh- ren (Ø 8–11 mm)&lt;br /&gt;
• Sehr wichtig für landw. Böden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Grösse&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Klein, meist 2–6 cm lang&lt;br /&gt;
|Klein, bis 18 cm lang&lt;br /&gt;
|Meist gross, 15–45 cm lang&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Grabfähigkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Niedrig&lt;br /&gt;
|Mässig&lt;br /&gt;
|Hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Ernährungs- verhalten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Ernähren sich von kleinen Pflanzenteilen an der Boden- oberfläche.&lt;br /&gt;
|• Ernähren sich von Pflanzen- teilen im Oberboden.&lt;br /&gt;
|• Ziehen grosse Pflanzenteile in ihre Wohnröhren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Überleben bei Trockenheit und im Winter&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Im Kokonstadium&lt;br /&gt;
|• Quieszenz bei Trockenheit&lt;br /&gt;
• Diapause zur Überwinterung&lt;br /&gt;
|• Quieszenz bei Trockenheit&lt;br /&gt;
• Teilweise oder keine Diapause im Winter (L. terrestris)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Prädation&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Sehr hoch (Vögel, Säugetiere und räuberische Arthropoden)&lt;br /&gt;
|• Niedrig&lt;br /&gt;
|• Hoch, wenn auf der Boden- oberfläche kriechend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Vermehrung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Wüchsig (100 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|• Begrenzt (8–12 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|• Begrenzt (8–12 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Lebenserwartung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Kurz, 1–2 Jahre&lt;br /&gt;
|• Mittel, 3–5 Jahre&lt;br /&gt;
|• Lang, 4–8 Jahre&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grafik 1:  Ernährung und Verhalten der drei ökologischen Gruppen von Regenwürmern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schätzung der Anzahl Regenwürmer in einem Boden ==&lt;br /&gt;
Die Anzahl Regenwürmer kann in Abhängigkeit von Bodenart, Niederschlag und Anbaumethoden stark variieren. In Ackerböden kann ihre Anzahl rund 30 bis 300 Individuen pro Quadratmeter betragen. In Mitteleuropa sind 120 bis 140 Würmer pro Quadratmeter eine gute Populationsdichte in intensiv bewirtschafteten Ackerböden. Dies entspricht 90 bis 110 g Regenwurmbiomasse pro Quadratmeter. &lt;br /&gt;
Um die Regenwurmpopu lation in einem Feld zu schätzen, kann die ungefähre Anzahl Würmer mit den folgenden Methoden grob ermittelt werden (Praxismethoden): &lt;br /&gt;
*Anzahl Würmer: 5 Spatenproben von 10 × 10 cm Grösse und 25 cm Tiefe eines fruchtbaren, mittelschweren Lehmbodens enthalten im Durchschnitt 2 bis 3 Würmer. Dies ergibt 100 bis 200 Würmer pro Quadratmeter. &lt;br /&gt;
*Auch die Anzahl Wurmgänge ist ein guter  Indikator für die Wurmaktivität im Boden.  &lt;br /&gt;
*Zählt man die Anzahl Wurmlosungen auf einer 50 × 50 cm grossen Fläche während der Zeit der Regenwurmaktivität (März bis April und September bis Oktober), so weisen 5 oder weniger Wurmkothäufchen auf eine geringe Wurmaktivität hin, 10 Kothäufchen auf eine mässige Wurmaktivität, während 20 oder mehr Kothäufchen auf eine gute Wurmaktivität mit vielen Würmern im Boden hinweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 2: Lebensraumabhängige Regenwurmdichte&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Besiedlung eines Lebensraums durch Regenwürmer hängt in erster Linie von der Nahrungs und Wasserversorgung ab. Dementsprechend schwankt die Anzahl Regenwürmer pro Quadratmeter erheblich:&lt;br /&gt;
* Extensiv genutzte Weide : 400–500&lt;br /&gt;
* Gedüngte Wiese : 200–300&lt;br /&gt;
* Laubwald : 150–250&lt;br /&gt;
* Extensiv bewirtschaftete Ackerfläche : 120–250&lt;br /&gt;
* Magerwiese : 30–40&lt;br /&gt;
* Fichtenwald : 10–15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirksame landwirtschaftliche Praktiken zur Förderung  von Regenwürmern ==&lt;br /&gt;
Die Regenwurmpopulationen nehmen tendenziell zu, wenn der Gehalt an organischer Substanz im Boden steigt, und sie nehmen ab, wenn der Boden gestört wird, z. B. durch intensive Bodenbearbeitung und den Einsatz schädlicher Chemikalien oder wenn wenig organische Substanz zugeführt wird. Die Umsetzung geeigneter Massnahmen kann die Regenwürmer und im weiteren Sinne die Bodenfruchtbarkeit entscheidend fördern. Daher ist es von entscheidender Bedeutung zu verstehen, welche Massnahmen Regenwürmer schonen oder fördern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Minimieren von tiefer und intensiver Bodenbearbeitung  ===&lt;br /&gt;
*Pflüge und schnell rotierende Geräte können Regenwürmer stark schädigen. Die Verlustraten nach dem Einsatz von Pflügen liegen bei etwa 25 % und können beim Einsatz von Rotationsgeräten bis zu 70 % betragen. Daher sollten Pflüge und schnell rotierende Geräte nur wenn unbedingt erforderlich und bei geringer Regenwurmaktivität im Oberboden eingesetzt werden. &lt;br /&gt;
*Die Bearbeitung von trockenen oder kalten Böden hat deutlich weniger negative Auswirkungen auf die Regenwurmpopulationen, da sich vor allem die Vertikalgraber bei diesen Bedingungen in tieferen Bodenschichten aufhalten. &lt;br /&gt;
*Der Einsatz von OnLandPflügen und flaches Pflügen verringern die Verdichtung der tieferen Bodenschichten.&lt;br /&gt;
*Konservierende Bodenbearbeitung, zu der auch die reduzierte Bodenbearbeitung gehört, minimiert die Störung des Bodens und das Risiko der Bodenverdichtung, erhöht das Nahrungsangebot und konserviert das Bodenwasser. Dies erhöht die Dichte und Biomasse der Regenwürmer und der Bodenmikroorganismen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Minimieren von Bodendruck und Bodenverdichtung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer brauchen einen angemessen belüfteten und «lockeren» Boden. Die Verdichtung des Bodens wirkt sich negativ auf die Regenwurmpopulationen, andere Bodenorganismen und viele biologische Prozesse im Boden aus. Regenwürmer haben Schwierigkeiten, stark verdichtete Böden zu durchgraben. Daher sollte Bodenverdichtung vermieden oder zumindest minimiert werden.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Die Landmaschinen so einstellen, dass der  Bodendruck so gering wie möglich ist, und  insbesondere den Reifendruck verringern. &lt;br /&gt;
*Wenn möglich leichte Maschinen verwenden. Je leichter die Geräte sind, desto geringer ist die Verdichtung des Bodens. &lt;br /&gt;
*Da feuchte Böden besonders empfindlich auf Bodenverdichtung reagieren, nur gut abgetrocknete, gut tragfähige Böden befahren. &lt;br /&gt;
*Zur Staunässe neigende Ackerböden  entwässern oder aufschütten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Diversifizieren der Fruchtfolge zur Versorgung der Regenwürmer ===&lt;br /&gt;
Vielfältige Fruchtfolgen mit einer guten Bodenbedeckung und regelmässiger Zufuhr von organischem Material bieten günstige Lebensbedingungen für Regenwürmer.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Dauergrünland ist ideal für Regenwürmer. Es liefert grosse Mengen an organischer Substanz aus Blättern und Wurzeln. Das Material von Säuberungsschnitten und der abgebaute Dung von Weidetieren sind ebenfalls gute Nahrungsquellen. &lt;br /&gt;
*Vielfältige Fruchtfolgen mit überwinternden und tiefwurzelnden Zwischenfrüchten oder Gründüngungen und reichhaltigen Ernterückständen bilden die Grundlage für gute Regenwurmpopulationen. Ein Wechsel von mehrjährigem Grünland und einjährigen Kulturen trägt zum Aufbau von organischer Substanz bei und fördert die Regenwurmfauna. &lt;br /&gt;
*Gründüngungen werden bei Erreichen der maximalen Biomasse in den Boden eingearbeitet, um organische Substanz für die nachfolgende Kultur zu liefern. Sie können auch abgeweidet oder gemäht werden und zur Zersetzung auf der Bodenoberfläche liegen gelassen werden. &lt;br /&gt;
*Getreidestoppeln liefern viel organisches Material. Das Verbrennen der Stoppeln zerstört die organische Substanz im Oberboden, was die Regenwürmer an der Oberfläche beeinträchtigt. Idealerweise lässt man die Stoppeln auf der Bodenoberfläche verrotten und sät die Folgekultur direkt in die Stoppeln (heikel bei Bio) oder nach einer minimalen Bodenbearbeitung. &lt;br /&gt;
*Bodendecker wie Kleeuntersaaten oder Stoppeln verringern die Verdunstung von Bodenfeuchtigkeit und halten den Boden feuchter. Die Bedeckung der Bodenoberfläche verringert auch die Auswirkungen extremer klimatischer Bedingungen wie Hitze und Frost. &lt;br /&gt;
*Da Humus das Wasser im Boden hält, trägt ein höherer Gehalt an organischer Substanz im Boden nicht nur zu einer besseren Wasserversorgung der Kulturen bei Trockenheit, sondern auch zu ausgewogeneren Lebensbedingungen für Regenwürmer bei. &lt;br /&gt;
*Zweijährige Kleegraswiesen in einer Fruchtfolge regenerieren die Regenwurmpopulationen erheblich. Mehrjähriges Kleegras ist vorteilhafter als nur einjähriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== An Bodenbeschaffenheit und Pflanzenbedarf angepasste Düngung ===&lt;br /&gt;
Sowohl die Art als auch die Menge der verwendeten Dünger beeinflussen die Regenwurmpopulationen.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Eine angemessene und ausgewogene Düngung ist sowohl für die Pflanzen als auch für die Regenwürmer günstig. &lt;br /&gt;
*Leicht verrotteter Mist bietet Regenwürmern mehr Nahrung als reifer Kompost und eignet sich daher besser zu deren Förderung. &lt;br /&gt;
*Organische Düngemittel sollten nur flach eingearbeitet werden. Tief vergrabene Ernterückstände sind für Regenwürmer schädlich, da sie bei der Zersetzung schädliche anaerobe Bedingungen erzeugen können. &lt;br /&gt;
*Hohe Güllegaben schädigen die Regenwurmfauna. Ammoniak in unbehandelter Gülle ist für viele Organismen giftig und insbesondere für oberflächennahe Regenwürmer in wassergesättigten Böden sehr schädlich. Deshalb sollte Gülle vor der Ausbringung aufgerührt (belüftet) und verdünnt werden. &lt;br /&gt;
*Flüssigdünger sollten nur auf saugfähige Böden und in moderaten Mengen von maximal 25 m3 pro Hektar ausgebracht werden. Flüssiges Gärgut kann je nach Qualität die Regenwürmer schädigen und ist weniger empfehlenswert. &lt;br /&gt;
*Die meisten Regenwürmer bevorzugen einen Boden-pH-Wert von 5,5 bis 7,5. Um einen optimalen pHWert des Bodens zu gewährleisten, sollte routinemässig Kalk auf der Grundlage von pH-Messungen ausgebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 3: Schlüsselmassnahmen zur  Förderung von Regenwürmern&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Massnahmen fördern Regenwürmer in landwirtschaftlichen Böden:&lt;br /&gt;
# Ausreichendes Nahrungsangebot (Pflanzenmaterial) auf Ackerflächen mit dauerhafter Grünbedeckung (auch im Winter)&lt;br /&gt;
# Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden, die  für Regenwürmer und andere nützliche Bodenorganismen schädlich sind&lt;br /&gt;
# Anwenden von schonenden Bodenbearbeitungsverfahren wie reduzierte Bodenbearbeitung und Direktsaat zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit und der Bodengare&lt;br /&gt;
# Vermeiden von Bodenverdichtungen und Fördern von gut strukturierten und belüfteten Böden durch den Einsatz geeigneter, eher leichter Maschinen&lt;br /&gt;
# Standort und bedarfsgerechte Düngung&lt;br /&gt;
# Kontinuierliche Zufuhr organischer Substanz während der gesamten Fruchtfolge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Negative Auswirkungen nichtbiologischer landwirtschaftlicher Praktiken auf Regenwurmpopulationen ==&lt;br /&gt;
=== Einsatz von schädlichen Pestiziden ===&lt;br /&gt;
Verschiedene Pestizide (einschliesslich Saatgutbeizung)  können  die  individuelle  Sterblichkeit  der Regenwürmer erhöhen, deren Fruchtbarkeit und Wachstum verringern sowie enzymatische Prozesse stören. Darüber hinaus können sie das individuelle Verhalten von Regenwürmern verändern, indem sie z. B. ihre Fressrate reduzieren und letztlich die Gesamtbiomasse und dichte der Population verringern. Flachgraber wie &#039;&#039;A. caliginosa&#039;&#039; auf Ackerland, die ihre Gänge kontinuierlich ausdehnen, während sie im Oberboden fressen, sind am anfälligsten für toxische Pestizide, die in den Boden eingebracht werden. Im Gegensatz dazu sind anektische Arten wie &#039;&#039;Lumbricus terrestris&#039;&#039;, die in tieferen Bodenschichten leben, weniger anfällig für Pestizide. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insektizide und Fungizide sind die giftigsten Pestizide, die das Überleben bzw. die Fortpflanzung der Regenwürmer beeinträchtigen. Einige Fungizide wie die BordeauxMischung oder andere Kupferspritzmittel (die auch im biologischen Landbau zugelassen sind) verringern die Regenwurmzahl im Boden, wenn sie in grossen Mengen ausgebracht werden und Kupfer letztlich in der Bodenlösung vorkommt. Humusreiche Böden binden Kupfer in der organischen Substanz und hemmen somit den Fluss in die Bodenlösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen schaden die meisten Herbizide den Regenwürmern nicht direkt, wenn sie in der empfohlenen Dosierung angewendet werden (ausser synthetische StaudenAbbrennmittel). Sie können die Regenwurmpopulationen jedoch indirekt reduzieren, indem sie Begleitkräuter eliminieren und so die Verfügbarkeit von organischem Material auf der Bodenoberfläche verringern. Insbesondere in Kulturen und Fruchtfolgen mit keiner oder einer nur geringen Bodenbedeckung sind Begleitkräuter eine wichtige Nahrungsquelle für Regenwürmer und viele andere Nützlinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einsatz von Mineraldüngern ===&lt;br /&gt;
Die meisten synthetischen Mineraldünger schaden Regenwürmern nicht direkt. Düngemittel auf der Basis von Ammoniumsulfat können jedoch für Regenwürmer schädlich sein, möglicherweise aufgrund einer versauernden Wirkung. Darüber hinaus kann die Verwendung grosser Mengen mineralischer Stickstoffdünger (im biologischen Landbau nicht  zugelassen)  die Anzahl  Regenwürmer  verringern. Zudem ersetzen mineralische NDünger in der Regel den für Regenwürmer sehr nützlichen Anbau von Leguminosen und Gründüngungen. Im Allgemeinen haben organische Düngemittel (einschliesslich belüfteter Gülle) eine weitaus positivere Wirkung auf Regenwürmer als mineralische Düngemittel. Kalk scheint für Regenwurmpopulationen von Vorteil zu sein.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
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		<title>Regenwürmer</title>
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		<updated>2025-05-21T10:04:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Regenwürmer &lt;br /&gt;
| Image= Vers de terre, architectes des sols fertiles 6.jpg &lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind in der Regel die am häufigsten vorkommenden Bodentiere in landwirtschaftlich genutzten Böden. Sie sind dafür bekannt, dass sie die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften des Bodens verbessern. Zusammen mit den Mikroorga nismen im Boden haben sie ein grosses Potenzial, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Obwohl viel über die allgemeine Taxonomie und Biologie der Regenwürmer bekannt ist, nimmt das Wissen über ihre Auswirkungen auf die Böden und ihre Interaktionen mit anderen Bodenorganismen sowie den Einfluss landwirtschaftlicher Praktiken auf ihre Populationen nur langsam zu. Dieses Merkblatt fasst das Wissen über Regenwürmer zusammen. Es gibt einen Überblick über die Biologie, Ökologie und die vielfältigen Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft und enthält Empfehlungen für die Förderung dieser aussergewöhnlichen Organismen in landwirtschaftlichen Böden.&lt;br /&gt;
== Unterschätzte Bodentiere ==&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert galten Regenwürmer als Bodenschädlinge. Obwohl sich diese Sichtweise völlig geändert hat, wird ihnen in der landwirtschaftlichen Praxis immer noch nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Nur wenige Landwirt*innen fördern die Regenwürmer aktiv. Stattdessen haben schwere Maschinen, intensive Bodenbearbeitung und der massive  Einsatz  von  Pestiziden  die  Regenwurmpopulationen  vielerorts  drastisch  reduziert  oder fast eliminiert. In einem natürlich bewirtschafteten Grünlandboden von einem Hektar finden sich dagegen bis zu drei Millionen Regenwürmer. Die Anzahl, Biomasse und Vielfalt der Regenwürmer in einem Boden gelten als wichtige Kriterien für die Bodenfruchtbarkeit, da eine reiche RegenwurmFauna in vielerlei Hinsicht zu gesunden und biologisch aktiven Böden beiträgt. Dies wiederum begünstigt viele positive Ökosystemleistungen und bringt eine bessere Widerstandsfähigkeit und Anpassung der landwirtschaftlichen Systeme an den Klimawandel mit sich. Aufgrund ihrer zahlreichen Leistungen zur Steigerung der Nachhaltigkeit von Agrarökosystemen sollten Regenwürmer bei der Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft – insbesondere des biologischen Landbaus – mehr Aufmerksamkeit erhalten und gezielt gefördert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Biologie der Regenwürmer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbreitung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer &#039;&#039;(Lumbricina) &#039;&#039;sind – mit Ausnahme der Polarregionen und Wüsten – in den meisten Böden zu finden. Während weltweit mehr als 3000 Arten bekannt sind, gibt es in Europa nur 400 Arten und in Mitteleuropa 40 Arten. Im Ackerland sind nur 4 bis 11 Arten verbreitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Böden ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer bevorzugen mittelschwere Lehm bis lehmige Sandböden. Schwere Lehm und trockene Sandböden sind für ihre Entwicklung ungünstig und schränken ihre Ausbreitung ein. In sauren Torfböden finden sich nur spezialisierte Arten, die sich an die ungünstigen Bodenbedingungen angepasst haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klima ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Wenn es sehr trocken und heiss ist, ziehen sich viele Arten in tiefere Bodenschichten zurück. Bei niedrigen Wintertemperaturen ziehen sich die Würmer in frostfreie Bereiche ihrer Röhren zurück, und ihr Stoffwechsel verlangsamt sich auf ein Minimum. An frostfreien Wintertagen werden gewisse Arten wieder aktiv. Im Frühjahr und Herbst sind die Regenwürmer am aktivsten. Regenwürmer sind empfindlich gegen Trockenheit. Sie sind nur aktiv, wenn der Boden feucht ist. Bei trockenem Boden sind sie inaktiv. Da Regenwürmer täglich bis zu 20 % ihres Körpergewichts in Form von Schleim und Ausscheidungen verlieren können, brauchen sie Feuchtigkeit, um am Leben zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer entwickeln sich langsam, mit Ausnahme der Streubewohner (z. B. Kompostwürmer). Tauwürmer produzieren nur eine Generation mit maximal 8 bis 12 Kokons (Eiern) pro Jahr. Regenwürmer leben je nach Art 2 bis 10 Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fortpflanzung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind Hermaphroditen. Geschlechtsreife Würmer sind am «Genitalgürtel» (Clitellum) zu erkennen, der den Körper umgibt. Der Höhepunkt  der  Wühltätigkeit  und  der  Fortpflanzung findet in der gemässigten Zone von März bis April sowie im September und Oktober statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mobilität und Ausbreitung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer können von ungestörten Randbereichen wie Feldrändern in Ackerland einwandern. Der Gemeine Regenwurm oder T]auwurm &#039;&#039;(Lumbricus terrestris) &#039;&#039;kann pro Jahr bis zu 20 Meter weit wandern. Vögel und Vieh tragen erheblich zur Ausbreitung von Regenwürmern bei.&lt;br /&gt;
=== Ernährung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer ernähren sich in erster Linie von abgestorbenen Pflanzenteilen, verfügen aber nicht über eigene Verdauungsenzyme, um die Zellstruktur  von  Pflanzenmaterial  aufzuspalten.  Deshalb vermischen sie für die Verdauung Pflanzenbiomasse mit Mineralerde. Um den täglichen Kalorienbedarf zu decken, müssen sie das 10 bis 30fache ihres eigenen Körpergewichts fressen. Nachts weiden Regenwürmer den Algenrasen ab, der tagsüber auf der Bodenoberfläche gewachsen ist, und ziehen abgestorbene Pflanzenteile in ihre Gänge, wo sie in 2 bis 4 Wochen von Bodenmikroorganismen «vorverdaut» werden. Da Regenwürmer keine Zähne haben, können sie sich nicht von Wurzeln ernähren. Um zu gedeihen, benötigen Regenwürmer ein reichhaltiges Nahrungsangebot aus Pflanzenbiomasse wie abgestorbenen Wurzeln, Blättern, Gräsern und angerottetem Mist.&lt;br /&gt;
== Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
Regenwürmer beeinflussen viele Ökodienstleistungen, die mit der Bodenfruchtbarkeit und der Pflanzenproduktion zusammenhängen. Daher trägt die Förderung von Regenwürmern und anderen wichtigen Bodentieren zu einer effizienteren Nutzung ökologischer Prozesse bei. Die Verbesserung der abiotischen und biotischen Bodeneigenschaften durch Regenwürmer bringt zahlreiche Vorteile für die Landwirte mit sich, z. B. eine bessere Nährstoffverfügbarkeit und Wasserspeicherung im Boden, eine geringere Erosion und eine höhere Produktivität der Kulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer belüften den Boden ===&lt;br /&gt;
Eine grosse Anzahl Regenwurmgänge erhöht die Anzahl Makroporen im Boden wesentlich und trägt so zu einer guten Durchlüftung des Bodens bei.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer fördern das Wurzelwachstum ===&lt;br /&gt;
In der Regel werden über 90 % der Regenwurmgänge von Pflanzenwurzeln besiedelt. Regenwürmer hinterlassen einen Grossteil ihrer nährstoffreichen Ausscheidungen in ihren Gängen. Dies bietet günstige Bedingungen für das Wachstum von Pflanzenwurzeln. Dank der Regenwurmgänge können die Wurzeln leichter in tiefe Bodenschichten vordringen und finden dort nährstoffreiche Regenwurmlosung, Wasser und Luft. Regenwürmer vermischen oberflächlich ausgebrachten Kalk und Dünger mit dem Boden und verlagern sie in tiefere Bodenschichten.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer verbessern die Wasser infiltration in den Boden und verringern den Oberflächenabfluss ===&lt;br /&gt;
Vor allem die stabilen Gänge der Vertikalgraber verbessern die Infiltration, Speicherung und Drainage von Wasser im Boden erheblich. Sie verringern damit den Oberflächenabfluss von Wasser und die Bodenerosion. Böden mit Regenwürmern entwässern bis zu 10mal schneller als Böden ohne Regenwürmer.&lt;br /&gt;
Die vertikalen, mit Schleim stabilisierten Gänge können in tiefen Lössböden bis zu 3 Meter und in Tschernosemböden (Schwarzerden) sogar bis zu 6 Meter tief sein. Dank ihrer kräftigen Muskeln sind die Tiefgraber in der Lage, in leicht verdichtete Böden einzudringen und so die Entwässerung der Böden zu verbessern. &lt;br /&gt;
Bis zu 150 Regenwurmgänge oder 900 Meter pro Kubikmeter können in ungepflügten Böden gefunden werden. In pfluglosen Böden, in denen die Wurmpopulationen hoch sind, kann die Wasserinfiltration bis zu 6mal höher sein als in regelmässig gepflügten Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer bauen abgestorbene Pflanzenteile in den Boden ein  ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer bauen organisches Material wie Ernterückstände, organische Dünger, Dung oder Mulch  in  den  Boden  ein.  Sie  zerkleinern,  vermischen und verdauen Pflanzenreste durch physische Zerkleinerung und chemische Verdauung. Dadurch beschleunigen sie die Zersetzung der abgestorbenen Biomasse und regen den Nährstoffkreislauf im BodenPflanzenSystem an. Wenn Regenwürmer Pflanzenmaterial in ihre Gänge ziehen, verlagern sie wertvolle Nährstoffe in den Boden, insbesondere in die tieferen Bodenschichten (Bioturbation). Im Grünland bauen Regenwürmer bis zu 6 Tonnen totes organisches Material pro Hektar und Jahr in den Boden ein. In Wäldern verdauen sie bis zu 9 Tonnen Laub pro Hektar.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer zersetzen abgestorbene Pflanzenteile und erhöhen die Nährstoffversorgung der Pflanzen ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer produzieren je nach Dichte jährlich 40 bis 100 Tonnen Losung pro Hektar. Der Wurmkot bildet stabile Bodenaggregate oder Krümel, die auf der Bodenoberfläche oder im Boden abgelagert werden. Organische und anorganische Bestandteile sind im Wurmkot gut vermischt, und die Nährstoffe liegen in leicht verfügbarer und angereicherter Form vor. Regenwurmlosung enthält im Durchschnitt 5mal mehr Stickstoff, 7mal mehr Phosphor und 11mal mehr Kalium als der umgebende Boden. Der Stickstoff in der Regenwurmlosung ist für die Pflanzen leicht verfügbar.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer verjüngen den Boden  ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer transportieren Bodenmaterial und Nährstoffe aus dem Unterboden in den Oberboden und erhalten bzw. fördern so die Vitalität des Bodens.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer tragen zu einer besseren Struktur und Stabilität des Bodens bei ===&lt;br /&gt;
Durch die intensive Vermischung von organischem Material mit anorganischen Bodenteilchen und Mikroorganismen sowie durch Absonderung von Schleim bilden Regenwürmer stabile Bodenkrümel, welche die Bodenstruktur verbessern. Böden mit einer hohen Regenwurmaktivität neigen weniger zur Verschlämmung und können leichter bearbeitet werden als Böden mit einer geringen Regenwurmaktivität. Darüber hinaus werden Nährstoffe und Wasser besser im Boden gehalten. Eine umfangreiche Produktion von Wurmlosung macht schwere Böden lockerer und sandige Böden bindiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Regenwürmer tragen zur Regulierung von Krankheitserregern und Schädlingen bei===&lt;br /&gt;
Regenwürmer fördern die Besiedlung und Vermehrung von nützlichen Bodenbakterien und Pilzen in ihren Gängen und der Losung. Indem sie abgefallene Blätter in den Boden ziehen, tragen sie zum mikrobiologischen Abbau von Blattkrankheitserregern und Schädlingen bei (z. B. von Winterstadien von Pilzerregern wie Apfelschorf und Insekten wie die Miniermotte).&lt;br /&gt;
===Regenwürmer helfen bei der Bekämpfung von Schädlingen im Boden===&lt;br /&gt;
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Regenwürmer insektenabtötende Nematoden (z. B. &#039;&#039;Steinernema &#039;&#039;sp.) und Pilze (z. B. &#039;&#039;Beauveria bassiana&#039;&#039;) im Boden verbreiten und so zu einer besseren natürlichen Regulierung von Schädlingen im Boden beitragen. Ruhestadien, wie z. B. Pilzsporen, widerstehen jedoch der Verdauung im Regenwurmdarm und werden mit dem Regenwurmkot wieder ausgeschieden.&lt;br /&gt;
===Regenwürmer unterstützen die Bindung von Kohlenstoff===&lt;br /&gt;
Regenwürmer nehmen organische Rückstände mit unterschiedlichem C : NVerhältnis auf und wandeln sie in Material mit einem niedrigeren C : N-Verhältnis um. Auf diese Weise tragen sie schliesslich zur Kohlenstoffspeicherung und zur Milderung des Klimawandels bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ökologische Gruppen der Regenwurmarten==&lt;br /&gt;
Die Regenwürmer werden in drei ökophysiologische Hauptkategorien eingeteilt (siehe auch Tab. 1):&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Streu oder Kompostwürmer :&#039;&#039;&#039; Die epigäischen Arten leben an der Grenzfläche zwischen Boden und Streu und ernähren sich von sich zersetzenden organischen Stoffen, ohne zu graben.&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Flachgrabende Arten :&#039;&#039;&#039; Diese endogäischen Arten graben horizontale Gänge in den oberen 10–30 cm des Bodens. Den verdauten Boden scheiden sie in ihren Gängen aus.&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Vertikalgrabende Regenwürmer :&#039;&#039;&#039; Die Vertikalgraber oder anektischen Arten legen stabile, tiefe, vertikale Gänge an. Sie nutzen die mit Losung stabilisierten Gänge, um die Bodenoberfläche aufzusuchen und Pflanzenmaterial als Nahrung zu sammeln.&lt;br /&gt;
In der Landwirtschaft spielen die Vertikalgraber eine Schlüsselrolle (höhere Biomasse und stärkere Bodenvermischung als andere Arten, stabile Gänge, Wasserinfiltration in den Boden). Für den Acker und Futterbau spielen alle grabenden Wurmarten (d. h. die endogäischen und die anektischen Arten) eine wichtige Rolle. Flach grabende Würmer tragen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und struktur im Oberboden bei, wogegen die vertikal grabenden Regenwürmer in tieferen Bodenschichten zu spürbaren Bodenverbesserungen beitragen, indem sie organisches Material in tiefere Schichten bringen und mit ihren vertikalen Gängen die Belüftung und das Wasserrückhaltevermögen des Bodens verbessern. Die vertikalen Gänge fördern auch eine tiefere Durchwurzelung der Ackerböden, was tendenziell zu höheren Erträgen führt, da mehr Nährstoffe zur Verfügung stehen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberflächenbewohnende Regenwurmarten (epi gäische Arten) sind für den Abbau des Streumaterials und bei der Kompostierung von besonderer Bedeutung (siehe Box 1).   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 1: Wurmkompostierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurmkompostierung ist ein Verfahren, bei dem verschiedene epigäische Wurmarten eingesetzt werden, um organische Abfälle zu zersetzen und einen nährstoffreichen organischen Dünger und Bodenverbesserer für die kleinbäuerliche Landwirtschaft zu erzeugen. Die guten Eigenschaften des Wurmkomposts sind im Wesentlichen auf den hohen Nährstoffgehalt des Regenwurmkots zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1:  Drei ökologische Regenwurmgruppen in Ökosystemen der gemässigten Breiten&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gruppen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Streubewohner&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Flachgraber&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Tiefgraber&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Typen/Arten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Oberflächenbewohner, epigäische Arten&lt;br /&gt;
|Flach- oder horizontalgrabende, endogäische Arten&lt;br /&gt;
|Vertikalgrabende, anektische Arten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Wichtige Vertreter&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Kompostwurm (Eisenia fetida)&lt;br /&gt;
• Europäischer Regenwurm&lt;br /&gt;
(Lumbricus rubellus)&lt;br /&gt;
|• Octolasion lacteum&lt;br /&gt;
• Kleiner Wiesenwurm&lt;br /&gt;
(Allolobophora caliginosa)&lt;br /&gt;
|• Tauwurm (Lumbricus terrestris)&lt;br /&gt;
• Schwarzköpfiger Wurm&lt;br /&gt;
(Allolobophora longa)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Pigmentierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Bräunlich-rot, meist sowohl ventral als auch dorsal pigmentiert&lt;br /&gt;
|Un- oder leicht pigmentiert&lt;br /&gt;
|Rötlich-braun, Kopf dunkler, meist nur dorsal pigmentiert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Lebensraum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• In der Streuschicht von Wiesen, Wäldern und im Kompost&lt;br /&gt;
• Selten im Ackerland wegen fehlender permanenter Streu-&lt;br /&gt;
schicht&lt;br /&gt;
|• Im Oberboden (5–40 cm) von humosem Mineralboden in v. a. horizontalen, instabilen Röhren&lt;br /&gt;
• Jungtiere in den oberen Boden-&lt;br /&gt;
schichten&lt;br /&gt;
|• In allen Bodenschichten bis 3–4 m Tiefe; gesamtes Leben in senkrechten, stabilen Wohnröh- ren (Ø 8–11 mm)&lt;br /&gt;
• Sehr wichtig für landw. Böden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Grösse&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Klein, meist 2–6 cm lang&lt;br /&gt;
|Klein, bis 18 cm lang&lt;br /&gt;
|Meist gross, 15–45 cm lang&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Grabfähigkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Niedrig&lt;br /&gt;
|Mässig&lt;br /&gt;
|Hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Ernährungs- verhalten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Ernähren sich von kleinen Pflanzenteilen an der Boden- oberfläche.&lt;br /&gt;
|• Ernähren sich von Pflanzen- teilen im Oberboden.&lt;br /&gt;
|• Ziehen grosse Pflanzenteile in ihre Wohnröhren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Überleben bei Trockenheit und im Winter&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Im Kokonstadium&lt;br /&gt;
|• Quieszenz bei Trockenheit&lt;br /&gt;
• Diapause zur Überwinterung&lt;br /&gt;
|• Quieszenz bei Trockenheit&lt;br /&gt;
• Teilweise oder keine Diapause im Winter (L. terrestris)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Prädation&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Sehr hoch (Vögel, Säugetiere und räuberische Arthropoden)&lt;br /&gt;
|• Niedrig&lt;br /&gt;
|• Hoch, wenn auf der Boden- oberfläche kriechend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Vermehrung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Wüchsig (100 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|• Begrenzt (8–12 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|• Begrenzt (8–12 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Lebenserwartung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Kurz, 1–2 Jahre&lt;br /&gt;
|• Mittel, 3–5 Jahre&lt;br /&gt;
|• Lang, 4–8 Jahre&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grafik 1:  Ernährung und Verhalten der drei ökologischen Gruppen von Regenwürmern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schätzung der Anzahl Regenwürmer in einem Boden ==&lt;br /&gt;
Die Anzahl Regenwürmer kann in Abhängigkeit von Bodenart, Niederschlag und Anbaumethoden stark variieren. In Ackerböden kann ihre Anzahl rund 30 bis 300 Individuen pro Quadratmeter betragen. In Mitteleuropa sind 120 bis 140 Würmer pro Quadratmeter eine gute Populationsdichte in intensiv bewirtschafteten Ackerböden. Dies entspricht 90 bis 110 g Regenwurmbiomasse pro Quadratmeter. &lt;br /&gt;
Um die Regenwurmpopu lation in einem Feld zu schätzen, kann die ungefähre Anzahl Würmer mit den folgenden Methoden grob ermittelt werden (Praxismethoden): &lt;br /&gt;
*Anzahl Würmer: 5 Spatenproben von 10 × 10 cm Grösse und 25 cm Tiefe eines fruchtbaren, mittelschweren Lehmbodens enthalten im Durchschnitt 2 bis 3 Würmer. Dies ergibt 100 bis 200 Würmer pro Quadratmeter. &lt;br /&gt;
*Auch die Anzahl Wurmgänge ist ein guter  Indikator für die Wurmaktivität im Boden.  &lt;br /&gt;
*Zählt man die Anzahl Wurmlosungen auf einer 50 × 50 cm grossen Fläche während der Zeit der Regenwurmaktivität (März bis April und September bis Oktober), so weisen 5 oder weniger Wurmkothäufchen auf eine geringe Wurmaktivität hin, 10 Kothäufchen auf eine mässige Wurmaktivität, während 20 oder mehr Kothäufchen auf eine gute Wurmaktivität mit vielen Würmern im Boden hinweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 2: Lebensraumabhängige Regenwurmdichte&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Besiedlung eines Lebensraums durch Regenwürmer hängt in erster Linie von der Nahrungs und Wasserversorgung ab. Dementsprechend schwankt die Anzahl Regenwürmer pro Quadratmeter erheblich:&lt;br /&gt;
* Extensiv genutzte Weide : 400–500&lt;br /&gt;
* Gedüngte Wiese : 200–300&lt;br /&gt;
* Laubwald : 150–250&lt;br /&gt;
* Extensiv bewirtschaftete Ackerfläche : 120–250&lt;br /&gt;
* Magerwiese : 30–40&lt;br /&gt;
* Fichtenwald : 10–15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirksame landwirtschaftliche Praktiken zur Förderung  von Regenwürmern ==&lt;br /&gt;
Die Regenwurmpopulationen nehmen tendenziell zu, wenn der Gehalt an organischer Substanz im Boden steigt, und sie nehmen ab, wenn der Boden gestört wird, z. B. durch intensive Bodenbearbeitung und den Einsatz schädlicher Chemikalien oder wenn wenig organische Substanz zugeführt wird. Die Umsetzung geeigneter Massnahmen kann die Regenwürmer und im weiteren Sinne die Bodenfruchtbarkeit entscheidend fördern. Daher ist es von entscheidender Bedeutung zu verstehen, welche Massnahmen Regenwürmer schonen oder fördern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Minimieren von tiefer und intensiver Bodenbearbeitung  ===&lt;br /&gt;
*Pflüge und schnell rotierende Geräte können Regenwürmer stark schädigen. Die Verlustraten nach dem Einsatz von Pflügen liegen bei etwa 25 % und können beim Einsatz von Rotationsgeräten bis zu 70 % betragen. Daher sollten Pflüge und schnell rotierende Geräte nur wenn unbedingt erforderlich und bei geringer Regenwurmaktivität im Oberboden eingesetzt werden. &lt;br /&gt;
*Die Bearbeitung von trockenen oder kalten Böden hat deutlich weniger negative Auswirkungen auf die Regenwurmpopulationen, da sich vor allem die Vertikalgraber bei diesen Bedingungen in tieferen Bodenschichten aufhalten. &lt;br /&gt;
*Der Einsatz von OnLandPflügen und flaches Pflügen verringern die Verdichtung der tieferen Bodenschichten.&lt;br /&gt;
*Konservierende Bodenbearbeitung, zu der auch die reduzierte Bodenbearbeitung gehört, minimiert die Störung des Bodens und das Risiko der Bodenverdichtung, erhöht das Nahrungsangebot und konserviert das Bodenwasser. Dies erhöht die Dichte und Biomasse der Regenwürmer und der Bodenmikroorganismen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Minimieren von Bodendruck und Bodenverdichtung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer brauchen einen angemessen belüfteten und «lockeren» Boden. Die Verdichtung des Bodens wirkt sich negativ auf die Regenwurmpopulationen, andere Bodenorganismen und viele biologische Prozesse im Boden aus. Regenwürmer haben Schwierigkeiten, stark verdichtete Böden zu durchgraben. Daher sollte Bodenverdichtung vermieden oder zumindest minimiert werden.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Die Landmaschinen so einstellen, dass der  Bodendruck so gering wie möglich ist, und  insbesondere den Reifendruck verringern. &lt;br /&gt;
*Wenn möglich leichte Maschinen verwenden. Je leichter die Geräte sind, desto geringer ist die Verdichtung des Bodens. &lt;br /&gt;
*Da feuchte Böden besonders empfindlich auf Bodenverdichtung reagieren, nur gut abgetrocknete, gut tragfähige Böden befahren. &lt;br /&gt;
*Zur Staunässe neigende Ackerböden  entwässern oder aufschütten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Diversifizieren der Fruchtfolge zur Versorgung der Regenwürmer ===&lt;br /&gt;
Vielfältige Fruchtfolgen mit einer guten Bodenbedeckung und regelmässiger Zufuhr von organischem Material bieten günstige Lebensbedingungen für Regenwürmer.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Dauergrünland ist ideal für Regenwürmer. Es liefert grosse Mengen an organischer Substanz aus Blättern und Wurzeln. Das Material von Säuberungsschnitten und der abgebaute Dung von Weidetieren sind ebenfalls gute Nahrungsquellen. &lt;br /&gt;
*Vielfältige Fruchtfolgen mit überwinternden und tiefwurzelnden Zwischenfrüchten oder Gründüngungen und reichhaltigen Ernterückständen bilden die Grundlage für gute Regenwurmpopulationen. Ein Wechsel von mehrjährigem Grünland und einjährigen Kulturen trägt zum Aufbau von organischer Substanz bei und fördert die Regenwurmfauna. &lt;br /&gt;
*Gründüngungen werden bei Erreichen der maximalen Biomasse in den Boden eingearbeitet, um organische Substanz für die nachfolgende Kultur zu liefern. Sie können auch abgeweidet oder gemäht werden und zur Zersetzung auf der Bodenoberfläche liegen gelassen werden. &lt;br /&gt;
*Getreidestoppeln liefern viel organisches Material. Das Verbrennen der Stoppeln zerstört die organische Substanz im Oberboden, was die Regenwürmer an der Oberfläche beeinträchtigt. Idealerweise lässt man die Stoppeln auf der Bodenoberfläche verrotten und sät die Folgekultur direkt in die Stoppeln (heikel bei Bio) oder nach einer minimalen Bodenbearbeitung. &lt;br /&gt;
*Bodendecker wie Kleeuntersaaten oder Stoppeln verringern die Verdunstung von Bodenfeuchtigkeit und halten den Boden feuchter. Die Bedeckung der Bodenoberfläche verringert auch die Auswirkungen extremer klimatischer Bedingungen wie Hitze und Frost. &lt;br /&gt;
*Da Humus das Wasser im Boden hält, trägt ein höherer Gehalt an organischer Substanz im Boden nicht nur zu einer besseren Wasserversorgung der Kulturen bei Trockenheit, sondern auch zu ausgewogeneren Lebensbedingungen für Regenwürmer bei. &lt;br /&gt;
*Zweijährige Kleegraswiesen in einer Fruchtfolge regenerieren die Regenwurmpopulationen erheblich. Mehrjähriges Kleegras ist vorteilhafter als nur einjähriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== An Bodenbeschaffenheit und Pflanzenbedarf angepasste Düngung ===&lt;br /&gt;
Sowohl die Art als auch die Menge der verwendeten Dünger beeinflussen die Regenwurmpopulationen.&lt;br /&gt;
Worauf achten? &lt;br /&gt;
*Eine angemessene und ausgewogene Düngung ist sowohl für die Pflanzen als auch für die Regenwürmer günstig. &lt;br /&gt;
*Leicht verrotteter Mist bietet Regenwürmern mehr Nahrung als reifer Kompost und eignet sich daher besser zu deren Förderung. &lt;br /&gt;
*Organische Düngemittel sollten nur flach eingearbeitet werden. Tief vergrabene Ernterückstände sind für Regenwürmer schädlich, da sie bei der Zersetzung schädliche anaerobe Bedingungen erzeugen können. &lt;br /&gt;
*Hohe Güllegaben schädigen die Regenwurmfauna. Ammoniak in unbehandelter Gülle ist für viele Organismen giftig und insbesondere für oberflächennahe Regenwürmer in wassergesättigten Böden sehr schädlich. Deshalb sollte Gülle vor der Ausbringung aufgerührt (belüftet) und verdünnt werden. &lt;br /&gt;
*Flüssigdünger sollten nur auf saugfähige Böden und in moderaten Mengen von maximal 25 m3 pro Hektar ausgebracht werden. Flüssiges Gärgut kann je nach Qualität die Regenwürmer schädigen und ist weniger empfehlenswert. &lt;br /&gt;
*Die meisten Regenwürmer bevorzugen einen Boden-pH-Wert von 5,5 bis 7,5. Um einen optimalen pHWert des Bodens zu gewährleisten, sollte routinemässig Kalk auf der Grundlage von pH-Messungen ausgebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 3: Schlüsselmassnahmen zur  Förderung von Regenwürmern&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Massnahmen fördern Regenwürmer in landwirtschaftlichen Böden:&lt;br /&gt;
# Ausreichendes Nahrungsangebot (Pflanzenmaterial) auf Ackerflächen mit dauerhafter Grünbedeckung (auch im Winter)&lt;br /&gt;
# Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden, die  für Regenwürmer und andere nützliche Bodenorganismen schädlich sind&lt;br /&gt;
# Anwenden von schonenden Bodenbearbeitungsverfahren wie reduzierte Bodenbearbeitung und Direktsaat zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit und der Bodengare&lt;br /&gt;
# Vermeiden von Bodenverdichtungen und Fördern von gut strukturierten und belüfteten Böden durch den Einsatz geeigneter, eher leichter Maschinen&lt;br /&gt;
# Standort und bedarfsgerechte Düngung&lt;br /&gt;
# Kontinuierliche Zufuhr organischer Substanz während der gesamten Fruchtfolge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Negative Auswirkungen nichtbiologischer landwirtschaftlicher Praktiken auf Regenwurmpopulationen ==&lt;br /&gt;
=== Einsatz von schädlichen Pestiziden ===&lt;br /&gt;
Verschiedene Pestizide (einschliesslich Saatgutbeizung)  können  die  individuelle  Sterblichkeit  der Regenwürmer erhöhen, deren Fruchtbarkeit und Wachstum verringern sowie enzymatische Prozesse stören. Darüber hinaus können sie das individuelle Verhalten von Regenwürmern verändern, indem sie z. B. ihre Fressrate reduzieren und letztlich die Gesamtbiomasse und dichte der Population verringern. Flachgraber wie &#039;&#039;A. caliginosa&#039;&#039; auf Ackerland, die ihre Gänge kontinuierlich ausdehnen, während sie im Oberboden fressen, sind am anfälligsten für toxische Pestizide, die in den Boden eingebracht werden. Im Gegensatz dazu sind anektische Arten wie &#039;&#039;Lumbricus terrestris&#039;&#039;, die in tieferen Bodenschichten leben, weniger anfällig für Pestizide. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insektizide und Fungizide sind die giftigsten Pestizide, die das Überleben bzw. die Fortpflanzung der Regenwürmer beeinträchtigen. Einige Fungizide wie die BordeauxMischung oder andere Kupferspritzmittel (die auch im biologischen Landbau zugelassen sind) verringern die Regenwurmzahl im Boden, wenn sie in grossen Mengen ausgebracht werden und Kupfer letztlich in der Bodenlösung vorkommt. Humusreiche Böden binden Kupfer in der organischen Substanz und hemmen somit den Fluss in die Bodenlösung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen schaden die meisten Herbizide den Regenwürmern nicht direkt, wenn sie in der empfohlenen Dosierung angewendet werden (ausser synthetische StaudenAbbrennmittel). Sie können die Regenwurmpopulationen jedoch indirekt reduzieren, indem sie Begleitkräuter eliminieren und so die Verfügbarkeit von organischem Material auf der Bodenoberfläche verringern. Insbesondere in Kulturen und Fruchtfolgen mit keiner oder einer nur geringen Bodenbedeckung sind Begleitkräuter eine wichtige Nahrungsquelle für Regenwürmer und viele andere Nützlinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einsatz von Mineraldüngern ===&lt;br /&gt;
Die meisten synthetischen Mineraldünger schaden Regenwürmern nicht direkt. Düngemittel auf der Basis von Ammoniumsulfat können jedoch für Regenwürmer schädlich sein, möglicherweise aufgrund einer versauernden Wirkung. Darüber hinaus kann die Verwendung grosser Mengen mineralischer Stickstoffdünger (im biologischen Landbau nicht  zugelassen)  die Anzahl  Regenwürmer  verringern. Zudem ersetzen mineralische NDünger in der Regel den für Regenwürmer sehr nützlichen Anbau von Leguminosen und Gründüngungen. Im Allgemeinen haben organische Düngemittel (einschliesslich belüfteter Gülle) eine weitaus positivere Wirkung auf Regenwürmer als mineralische Düngemittel. Kalk scheint für Regenwurmpopulationen von Vorteil zu sein.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
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		<title>Regenwürmer</title>
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		<updated>2025-05-21T08:23:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Regenwürmer &lt;br /&gt;
| Image= Vers de terre, architectes des sols fertiles 6.jpg &lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind in der Regel die am häufigsten vorkommenden Bodentiere in landwirtschaftlich genutzten Böden. Sie sind dafür bekannt, dass sie die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften des Bodens verbessern. Zusammen mit den Mikroorga nismen im Boden haben sie ein grosses Potenzial, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Obwohl viel über die allgemeine Taxonomie und Biologie der Regenwürmer bekannt ist, nimmt das Wissen über ihre Auswirkungen auf die Böden und ihre Interaktionen mit anderen Bodenorganismen sowie den Einfluss landwirtschaftlicher Praktiken auf ihre Populationen nur langsam zu. Dieses Merkblatt fasst das Wissen über Regenwürmer zusammen. Es gibt einen Überblick über die Biologie, Ökologie und die vielfältigen Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft und enthält Empfehlungen für die Förderung dieser aussergewöhnlichen Organismen in landwirtschaftlichen Böden.&lt;br /&gt;
== Unterschätzte Bodentiere ==&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert galten Regenwürmer als Bodenschädlinge. Obwohl sich diese Sichtweise völlig geändert hat, wird ihnen in der landwirtschaftlichen Praxis immer noch nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Nur wenige Landwirt*innen fördern die Regenwürmer aktiv. Stattdessen haben schwere Maschinen, intensive Bodenbearbeitung und der massive  Einsatz  von  Pestiziden  die  Regenwurmpopulationen  vielerorts  drastisch  reduziert  oder fast eliminiert. In einem natürlich bewirtschafteten Grünlandboden von einem Hektar finden sich dagegen bis zu drei Millionen Regenwürmer. Die Anzahl, Biomasse und Vielfalt der Regenwürmer in einem Boden gelten als wichtige Kriterien für die Bodenfruchtbarkeit, da eine reiche RegenwurmFauna in vielerlei Hinsicht zu gesunden und biologisch aktiven Böden beiträgt. Dies wiederum begünstigt viele positive Ökosystemleistungen und bringt eine bessere Widerstandsfähigkeit und Anpassung der landwirtschaftlichen Systeme an den Klimawandel mit sich. Aufgrund ihrer zahlreichen Leistungen zur Steigerung der Nachhaltigkeit von Agrarökosystemen sollten Regenwürmer bei der Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft – insbesondere des biologischen Landbaus – mehr Aufmerksamkeit erhalten und gezielt gefördert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Biologie der Regenwürmer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbreitung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer &#039;&#039;(Lumbricina) &#039;&#039;sind – mit Ausnahme der Polarregionen und Wüsten – in den meisten Böden zu finden. Während weltweit mehr als 3000 Arten bekannt sind, gibt es in Europa nur 400 Arten und in Mitteleuropa 40 Arten. Im Ackerland sind nur 4 bis 11 Arten verbreitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Böden ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer bevorzugen mittelschwere Lehm bis lehmige Sandböden. Schwere Lehm und trockene Sandböden sind für ihre Entwicklung ungünstig und schränken ihre Ausbreitung ein. In sauren Torfböden finden sich nur spezialisierte Arten, die sich an die ungünstigen Bodenbedingungen angepasst haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klima ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Wenn es sehr trocken und heiss ist, ziehen sich viele Arten in tiefere Bodenschichten zurück. Bei niedrigen Wintertemperaturen ziehen sich die Würmer in frostfreie Bereiche ihrer Röhren zurück, und ihr Stoffwechsel verlangsamt sich auf ein Minimum. An frostfreien Wintertagen werden gewisse Arten wieder aktiv. Im Frühjahr und Herbst sind die Regenwürmer am aktivsten. Regenwürmer sind empfindlich gegen Trockenheit. Sie sind nur aktiv, wenn der Boden feucht ist. Bei trockenem Boden sind sie inaktiv. Da Regenwürmer täglich bis zu 20 % ihres Körpergewichts in Form von Schleim und Ausscheidungen verlieren können, brauchen sie Feuchtigkeit, um am Leben zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer entwickeln sich langsam, mit Ausnahme der Streubewohner (z. B. Kompostwürmer). Tauwürmer produzieren nur eine Generation mit maximal 8 bis 12 Kokons (Eiern) pro Jahr. Regenwürmer leben je nach Art 2 bis 10 Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fortpflanzung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind Hermaphroditen. Geschlechtsreife Würmer sind am «Genitalgürtel» (Clitellum) zu erkennen, der den Körper umgibt. Der Höhepunkt  der  Wühltätigkeit  und  der  Fortpflanzung findet in der gemässigten Zone von März bis April sowie im September und Oktober statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mobilität und Ausbreitung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer können von ungestörten Randbereichen wie Feldrändern in Ackerland einwandern. Der Gemeine Regenwurm oder T]auwurm &#039;&#039;(Lumbricus terrestris) &#039;&#039;kann pro Jahr bis zu 20 Meter weit wandern. Vögel und Vieh tragen erheblich zur Ausbreitung von Regenwürmern bei.&lt;br /&gt;
=== Ernährung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer ernähren sich in erster Linie von abgestorbenen Pflanzenteilen, verfügen aber nicht über eigene Verdauungsenzyme, um die Zellstruktur  von  Pflanzenmaterial  aufzuspalten.  Deshalb vermischen sie für die Verdauung Pflanzenbiomasse mit Mineralerde. Um den täglichen Kalorienbedarf zu decken, müssen sie das 10 bis 30fache ihres eigenen Körpergewichts fressen. Nachts weiden Regenwürmer den Algenrasen ab, der tagsüber auf der Bodenoberfläche gewachsen ist, und ziehen abgestorbene Pflanzenteile in ihre Gänge, wo sie in 2 bis 4 Wochen von Bodenmikroorganismen «vorverdaut» werden. Da Regenwürmer keine Zähne haben, können sie sich nicht von Wurzeln ernähren. Um zu gedeihen, benötigen Regenwürmer ein reichhaltiges Nahrungsangebot aus Pflanzenbiomasse wie abgestorbenen Wurzeln, Blättern, Gräsern und angerottetem Mist.&lt;br /&gt;
== Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
Regenwürmer beeinflussen viele Ökodienstleistungen, die mit der Bodenfruchtbarkeit und der Pflanzenproduktion zusammenhängen. Daher trägt die Förderung von Regenwürmern und anderen wichtigen Bodentieren zu einer effizienteren Nutzung ökologischer Prozesse bei. Die Verbesserung der abiotischen und biotischen Bodeneigenschaften durch Regenwürmer bringt zahlreiche Vorteile für die Landwirte mit sich, z. B. eine bessere Nährstoffverfügbarkeit und Wasserspeicherung im Boden, eine geringere Erosion und eine höhere Produktivität der Kulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer belüften den Boden ===&lt;br /&gt;
Eine grosse Anzahl Regenwurmgänge erhöht die Anzahl Makroporen im Boden wesentlich und trägt so zu einer guten Durchlüftung des Bodens bei.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer fördern das Wurzelwachstum ===&lt;br /&gt;
In der Regel werden über 90 % der Regenwurmgänge von Pflanzenwurzeln besiedelt. Regenwürmer hinterlassen einen Grossteil ihrer nährstoffreichen Ausscheidungen in ihren Gängen. Dies bietet günstige Bedingungen für das Wachstum von Pflanzenwurzeln. Dank der Regenwurmgänge können die Wurzeln leichter in tiefe Bodenschichten vordringen und finden dort nährstoffreiche Regenwurmlosung, Wasser und Luft. Regenwürmer vermischen oberflächlich ausgebrachten Kalk und Dünger mit dem Boden und verlagern sie in tiefere Bodenschichten.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer verbessern die Wasser infiltration in den Boden und verringern den Oberflächenabfluss ===&lt;br /&gt;
Vor allem die stabilen Gänge der Vertikalgraber verbessern die Infiltration, Speicherung und Drainage von Wasser im Boden erheblich. Sie verringern damit den Oberflächenabfluss von Wasser und die Bodenerosion. Böden mit Regenwürmern entwässern bis zu 10mal schneller als Böden ohne Regenwürmer.&lt;br /&gt;
Die vertikalen, mit Schleim stabilisierten Gänge können in tiefen Lössböden bis zu 3 Meter und in Tschernosemböden (Schwarzerden) sogar bis zu 6 Meter tief sein. Dank ihrer kräftigen Muskeln sind die Tiefgraber in der Lage, in leicht verdichtete Böden einzudringen und so die Entwässerung der Böden zu verbessern. &lt;br /&gt;
Bis zu 150 Regenwurmgänge oder 900 Meter pro Kubikmeter können in ungepflügten Böden gefunden werden. In pfluglosen Böden, in denen die Wurmpopulationen hoch sind, kann die Wasserinfiltration bis zu 6mal höher sein als in regelmässig gepflügten Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer bauen abgestorbene Pflanzenteile in den Boden ein  ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer bauen organisches Material wie Ernterückstände, organische Dünger, Dung oder Mulch  in  den  Boden  ein.  Sie  zerkleinern,  vermischen und verdauen Pflanzenreste durch physische Zerkleinerung und chemische Verdauung. Dadurch beschleunigen sie die Zersetzung der abgestorbenen Biomasse und regen den Nährstoffkreislauf im BodenPflanzenSystem an. Wenn Regenwürmer Pflanzenmaterial in ihre Gänge ziehen, verlagern sie wertvolle Nährstoffe in den Boden, insbesondere in die tieferen Bodenschichten (Bioturbation). Im Grünland bauen Regenwürmer bis zu 6 Tonnen totes organisches Material pro Hektar und Jahr in den Boden ein. In Wäldern verdauen sie bis zu 9 Tonnen Laub pro Hektar.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer zersetzen abgestorbene Pflanzenteile und erhöhen die Nährstoffversorgung der Pflanzen ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer produzieren je nach Dichte jährlich 40 bis 100 Tonnen Losung pro Hektar. Der Wurmkot bildet stabile Bodenaggregate oder Krümel, die auf der Bodenoberfläche oder im Boden abgelagert werden. Organische und anorganische Bestandteile sind im Wurmkot gut vermischt, und die Nährstoffe liegen in leicht verfügbarer und angereicherter Form vor. Regenwurmlosung enthält im Durchschnitt 5mal mehr Stickstoff, 7mal mehr Phosphor und 11mal mehr Kalium als der umgebende Boden. Der Stickstoff in der Regenwurmlosung ist für die Pflanzen leicht verfügbar.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer verjüngen den Boden  ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer transportieren Bodenmaterial und Nährstoffe aus dem Unterboden in den Oberboden und erhalten bzw. fördern so die Vitalität des Bodens.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer tragen zu einer besseren Struktur und Stabilität des Bodens bei ===&lt;br /&gt;
Durch die intensive Vermischung von organischem Material mit anorganischen Bodenteilchen und Mikroorganismen sowie durch Absonderung von Schleim bilden Regenwürmer stabile Bodenkrümel, welche die Bodenstruktur verbessern. Böden mit einer hohen Regenwurmaktivität neigen weniger zur Verschlämmung und können leichter bearbeitet werden als Böden mit einer geringen Regenwurmaktivität. Darüber hinaus werden Nährstoffe und Wasser besser im Boden gehalten. Eine umfangreiche Produktion von Wurmlosung macht schwere Böden lockerer und sandige Böden bindiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Regenwürmer tragen zur Regulierung von Krankheitserregern und Schädlingen bei===&lt;br /&gt;
Regenwürmer fördern die Besiedlung und Vermehrung von nützlichen Bodenbakterien und Pilzen in ihren Gängen und der Losung. Indem sie abgefallene Blätter in den Boden ziehen, tragen sie zum mikrobiologischen Abbau von Blattkrankheitserregern und Schädlingen bei (z. B. von Winterstadien von Pilzerregern wie Apfelschorf und Insekten wie die Miniermotte).&lt;br /&gt;
===Regenwürmer helfen bei der Bekämpfung von Schädlingen im Boden===&lt;br /&gt;
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Regenwürmer insektenabtötende Nematoden (z. B. &#039;&#039;Steinernema &#039;&#039;sp.) und Pilze (z. B. &#039;&#039;Beauveria bassiana&#039;&#039;) im Boden verbreiten und so zu einer besseren natürlichen Regulierung von Schädlingen im Boden beitragen. Ruhestadien, wie z. B. Pilzsporen, widerstehen jedoch der Verdauung im Regenwurmdarm und werden mit dem Regenwurmkot wieder ausgeschieden.&lt;br /&gt;
===Regenwürmer unterstützen die Bindung von Kohlenstoff===&lt;br /&gt;
Regenwürmer nehmen organische Rückstände mit unterschiedlichem C : NVerhältnis auf und wandeln sie in Material mit einem niedrigeren C : N-Verhältnis um. Auf diese Weise tragen sie schliesslich zur Kohlenstoffspeicherung und zur Milderung des Klimawandels bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ökologische Gruppen der Regenwurmarten==&lt;br /&gt;
Die Regenwürmer werden in drei ökophysiologische Hauptkategorien eingeteilt (siehe auch Tab. 1):&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Streu oder Kompostwürmer :&#039;&#039;&#039; Die epigäischen Arten leben an der Grenzfläche zwischen Boden und Streu und ernähren sich von sich zersetzenden organischen Stoffen, ohne zu graben.&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Flachgrabende Arten :&#039;&#039;&#039; Diese endogäischen Arten graben horizontale Gänge in den oberen 10–30 cm des Bodens. Den verdauten Boden scheiden sie in ihren Gängen aus.&lt;br /&gt;
#&#039;&#039;&#039;Vertikalgrabende Regenwürmer :&#039;&#039;&#039; Die Vertikalgraber oder anektischen Arten legen stabile, tiefe, vertikale Gänge an. Sie nutzen die mit Losung stabilisierten Gänge, um die Bodenoberfläche aufzusuchen und Pflanzenmaterial als Nahrung zu sammeln.&lt;br /&gt;
In der Landwirtschaft spielen die Vertikalgraber eine Schlüsselrolle (höhere Biomasse und stärkere Bodenvermischung als andere Arten, stabile Gänge, Wasserinfiltration in den Boden). Für den Acker und Futterbau spielen alle grabenden Wurmarten (d. h. die endogäischen und die anektischen Arten) eine wichtige Rolle. Flach grabende Würmer tragen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und struktur im Oberboden bei, wogegen die vertikal grabenden Regenwürmer in tieferen Bodenschichten zu spürbaren Bodenverbesserungen beitragen, indem sie organisches Material in tiefere Schichten bringen und mit ihren vertikalen Gängen die Belüftung und das Wasserrückhaltevermögen des Bodens verbessern. Die vertikalen Gänge fördern auch eine tiefere Durchwurzelung der Ackerböden, was tendenziell zu höheren Erträgen führt, da mehr Nährstoffe zur Verfügung stehen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberflächenbewohnende Regenwurmarten (epi gäische Arten) sind für den Abbau des Streumaterials und bei der Kompostierung von besonderer Bedeutung (siehe Box 1).   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 1: Wurmkompostierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurmkompostierung ist ein Verfahren, bei dem verschiedene epigäische Wurmarten eingesetzt werden, um organische Abfälle zu zersetzen und einen nährstoffreichen organischen Dünger und Bodenverbesserer für die kleinbäuerliche Landwirtschaft zu erzeugen. Die guten Eigenschaften des Wurmkomposts sind im Wesentlichen auf den hohen Nährstoffgehalt des Regenwurmkots zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Tabelle 1:  Drei ökologische Regenwurmgruppen in Ökosystemen der gemässigten Breiten&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gruppen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Streubewohner&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Flachgraber&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Tiefgraber&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Typen/Arten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Oberflächenbewohner, epigäische Arten&lt;br /&gt;
|Flach- oder horizontalgrabende, endogäische Arten&lt;br /&gt;
|Vertikalgrabende, anektische Arten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Wichtige Vertreter&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Kompostwurm (Eisenia fetida)&lt;br /&gt;
• Europäischer Regenwurm&lt;br /&gt;
(Lumbricus rubellus)&lt;br /&gt;
|• Octolasion lacteum&lt;br /&gt;
• Kleiner Wiesenwurm&lt;br /&gt;
(Allolobophora caliginosa)&lt;br /&gt;
|• Tauwurm (Lumbricus terrestris)&lt;br /&gt;
• Schwarzköpfiger Wurm&lt;br /&gt;
(Allolobophora longa)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Pigmentierung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Bräunlich-rot, meist sowohl ventral als auch dorsal pigmentiert&lt;br /&gt;
|Un- oder leicht pigmentiert&lt;br /&gt;
|Rötlich-braun, Kopf dunkler, meist nur dorsal pigmentiert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Lebensraum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• In der Streuschicht von Wiesen, Wäldern und im Kompost&lt;br /&gt;
• Selten im Ackerland wegen fehlender permanenter Streu-&lt;br /&gt;
schicht&lt;br /&gt;
|• Im Oberboden (5–40 cm) von humosem Mineralboden in v. a. horizontalen, instabilen Röhren&lt;br /&gt;
• Jungtiere in den oberen Boden-&lt;br /&gt;
schichten&lt;br /&gt;
|• In allen Bodenschichten bis 3–4 m Tiefe; gesamtes Leben in senkrechten, stabilen Wohnröh- ren (Ø 8–11 mm)&lt;br /&gt;
• Sehr wichtig für landw. Böden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Grösse&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Klein, meist 2–6 cm lang&lt;br /&gt;
|Klein, bis 18 cm lang&lt;br /&gt;
|Meist gross, 15–45 cm lang&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Grabfähigkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Niedrig&lt;br /&gt;
|Mässig&lt;br /&gt;
|Hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Ernährungs- verhalten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Ernähren sich von kleinen Pflanzenteilen an der Boden- oberfläche.&lt;br /&gt;
|• Ernähren sich von Pflanzen- teilen im Oberboden.&lt;br /&gt;
|• Ziehen grosse Pflanzenteile in ihre Wohnröhren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Überleben bei Trockenheit und im Winter&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Im Kokonstadium&lt;br /&gt;
|• Quieszenz bei Trockenheit&lt;br /&gt;
• Diapause zur Überwinterung&lt;br /&gt;
|• Quieszenz bei Trockenheit&lt;br /&gt;
• Teilweise oder keine Diapause im Winter (L. terrestris)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Prädation&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Sehr hoch (Vögel, Säugetiere und räuberische Arthropoden)&lt;br /&gt;
|• Niedrig&lt;br /&gt;
|• Hoch, wenn auf der Boden- oberfläche kriechend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Vermehrung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Wüchsig (100 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|• Begrenzt (8–12 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|• Begrenzt (8–12 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Lebenserwartung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|• Kurz, 1–2 Jahre&lt;br /&gt;
|• Mittel, 3–5 Jahre&lt;br /&gt;
|• Lang, 4–8 Jahre&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
	</entry>
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		<id>https://de.tripleperformance.ag/index.php?title=Regenw%C3%BCrmer&amp;diff=9310</id>
		<title>Regenwürmer</title>
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		<updated>2025-05-21T08:02:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Regenwürmer &lt;br /&gt;
| Image= Vers de terre, architectes des sols fertiles 6.jpg &lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind in der Regel die am häufigsten vorkommenden Bodentiere in landwirtschaftlich genutzten Böden. Sie sind dafür bekannt, dass sie die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften des Bodens verbessern. Zusammen mit den Mikroorga nismen im Boden haben sie ein grosses Potenzial, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Obwohl viel über die allgemeine Taxonomie und Biologie der Regenwürmer bekannt ist, nimmt das Wissen über ihre Auswirkungen auf die Böden und ihre Interaktionen mit anderen Bodenorganismen sowie den Einfluss landwirtschaftlicher Praktiken auf ihre Populationen nur langsam zu. Dieses Merkblatt fasst das Wissen über Regenwürmer zusammen. Es gibt einen Überblick über die Biologie, Ökologie und die vielfältigen Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft und enthält Empfehlungen für die Förderung dieser aussergewöhnlichen Organismen in landwirtschaftlichen Böden.&lt;br /&gt;
== Unterschätzte Bodentiere ==&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert galten Regenwürmer als Bodenschädlinge. Obwohl sich diese Sichtweise völlig geändert hat, wird ihnen in der landwirtschaftlichen Praxis immer noch nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Nur wenige Landwirt*innen fördern die Regenwürmer aktiv. Stattdessen haben schwere Maschinen, intensive Bodenbearbeitung und der massive  Einsatz  von  Pestiziden  die  Regenwurmpopulationen  vielerorts  drastisch  reduziert  oder fast eliminiert. In einem natürlich bewirtschafteten Grünlandboden von einem Hektar finden sich dagegen bis zu drei Millionen Regenwürmer. Die Anzahl, Biomasse und Vielfalt der Regenwürmer in einem Boden gelten als wichtige Kriterien für die Bodenfruchtbarkeit, da eine reiche RegenwurmFauna in vielerlei Hinsicht zu gesunden und biologisch aktiven Böden beiträgt. Dies wiederum begünstigt viele positive Ökosystemleistungen und bringt eine bessere Widerstandsfähigkeit und Anpassung der landwirtschaftlichen Systeme an den Klimawandel mit sich. Aufgrund ihrer zahlreichen Leistungen zur Steigerung der Nachhaltigkeit von Agrarökosystemen sollten Regenwürmer bei der Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft – insbesondere des biologischen Landbaus – mehr Aufmerksamkeit erhalten und gezielt gefördert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Biologie der Regenwürmer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbreitung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer &#039;&#039;(Lumbricina) &#039;&#039;sind – mit Ausnahme der Polarregionen und Wüsten – in den meisten Böden zu finden. Während weltweit mehr als 3000 Arten bekannt sind, gibt es in Europa nur 400 Arten und in Mitteleuropa 40 Arten. Im Ackerland sind nur 4 bis 11 Arten verbreitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Böden ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer bevorzugen mittelschwere Lehm bis lehmige Sandböden. Schwere Lehm und trockene Sandböden sind für ihre Entwicklung ungünstig und schränken ihre Ausbreitung ein. In sauren Torfböden finden sich nur spezialisierte Arten, die sich an die ungünstigen Bodenbedingungen angepasst haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klima ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Wenn es sehr trocken und heiss ist, ziehen sich viele Arten in tiefere Bodenschichten zurück. Bei niedrigen Wintertemperaturen ziehen sich die Würmer in frostfreie Bereiche ihrer Röhren zurück, und ihr Stoffwechsel verlangsamt sich auf ein Minimum. An frostfreien Wintertagen werden gewisse Arten wieder aktiv. Im Frühjahr und Herbst sind die Regenwürmer am aktivsten. Regenwürmer sind empfindlich gegen Trockenheit. Sie sind nur aktiv, wenn der Boden feucht ist. Bei trockenem Boden sind sie inaktiv. Da Regenwürmer täglich bis zu 20 % ihres Körpergewichts in Form von Schleim und Ausscheidungen verlieren können, brauchen sie Feuchtigkeit, um am Leben zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer entwickeln sich langsam, mit Ausnahme der Streubewohner (z. B. Kompostwürmer). Tauwürmer produzieren nur eine Generation mit maximal 8 bis 12 Kokons (Eiern) pro Jahr. Regenwürmer leben je nach Art 2 bis 10 Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fortpflanzung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind Hermaphroditen. Geschlechtsreife Würmer sind am «Genitalgürtel» (Clitellum) zu erkennen, der den Körper umgibt. Der Höhepunkt  der  Wühltätigkeit  und  der  Fortpflanzung findet in der gemässigten Zone von März bis April sowie im September und Oktober statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mobilität und Ausbreitung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer können von ungestörten Randbereichen wie Feldrändern in Ackerland einwandern. Der Gemeine Regenwurm oder T]auwurm &#039;&#039;(Lumbricus terrestris) &#039;&#039;kann pro Jahr bis zu 20 Meter weit wandern. Vögel und Vieh tragen erheblich zur Ausbreitung von Regenwürmern bei.&lt;br /&gt;
=== Ernährung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer ernähren sich in erster Linie von abgestorbenen Pflanzenteilen, verfügen aber nicht über eigene Verdauungsenzyme, um die Zellstruktur  von  Pflanzenmaterial  aufzuspalten.  Deshalb vermischen sie für die Verdauung Pflanzenbiomasse mit Mineralerde. Um den täglichen Kalorienbedarf zu decken, müssen sie das 10 bis 30fache ihres eigenen Körpergewichts fressen. Nachts weiden Regenwürmer den Algenrasen ab, der tagsüber auf der Bodenoberfläche gewachsen ist, und ziehen abgestorbene Pflanzenteile in ihre Gänge, wo sie in 2 bis 4 Wochen von Bodenmikroorganismen «vorverdaut» werden. Da Regenwürmer keine Zähne haben, können sie sich nicht von Wurzeln ernähren. Um zu gedeihen, benötigen Regenwürmer ein reichhaltiges Nahrungsangebot aus Pflanzenbiomasse wie abgestorbenen Wurzeln, Blättern, Gräsern und angerottetem Mist.&lt;br /&gt;
== Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
Regenwürmer beeinflussen viele Ökodienstleistungen, die mit der Bodenfruchtbarkeit und der Pflanzenproduktion zusammenhängen. Daher trägt die Förderung von Regenwürmern und anderen wichtigen Bodentieren zu einer effizienteren Nutzung ökologischer Prozesse bei. Die Verbesserung der abiotischen und biotischen Bodeneigenschaften durch Regenwürmer bringt zahlreiche Vorteile für die Landwirte mit sich, z. B. eine bessere Nährstoffverfügbarkeit und Wasserspeicherung im Boden, eine geringere Erosion und eine höhere Produktivität der Kulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer belüften den Boden ===&lt;br /&gt;
Eine grosse Anzahl Regenwurmgänge erhöht die Anzahl Makroporen im Boden wesentlich und trägt so zu einer guten Durchlüftung des Bodens bei.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer fördern das Wurzelwachstum ===&lt;br /&gt;
In der Regel werden über 90 % der Regenwurmgänge von Pflanzenwurzeln besiedelt. Regenwürmer hinterlassen einen Grossteil ihrer nährstoffreichen Ausscheidungen in ihren Gängen. Dies bietet günstige Bedingungen für das Wachstum von Pflanzenwurzeln. Dank der Regenwurmgänge können die Wurzeln leichter in tiefe Bodenschichten vordringen und finden dort nährstoffreiche Regenwurmlosung, Wasser und Luft. Regenwürmer vermischen oberflächlich ausgebrachten Kalk und Dünger mit dem Boden und verlagern sie in tiefere Bodenschichten.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer verbessern die Wasser infiltration in den Boden und verringern den Oberflächenabfluss ===&lt;br /&gt;
Vor allem die stabilen Gänge der Vertikalgraber verbessern die Infiltration, Speicherung und Drainage von Wasser im Boden erheblich. Sie verringern damit den Oberflächenabfluss von Wasser und die Bodenerosion. Böden mit Regenwürmern entwässern bis zu 10mal schneller als Böden ohne Regenwürmer.&lt;br /&gt;
Die vertikalen, mit Schleim stabilisierten Gänge können in tiefen Lössböden bis zu 3 Meter und in Tschernosemböden (Schwarzerden) sogar bis zu 6 Meter tief sein. Dank ihrer kräftigen Muskeln sind die Tiefgraber in der Lage, in leicht verdichtete Böden einzudringen und so die Entwässerung der Böden zu verbessern. &lt;br /&gt;
Bis zu 150 Regenwurmgänge oder 900 Meter pro Kubikmeter können in ungepflügten Böden gefunden werden. In pfluglosen Böden, in denen die Wurmpopulationen hoch sind, kann die Wasserinfiltration bis zu 6mal höher sein als in regelmässig gepflügten Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer bauen abgestorbene Pflanzenteile in den Boden ein  ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer bauen organisches Material wie Ernterückstände, organische Dünger, Dung oder Mulch  in  den  Boden  ein.  Sie  zerkleinern,  vermischen und verdauen Pflanzenreste durch physische Zerkleinerung und chemische Verdauung. Dadurch beschleunigen sie die Zersetzung der abgestorbenen Biomasse und regen den Nährstoffkreislauf im BodenPflanzenSystem an. Wenn Regenwürmer Pflanzenmaterial in ihre Gänge ziehen, verlagern sie wertvolle Nährstoffe in den Boden, insbesondere in die tieferen Bodenschichten (Bioturbation). Im Grünland bauen Regenwürmer bis zu 6 Tonnen totes organisches Material pro Hektar und Jahr in den Boden ein. In Wäldern verdauen sie bis zu 9 Tonnen Laub pro Hektar.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer zersetzen abgestorbene Pflanzenteile und erhöhen die Nährstoffversorgung der Pflanzen ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer produzieren je nach Dichte jährlich 40 bis 100 Tonnen Losung pro Hektar. Der Wurmkot bildet stabile Bodenaggregate oder Krümel, die auf der Bodenoberfläche oder im Boden abgelagert werden. Organische und anorganische Bestandteile sind im Wurmkot gut vermischt, und die Nährstoffe liegen in leicht verfügbarer und angereicherter Form vor. Regenwurmlosung enthält im Durchschnitt 5mal mehr Stickstoff, 7mal mehr Phosphor und 11mal mehr Kalium als der umgebende Boden. Der Stickstoff in der Regenwurmlosung ist für die Pflanzen leicht verfügbar.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer verjüngen den Boden  ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer transportieren Bodenmaterial und Nährstoffe aus dem Unterboden in den Oberboden und erhalten bzw. fördern so die Vitalität des Bodens.&lt;br /&gt;
=== Regenwürmer tragen zu einer besseren Struktur und Stabilität des Bodens bei ===&lt;br /&gt;
Durch die intensive Vermischung von organischem Material mit anorganischen Bodenteilchen und Mikroorganismen sowie durch Absonderung von Schleim bilden Regenwürmer stabile Bodenkrümel, welche die Bodenstruktur verbessern. Böden mit einer hohen Regenwurmaktivität neigen weniger zur Verschlämmung und können leichter bearbeitet werden als Böden mit einer geringen Regenwurmaktivität. Darüber hinaus werden Nährstoffe und Wasser besser im Boden gehalten. Eine umfangreiche Produktion von Wurmlosung macht schwere Böden lockerer und sandige Böden bindiger.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
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		<id>https://de.tripleperformance.ag/index.php?title=Regenw%C3%BCrmer&amp;diff=9309</id>
		<title>Regenwürmer</title>
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		<updated>2025-05-21T07:30:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Regenwürmer &lt;br /&gt;
| Image= Vers de terre, architectes des sols fertiles 6.jpg &lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind in der Regel die am häufigsten vorkommenden Bodentiere in landwirtschaftlich genutzten Böden. Sie sind dafür bekannt, dass sie die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften des Bodens verbessern. Zusammen mit den Mikroorga nismen im Boden haben sie ein grosses Potenzial, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Obwohl viel über die allgemeine Taxonomie und Biologie der Regenwürmer bekannt ist, nimmt das Wissen über ihre Auswirkungen auf die Böden und ihre Interaktionen mit anderen Bodenorganismen sowie den Einfluss landwirtschaftlicher Praktiken auf ihre Populationen nur langsam zu. Dieses Merkblatt fasst das Wissen über Regenwürmer zusammen. Es gibt einen Überblick über die Biologie, Ökologie und die vielfältigen Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft und enthält Empfehlungen für die Förderung dieser aussergewöhnlichen Organismen in landwirtschaftlichen Böden.&lt;br /&gt;
== Unterschätzte Bodentiere ==&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert galten Regenwürmer als Bodenschädlinge. Obwohl sich diese Sichtweise völlig geändert hat, wird ihnen in der landwirtschaftlichen Praxis immer noch nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Nur wenige Landwirt*innen fördern die Regenwürmer aktiv. Stattdessen haben schwere Maschinen, intensive Bodenbearbeitung und der massive  Einsatz  von  Pestiziden  die  Regenwurmpopulationen  vielerorts  drastisch  reduziert  oder fast eliminiert. In einem natürlich bewirtschafteten Grünlandboden von einem Hektar finden sich dagegen bis zu drei Millionen Regenwürmer. Die Anzahl, Biomasse und Vielfalt der Regenwürmer in einem Boden gelten als wichtige Kriterien für die Bodenfruchtbarkeit, da eine reiche RegenwurmFauna in vielerlei Hinsicht zu gesunden und biologisch aktiven Böden beiträgt. Dies wiederum begünstigt viele positive Ökosystemleistungen und bringt eine bessere Widerstandsfähigkeit und Anpassung der landwirtschaftlichen Systeme an den Klimawandel mit sich. Aufgrund ihrer zahlreichen Leistungen zur Steigerung der Nachhaltigkeit von Agrarökosystemen sollten Regenwürmer bei der Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft – insbesondere des biologischen Landbaus – mehr Aufmerksamkeit erhalten und gezielt gefördert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Biologie der Regenwürmer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbreitung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer &#039;&#039;(Lumbricina) &#039;&#039;sind – mit Ausnahme der Polarregionen und Wüsten – in den meisten Böden zu finden. Während weltweit mehr als 3000 Arten bekannt sind, gibt es in Europa nur 400 Arten und in Mitteleuropa 40 Arten. Im Ackerland sind nur 4 bis 11 Arten verbreitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Böden ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer bevorzugen mittelschwere Lehm bis lehmige Sandböden. Schwere Lehm und trockene Sandböden sind für ihre Entwicklung ungünstig und schränken ihre Ausbreitung ein. In sauren Torfböden finden sich nur spezialisierte Arten, die sich an die ungünstigen Bodenbedingungen angepasst haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klima ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Wenn es sehr trocken und heiss ist, ziehen sich viele Arten in tiefere Bodenschichten zurück. Bei niedrigen Wintertemperaturen ziehen sich die Würmer in frostfreie Bereiche ihrer Röhren zurück, und ihr Stoffwechsel verlangsamt sich auf ein Minimum. An frostfreien Wintertagen werden gewisse Arten wieder aktiv. Im Frühjahr und Herbst sind die Regenwürmer am aktivsten. Regenwürmer sind empfindlich gegen Trockenheit. Sie sind nur aktiv, wenn der Boden feucht ist. Bei trockenem Boden sind sie inaktiv. Da Regenwürmer täglich bis zu 20 % ihres Körpergewichts in Form von Schleim und Ausscheidungen verlieren können, brauchen sie Feuchtigkeit, um am Leben zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entwicklung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer entwickeln sich langsam, mit Ausnahme der Streubewohner (z. B. Kompostwürmer). Tauwürmer produzieren nur eine Generation mit maximal 8 bis 12 Kokons (Eiern) pro Jahr. Regenwürmer leben je nach Art 2 bis 10 Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fortpflanzung ===&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind Hermaphroditen. Geschlechtsreife Würmer sind am «Genitalgürtel» (Clitellum) zu erkennen, der den Körper umgibt. Der Höhepunkt  der  Wühltätigkeit  und  der  Fortpflanzung findet in der gemässigten Zone von März bis April sowie im September und Oktober statt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
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		<title>Regenwürmer</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Regenwürmer &lt;br /&gt;
| Image= Vers de terre, architectes des sols fertiles 6.jpg &lt;br /&gt;
| ImageCaption=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind in der Regel die am häufigsten vorkommenden Bodentiere in landwirtschaftlich genutzten Böden. Sie sind dafür bekannt, dass sie die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften des Bodens verbessern. Zusammen mit den Mikroorga nismen im Boden haben sie ein grosses Potenzial, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Obwohl viel über die allgemeine Taxonomie und Biologie der Regenwürmer bekannt ist, nimmt das Wissen über ihre Auswirkungen auf die Böden und ihre Interaktionen mit anderen Bodenorganismen sowie den Einfluss landwirtschaftlicher Praktiken auf ihre Populationen nur langsam zu. Dieses Merkblatt fasst das Wissen über Regenwürmer zusammen. Es gibt einen Überblick über die Biologie, Ökologie und die vielfältigen Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft und enthält Empfehlungen für die Förderung dieser aussergewöhnlichen Organismen in landwirtschaftlichen Böden.&lt;br /&gt;
== Unterschätzte Bodentiere ==&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert galten Regenwürmer als Bodenschädlinge. Obwohl sich diese Sichtweise völlig geändert hat, wird ihnen in der landwirtschaftlichen Praxis immer noch nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Nur wenige Landwirt*innen fördern die Regenwürmer aktiv. Stattdessen haben schwere Maschinen, intensive Bodenbearbeitung und der massive  Einsatz  von  Pestiziden  die  Regenwurmpopulationen  vielerorts  drastisch  reduziert  oder fast eliminiert. In einem natürlich bewirtschafteten Grünlandboden von einem Hektar finden sich dagegen bis zu drei Millionen Regenwürmer. Die Anzahl, Biomasse und Vielfalt der Regenwürmer in einem Boden gelten als wichtige Kriterien für die Bodenfruchtbarkeit, da eine reiche RegenwurmFauna in vielerlei Hinsicht zu gesunden und biologisch aktiven Böden beiträgt. Dies wiederum begünstigt viele positive Ökosystemleistungen und bringt eine bessere Widerstandsfähigkeit und Anpassung der landwirtschaftlichen Systeme an den Klimawandel mit sich. Aufgrund ihrer zahlreichen Leistungen zur Steigerung der Nachhaltigkeit von Agrarökosystemen sollten Regenwürmer bei der Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft – insbesondere des biologischen Landbaus – mehr Aufmerksamkeit erhalten und gezielt gefördert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Biologie der Regenwürmer ==&lt;br /&gt;
Verbreitung&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Regenwürmer &#039;&#039;(Lumbricina) &#039;&#039;sind – mit Ausnahme der Polarregionen und Wüsten – in den meisten Böden zu finden. Während weltweit mehr als 3000 Arten bekannt sind, gibt es in Europa nur 400 Arten und in Mitteleuropa 40 Arten. Im Ackerland sind nur 4 bis 11 Arten verbreitet. &#039;&#039;&#039;Böden&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Regenwürmer bevorzugen mittelschwere Lehm bis lehmige Sandböden. Schwere Lehm und trockene Sandböden sind für ihre Entwicklung ungünstig und schränken ihre Ausbreitung ein. In sauren Torfböden finden sich nur spezialisierte Arten, die sich an die ungünstigen Bodenbedingungen angepasst haben.&#039;&#039;&#039;Klima&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Regenwürmer können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Wenn es sehr trocken und heiss ist, ziehen sich viele Arten in tiefere Bodenschichten zurück. Bei niedrigen Wintertemperaturen ziehen sich die Würmer in frostfreie Bereiche ihrer Röhren zurück, und ihr Stoffwechsel verlangsamt sich auf ein Minimum. An frostfreien Wintertagen werden gewisse Arten wieder aktiv. Im Frühjahr und Herbst sind die Regenwürmer am aktivsten. Regenwürmer sind empfindlich gegen Trockenheit. Sie sind nur aktiv, wenn der Boden feucht ist. Bei trockenem Boden sind sie inaktiv. Da Regenwürmer täglich bis zu 20 % ihres Körpergewichts in Form von Schleim und Ausscheidungen verlieren können, brauchen sie Feuchtigkeit, um am Leben zu bleiben.&#039;&#039;&#039;Entwicklung&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Regenwürmer entwickeln sich langsam, mit Ausnahme der Streubewohner (z. B. Kompostwürmer). Tauwürmer produzieren nur eine Generation mit maximal 8 bis 12 Kokons (Eiern) pro Jahr. Regenwürmer leben je nach Art 2 bis 10 Jahre.&#039;&#039;&#039;Fortpflanzung&amp;lt;br /&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Regenwürmer sind Hermaphroditen. Geschlechtsreife Würmer sind am «Genitalgürtel» (Clitellum) zu erkennen, der den Körper umgibt. Der Höhepunkt  der  Wühltätigkeit  und  der  Fortpflanzung findet in der gemässigten Zone von März bis April sowie im September und Oktober statt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
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		<title>Regenwürmer</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): Der Seiteninhalt wurde durch einen anderen Text ersetzt: „{{Pratique | Organisme=FiBL | Mots-clés=Regenwürmer  | Image= Vers de terre, architectes des sols fertiles 6.jpg  | ImageCaption=}}  Regenwürmer sind in der Regel die am häufigsten vorkommenden Bodentiere in landwirtschaftlich genutzten Böden. Sie sind dafür bekannt, dass sie die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften des Bodens verbessern. Zusammen mit den Mikroorga nismen im Boden haben sie ein grosses…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Pratique&lt;br /&gt;
| Organisme=FiBL&lt;br /&gt;
| Mots-clés=Regenwürmer &lt;br /&gt;
| Image= Vers de terre, architectes des sols fertiles 6.jpg &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind in der Regel die am häufigsten vorkommenden Bodentiere in landwirtschaftlich genutzten Böden. Sie sind dafür bekannt, dass sie die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften des Bodens verbessern. Zusammen mit den Mikroorga nismen im Boden haben sie ein grosses Potenzial, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Obwohl viel über die allgemeine Taxonomie und Biologie der Regenwürmer bekannt ist, nimmt das Wissen über ihre Auswirkungen auf die Böden und ihre Interaktionen mit anderen Bodenorganismen sowie den Einfluss landwirtschaftlicher Praktiken auf ihre Populationen nur langsam zu. Dieses Merkblatt fasst das Wissen über Regenwürmer zusammen. Es gibt einen Überblick über die Biologie, Ökologie und die vielfältigen Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft und enthält Empfehlungen für die Förderung dieser aussergewöhnlichen Organismen in landwirtschaftlichen Böden.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
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		<title>Regenwürmer</title>
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		<updated>2025-05-21T07:18:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Soline Littolff (3857106693): Importing content from PDF File: https://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/1610-regenwuermer.pdf&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer – Baumeister fruchtbarer Böden&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bedeutung und Empfehlungen für ihre Förderung  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in der Landwirtschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Merkblatt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2022 | Nr. 1610&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer – Baumeister fruchtbarer Böden | 2022 | FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind in der Regel die am häufigsten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vorkommenden Bodentiere in landwirtschaftlich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
genutzten Böden. Sie sind dafür bekannt, dass sie &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
die physikalischen, chemischen und biologischen &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eigenschaften des Bodens verbessern. Zusammen &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
mit den Mikroorga nismen im Boden haben sie ein &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
grosses Potenzial, die Bodenfruchtbarkeit zu ver-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
bessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl viel über die allgemeine Taxonomie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Biologie der Regenwürmer bekannt ist, nimmt &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
das Wissen über ihre Auswirkungen auf die Bö-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
den und ihre Interaktionen mit anderen Bodenor-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
ganismen sowie den Einfluss landwirtschaftlicher &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Praktiken auf ihre Populationen nur langsam zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Merkblatt fasst das Wissen über Re-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
genwürmer zusammen. Es gibt einen Überblick &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
über die Biologie, Ökologie und die vielfältigen &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Leistungen der Regenwürmer für die Landwirt-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
schaft und enthält Empfehlungen für die Förde-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
rung dieser aussergewöhnlichen Organismen in &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
landwirtschaftlichen Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Unterschätzte Bodentiere&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert galten Regenwürmer als Boden-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schädlinge. Obwohl sich diese Sichtweise völlig ge-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ändert hat, wird ihnen in der landwirtschaftlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Praxis immer noch nicht genügend Aufmerksam-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
keit geschenkt. Nur wenige Landwirt*innen fördern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Regenwürmer aktiv. Stattdessen haben schwe-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
re Maschinen, intensive Bodenbearbeitung und der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
massive  Einsatz  von  Pestiziden  die  Regenwurm-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
populationen  vielerorts  drastisch  reduziert  oder &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
fast eliminiert. In einem natürlich bewirtschafteten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grünlandboden von einem Hektar finden sich da-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gegen bis zu drei Millionen Regenwürmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anzahl, Biomasse und Vielfalt der Regen-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
würmer in einem Boden gelten als wichtige Kriteri-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
en für die Bodenfruchtbarkeit, da eine reiche Regen-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wurm-Fauna in vielerlei Hinsicht zu gesunden und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
biologisch aktiven Böden beiträgt. Dies wiederum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
begünstigt viele positive Ökosystemleistungen und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bringt eine bessere Widerstandsfähigkeit und An-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
passung der landwirtschaftlichen Systeme an den &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klimawandel mit sich. Aufgrund ihrer zahlreichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leistungen zur Steigerung der Nachhaltigkeit von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Agrarökosystemen sollten Regenwürmer bei der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft – ins-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
besondere des biologischen Landbaus – mehr Auf-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
merksamkeit erhalten und gezielt gefördert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Inhalt&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[[891c4f5dbd3be2b258c09d0623f297c16b9bc053.html#2|Unterschätzte Bodentiere   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[891c4f5dbd3be2b258c09d0623f297c16b9bc053.html#2| 2]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Verbreitung und Biologie der Regenwürmer   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[ 3]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[|Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft  4&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ökologische Gruppen der Regenwurmarten   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[ 6]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[|Schätzung der Anzahl Regenwürmer &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in einem Boden   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[ 8]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[|Wirksame landwirtschaftliche Praktiken &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zur Förderung von Regenwürmern   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[ 8]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[891c4f5dbd3be2b258c09d0623f297c16b9bc053.html#12|Negative Auswirkungen nicht-biologischer &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
landwirtschaftlicher Praktiken auf &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Regenwurmpopulationen   ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[891c4f5dbd3be2b258c09d0623f297c16b9bc053.html#12| 12]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer – Baumeister fruchtbarer Böden | 2022 | FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verbreitung und Biologie der Regenwürmer&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Verbreitung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Regenwürmer &#039;&#039;(Lumbricina) &#039;&#039;sind – mit Ausnahme &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Polarregionen und Wüsten – in den meisten Bö-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den zu finden. Während weltweit mehr als 3000 Ar-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ten bekannt sind, gibt es in Europa nur 400 Arten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in Mitteleuropa 40 Arten. Im Ackerland sind &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nur 4 bis 11 Arten verbreitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Böden&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Regenwürmer bevorzugen mittelschwere Lehm- bis &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lehmige Sandböden. Schwere Lehm- und trockene &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sandböden sind für ihre Entwicklung ungünstig &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und schränken ihre Ausbreitung ein. In sauren Torf-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
böden finden sich nur spezialisierte Arten, die sich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an die ungünstigen Bodenbedingungen angepasst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Klima&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Regenwürmer können ihre Körpertemperatur nicht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
selbst regulieren. Wenn es sehr trocken und heiss &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist, ziehen sich viele Arten in tiefere Bodenschichten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zurück. Bei niedrigen Wintertemperaturen ziehen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich die Würmer in frostfreie Bereiche ihrer Röh-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ren zurück, und ihr Stoffwechsel verlangsamt sich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf ein Minimum. An frostfreien Wintertagen wer-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den gewisse Arten wieder aktiv. Im Frühjahr und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herbst sind die Regenwürmer am aktivsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer sind empfindlich gegen Trocken-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heit. Sie sind nur aktiv, wenn der Boden feucht ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei trockenem Boden sind sie inaktiv. Da Regen-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
würmer täglich bis zu 20 % ihres Körpergewichts &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Form von Schleim und Ausscheidungen verlieren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
können, brauchen sie Feuchtigkeit, um am Leben zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Entwicklung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Regenwürmer entwickeln sich langsam, mit Aus-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nahme der Streubewohner (z. B. Kompostwürmer). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tauwürmer produzieren nur eine Generation mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
maximal 8 bis 12 Kokons (Eiern) pro Jahr. Regen-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
würmer leben je nach Art 2 bis 10 Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fortpflanzung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Regenwürmer sind Hermaphroditen. Geschlechts-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
reife Würmer sind am «Genitalgürtel» (Clitellum) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu erkennen, der den Körper umgibt. Der Höhe-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
punkt  der  Wühltätigkeit  und  der  Fortpflanzung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
findet in der gemässigten Zone von März bis April &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sowie im September und Oktober statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Mobilität und Ausbreitung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Regenwürmer können von ungestörten Randbe-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
reichen wie Feldrändern in Ackerland einwandern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeiner_Regenwurm Der Gemeine Regenwurm oder T]auwurm &#039;&#039;(Lumbri-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
cus terrestris) &#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann pro Jahr bis zu 20 Meter weit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wandern. Vögel und Vieh tragen erheblich zur Aus-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
breitung von Regenwürmern bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ernährung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Regenwürmer ernähren sich in erster Linie von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
abgestorbenen Pflanzenteilen, verfügen aber nicht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
über eigene Verdauungsenzyme, um die Zellstruk-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
tur  von  Pflanzenmaterial  aufzuspalten.  Deshalb &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vermischen sie für die Verdauung Pflanzenbiomas-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
se mit Mineralerde. Um den täglichen Kalorienbe-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
darf zu decken, müssen sie das 10- bis 30-fache ihres &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eigenen Körpergewichts fressen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachts weiden Regenwürmer den Algenrasen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ab, der tagsüber auf der Bodenoberfläche gewach-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sen ist, und ziehen abgestorbene Pflanzenteile in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihre Gänge, wo sie in 2 bis 4 Wochen von Boden-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mikroorganismen «vorverdaut» werden. Da Regen-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
würmer keine Zähne haben, können sie sich nicht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Wurzeln ernähren. Um zu gedeihen, benötigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer ein reichhaltiges Nahrungsangebot &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus Pflanzenbiomasse wie abgestorbenen Wurzeln, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blättern, Gräsern und angerottetem Mist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;Nicodrilus&#039;&#039; sp. rollt sich zusammen, um Kälte-, Hitze- oder Dürre-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
perioden sowie den Winterschlaf zu überstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Juveniler Regenwurm schlüpft aus einem Kokon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer – Baumeister fruchtbarer Böden | 2022 | FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer beeinflussen viele Ökodienstleistun-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gen, die mit der Bodenfruchtbarkeit und der Pflan-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zenproduktion zusammenhängen. Daher trägt die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Förderung von Regenwürmern und anderen wich-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
tigen Bodentieren zu einer effizienteren Nutzung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ökologischer Prozesse bei. Die Verbesserung der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
abiotischen und biotischen Bodeneigenschaften &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch Regenwürmer bringt zahlreiche Vorteile für &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Landwirte mit sich, z. B. eine bessere Nährstoff-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verfügbarkeit und Wasserspeicherung im Boden, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine geringere Erosion und eine höhere Produkti-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vität der Kulturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1.  Regenwürmer belüften den Boden&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eine grosse Anzahl Regenwurmgänge erhöht die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzahl Makroporen im Boden wesentlich und trägt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so zu einer guten Durchlüftung des Bodens bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2.  Regenwürmer fördern das &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wurzelwachstum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel werden über 90 % der Regenwurmgän-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ge von Pflanzenwurzeln besiedelt. Regenwürmer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hinterlassen einen Grossteil ihrer nährstoffreichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausscheidungen in ihren Gängen. Dies bietet güns-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
tige Bedingungen für das Wachstum von Pflanzen-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wurzeln. Dank der Regenwurmgänge können die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurzeln leichter in tiefe Bodenschichten vordringen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und finden dort nährstoffreiche Regenwurmlosung, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wasser und Luft. Regenwürmer vermischen ober-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
flächlich ausgebrachten Kalk und Dünger mit dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boden und verlagern sie in tiefere Bodenschichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3. Regenwürmer verbessern die Wasser-&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;infiltration in den Boden und verringern &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
den Oberflächenabfluss&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem die stabilen Gänge der Vertikalgraber ver-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bessern die Infiltration, Speicherung und Drainage &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Wasser im Boden erheblich. Sie verringern damit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Oberflächenabfluss von Wasser und die Boden-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
erosion. Böden mit Regenwürmern entwässern bis &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu 10-mal schneller als Böden ohne Regenwürmer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer spielen eine Schlüsselrolle bei der Verbesserung der Bodeneigenschaften. Die Vorteile, die sich aus ihrer Tätigkeit ergeben, sind &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vielfältig. Die Regenwürmer sind jedoch auf eine ausreichende Menge organische Materialien, den Verzicht auf problematische Pestizide und &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
eine geringe Störung des Bodens angewiesen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von den Regenwürmern angelegten stabilen Gänge erleichtern &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
es den Wurzeln, tief in den Boden einzudringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr Regenwürmer und Mikroben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr Kohlenstoff im Boden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bessere Bodenstruktur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bessere Wasserspeicherung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weniger Bodenerosion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bessere Wasserinfiltration &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erhöhte Klimaresilienz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geringere Bodenbeeinträchtigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr organisches Material&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer – Baumeister fruchtbarer Böden | 2022 | FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vertikalen, mit Schleim stabilisierten Gänge &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
können in tiefen Lössböden bis zu 3 Meter und in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tschernosemböden  (Schwarzerden)  sogar  bis  zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6 Meter tief sein. Dank ihrer kräftigen Muskeln &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind die Tiefgraber in der Lage, in leicht verdichtete &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Böden einzudringen und so die Entwässerung der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Böden zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zu 150 Regenwurmgänge oder 900 Meter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
pro Kubikmeter können in ungepflügten Böden ge-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
funden werden. In pfluglosen Böden, in denen die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurmpopulationen hoch sind, kann die Wasserin-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
filtration bis zu 6-mal höher sein als in regelmässig &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gepflügten Böden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4.  Regenwürmer bauen abgestorbene &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Pflanzenteile in den Boden ein &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer bauen organisches Material wie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ernterückstände, organische Dünger, Dung oder &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mulch  in  den  Boden  ein.  Sie  zerkleinern,  vermi-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schen und verdauen Pflanzenreste durch physische &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zerkleinerung und chemische Verdauung. Dadurch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
beschleunigen sie die Zersetzung der abgestorbe-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nen Biomasse und regen den Nährstoffkreislauf im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boden-Pflanzen-System an. Wenn Regenwürmer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pflanzenmaterial in ihre Gänge ziehen, verlagern sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wertvolle Nährstoffe in den Boden, insbesondere in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die tieferen Bodenschichten (Bioturbation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Grünland bauen Regenwürmer bis zu 6 Ton-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nen totes organisches Material pro Hektar und Jahr &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in den Boden ein. In Wäldern verdauen sie bis zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 Tonnen Laub pro Hektar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;5.  Regenwürmer zersetzen abgestorbene &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Pflanzenteile und erhöhen die &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nährstoffversorgung der Pflanzen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer produzieren je nach Dichte jährlich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 bis 100 Tonnen Losung pro Hektar. Der Wurm-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kot bildet stabile Bodenaggregate oder Krümel, die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf der Bodenoberfläche oder im Boden abgelagert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden. Organische und anorganische Bestandteile &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind im Wurmkot gut vermischt, und die Nährstof-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
fe liegen in leicht verfügbarer und angereicherter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form vor. Regenwurmlosung enthält im Durch-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schnitt 5-mal mehr Stickstoff, 7-mal mehr Phosphor &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und 11-mal mehr Kalium als der umgebende Boden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stickstoff in der Regenwurmlosung ist für die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pflanzen leicht verfügbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;6.  Regenwürmer verjüngen den Boden&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Regenwürmer transportieren Bodenmaterial und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nährstoffe aus dem Unterboden in den Oberboden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und erhalten bzw. fördern so die Vitalität des Bo-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;7.  Regenwürmer tragen zu einer besseren &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Struktur und Stabilität des Bodens bei&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die intensive Vermischung von organischem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Material mit anorganischen Bodenteilchen und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikroorganismen sowie durch Absonderung von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schleim bilden Regenwürmer stabile Bodenkrümel, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche die Bodenstruktur verbessern. Böden mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einer hohen Regenwurmaktivität neigen weniger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zur Verschlämmung und können leichter bearbeitet &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden als Böden mit einer geringen Regenwurm-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aktivität. Darüber hinaus werden Nährstoffe und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wasser besser im Boden gehalten. Eine umfangrei-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
che Produktion von Wurmlosung macht schwere &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Böden lockerer und sandige Böden bindiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Links: Dieser Boden hat viele Wurmlosungen und Röhreneingänge auf der Oberfläche, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
was auf eine hohe Regenwurmaktivität hinweist. Nach starken Regenfällen verschlämmt &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er kaum. Bild aus einer biologisch bewirtschafteten Parzelle. Rechts: Auf dieser Boden-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
oberfläche hat es nur wenige Wurmkothäufchen, was auf eine geringe Regenwurmak-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
tivität hinweist. Bei starken Regenfällen neigt die Bodenoberfläche zur Verschlämmung. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bild aus einer konventionell bewirtschafteten Parzelle. Beide Fotos wurden zur gleichen &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zeit im DOK-Langzeitversuch in Therwil, Schweiz, aufgenommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei gutem Nahrungsangebot kann eine hohe Regenwurmpopulation jährlich bis zu 10 kg &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
pro Quadratmeter wertvolle Wurmlosung im Boden und auf der Bodenoberfläche abset-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zen. Auf Äckern macht dies bis zu 0,5 cm Bodenhöhe aus, auf Wiesen bis zu 1,5 cm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer – Baumeister fruchtbarer Böden | 2022 | FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;8.  Regenwürmer tragen zur Regulierung &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;von Krankheitserregern und &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schädlingen bei&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer fördern die Besiedlung und Vermeh-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rung von nützlichen Bodenbakterien und Pilzen in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihren Gängen und der Losung. Indem sie abgefal-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lene Blätter in den Boden ziehen, tragen sie zum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mikrobiologischen Abbau von Blattkrankheitserre-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gern und Schädlingen bei (z. B. von Winterstadien &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Pilzerregern wie Apfelschorf und Insekten wie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Miniermotte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;9.  Regenwürmer helfen bei der &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bekämpfung von Schädlingen im Boden&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Regenwür-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mer insektenabtötende Nematoden (z. B. &#039;&#039;Steinerne-&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;ma &#039;&#039;sp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
) und Pilze (z. B. &#039;&#039;Beauveria bassiana&#039;&#039;) im Bo-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den verbreiten und so zu einer besseren natürlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regulierung von Schädlingen im Boden beitragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ruhestadien, wie z. B. Pilzsporen, widerstehen je-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
doch der Verdauung im Regenwurmdarm und wer-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den mit dem Regenwurmkot wieder ausgeschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;10. Regenwürmer unterstützen die Bindung &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;von Kohlenstoff&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer nehmen organische Rückstände mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unterschiedlichem C : N-Verhältnis auf und wan-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
deln sie in Material mit einem niedrigeren C : N-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis um. Auf diese Weise tragen sie schliess-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lich zur Kohlenstoffspeicherung und zur Milderung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Klimawandels bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ökologische Gruppen der Regenwurmarten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regenwürmer werden in drei ökophysiologi-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sche Hauptkategorien eingeteilt (siehe auch Tab. 1):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1)  Streu- oder Kompostwürmer: Die epigäischen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arten leben an der Grenzfläche zwischen Bo-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den und Streu und ernähren sich von sich zer-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
setzenden organischen Stoffen, ohne zu graben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2)  Flachgrabende Arten: Diese endogäischen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arten graben horizontale Gänge in den oberen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10–30 cm des Bodens. Den verdauten Boden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
scheiden sie in ihren Gängen aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3)  Vertikalgrabende Regenwürmer: Die Vertikal-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
graber oder anektischen Arten legen stabile, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
tiefe, vertikale Gänge an. Sie nutzen die mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Losung stabilisierten Gänge, um die Boden-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
oberfläche aufzusuchen und Pflanzenmaterial &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
als Nahrung zu sammeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Landwirtschaft spielen die Vertikalgraber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine Schlüsselrolle (höhere Biomasse und stärkere &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bodenvermischung als andere Arten, stabile Gän-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ge, Wasserinfiltration in den Boden). Für den Acker- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Futterbau spielen alle grabenden Wurmarten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(d. h. die endogäischen und die anektischen Arten) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine wichtige Rolle. Flach grabende Würmer tra-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-struktur im Oberboden bei, wogegen die vertikal &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
grabenden Regenwürmer in tieferen Bodenschich-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ten zu spürbaren Bodenverbesserungen beitragen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
indem sie organisches Material in tiefere Schichten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bringen und mit ihren vertikalen Gängen die Be-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lüftung und das Wasserrückhaltevermögen des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bodens verbessern. Die vertikalen Gänge fördern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch eine tiefere Durchwurzelung der Ackerböden, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was tendenziell zu höheren Erträgen führt, da mehr &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nährstoffe zur Verfügung stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberflächenbewohnende Regenwurmarten (epi- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gäische Arten) sind für den Abbau des Streumate-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rials und bei der Kompostierung von besonderer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutung (siehe Box 1). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 1: Wurmkompostierung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wurmkompostierung ist ein Verfahren, bei dem &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
verschiedene epigäische Wurmarten eingesetzt &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
werden, um organische Abfälle zu zersetzen und &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
einen nährstoffreichen organischen Dünger und &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bodenverbesserer für die kleinbäuerliche Land-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
wirtschaft zu erzeugen. Die guten Eigenschaften &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Wurmkomposts sind im Wesentlichen auf &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
den hohen Nährstoffgehalt des Regenwurmkots &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kompostbewohnende Regenwürmer (z. B. &#039;&#039;Eisenia&#039;&#039; sp.) überleben &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
nicht auf Ackerland oder in anderen Anbausystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer – Baumeister fruchtbarer Böden | 2022 | FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tabelle 1:  Drei ökologische Regenwurmgruppen in Ökosystemen der gemässigten Breiten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gruppen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Streubewohner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flachgraber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tiefgraber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typen/Arten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberflächenbewohner, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 epigäische  Arten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flach- oder horizontalgrabende, &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
endogäische Arten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertikalgrabende, anektische Arten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Vertreter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Kompostwurm &#039;&#039;(Eisenia fetida)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;• Europäischer Regenwurm  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Lumbricus rubellus)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• &#039;&#039;Octolasion lacteum&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;• Kleiner Wiesenwurm &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Allolobophora caliginosa)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Tauwurm &#039;&#039;(Lumbricus terrestris)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;• Schwarzköpfiger Wurm  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;(Allolobophora longa)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pigmentierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bräunlich-rot, meist sowohl ventral &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
als auch dorsal pigmentiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Un- oder leicht pigmentiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rötlich-braun, Kopf dunkler,  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
meist nur dorsal pigmentiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensraum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• In der Streuschicht von Wiesen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäldern und im Kompost&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Selten im Ackerland wegen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
fehlender permanenter Streu-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
schicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Im Oberboden (5–40 cm) von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
humosem Mineralboden in v. a. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
horizontalen, instabilen Röhren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Jungtiere in den oberen Boden-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schichten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• In allen Bodenschichten bis &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3–4 m Tiefe; gesamtes Leben in &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
senkrechten, stabilen Wohnröh-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
ren  (Ø 8–11 mm)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Sehr wichtig für landw. Böden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grösse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klein, meist 2–6 cm lang&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klein, bis 18 cm lang&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist gross, 15–45 cm lang&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grabfähigkeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niedrig&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mässig&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hoch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ernährungs-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
verhalten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Ernähren sich von kleinen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pflanzenteilen an der Boden-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
oberfläche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Ernähren sich von Pflanzen-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
teilen im Oberboden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Ziehen grosse Pflanzenteile in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihre Wohnröhren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überleben bei &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Trockenheit und &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
im Winter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Im Kokonstadium&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Quieszenz bei Trockenheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
• Diapause zur Überwinterung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Quieszenz bei Trockenheit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
• Teilweise oder keine Diapause &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im Winter &#039;&#039;(L. terrestris)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prädation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Sehr hoch (Vögel, Säugetiere &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und räuberische Arthropoden)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Niedrig&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Hoch, wenn auf der Boden-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
oberfläche kriechend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermehrung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Wüchsig (100 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Begrenzt (8–12 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Begrenzt (8–12 Kokons p. a.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebenserwartung • Kurz, 1–2 Jahre&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Mittel, 3–5 Jahre&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
• Lang, 4–8 Jahre&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Gruppen von Regen-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
würmern haben deutlich &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 unterschiedliche Ernährungs- und &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Lebensgewohnheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Grafik 1:  Ernährung und Verhalten der drei ökologischen Gruppen von Regenwürmern &#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Streubewohner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Epigäische Arten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flachgraber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Endogäische Arten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
400&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurmgänge &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
cm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurmlosung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilweise mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Losung gefüllt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwurmröhre&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Losungstapete&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Pflanzenwurzel &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Boden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alte Wohnröhre&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
O&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
boden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterboden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pflugsohle = verdichtete Zone &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertikalgraber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anektische Arten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer – Baumeister fruchtbarer Böden | 2022 | FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Schätzung der Anzahl Regenwürmer in einem Boden&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anzahl Regenwürmer kann in Abhängigkeit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Bodenart, Niederschlag und Anbaumethoden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stark variieren. In Ackerböden kann ihre Anzahl &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rund 30 bis 300 Individuen pro Quadratmeter betra-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gen. In Mitteleuropa sind 120 bis 140 Würmer pro &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quadratmeter eine gute Populationsdichte in inten-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siv bewirtschafteten Ackerböden. Dies entspricht 90 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bis 110 g Regenwurmbiomasse pro Quadratmeter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Regenwurmpopu lation in einem Feld &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu schätzen, kann die ungefähre Anzahl Würmer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit den folgenden Methoden grob ermittelt werden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Praxismethoden):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzahl Würmer: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5 Spatenproben von 10 × 10 cm &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grösse und 25 cm Tiefe eines fruchtbaren, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mittelschweren Lehmbodens enthalten im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchschnitt 2 bis 3 Würmer. Dies ergibt 100 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bis 200 Würmer pro Quadratmeter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Anzahl Wurmgänge ist ein guter  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indikator für die Wurmaktivität im Boden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zählt man die Anzahl Wurmlosungen auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einer 50 × 50 cm grossen Fläche während der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeit der Regenwurmaktivität (März bis April &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und September bis Oktober), so weisen 5 oder &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weniger Wurmkothäufchen auf eine geringe &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurmaktivität hin, 10 Kothäufchen auf eine &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mässige Wurmaktivität, während 20 oder mehr &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kothäufchen auf eine gute Wurmaktivität mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vielen Würmern im Boden hinweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 2: Lebensraumabhängige  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Regenwurmdichte&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Besiedlung eines Lebensraums durch Regen-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
würmer hängt in erster Linie von der Nahrungs- &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und Wasserversorgung ab. Dementsprechend &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
schwankt die Anzahl Regenwürmer pro Quadrat-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
meter erheblich:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Extensiv genutzte Weide &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
400–500&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gedüngte Wiese &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
200–300&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laubwald 150–250&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Extensiv bewirtschaftete Ackerfläche  120–250&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Magerwiese 30–40&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Fichtenwald 10–15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wirksame landwirtschaftliche Praktiken zur Förderung  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
von Regenwürmern&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regenwurmpopulationen nehmen tendenziell &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu, wenn der Gehalt an organischer Substanz im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boden steigt, und sie nehmen ab, wenn der Boden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gestört wird, z. B. durch intensive Bodenbearbei-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
tung und den Einsatz schädlicher Chemikalien oder &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn wenig organische Substanz zugeführt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umsetzung geeigneter Massnahmen kann die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer und im weiteren Sinne die Boden-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
fruchtbarkeit entscheidend fördern. Daher ist es von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
entscheidender Bedeutung zu verstehen, welche &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Massnahmen Regenwürmer schonen oder fördern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anzahl Regenwürmer lässt sich mit der einfachen Spatenprobe &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
grob schätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Zeiten hoher Regenwurmaktivität im März/April und &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
September/Oktober sollte eine intensive Bodenbearbeitung ver-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
mieden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer – Baumeister fruchtbarer Böden | 2022 | FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Minimieren von tiefer und &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
intensiver Bodenbearbeitung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pflüge und schnell rotierende Geräte können &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer stark schädigen. Die Verlust-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
raten nach dem Einsatz von Pflügen liegen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bei etwa 25 % und können beim Einsatz von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rotationsgeräten bis zu 70 % betragen. Daher &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sollten Pflüge und schnell rotierende Geräte nur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn unbedingt erforderlich und bei geringer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwurmaktivität im Oberboden eingesetzt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bearbeitung von trockenen oder kalten Bö-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den hat deutlich weniger negative Auswirkun-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gen auf die Regenwurmpopulationen, da sich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allem die Vertikalgraber bei diesen Bedin-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gungen in tieferen Bodenschichten aufhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Einsatz von On-Land-Pflügen und flaches &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pflügen verringern die Verdichtung der tieferen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bodenschichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konservierende Bodenbearbeitung, zu der auch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die reduzierte Bodenbearbeitung gehört, mini-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
miert die Störung des Bodens und das Risiko &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Bodenverdichtung, erhöht das Nahrungs-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
angebot und konserviert das Bodenwasser. Dies &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
erhöht die Dichte und Biomasse der Regenwür-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mer und der Bodenmikroorganismen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wendende Bodenbearbeitung mit dem Pflug verletzt und tötet die Regenwürmer direkt &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und setzt sie rauen Umweltbedingungen und Fressfeinden aus. Sie zerstört auch die &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Höhlen der Vertikalgraber und verschüttet ihre Nahrungsquellen. Reduzierte Bodenbe-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
arbeitung führt zu einem deutlichen Anstieg der Dichte der Regenwurmpopulation, der &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Biomasse und der Wachstumsstadien im Vergleich zum Pflügen gemäss den Ergebnis-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sen aus einem biologisch bewirtschafteten Lehmboden (Kuntz et al. 2013).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je intensiver die Bodenbearbeitung, desto grösser sind die Verluste an Regenwürmern. Im Frühjahr und Herbst sind die Verluste am höchsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reduzierte Bodenbearbeitung minimiert die Bodenstörung und &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
fördert die Bodenbedeckung mit organischem Material. Sie schafft &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
damit günstige Lebens bedingungen für die Regenwürmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Grafik 2:  Auswirkungen unterschiedlicher Intensitäten der Bodenbearbeitung auf Regenwürmer&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Grafik 3:  Auswirkungen der reduzierten Boden-&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;bearbeitung auf Regenwürmer im Vergleich zum Pflügen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bis zu 70% Regenwurmverluste &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intensive Bodenbearbeitung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
cm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rotierende&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geräte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwere Schädigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Lebensraums &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertikalgraber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Streubewohner &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittelintensive Bodenbearbeitung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bis zu 25% Regenwurmverluste &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pflugsohle (verdichtete Zone)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sommer/Winter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertikalgraber im Unterboden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
30&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
cm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horizontalgraber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühjahr/Herbst: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertikalgraber im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberboden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traktorgezogene Geräte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mässige Schädigung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Lebensraums &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horizontalgraber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamte Regenwurmdichte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ 67 %&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ 48 %&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ 39 %&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ 82 %&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ 438 %&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunahme bei reduzierter Bodenbearbeitung in %&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biomasse insgesamt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dichte an Adulten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dichte an Jungtieren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kokons&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ventionelle B&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
odenbear&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
beitung = 1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
00&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
%&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
150&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
200&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
400&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
425&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
450&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
475&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer – Baumeister fruchtbarer Böden | 2022 | FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Minimieren von Bodendruck und &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bodenverdichtung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer brauchen einen angemessen belüf-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
teten und «lockeren» Boden. Die Verdichtung des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bodens wirkt sich negativ auf die Regenwurm-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
populationen, andere Bodenorganismen und viele &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
biologische Prozesse im Boden aus. Regenwürmer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
haben Schwierigkeiten, stark verdichtete Böden zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durchgraben. Daher sollte Bodenverdichtung ver-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mieden oder zumindest minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Worauf achten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Landmaschinen so einstellen, dass der  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bodendruck so gering wie möglich ist, und  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
insbesondere den Reifendruck verringern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn möglich leichte Maschinen verwenden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je leichter die Geräte sind, desto geringer ist die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verdichtung des Bodens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da feuchte Böden besonders empfindlich auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bodenverdichtung reagieren, nur gut abge-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
trocknete, gut tragfähige Böden befahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Staunässe neigende Ackerböden  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
entwässern oder aufschütten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diversifizieren der Fruchtfolge zur &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Versorgung der Regenwürmer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielfältige Fruchtfolgen mit einer guten Bodenbede-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ckung und regelmässiger Zufuhr von organischem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Material bieten günstige Lebensbedingungen für &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Worauf achten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dauergrünland &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist ideal für Regenwürmer. Es &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
liefert grosse Mengen an organischer Substanz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus Blättern und Wurzeln. Das Material von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Säuberungsschnitten und der abgebaute Dung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Weidetieren sind ebenfalls gute Nahrungs-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
quellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielfältige Fruchtfolgen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit überwinternden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und tiefwurzelnden Zwischenfrüchten oder &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gründüngungen und reichhaltigen Ernterück-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ständen bilden die Grundlage für gute Regen-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wurmpopulationen. Ein Wechsel von mehrjäh-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rigem Grünland und einjährigen Kulturen trägt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zum Aufbau von organischer Substanz bei und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
fördert die Regenwurmfauna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gründüngungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden bei Erreichen der ma-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ximalen Biomasse in den Boden eingearbeitet, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
um organische Substanz für die nachfolgende &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kultur zu liefern. Sie können auch abgeweidet &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
oder gemäht werden und zur Zersetzung auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Bodenoberfläche liegen gelassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Getreidestoppeln &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
liefern viel organisches &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Material. Das Verbrennen der Stoppeln zerstört &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die organische Substanz im Oberboden, was die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer an der Oberfläche beeinträchtigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Idealerweise lässt man die Stoppeln auf der Bo-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
denoberfläche verrotten und sät die Folgekultur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
direkt in die Stoppeln (heikel bei Bio) oder nach &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einer minimalen Bodenbearbeitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bodendecker &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie Kleeuntersaaten oder Stop-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
peln verringern die Verdunstung von Boden-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
feuchtigkeit und halten den Boden feuchter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeckung der Bodenoberfläche verringert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch die Auswirkungen extremer klimatischer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedingungen wie Hitze und Frost.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Humus das Wasser im Boden hält, trägt ein &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
höherer Gehalt an organischer Substanz im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boden nicht nur zu einer besseren Wasserver-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sorgung der Kulturen bei Trockenheit, sondern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch zu ausgewogeneren Lebensbedingungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für Regenwürmer bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweijährige Kleegraswiesen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in einer Fruchtfol-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ge regenerieren die Regenwurmpopulationen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
erheblich. Mehrjähriges Kleegras ist vorteilhaf-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ter als nur einjähriges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Onland-Pflug verhindert die Bodenverdichtung in der Pflugsohle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rückstände der Gründüngungen und Untersaaten erhalten die &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bodenfeuchtigkeit und bieten Nahrung für die Regenwürmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer – Baumeister fruchtbarer Böden | 2022 | FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Bodenbeschaffenheit und &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Pflanzenbedarf angepasste &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Düngung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl die Art als auch die Menge der verwendeten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dünger beeinflussen die Regenwurmpopulationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Worauf achten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine angemessene und ausgewogene Düngung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist sowohl für die Pflanzen als auch für die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer günstig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leicht verrotteter Mist bietet Regenwürmern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mehr Nahrung als reifer Kompost und eignet &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich daher besser zu deren Förderung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Organische Düngemittel sollten nur flach ein-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gearbeitet werden. Tief vergrabene Ernterück-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stände sind für Regenwürmer schädlich, da sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bei der Zersetzung schädliche anaerobe Bedin-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gungen erzeugen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hohe Güllegaben schädigen die Regenwurm-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
fauna. Ammoniak in unbehandelter Gülle ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für viele Organismen giftig und insbesondere &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für oberflächennahe Regenwürmer in wasser-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gesättigten Böden sehr schädlich. Deshalb sollte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gülle vor der Ausbringung aufgerührt (belüftet) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und verdünnt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flüssigdünger sollten nur auf saugfähige Böden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in moderaten Mengen von maximal 25 m3 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
pro Hektar ausgebracht werden. Flüssiges Gär-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gut kann je nach Qualität die Regenwürmer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schädigen und ist weniger empfehlenswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
•&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Regenwürmer bevorzugen einen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boden-pH-Wert von 5,5 bis 7,5. Um einen opti-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
malen pH-Wert des Bodens zu gewährleisten, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sollte routinemässig Kalk auf der Grundlage &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von pH-Messungen ausgebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Box 3: Schlüsselmassnahmen zur  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Förderung von Regenwürmern&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die folgenden Massnahmen fördern Regen-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
würmer in landwirtschaftlichen Böden:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Ausreichendes Nahrungsangebot (Pflanzen-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
material) auf Ackerflächen mit dauerhafter &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Grünbedeckung (auch im Winter)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden, die  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für Regenwürmer und andere nützliche Boden-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
organismen schädlich sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Anwenden von schonenden Bodenbearbei-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
tungsverfahren wie reduzierte Bodenbe-&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
arbeitung und Direktsaat zur Förderung der &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bodenfruchtbarkeit und der Bodengare&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Vermeiden von Bodenverdichtungen und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fördern von gut strukturierten und belüfteten &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Böden durch den Einsatz geeigneter, eher &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
leichter Maschinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Standort- und bedarfsgerechte Düngung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
6. Kontinuierliche Zufuhr organischer Substanz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
während der gesamten Fruchtfolge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Organische Düngung fördert eine reiche Regenwurmfauna, welche die Bodenstruktur verbessert und damit die Verschlämmung verringert und &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Infiltration von Wasser verbessert. Links: Konventionell bewirtschaftete Parzelle des DOK-Langzeitversuchs in Therwil, Schweiz. Rechts: &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bio-dynamisch bewirtschaftete Parzelle aus demselben Versuch. Beide Fotos wurden nach dem gleichen Regenereignis aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Güllegaben sind sowohl für die Regenwürmer als auch für die Pflanzen besser &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 verträglich, wenn sie verdünnt und in mässigen Mengen zu einem geeigneten Zeitpunkt &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Pflanzenwachstums und bei kühlem und bewölktem Wetter ausgebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Negative Auswirkungen nicht-biologischer &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
landwirtschaftlicher Praktiken auf Regenwurmpopulationen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz von schädlichen Pestiziden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Pestizide (einschliesslich Saatgutbei-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zung)  können  die  individuelle  Sterblichkeit  der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer erhöhen, deren Fruchtbarkeit und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wachstum verringern sowie enzymatische Prozesse &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stören. Darüber hinaus können sie das individuel-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
le Verhalten von Regenwürmern verändern, indem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie z. B. ihre Fressrate reduzieren und letztlich die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtbiomasse und -dichte der Population verrin-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gern. Flachgraber wie &#039;&#039;A. caliginosa&#039;&#039; auf Ackerland, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die ihre Gänge kontinuierlich ausdehnen, während &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie im Oberboden fressen, sind am anfälligsten für &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
toxische Pestizide, die in den Boden eingebracht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden. Im Gegensatz dazu sind anektische Arten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie &#039;&#039;Lumbricus terrestris&#039;&#039;, die in tieferen Bodenschich-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ten leben, weniger anfällig für Pestizide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insektizide und Fungizide sind die giftigsten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pestizide, die das Überleben bzw. die Fortpflanzung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Regenwürmer beeinträchtigen. Einige Fungizi-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
de wie die Bordeaux-Mischung oder andere Kup-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ferspritzmittel (die auch im biologischen Landbau &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zugelassen sind) verringern die Regenwurmzahl im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Boden, wenn sie in grossen Mengen ausgebracht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden und Kupfer letztlich in der Bodenlösung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vorkommt. Humusreiche Böden binden Kupfer in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der organischen Substanz und hemmen somit den &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fluss in die Bodenlösung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen schaden die meisten Herbizide &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Regenwürmern nicht direkt, wenn sie in der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
empfohlenen Dosierung angewendet werden (aus-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ser synthetische Stauden-Abbrennmittel). Sie kön-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nen die Regenwurmpopulationen jedoch indirekt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
reduzieren, indem sie Begleitkräuter eliminieren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und so die Verfügbarkeit von organischem Material &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf der Bodenoberfläche verringern. Insbesondere &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Kulturen und Fruchtfolgen mit keiner oder einer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nur geringen Bodenbedeckung sind Begleitkräuter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine wichtige Nahrungsquelle für Regenwürmer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und viele andere Nützlinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz von Mineraldüngern&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die meisten synthetischen Mineraldünger schaden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmern nicht direkt. Düngemittel auf der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Basis von Ammoniumsulfat können jedoch für &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regenwürmer schädlich sein, möglicherweise auf-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
grund einer versauernden Wirkung. Darüber hin-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus kann die Verwendung grosser Mengen minera-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lischer Stickstoffdünger (im biologischen Landbau &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nicht  zugelassen)  die Anzahl  Regenwürmer  ver-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ringern. Zudem ersetzen mineralische N-Dünger &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in der Regel den für Regenwürmer sehr nützlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbau von Leguminosen und Gründüngungen. Im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeinen haben organische Düngemittel (ein-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schliesslich belüfteter Gülle) eine weitaus positivere &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirkung auf Regenwürmer als mineralische Dün-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gemittel. Kalk scheint für Regenwurmpopulationen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Vorteil zu sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Impressum&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Herausgeber:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ackerstrasse 113, Postfach 219, 5070 Frick, Schweiz&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tel. +41 (0)62 865 72 72, info.suisse@fibl.org, www.fibl.org&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Autor: Lukas Pfiffner (FiBL)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchsicht der ersten Ausgabe: Josephine Peigné (ISARA, Lyon), &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Paul Mäder (FiBL) und Julia Cooper (Newcastle University, UK)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Redaktion: Gilles Weidmann und Thomas Bernet (FiBL)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gestaltung: Brigitta Maurer (FiBL)&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildnachweis: Thomas Alföldi (FiBL): Seite 1, 4 (1, 2), 5 (1, 2), 8, 9, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10, 11 (1); Monica Biondo (Pro Natura): S. 3 (2); Gabriela Brändle &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Agroscope): S. 4 (3); Otto Ehrmann (D-Creglingen): S. 4 (4), 5 (3); &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andreas Fliessbach (FiBL): S. 11 (2, 3); Jacques Fuchs (FiBL): S. 6; Fritz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häni (SHL Zollikofen): S. 3 (1); Lukas Pfiffner (FiBL): S. 7; René Schulte &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Bio Suisse): S. 2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Auflage 2022 © FiBL  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DOI: 10.5281/zenodo.7022532&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Merkblatt steht unter shop.fibl.org zum kostenlosen Download &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine rein mineralische Düngung führt zu einer deutlich geringeren Anzahl und Biomasse &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
von Regenwürmern im Vergleich zu organischer Düngung und in geringerem Masse &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
auch zu einer kombinierten mineralischen und organischen (konventionellen) Düngung. &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ergebnisse aus dem DOK-Langzeitversuch in der Schweiz (Durchschnitt aus 3 Jahren).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Grafik 4:  Auswirkungen der mineralischen und  &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
organischen Düngung auf die Regenwürmer&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
200 % &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180 % &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
160 % &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140 % &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120 % &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100 % &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
80 % &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60 % &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 % &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 % &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
0 %&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
    Mineralische Düngung    Organische Düngung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konventionell = 100 %&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Regenwurm- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Individuen  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Konv. = &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
247 Individuen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
pro m2)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
   Regenwurm- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biomasse   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Konv. = 183 g &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
pro m2)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Document Outline =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[891c4f5dbd3be2b258c09d0623f297c16b9bc053.html#1|Regenwürmer – Baumeister fruchtbarer Böden]]&lt;br /&gt;
* [[891c4f5dbd3be2b258c09d0623f297c16b9bc053.html#2|Unterschätzte Bodentiere]]&lt;br /&gt;
* [[891c4f5dbd3be2b258c09d0623f297c16b9bc053.html#3|Verbreitung und Biologie der Regenwürmer]]&lt;br /&gt;
* [[891c4f5dbd3be2b258c09d0623f297c16b9bc053.html#4|Leistungen der Regenwürmer für die Landwirtschaft]]&lt;br /&gt;
* [[891c4f5dbd3be2b258c09d0623f297c16b9bc053.html#6|Ökologische Gruppen der Regenwurmarten]]&lt;br /&gt;
* [[891c4f5dbd3be2b258c09d0623f297c16b9bc053.html#8|Schätzung der Anzahl Regenwürmer in einem Boden]]&lt;br /&gt;
* [[891c4f5dbd3be2b258c09d0623f297c16b9bc053.html#8|Wirksame landwirtschaftliche Praktiken zur Förderung von Regenwürmern]]&lt;br /&gt;
* [[891c4f5dbd3be2b258c09d0623f297c16b9bc053.html#12|Negative Auswirkungen nicht-biologischer landwirtschaftlicher Praktiken auf Regenwurmpopulationen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Original source: https://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/1610-regenwuermer.pdf&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Soline Littolff (3857106693)</name></author>
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