Fruchtfolge im Ackerbau

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Welche Kulturen wählen, welche Vorteile anstreben, welche Mischungen vermeiden,...

Mischkultur in AckerbauWelche Kulturen wählen, welche Vorteile anstreben, welche Mischungen vermeiden,...

Die Mischkultur ist definiert als die gleichzeitige Kultivierung von zwei oder mehr Pflanzenarten auf demselben landwirtschaftlichen Feld[1]. Die so kombinierten Arten oder Sorten müssen nicht zwingend gleichzeitig gesät und geerntet werden und können als Mischung oder in abwechselnden Reihen angebaut werden[2]. Diese Praxis bietet verschiedene agronomische Potenziale, deren technische Aspekte in diesem Portal zusammengefasst sind.

Artenmischungen

Mischungen mit Doppelernte

Bei dieser Kategorie von Mischkulturen werden alle angebauten Arten geerntet. Die häufigsten Beispiele sind Meteile oder andere Mischungen aus Getreide und/oder Leguminosen. Diese Mischungen einjähriger Arten werden auf Betrieben mit Polykultur und Tierhaltung leichter genutzt, da sie Heu oder Silage liefern, als im Großkulturen-Anbau, wo nach der Ernte eine Trennung der Körner erforderlich ist.

Temporäre Mischungen

Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus einer Hauptkultur, die geerntet wird, und einer Nebenkultur, die als Begrünung vor der Aussaat der Haupt- oder Folgekultur dient. Das assoziierte Raps ist das am häufigsten genannte Beispiel. Wie bei einer Zwischenfrucht erfüllt die Nebenkultur meist einen bestimmten agronomischen Zweck:

Dauerbegrünung

Diese Art der Mischkultur wird über mehrere Jahre angelegt und erfordert den weitgehenden Einsatz von Direktsaat unter Begrünung. Es handelt sich um eine Technik aus der Bodenschutzlandwirtschaft, deren Ziel es ist, einen Pflanzenbestand über einen großen Teil oder die gesamte Fruchtfolge zu erhalten, um darin die Hauptkulturen anzubauen. Man spricht dann von Direktsaat unter lebender Begrünung. Diese Praxis ist meist nicht mit dem Biolandbau vereinbar, da sie den Einsatz von Herbiziden zur Regulierung der Begrünung erfordert. Ob temporär oder dauerhaft, ist es entscheidend, die Zusammensetzung der Begrünung sorgfältig zu wählen.

Alle Praktiken im Zusammenhang mit Dauerbegrünungen sind über das Portal "Dauerbegrünungen im Ackerbau" abrufbar.

Agroforstwirtschaft

Die Agroforstwirtschaft ist definiert als die Kombination von Bäumen mit Kulturen oder Tieren auf demselben landwirtschaftlichen Feld und kann somit als Artenmischung betrachtet werden. Obwohl anspruchsvoll, bietet diese Praxis verschiedene Vorteile:

  • Bekämpfung der Bodenerosion.
  • Schaffung eines Mikroklimas, das die Erträge der Kulturen fördert (Windschutz und Verringerung der Evapotranspiration).
  • Förderung von nützlichen Insekten, die Schädlinge begrenzen.
  • Bodenschutz.

Der LER oder "Land Equivalent Ratio"

Der "Flächengleichwertigkeitsfaktor" ist ein Instrument zur Beurteilung der Produktivität einer Mischkultur, indem die Erträge mit denen der einzelnen assoziierten Kulturen verglichen werden[1]. Er wird wie folgt berechnet:

Formel zur Berechnung des LER

Wenn das Ergebnis lautet:

  • Wenn der LER = 1 ist, ist die Mischkultur genauso produktiv wie der Reinertrag der einzelnen Arten.
  • Wenn der LER < 1 ist, ist die Mischkultur weniger produktiv: es gibt einen Ertragsverlust gegenüber den Reinkulturen.
  • Wenn der LER > 1 ist, ist die Mischkultur produktiver als die Reinkulturen.

Dieser Indikator gibt somit die Fläche an, die in Reinkultur benötigt wird, um denselben Ertrag wie in der Mischkultur zu erzielen.

Beispiel: Eine Triticale-Erbse-Mischung erzielt einen Gesamtertrag von 60q/ha (40q für das Triticale + 20q für die Erbse), während die Reinkulturen folgende Erträge liefern: 70q/ha für Triticale, 30q/ha für Erbse.

Die Berechnung lautet: LER = 40/70 + 20/30 = 1,24.

Man bräuchte also eine Gesamtfläche von 1,24 Hektar in Reinkultur, um denselben Ertrag wie auf 1 Hektar Mischkultur zu erzielen.

Sortenmischungen

Obwohl technisch weniger komplex, können Sortenmischungen ebenfalls als Mischkultur betrachtet werden. Der Hauptvorteil dieser Praxis ist ein widerstandsfähigerer Pflanzenbestand gegenüber pilzlichen Krankheiten oder bestimmten Schädlingen. Für Getreide werden Mischungen mit mindestens drei Sorten empfohlen, da angenommen wird, dass ein Drittel empfindliche Pflanzen durch zwei Drittel resistente Pflanzen geschützt werden kann[3].




Quellen


ar:جمع_المحاصيل_في_الزراعة_الكبيرة